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Untersuchung zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe - Robert Busch
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Robert Busch:

Untersuchung zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe - neues Buch

2007, ISBN: 9783836616379

ID: 9783836616379

Globale Flächenbelegung Deutschlands für Produktion und Konsum tierischer Nahrungsmittel Inhaltsangabe:Einleitung: Energiehunger ¿ Treibhaus ¿ Katastrophe ¿ Revolution ¿ Fieberkurve ¿ Runderneuerung ¿ epochale Herausforderung ¿ Wegscheide ¿ Grenzen des Wachstums ¿ Verfall des Wohlstands ¿ Öko-Katastrophen ¿ Vernichtungsschlag gegen Klima und Atemluft ¿ Wohlstandssause ¿ Klimaapokalypse ¿ dies sind Schlagwörter, zitiert aus dem Eröffnungsbeitrag zur globalen Erwärmung der Spiegel¿Spezialausgabe zu neuen Energien, erschienen Anfang 2007. Wörter wie Katastrophe, Vernichtung, Verfall oder Revolution scheinen dramatisierend. Doch Jahrzehnte alte Warnungen von Umweltaktivisten haben an ihrer Dramatik nichts verloren. Im Gegenteil. Der aktuelle Bericht des jüngst mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichneten Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hält eine globale Erwärmung von bis zu 6,4 °C für möglich. Dies würde laut IPCC zu langanhaltenden Veränderungen der globalen Klimaprozesse führen. Sir Nicolas STERN, ehemaliger Chefvolkswirt der Weltbank und jetzt Chefökonom der britischen Regierung, versucht sich auf einer anderen Ebene an einer finanziellen Quantifizierung der Auswirkungen des Klimawandels. In der umfassenden Veröffentlichung Stern¿Review: The Economics of Climate Change wird neben den Betrachtungen der Auswirkungen des Klimawandels auf soziale Komponenten wie Ernährung oder Kindersterblichkeit auch die Einwirkung auf die Ökonomien der Entwicklungsländer sowie der Weltwirtschaft abgeschätzt. Entsprechend den Business-as-usual Szenarien gehen in Folge der Auswirkungen der Erwärmung global fünf bis 20 % der Konsumkraft verloren. Letzteres entspräche 5,5 Billionen Euro. Der Schaden wäre vergleichbar mit der Wirtschaftsdepression der 1930iger Jahre. Die Vielschichtigkeit der Folgen des Klimawandels ist einem Resüme des Berichts zu entnehmen: A warmer world with a more intense water cycle and rising sea levels will influence many key determinants of wealth and wellbeing, including water supply, food production, human health, availability of land, and the enviroment. Neben den teils schwer vermittelbaren und teils noch unvorhersehbaren ökologischen Auswirkungen auf den Naturraum auf globaler bis lokaler Ebene und damit auch auf den menschlichen Lebensraum, gilt es als sehr wahrscheinlich, dass es ebenfalls zu weiterreichenden negativen ökonomischen Auswirkungen kommen kann. Wenn es um die Auswege aus der prekären Situation geht, wird auch der Verbraucher immer wieder herangezogen. Seine Pflicht zu verantwortungsvollem Handeln und zu einem als notwendig erachteten Wandel in den althergebrachten Konsumweisen hin zu sparsameren, effizienteren, nachhaltigeren Mustern, kann wohl nur vermittelt werden, wenn ihm die Brisanz dieser komplexen und vielschichtigen Dynamik auf verständliche Art näher gebracht wird. Mit der Verabschiedung des Kyoto-Protokolls im Jahre 1997 hat die Weltgemeinschaft einen ersten großen Schritt getan, um den Hauptverursacher des Klimawandels, den Ausstoß von Treibhausgasen, mittels eines verbindlichen institutionellen Rahmens zu senken. Darüber hinaus sind die nationalen Ziele der Bundesregierung um einiges ehrgeiziger. Ein Eckpfeiler der bundesdeutschen Strategie zur Senkung des Treibhausausstoßes ist die Förderung der erneuerbaren Energien. Deren Anteil an der Primärenergieversorgung soll in 2020 bei zehn Prozent liegen. Der Hoffnungsträger zum Erreichen dieser mittelfristigen Ziele ist die vielseitige energetische Verwendung von Biomasse in den Sektoren Strom, Wärme und Kraftstoffe. Die Anstrengungen von Politik und Wirtschaft verdichteten sich dabei zuletzt insbesondere auf den Kraftstoffsektor. Aufgrund der zahlreichen Interessen bei der Nutzung sogenannter Biokraftstoffe ¿ folgend Agrokraftstoffe genannt ¿ , welche sich nicht nur auf den klimapolitischen Rahmen beschränken, finden sie im englischsprachigen Raum vermehrt die Bezeichnung Freedom Fuels. Doch wo Sonne ist, da gibt es auch Schatten. Die Nutzung von solarer Energie über den Umweg der Speicherung in Biomasse ruft auch negative Effekte hervor, deren Ausprägung und Ausmaß erst seit Kurzem intensiver in Wissenschaft und Presse diskutiert werden. Da es sich bei der Biomassenutzung derzeit zumeist um die Nutzung nachwachsender Rohstoffe aus der Land- und Forstwirtschaft und weniger um biogene Reststoffe handelt, stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem wichtigsten Wirtschaftsfaktor: der Fläche. Landwirtschaftlich nutzbare Fläche scheint zwar in großem Umfang vorhanden, dennoch eröffnen sich zwei Problemstellungen. Zunächst steht dabei die Menge der global verfügbaren Fläche im Vordergrund, die auf langfristige Sicht unter nachhaltigen, umweltschonenden und sozial verträglichen Standards agrarisch genutzt werden kann, ohne eine zu große Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion oder stofflichen Biomassenutzung zu erzeugen. Zum zweiten drängt sich ¿ insbesondere unter Berücksichtigung des weltweiten Bevölkerungswachstums, der geographisch unterschiedlich starken Ausprägung des Klimawandels sowie des Erlangens bzw. der Bewahrung annähernd gleicher Entwicklungschancen für alle Nationen und Regionen dieser Welt ¿ die Frage eines gerechten Zugangs zu landwirtschaftlichen Nutzflächen und damit der Sicherung der Grundbedürfnisse einer jeden Nation und schussendlich eines jeden Menschen auf. Gerade für Deutschland, das trotz umfassender und zumeist sehr ertragsreicher Acker- und Grünlandflächen zunehmend auf dem Import von energetischer Biomasse bzw. raffinierten Bioenergieträgern angewiesen ist, um die festgesetzten Ziele zu erreichen, ist es wichtig die Flächenproblematik zu beurteilen. Diese Beurteilung kann hilfreich dabei sein, eventuelle direkte oder indirekte negative Auswirkungen des Bioenergiebooms auszuloten, um richtungweisende Politikempfehlungen zu geben. Ein Versuch, die flächen- und umweltwirksamen Folgen der bedarfsgerechten Versorgung Deutschlands mit stofflichen und energetischen Biomasserohstoffen bis zum Jahr 2030 zu bemessen und bewerten, wird einem aktuellen Forschungsvorhaben des Wuppertal-Institutes getätigt. Auftraggeber der Untersuchung namens ¿Nachhaltige Flächennutzung und nachwachsende Rohstoffe¿ ist das Umweltbundesamt. Auswertungen aus der vorliegenden Diplomarbeit steuern einen Teil zur möglichst vollständigen Beurteilung der Flächenthematik im Rahmen des Forschungsvorhabens bei. Generelles Anliegen ist die Quantifizierung der in- und ausländischen Inanspruchnahme agrarischer Flächen Deutschlands anhand zweier Business-as-usual (BAU) ¿ Szenarien entsprechend der Befriedigung des prognostizierten Bedarfs an nachwachsenden Rohstoffen für stoffliche und energetische Nutzungen. Zusätzlich werden die spezifischen Umweltwirkungen ermittelt. Hierbei ergibt sich ein in seiner Aussagekraft zu den Flächen- und Umweltwirkungen differenziertes und mit dem Hintergrund des Nachhaltigkeitsanspruches in einigen wichtigen Punkten sehr kritisches Bild. Die dementsprechende Ausrichtung der Schlussfolgerungen und Politikempfehlungen zeigen einen neuen Charakter und widersprechen teils der derzeitigen politischen Auffassung und Zielsetzung. Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit alternativen Flächenpotenzialen im Agrarbereich. Infolge eines reduzierten Nutztierbestandes, so die Annahme, werden weniger Futtermittel benötigt. Dadurch fallen im In- und Ausland Flächen aus der agrarischen Nutzung. Eine Verringerung der inländischen Nutztierproduktion bzw. des inländischen Konsum tierisch basierter Nahrungsmittel hätte somit eine Flächenfreisetzung zur Folge. Zentraler Punkt der Arbeit ist die Quantifizierung der globalen Freisetzungspotenziale, hinzu kommt eine Bewertung der weiteren Nutzungsoptionen dieser Flächen.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: InhaltsverzeichnisII TabellenverzeichnisIV AbbildungsverzeichnisV AnhangsverzeichnisV AbkürzungsverzeichnisVI Gliederung 1.Einleitung1 1.1Einführung1 1.2Zielvorstellung und Vorgehensweise4 2.Flächenbelegung Deutschlands7 2.1Hintergründe7 2.2Landwirtschaftliche Flächenbelegung weltweit und in Deutschland10 3.Nachwachsende Rohstoffe für stoffliche und energetische Nutzungen13 3.1Begriffsklärung, Arten und Verwertung nachwachsender Rohstoffe13 3.2Vor- und Nachteile energetischer Nutzung16 3.3Umweltwirkungen und Ökobilanzierungen19 3.4Zielsetzungen und Potenziale24 4.Forschungsprojekt ¿Nachhaltige Flächennutzung und nachwachsende Rohstoffe¿30 4.1Vorstellung des Projektes30 4.2Alternative Szenarioelemente32 5.Szenarioelemente Nutztierproduktion und tierisch basierter Nahrungsmittelkonsum35 5.1Grundgedanke35 5.2Methodik36 5.3Szenario Nutztierproduktion39 5.3.1Nutztierbestand und Flächenbelegung durch Futtermittel in 200539 5.3.2Trendfortschreibung bis 203041 5.3.3Trendprojektion nach GAP-Reform bis 203042 5.4Szenario Konsum tierisch basierter Nahrungsmittel47 5.4.1Inländischer Konsum - der Einfluss des Selbstversorgungsgrades47 5.4.2Subszenarien zu verschiedenen Ernährungsweisen48 5.4.3Globale Flächenfreisetzung durch verringerten Konsum tierischer Nahrungsmittel51 5.4.4Globale Nettoflächenfreisetzung durch verringerten Konsum tierischer Nahrungsmittel54 5.4.5Trendfortschreibung des Nahrungsmittelkonsums58 5.5Zusammenfassung und Vergleich der Ergebnisse60 5.6Weiterführende Nutzung der freigesetzten Flächen64 6.Diskussion der Ergebnisse67 7.LiteraturverzeichnisVIII 8.AnhangXVIITextprobe:Textprobe: Kapitel 3.3, Umweltwirkungen und Ökobilanzierungen: Der Erfolgspfad, den die nachwachsenden Rohstoffe mit ihrer Implikation in die Gesetzgebung zu den erneuerbaren Energien und damit auch als zentraler Punkt in die Nachhaltigkeitsstrategie Deutschlands (und vieler anderer Nationen) eingeschlagen haben, beruht hauptsächlich auf den positiven Umweltwirkungen, die man sich durch ihre Nutzung verspricht. Diese positiven Wirkungen wurden ihnen in vielen Umwelt- und Ökobilanzierungen attestiert, spiegelten jedoch selten alle Faktoren wieder. Landnutzungsänderungen wurden methodenbedingt oftmals nicht berücksichtigt. Die in der zurückliegenden Dekade veröffentlichten Untersuchungen differieren recht deutlich in Art, Tiefe und Umfang ihrer Bewertung. Es macht einen großen Unterschied, wie in der folgenden Diskussion ausgewählter Analysen aufgezeigt werden soll, ob sich die Bilanzierungen vornehmlich auf die Einsparung von Treibhausgasen durch die Substitution fossiler durch nachwachsende Energierohstoffe beziehen, oder ob in die Bewertung der Umweltwirkung der gesamte Lebensweg von der Nutzbarmachung einer Naturfläche, über den Anbau- und Veredlungsprozess bis hin zur Ver- und Entwertung, einfließt. Mit ihrer ökologischen Bilanzierung nachwachsender Energieträger legten KALTSCHMITT und REINHARDT 1997 eine in ihrem Umfang bis dato nicht vorhandene und bis heute vielzitierte Umweltbewertung vor. Sie kommen dabei zu durchweg positiven Wirkungen in den Kategorien Verbrauch erschöpflicher Energieressourcen und Treibhauseffekt, insbesondere bei Getreide, Gräsern und Kurzumtriebeshölzern zur Wärmebereitstellung. Bei Ozonabbau (N2O-Emissionen) ergibt sich eine negative Umweltwirkung mit Ausnahme des Rapsanbaus für Dieselkraftstoff. Letzterer wirkt sich auch in der Kategorie Versauerung positiv aus, wobei hier das generelle Bild sehr uneinheitlich ist und stark von dem Verarbeitungsprozess abhängt. Beim Parameter Human- und Ökotoxizität ist wiederum nur Rapsöl positiv herausstechend, bei allen anderen Bioenergieträgern kommt es zu Mehrbelastungen. Zusätzlich wurden die Faktoren Grundwasserbelastung, Biodiversität und Bodenfunktionen bewertet. Im Vergleich zu Referenzlandbau ergeben sich hier kaum Differenzen. Sie kommen zu dem Fazit, dass Bioenergieträger (¿) zu einer umwelt- und klimaverträglicheren Energieversorgung in Deutschlands merklich beitragen können. In 2000 veröffentlichen REINHARDT und ZEMANEK ihre Ökobilanz Bioenergieträger. Ihre Bewertung hinsichtlich der Bilanzparameter erschöpfliche Primärenergie, CO2-Äquivalente, Distickstoffoxid, SO2-Äquivalente, Gesamt-Stickstoff und Dieselpartikel, bezogen auf den Vergleich mit fossilen Energieträgern, fällt etwas inhomogener aus. Sie weisen darauf hin, dass je nach Gewichtung des Kriteriums Distickstoffoxid (N2O) die Bewertung positiv oder negativ ausfallen kann und enthalten sich einer abschließenden Aussage. Zudem machen sie bezüglich der Problematik bei der Rapsölnutzung darauf aufmerksam, dass die N2O-Emmissionen (¿) die CO2-Vorteile auf Seiten des biogenen Lebensweges vollständig kompensieren und die CO2-Äquivalente zu null ausfallen. Bei dem Vergleich der Bioenergieträger untereinander erweist sich die Nutzung von Kurzumtriebshölzern bei drei verschiedenen Bewertungsvarianten (nach Gewichtung der Parameter) als zu favorisieren. Agrokraftstoffe (Rapsöl, RME) erfahren bei den Parametern im Allgemeinen schlechtere Bewertungen. Hierin unterscheidet sich die Studie deutlich von den Ergebnissen in KALTSCHMITT / REINHARDT. Auch Getreide weist ungünstige Werte im Vergleich zu anderen Rohstoffen auf. Abschließend weisen REINHARDT und ZEMANEK auf die Differenzen der verschiedenen Bioenergieträger und die Abhängigkeit der Bewertung je nach subjektiver Gewichtung einzelner Bilanzparameter. Eine abschließende Bewertung überlassen sie den Anwendern. Ungewöhnlich viele Parameter werden in einer 2002 im Auftrag des WBGU erschienen Expertise untersucht. Die Umweltwirkungen werden bezüglich der Prozessschritte Anbau, Nachernteverfahren, Umwandlung und Nutzung unterschieden. Obwohl die Autoren in der zusammenfassend ein positives Fazit bezüglich der Umwelteffekte ziehen, unterscheiden sie in der vorangegangenen Bewertung zwischen den Effekten von Biomasse aus Nebenprodukten oder Reststoffen und Energiepflanzen. Demnach können die Umwelteffekte in den Vorketten dann ggf. hoch sein, wenn Biomasse speziell angebaut werden muss, so z.B. bei Raps. Eine standardisierte und stringent in Zahlen nachvollziehbare Bilanzierung bietet die Studie jedoch nicht. Auch bleibt fraglich, inwiefern wirklich alle aufgeführten Umweltwirkungen (z.B. Bodenverdichtung, Humuserhalt, Pflanzenschutzmittelanwendung, Transport etc.) in die Bewertung eingehen. In einem Beitrag in der Zeitschrift für angewandte Umweltforschung präsentierten WEIß, BRINGEZU und HEILMEIER einen Vergleich der Umweltbelastungen von 45 Rohstoffpaaren (nachwachsend versus fossil), zitiert aus elf verschiedenen Ökobilanzpublikationen. Betrachtet wurden vier Wirkungskategor, Diplomica Verlag

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Untersuchung zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe - Robert Busch
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Robert Busch:

Untersuchung zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe - neues Buch

2007, ISBN: 9783836616379

ID: 9783836616379

Globale Flächenbelegung Deutschlands für Produktion und Konsum tierischer Nahrungsmittel Inhaltsangabe:Einleitung: Energiehunger ¿ Treibhaus ¿ Katastrophe ¿ Revolution ¿ Fieberkurve ¿ Runderneuerung ¿ epochale Herausforderung ¿ Wegscheide ¿ Grenzen des Wachstums ¿ Verfall des Wohlstands ¿ Öko-Katastrophen ¿ Vernichtungsschlag gegen Klima und Atemluft ¿ Wohlstandssause ¿ Klimaapokalypse ¿ dies sind Schlagwörter, zitiert aus dem Eröffnungsbeitrag zur globalen Erwärmung der Spiegel¿Spezialausgabe zu neuen Energien, erschienen Anfang 2007. Wörter wie Katastrophe, Vernichtung, Verfall oder Revolution scheinen dramatisierend. Doch Jahrzehnte alte Warnungen von Umweltaktivisten haben an ihrer Dramatik nichts verloren. Im Gegenteil. Der aktuelle Bericht des jüngst mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichneten Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hält eine globale Erwärmung von bis zu 6,4 °C für möglich. Dies würde laut IPCC zu langanhaltenden Veränderungen der globalen Klimaprozesse führen. Sir Nicolas STERN, ehemaliger Chefvolkswirt der Weltbank und jetzt Chefökonom der britischen Regierung, versucht sich auf einer anderen Ebene an einer finanziellen Quantifizierung der Auswirkungen des Klimawandels. In der umfassenden Veröffentlichung Stern¿Review: The Economics of Climate Change wird neben den Betrachtungen der Auswirkungen des Klimawandels auf soziale Komponenten wie Ernährung oder Kindersterblichkeit auch die Einwirkung auf die Ökonomien der Entwicklungsländer sowie der Weltwirtschaft abgeschätzt. Entsprechend den Business-as-usual Szenarien gehen in Folge der Auswirkungen der Erwärmung global fünf bis 20 % der Konsumkraft verloren. Letzteres entspräche 5,5 Billionen Euro. Der Schaden wäre vergleichbar mit der Wirtschaftsdepression der 1930iger Jahre. Die Vielschichtigkeit der Folgen des Klimawandels ist einem Resüme des Berichts zu entnehmen: A warmer world with a more intense water cycle and rising sea levels will influence many key determinants of wealth and wellbeing, including water supply, food production, human health, availability of land, and the enviroment. Neben den teils schwer vermittelbaren und teils noch unvorhersehbaren ökologischen Auswirkungen auf den Naturraum auf globaler bis lokaler Ebene und damit auch auf den menschlichen Lebensraum, gilt es als sehr wahrscheinlich, dass es ebenfalls zu weiterreichenden negativen ökonomischen Auswirkungen kommen kann. Wenn es um die Auswege aus der prekären Situation geht, wird auch der Verbraucher immer wieder herangezogen. Seine Pflicht zu verantwortungsvollem Handeln und zu einem als notwendig erachteten Wandel in den althergebrachten Konsumweisen hin zu sparsameren, effizienteren, nachhaltigeren Mustern, kann wohl nur vermittelt werden, wenn ihm die Brisanz dieser komplexen und vielschichtigen Dynamik auf verständliche Art näher gebracht wird. Mit der Verabschiedung des Kyoto-Protokolls im Jahre 1997 hat die Weltgemeinschaft einen ersten großen Schritt getan, um den Hauptverursacher des Klimawandels, den Ausstoß von Treibhausgasen, mittels eines verbindlichen institutionellen Rahmens zu senken. Darüber hinaus sind die nationalen Ziele der Bundesregierung um einiges ehrgeiziger. Ein Eckpfeiler der bundesdeutschen Strategie zur Senkung des Treibhausausstoßes ist die Förderung der erneuerbaren Energien. Deren Anteil an der Primärenergieversorgung soll in 2020 bei zehn Prozent liegen. Der Hoffnungsträger zum Erreichen dieser mittelfristigen Ziele ist die vielseitige energetische Verwendung von Biomasse in den Sektoren Strom, Wärme und Kraftstoffe. Die Anstrengungen von Politik und Wirtschaft verdichteten sich dabei zuletzt insbesondere auf den Kraftstoffsektor. Aufgrund der zahlreichen Interessen bei der Nutzung sogenannter Biokraftstoffe ¿ folgend Agrokraftstoffe genannt ¿ , welche sich nicht nur auf den klimapolitischen Rahmen beschränken, finden sie im englischsprachigen Raum vermehrt die Bezeichnung Freedom Fuels. Doch wo Sonne ist, da gibt es auch Schatten. Die Nutzung von solarer Energie über den Umweg der Speicherung in Biomasse ruft auch negative Effekte hervor, deren Ausprägung und Ausmaß erst seit Kurzem intensiver in Wissenschaft und Presse diskutiert werden. Da es sich bei der Biomassenutzung derzeit zumeist um die Nutzung nachwachsender Rohstoffe aus der Land- und Forstwirtschaft und weniger um biogene Reststoffe handelt, stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem wichtigsten Wirtschaftsfaktor: der Fläche. Landwirtschaftlich nutzbare Fläche scheint zwar in großem Umfang vorhanden, dennoch eröffnen sich zwei Problemstellungen. Zunächst steht dabei die Menge der global verfügbaren Fläche im Vordergrund, die auf langfristige Sicht unter nachhaltigen, umweltschonenden und sozial verträglichen Standards agrarisch genutzt werden kann, ohne eine zu große Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion oder stofflichen Biomassenutzung zu erzeugen. Zum zweiten drängt sich ¿ insbesondere unter Berücksichtigung des weltweiten Bevölkerungswachstums, der geographisch unterschiedlich starken Ausprägung des Klimawandels sowie des Erlangens bzw. der Bewahrung annähernd gleicher Entwicklungschancen für alle Nationen und Regionen dieser Welt ¿ die Frage eines gerechten Zugangs zu landwirtschaftlichen Nutzflächen und damit der Sicherung der Grundbedürfnisse einer jeden Nation und schussendlich eines jeden Menschen auf. Gerade für Deutschland, das trotz umfassender und zumeist sehr ertragsreicher Acker- und Grünlandflächen zunehmend auf dem Import von energetischer Biomasse bzw. raffinierten Bioenergieträgern angewiesen ist, um die festgesetzten Ziele zu erreichen, ist es wichtig die Flächenproblematik zu beurteilen. Diese Beurteilung kann hilfreich dabei sein, eventuelle direkte oder indirekte negative Auswirkungen des Bioenergiebooms auszuloten, um richtungweisende Politikempfehlungen zu geben. Ein Versuch, die flächen- und umweltwirksamen Folgen der bedarfsgerechten Versorgung Deutschlands mit stofflichen und energetischen Biomasserohstoffen bis zum Jahr 2030 zu bemessen und bewerten, wird einem aktuellen Forschungsvorhaben des Wuppertal-Institutes getätigt. Auftraggeber der Untersuchung namens ¿Nachhaltige Flächennutzung und nachwachsende Rohstoffe¿ ist das Umweltbundesamt. Auswertungen aus der vorliegenden Diplomarbeit steuern einen Teil zur möglichst vollständigen Beurteilung der Flächenthematik im Rahmen des Forschungsvorhabens bei. Generelles Anliegen ist die Quantifizierung der in- und ausländischen Inanspruchnahme agrarischer Flächen Deutschlands anhand zweier Business-as-usual (BAU) ¿ Szenarien entsprechend der Befriedigung des prognostizierten Bedarfs an nachwachsenden Rohstoffen für stoffliche und energetische Nutzungen. Zusätzlich werden die spezifischen Umweltwirkungen ermittelt. Hierbei ergibt sich ein in seiner Aussagekraft zu den Flächen- und Umweltwirkungen differenziertes und mit dem Hintergrund des Nachhaltigkeitsanspruches in einigen wichtigen Punkten sehr kritisches Bild. Die dementsprechende Ausrichtung der Schlussfolgerungen und Politikempfehlungen zeigen einen neuen Charakter und widersprechen teils der derzeitigen politischen Auffassung und Zielsetzung. Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit alternativen Flächenpotenzialen im Agrarbereich. Infolge eines reduzierten Nutztierbestandes, so die Annahme, werden weniger Futtermittel benötigt. Dadurch fallen im In- und Ausland Flächen aus der agrarischen Nutzung. Eine Verringerung der inländischen Nutztierproduktion bzw. des inländischen Konsum tierisch basierter Nahrungsmittel hätte somit eine Flächenfreisetzung zur Folge. Zentraler Punkt der Arbeit ist die Quantifizierung der globalen Freisetzungspotenziale, hinzu kommt eine Bewertung der weiteren Nutzungsoptionen dieser Flächen.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: InhaltsverzeichnisII TabellenverzeichnisIV AbbildungsverzeichnisV AnhangsverzeichnisV AbkürzungsverzeichnisVI Gliederung 1.Einleitung1 1.1Einführung1 1.2Zielvorstellung und Vorgehensweise4 2.Flächenbelegung Deutschlands7 2.1Hintergründe7 2.2Landwirtschaftliche Flächenbelegung weltweit und in Deutschland10 3.Nachwachsende Rohstoffe für stoffliche und energetische Nutzungen13 3.1Begriffsklärung, Arten und Verwertung nachwachsender Rohstoffe13 3.2Vor- und Nachteile energetischer Nutzung16 3.3Umweltwirkungen und Ökobilanzierungen19 3.4Zielsetzungen und Potenziale24 4.Forschungsprojekt ¿Nachhaltige Flächennutzung und nachwachsende Rohstoffe¿30 4.1Vorstellung des Projektes30 4.2Alternative Szenarioelemente32 5.Szenarioelemente Nutztierproduktion und tierisch basierter Nahrungsmittelkonsum35 5.1Grundgedanke35 5.2Methodik36 5.3Szenario Nutztierproduktion39 5.3.1Nutztierbestand und Flächenbelegung durch Futtermittel in 200539 5.3.2Trendfortschreibung bis 203041 5.3.3Trendprojektion nach GAP-Reform bis 203042 5.4Szenario Konsum tierisch basierter Nahrungsmittel47 5.4.1Inländischer Konsum - der Einfluss des Selbstversorgungsgrades47 5.4.2Subszenarien zu verschiedenen Ernährungsweisen48 5.4.3Globale Flächenfreisetzung durch verringerten Konsum tierischer Nahrungsmittel51 5.4.4Globale Nettoflächenfreisetzung durch verringerten Konsum tierischer Nahrungsmittel54 5.4.5Trendfortschreibung des Nahrungsmittelkonsums58 5.5Zusammenfassung und Vergleich der Ergebnisse60 5.6Weiterführende Nutzung der freigesetzten Flächen64 6.Diskussion der Ergebnisse67 7.LiteraturverzeichnisVIII 8.AnhangXVIITextprobe:Textprobe: Kapitel 3.3, Umweltwirkungen und Ökobilanzierungen: Der Erfolgspfad, den die nachwachsenden Rohstoffe mit ihrer Implikation in die Gesetzgebung zu den erneuerbaren Energien und damit auch als zentraler Punkt in die Nachhaltigkeitsstrategie Deutschlands (und vieler anderer Nationen) eingeschlagen haben, beruht hauptsächlich auf den positiven Umweltwirkungen, die man sich durch ihre Nutzung verspricht. Diese positiven Wirkungen wurden ihnen in vielen Umwelt- und Ökobilanzierungen attestiert, spiegelten jedoch selten alle Faktoren wieder. Landnutzungsänderungen wurden methodenbedingt oftmals nicht berücksichtigt. Die in der zurückliegenden Dekade veröffentlichten Untersuchungen differieren recht deutlich in Art, Tiefe und Umfang ihrer Bewertung. Es macht einen großen Unterschied, wie in der folgenden Diskussion ausgewählter Analysen aufgezeigt werden soll, ob sich die Bilanzierungen vornehmlich auf die Einsparung von Treibhausgasen durch die Substitution fossiler durch nachwachsende Energierohstoffe beziehen, oder ob in die Bewertung der Umweltwirkung der gesamte Lebensweg von der Nutzbarmachung einer Naturfläche, über den Anbau- und Veredlungsprozess bis hin zur Ver- und Entwertung, einfließt. Mit ihrer ökologischen Bilanzierung nachwachsender Energieträger legten KALTSCHMITT und REINHARDT 1997 eine in ihrem Umfang bis dato nicht vorhandene und bis heute vielzitierte Umweltbewertung vor. Sie kommen dabei zu durchweg positiven Wirkungen in den Kategorien Verbrauch erschöpflicher Energieressourcen und Treibhauseffekt, insbesondere bei Getreide, Gräsern und Kurzumtriebeshölzern zur Wärmebereitstellung. Bei Ozonabbau (N2O-Emissionen) ergibt sich eine negative Umweltwirkung mit Ausnahme des Rapsanbaus für Dieselkraftstoff. Letzterer wirkt sich auch in der Kategorie Versauerung positiv aus, wobei hier das generelle Bild sehr uneinheitlich ist und stark von dem Verarbeitungsprozess abhängt. Beim Parameter Human- und Ökotoxizität ist wiederum nur Rapsöl positiv herausstechend, bei allen anderen Bioenergieträgern kommt es zu Mehrbelastungen. Zusätzlich wurden die Faktoren Grundwasserbelastung, Biodiversität und Bodenfunktionen bewertet. Im Vergleich zu Referenzlandbau ergeben sich hier kaum Differenzen. Sie kommen zu dem Fazit, dass Bioenergieträger (¿) zu einer umwelt- und klimaverträglicheren Energieversorgung in Deutschlands merklich beitragen können. In 2000 veröffentlichen REINHARDT und ZEMANEK ihre Ökobilanz Bioenergieträger. Ihre Bewertung hinsichtlich der Bilanzparameter erschöpfliche Primärenergie, CO2-Äquivalente, Distickstoffoxid, SO2-Äquivalente, Gesamt-Stickstoff und Dieselpartikel, bezogen auf den Vergleich mit fossilen Energieträgern, fällt etwas inhomogener aus. Sie weisen darauf hin, dass je nach Gewichtung des Kriteriums Distickstoffoxid (N2O) die Bewertung positiv oder negativ ausfallen kann und enthalten sich einer abschließenden Aussage. Zudem machen sie bezüglich der Problematik bei der Rapsölnutzung darauf aufmerksam, dass die N2O-Emmissionen (¿) die CO2-Vorteile auf Seiten des biogenen Lebensweges vollständig kompensieren und die CO2-Äquivalente zu null ausfallen. Bei dem Vergleich der Bioenergieträger untereinander erweist sich die Nutzung von Kurzumtriebshölzern bei drei verschiedenen Bewertungsvarianten (nach Gewichtung der Parameter) als zu favorisieren. Agrokraftstoffe (Rapsöl, RME) erfahren bei den Parametern im Allgemeinen schlechtere Bewertungen. Hierin unterscheidet sich die Studie deutlich von den Ergebnissen in KALTSCHMITT / REINHARDT. Auch Getreide weist ungünstige Werte im Vergleich zu anderen Rohstoffen auf. Abschließend weisen REINHARDT und ZEMANEK auf die Differenzen der verschiedenen Bioenergieträger und die Abhängigkeit der Bewertung je nach subjektiver Gewichtung einzelner Bilanzparameter. Eine abschließende Bewertung überlassen sie den Anwendern. Ungewöhnlich viele Parameter werden in einer 2002 im Auftrag des WBGU erschienen Expertise untersucht. Die Umweltwirkungen werden bezüglich der Prozessschritte Anbau, Nachernteverfahren, Umwandlung und Nutzung unterschieden. Obwohl die Autoren in der zusammenfassend ein positives Fazit bezüglich der Umwelteffekte ziehen, unterscheiden sie in der vorangegangenen Bewertung zwischen den Effekten von Biomasse aus Nebenprodukten oder Reststoffen und Energiepflanzen. Demnach können die Umwelteffekte in den Vorketten dann ggf. hoch sein, wenn Biomasse speziell angebaut werden muss, so z.B. bei Raps. Eine standardisierte und stringent in Zahlen nachvollziehbare Bilanzierung bietet die Studie jedoch nicht. Auch bleibt fraglich, inwiefern wirklich alle aufgeführten Umweltwirkungen (z.B. Bodenverdichtung, Humuserhalt, Pflanzenschutzmittelanwendung, Transport etc.) in die Bewertung eingehen. In einem Beitrag in der Zeitschrift für angewandte Umweltforschung präsentierten WEIß, BRINGEZU und HEILMEIER einen Vergleich der Umweltbelastungen von 45 Rohstoffpaaren (nachwachsend versus fossil), zitiert aus elf verschiedenen Ökobilanzpublikationen. Betrachtet wurden vier Wirkungskatego, Diplomica Verlag

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2007

ISBN: 9783836616379

ID: 9783836616379

Globale Flächenbelegung Deutschlands für Produktion und Konsum tierischer Nahrungsmittel Inhaltsangabe:Einleitung: Energiehunger ¿ Treibhaus ¿ Katastrophe ¿ Revolution ¿ Fieberkurve ¿ Runderneuerung ¿ epochale Herausforderung ¿ Wegscheide ¿ Grenzen des Wachstums ¿ Verfall des Wohlstands ¿ Öko-Katastrophen ¿ Vernichtungsschlag gegen Klima und Atemluft ¿ Wohlstandssause ¿ Klimaapokalypse ¿ dies sind Schlagwörter, zitiert aus dem Eröffnungsbeitrag zur globalen Erwärmung der Spiegel¿Spezialausgabe zu neuen Energien, erschienen Anfang 2007. Wörter wie Katastrophe, Vernichtung, Verfall oder Revolution scheinen dramatisierend. Doch Jahrzehnte alte Warnungen von Umweltaktivisten haben an ihrer Dramatik nichts verloren. Im Gegenteil. Der aktuelle Bericht des jüngst mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichneten Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hält eine globale Erwärmung von bis zu 6,4 °C für möglich. Dies würde laut IPCC zu langanhaltenden Veränderungen der globalen Klimaprozesse führen. Sir Nicolas STERN, ehemaliger Chefvolkswirt der Weltbank und jetzt Chefökonom der britischen Regierung, versucht sich auf einer anderen Ebene an einer finanziellen Quantifizierung der Auswirkungen des Klimawandels. In der umfassenden Veröffentlichung Stern¿Review: The Economics of Climate Change wird neben den Betrachtungen der Auswirkungen des Klimawandels auf soziale Komponenten wie Ernährung oder Kindersterblichkeit auch die Einwirkung auf die Ökonomien der Entwicklungsländer sowie der Weltwirtschaft abgeschätzt. Entsprechend den Business-as-usual Szenarien gehen in Folge der Auswirkungen der Erwärmung global fünf bis 20 % der Konsumkraft verloren. Letzteres entspräche 5,5 Billionen Euro. Der Schaden wäre vergleichbar mit der Wirtschaftsdepression der 1930iger Jahre. Die Vielschichtigkeit der Folgen des Klimawandels ist einem Resüme des Berichts zu entnehmen: A warmer world with a more intense water cycle and rising sea levels will influence many key determinants of wealth and wellbeing, including water supply, food production, human health, availability of land, and the enviroment. Neben den teils schwer vermittelbaren und teils noch unvorhersehbaren ökologischen Auswirkungen auf den Naturraum auf globaler bis lokaler Ebene und damit auch auf den menschlichen Lebensraum, gilt es als sehr wahrscheinlich, dass es ebenfalls zu weiterreichenden negativen ökonomischen Auswirkungen kommen kann. Wenn es um die Auswege aus der prekären Situation geht, wird auch der Verbraucher immer wieder herangezogen. Seine Pflicht zu verantwortungsvollem Handeln und zu einem als notwendig erachteten Wandel in den althergebrachten Konsumweisen hin zu sparsameren, effizienteren, nachhaltigeren Mustern, kann wohl nur vermittelt werden, wenn ihm die Brisanz dieser komplexen und vielschichtigen Dynamik auf verständliche Art näher gebracht wird. Mit der Verabschiedung des Kyoto-Protokolls im Jahre 1997 hat die Weltgemeinschaft einen ersten großen Schritt getan, um den Hauptverursacher des Klimawandels, den Ausstoß von Treibhausgasen, mittels eines verbindlichen institutionellen Rahmens zu senken. Darüber hinaus sind die nationalen Ziele der Bundesregierung um einiges ehrgeiziger. Ein Eckpfeiler der bundesdeutschen Strategie zur Senkung des Treibhausausstoßes ist die Förderung der erneuerbaren Energien. Deren Anteil an der Primärenergieversorgung soll in 2020 bei zehn Prozent liegen. Der Hoffnungsträger zum Erreichen dieser mittelfristigen Ziele ist die vielseitige energetische Verwendung von Biomasse in den Sektoren Strom, Wärme und Kraftstoffe. Die Anstrengungen von Politik und Wirtschaft verdichteten sich dabei zuletzt insbesondere auf den Kraftstoffsektor. Aufgrund der zahlreichen Interessen bei der Nutzung sogenannter Biokraftstoffe ¿ folgend Agrokraftstoffe genannt ¿ , welche sich nicht nur auf den klimapolitischen Rahmen beschränken, finden sie im englischsprachigen Raum vermehrt die Bezeichnung Freedom Fuels. Doch wo Sonne ist, da gibt es auch Schatten. Die Nutzung von solarer Energie über den Umweg der Speicherung in Biomasse ruft auch negative Effekte hervor, deren Ausprägung und Ausmaß erst seit Kurzem intensiver in Wissenschaft und Presse diskutiert werden. Da es sich bei der Biomassenutzung derzeit zumeist um die Nutzung nachwachsender Rohstoffe aus der Land- und Forstwirtschaft und weniger um biogene Reststoffe handelt, stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem wichtigsten Wirtschaftsfaktor: der Fläche. Landwirtschaftlich nutzbare Fläche scheint zwar in großem Umfang vorhanden, dennoch eröffnen sich zwei Problemstellungen. Zunächst steht dabei die Menge der global verfügbaren Fläche im Vordergrund, die auf langfristige Sicht unter nachhaltigen, umweltschonenden und sozial verträglichen Standards agrarisch genutzt werden kann, ohne eine zu große Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion oder stofflichen Biomassenutzung zu erzeugen. Zum zweiten drängt sich ¿ insbesondere unter Berücksichtigung des weltweiten Bevölkerungswachstums, der geographisch unterschiedlich starken Ausprägung des Klimawandels sowie des Erlangens bzw. der Bewahrung annähernd gleicher Entwicklungschancen für alle Nationen und Regionen dieser Welt ¿ die Frage eines gerechten Zugangs zu landwirtschaftlichen Nutzflächen und damit der Sicherung der Grundbedürfnisse einer jeden Nation und schussendlich eines jeden Menschen auf. Gerade für Deutschland, das trotz umfassender und zumeist sehr ertragsreicher Acker- und Grünlandflächen zunehmend auf dem Import von energetischer Biomasse bzw. raffinierten Bioenergieträgern angewiesen ist, um die festgesetzten Ziele zu erreichen, ist es wichtig die Flächenproblematik zu beurteilen. Diese Beurteilung kann hilfreich dabei sein, eventuelle direkte oder indirekte negative Auswirkungen des Bioenergiebooms auszuloten, um richtungweisende Politikempfehlungen zu geben. Ein Versuch, die flächen- und umweltwirksamen Folgen der bedarfsgerechten Versorgung Deutschlands mit stofflichen und energetischen Biomasserohstoffen bis zum Jahr 2030 zu bemessen und bewerten, wird einem aktuellen Forschungsvorhaben des Wuppertal-Institutes getätigt. Auftraggeber der Untersuchung namens ¿Nachhaltige Flächennutzung und nachwachsende Rohstoffe¿ ist das Umweltbundesamt. Auswertungen aus der vorliegenden Diplomarbeit steuern einen Teil zur möglichst vollständigen Beurteilung der Flächenthematik im Rahmen des Forschungsvorhabens bei. Generelles Anliegen ist die Quantifizierung der in- und ausländischen Inanspruchnahme agrarischer Flächen Deutschlands anhand zweier Business-as-usual (BAU) ¿ Szenarien entsprechend der Befriedigung des prognostizierten Bedarfs an nachwachsenden Rohstoffen für stoffliche und energetische Nutzungen. Zusätzlich werden die spezifischen Umweltwirkungen ermittelt. Hierbei ergibt sich ein in seiner Aussagekraft zu den Flächen- und Umweltwirkungen differenziertes und mit dem Hintergrund des Nachhaltigkeitsanspruches in einigen wichtigen Punkten sehr kritisches Bild. Die dementsprechende Ausrichtung der Schlussfolgerungen und Politikempfehlungen zeigen einen neuen Charakter und widersprechen teils der derzeitigen politischen Auffassung und Zielsetzung. Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit alternativen Flächenpotenzialen im Agrarbereich. Infolge eines reduzierten Nutztierbestandes, so die Annahme, werden weniger Futtermittel benötigt. Dadurch fallen im In- und Ausland Flächen aus der agrarischen Nutzung. Eine Verringerung der inländischen Nutztierproduktion bzw. des inländischen Konsum tierisch basierter Nahrungsmittel hätte somit eine Flächenfreisetzung zur Folge. Zentraler Punkt der Arbeit ist die Quantifizierung der globalen Freisetzungspotenziale, hinzu kommt eine Bewertung der weiteren Nutzungsoptionen dieser Flächen.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: InhaltsverzeichnisII TabellenverzeichnisIV AbbildungsverzeichnisV AnhangsverzeichnisV AbkürzungsverzeichnisVI Gliederung 1.Einleitung1 1.1Einführung1 1.2Zielvorstellung und Vorgehensweise4 2.Flächenbelegung Deutschlands7 2.1Hintergründe7 2.2Landwirtschaftliche Flächenbelegung weltweit und in Deutschland10 3.Nachwachsende Rohstoffe für stoffliche und energetische Nutzungen13 3.1Begriffsklärung, Arten und Verwertung nachwachsender Rohstoffe13 3.2Vor- und Nachteile energetischer Nutzung16 3.3Umweltwirkungen und Ökobilanzierungen19 3.4Zielsetzungen und Potenziale24 4.Forschungsprojekt ¿Nachhaltige Flächennutzung und nachwachsende Rohstoffe¿30 4.1Vorstellung des Projektes30 4.2Alternative Szenarioelemente32 5.Szenarioelemente Nutztierproduktion und tierisch basierter Nahrungsmittelkonsum35 5.1Grundgedanke35 5.2Methodik36 5.3Szenario Nutztierproduktion39 5.3.1Nutztierbestand und Flächenbelegung durch Futtermittel in 200539 5.3.2Trendfortschreibung bis 203041 5.3.3Trendprojektion nach GAP-Reform bis 203042 5.4Szenario Konsum tierisch basierter Nahrungsmittel47 5.4.1Inländischer Konsum - der Einfluss des Selbstversorgungsgrades47 5.4.2Subszenarien zu verschiedenen Ernährungsweisen48 5.4.3Globale Flächenfreisetzung durch verringerten Konsum tierischer Nahrungsmittel51 5.4.4Globale Nettoflächenfreisetzung durch verringerten Konsum tierischer Nahrungsmittel54 5.4.5Trendfortschreibung des Nahrungsmittelkonsums58 5.5Zusammenfassung und Vergleich der Ergebnisse60 5.6Weiterführende Nutzung der freigesetzten Flächen64 6.Diskussion der Ergebnisse67 7.LiteraturverzeichnisVIII 8.AnhangXVIITextprobe:Textprobe: Kapitel 3.3, Umweltwirkungen und Ökobilanzierungen: Der Erfolgspfad, den die nachwachsenden Rohstoffe mit ihrer Implikation in die Gesetzgebung zu den erneuerbaren Energien und damit auch als zentraler Punkt in die Nachhaltigkeitsstrategie Deutschlands (und vieler anderer Nationen) eingeschlagen haben, beruht hauptsächlich auf den positiven Umweltwirkungen, die man sich durch ihre Nutzung verspricht. Diese positiven Wirkungen wurden ihnen in vielen Umwelt- und Ökobilanzierungen attestiert, spiegelten jedoch selten alle Faktoren wieder. Landnutzungsänderungen wurden methodenbedingt oftmals nicht berücksichtigt. Die in der zurückliegenden Dekade veröffentlichten Untersuchungen differieren recht deutlich in Art, Tiefe und Umfang ihrer Bewertung. Es macht einen großen Unterschied, wie in der folgenden Diskussion ausgewählter Analysen aufgezeigt werden soll, ob sich die Bilanzierungen vornehmlich auf die Einsparung von Treibhausgasen durch die Substitution fossiler durch nachwachsende Energierohstoffe beziehen, oder ob in die Bewertung der Umweltwirkung der gesamte Lebensweg von der Nutzbarmachung einer Naturfläche, über den Anbau- und Veredlungsprozess bis hin zur Ver- und Entwertung, einfließt. Mit ihrer ökologischen Bilanzierung nachwachsender Energieträger legten KALTSCHMITT und REINHARDT 1997 eine in ihrem Umfang bis dato nicht vorhandene und bis heute vielzitierte Umweltbewertung vor. Sie kommen dabei zu durchweg positiven Wirkungen in den Kategorien Verbrauch erschöpflicher Energieressourcen und Treibhauseffekt, insbesondere bei Getreide, Gräsern und Kurzumtriebeshölzern zur Wärmebereitstellung. Bei Ozonabbau (N2O-Emissionen) ergibt sich eine negative Umweltwirkung mit Ausnahme des Rapsanbaus für Dieselkraftstoff. Letzterer wirkt sich auch in der Kategorie Versauerung positiv aus, wobei hier das generelle Bild sehr uneinheitlich ist und stark von dem Verarbeitungsprozess abhängt. Beim Parameter Human- und Ökotoxizität ist wiederum nur Rapsöl positiv herausstechend, bei allen anderen Bioenergieträgern kommt es zu Mehrbelastungen. Zusätzlich wurden die Faktoren Grundwasserbelastung, Biodiversität und Bodenfunktionen bewertet. Im Vergleich zu Referenzlandbau ergeben sich hier kaum Differenzen. Sie kommen zu dem Fazit, dass Bioenergieträger (¿) zu einer umwelt- und klimaverträglicheren Energieversorgung in Deutschlands merklich beitragen können. In 2000 veröffentlichen REINHARDT und ZEMANEK ihre Ökobilanz Bioenergieträger. Ihre Bewertung hinsichtlich der Bilanzparameter erschöpfliche Primärenergie, CO2-Äquivalente, Distickstoffoxid, SO2-Äquivalente, Gesamt-Stickstoff und Dieselpartikel, bezogen auf den Vergleich mit fossilen Energieträgern, fällt etwas inhomogener aus. Sie weisen darauf hin, dass je nach Gewichtung des Kriteriums Distickstoffoxid (N2O) die Bewertung positiv oder negativ ausfallen kann und enthalten sich einer abschließenden Aussage. Zudem machen sie bezüglich der Problematik bei der Rapsölnutzung darauf aufmerksam, dass die N2O-Emmissionen (¿) die CO2-Vorteile auf Seiten des biogenen Lebensweges vollständig kompensieren und die CO2-Äquivalente zu null ausfallen. Bei dem Vergleich der Bioenergieträger untereinander erweist sich die Nutzung von Kurzumtriebshölzern bei drei verschiedenen Bewertungsvarianten (nach Gewichtung der Parameter) als zu favorisieren. Agrokraftstoffe (Rapsöl, RME) erfahren bei den Parametern im Allgemeinen schlechtere Bewertungen. Hierin unterscheidet sich die Studie deutlich von den Ergebnissen in KALTSCHMITT / REINHARDT. Auch Getreide weist ungünstige Werte im Vergleich zu anderen Rohstoffen auf. Abschließend weisen REINHARDT und ZEMANEK auf die Differenzen der verschiedenen Bioenergieträger und die Abhängigkeit der Bewertung je nach subjektiver Gewichtung einzelner Bilanzparameter. Eine abschließende Bewertung überlassen sie den Anwendern. Ungewöhnlich viele Parameter werden in einer 2002 im Auftrag des WBGU erschienen Expertise untersucht. Die Umweltwirkungen werden bezüglich der Prozessschritte Anbau, Nachernteverfahren, Umwandlung und Nutzung unterschieden. Obwohl die Autoren in der zusammenfassend ein positives Fazit bezüglich der Umwelteffekte ziehen, unterscheiden sie in der vorangegangenen Bewertung zwischen den Effekten von Biomasse aus Nebenprodukten oder Reststoffen und Energiepflanzen. Demnach können die Umwelteffekte in den Vorketten dann ggf. hoch sein, wenn Biomasse speziell angebaut werden muss, so z.B. bei Raps. Eine standardisierte und stringent in Zahlen nachvollziehbare Bilanzierung bietet die Studie jedoch nicht. Auch bleibt fraglich, inwiefern wirklich alle aufgeführten Umweltwirkungen (z.B. Bodenverdichtung, Humuserhalt, Pflanzenschutzmittelanwendung, Transport etc.) in die Bewertung eingehen. In einem Beitrag in der Zeitschrift für angewandte Umweltforschung präsentierten WEIß, BRINGEZU und HEILMEIER einen Vergleich der Umweltbelastungen von 45 Rohstoffpaaren (nachwachsend versus fossil), zitiert aus elf verschiedenen Ökobilanzpublikationen. Betrachtet wurden vier Wirkungskateg, Diplomica Verlag

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Untersuchung zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe - Robert Busch
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Robert Busch:
Untersuchung zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe - neues Buch

2007, ISBN: 9783836616379

ID: 9783836616379

Globale Flächenbelegung Deutschlands für Produktion und Konsum tierischer Nahrungsmittel Inhaltsangabe:Einleitung: Energiehunger ¿ Treibhaus ¿ Katastrophe ¿ Revolution ¿ Fieberkurve ¿ Runderneuerung ¿ epochale Herausforderung ¿ Wegscheide ¿ Grenzen des Wachstums ¿ Verfall des Wohlstands ¿ Öko-Katastrophen ¿ Vernichtungsschlag gegen Klima und Atemluft ¿ Wohlstandssause ¿ Klimaapokalypse ¿ dies sind Schlagwörter, zitiert aus dem Eröffnungsbeitrag zur globalen Erwärmung der Spiegel¿Spezialausgabe zu neuen Energien, erschienen Anfang 2007. Wörter wie Katastrophe, Vernichtung, Verfall oder Revolution scheinen dramatisierend. Doch Jahrzehnte alte Warnungen von Umweltaktivisten haben an ihrer Dramatik nichts verloren. Im Gegenteil. Der aktuelle Bericht des jüngst mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichneten Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hält eine globale Erwärmung von bis zu 6,4 °C für möglich. Dies würde laut IPCC zu langanhaltenden Veränderungen der globalen Klimaprozesse führen. Sir Nicolas STERN, ehemaliger Chefvolkswirt der Weltbank und jetzt Chefökonom der britischen Regierung, versucht sich auf einer anderen Ebene an einer finanziellen Quantifizierung der Auswirkungen des Klimawandels. In der umfassenden Veröffentlichung Stern¿Review: The Economics of Climate Change wird neben den Betrachtungen der Auswirkungen des Klimawandels auf soziale Komponenten wie Ernährung oder Kindersterblichkeit auch die Einwirkung auf die Ökonomien der Entwicklungsländer sowie der Weltwirtschaft abgeschätzt. Entsprechend den Business-as-usual Szenarien gehen in Folge der Auswirkungen der Erwärmung global fünf bis 20 % der Konsumkraft verloren. Letzteres entspräche 5,5 Billionen Euro. Der Schaden wäre vergleichbar mit der Wirtschaftsdepression der 1930iger Jahre. Die Vielschichtigkeit der Folgen des Klimawandels ist einem Resüme des Berichts zu entnehmen: A warmer world with a more intense water cycle and rising sea levels will influence many key determinants of wealth and wellbeing, including water supply, food production, human health, availability of land, and the enviroment. Neben den teils schwer vermittelbaren und teils noch unvorhersehbaren ökologischen Auswirkungen auf den Naturraum auf globaler bis lokaler Ebene und damit auch auf den menschlichen Lebensraum, gilt es als sehr wahrscheinlich, dass es ebenfalls zu weiterreichenden negativen ökonomischen Auswirkungen kommen kann. Wenn es um die Auswege aus der prekären Situation geht, wird auch der Verbraucher immer wieder herangezogen. Seine Pflicht zu verantwortungsvollem Handeln und zu einem als notwendig erachteten Wandel in den althergebrachten Konsumweisen hin zu sparsameren, effizienteren, nachhaltigeren Mustern, kann wohl nur vermittelt werden, wenn ihm die Brisanz dieser komplexen und vielschichtigen Dynamik auf verständliche Art näher gebracht wird. Mit der Verabschiedung des Kyoto-Protokolls im Jahre 1997 hat die Weltgemeinschaft einen ersten großen Schritt getan, um den Hauptverursacher des Klimawandels, den Ausstoß von Treibhausgasen, mittels eines verbindlichen institutionellen Rahmens zu senken. Darüber hinaus sind die nationalen Ziele der Bundesregierung um einiges ehrgeiziger. Ein Eckpfeiler der bundesdeutschen Strategie zur Senkung des Treibhausausstoßes ist die Förderung der erneuerbaren Energien. Deren Anteil an der Primärenergieversorgung soll in 2020 bei zehn Prozent liegen. Der Hoffnungsträger zum Erreichen dieser mittelfristigen Ziele ist die vielseitige energetische Verwendung von Biomasse in den Sektoren Strom, Wärme und Kraftstoffe. Die Anstrengungen von Politik und Wirtschaft verdichteten sich dabei zuletzt insbesondere auf den Kraftstoffsektor. Aufgrund der zahlreichen Interessen bei der Nutzung sogenannter Biokraftstoffe ¿ folgend Agrokraftstoffe genannt ¿ , welche sich nicht nur auf den klimapolitischen Rahmen beschränken, finden sie im englischsprachigen Raum vermehrt die Bezeichnung Freedom Fuels. Doch wo Sonne ist, da gibt es auch Schatten. Die Nutzung von solarer Energie über den Umweg der Speicherung in Biomasse ruft auch negative Effekte hervor, deren Ausprägung und Ausmaß erst seit Kurzem intensiver in Wissenschaft und Presse diskutiert werden. Da es sich bei der Biomassenutzung derzeit zumeist um die Nutzung nachwachsender Rohstoffe aus der Land- und Forstwirtschaft und weniger um biogene Reststoffe handelt, stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem wichtigsten Wirtschaftsfaktor: der Fläche. Landwirtschaftlich nutzbare Fläche scheint zwar in großem Umfang vorhanden, dennoch eröffnen sich zwei Problemstellungen. Zunächst steht dabei die Menge der global verfügbaren Fläche im Vordergrund, die auf langfristige Sicht unter nachhaltigen, umweltschonenden und sozial verträglichen Standards agrarisch genutzt werden kann, ohne eine zu große Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion oder stofflichen Biomassenutzung zu erzeugen. Zum zweiten drängt sich ¿ insbesondere unter Berücksichtigung des weltweiten Bevölkerungswachstums, der geographisch unterschiedlich starken Ausprägung des Klimawandels sowie des Erlangens bzw. der Bewahrung annähernd gleicher Entwicklungschancen für alle Nationen und Regionen dieser Welt ¿ die Frage eines gerechten Zugangs zu landwirtschaftlichen Nutzflächen und damit der Sicherung der Grundbedürfnisse einer jeden Nation und schussendlich eines jeden Menschen auf. Gerade für Deutschland, das trotz umfassender und zumeist sehr ertragsreicher Acker- und Grünlandflächen zunehmend auf dem Import von energetischer Biomasse bzw. raffinierten Bioenergieträgern angewiesen ist, um die festgesetzten Ziele zu erreichen, ist es wichtig die Flächenproblematik zu beurteilen. Diese Beurteilung kann hilfreich dabei sein, eventuelle direkte oder indirekte negative Auswirkungen des Bioenergiebooms auszuloten, um richtungweisende Politikempfehlungen zu geben. Ein Versuch, die flächen- und umweltwirksamen Folgen der bedarfsgerechten Versorgung Deutschlands mit stofflichen und energetischen Biomasserohstoffen bis zum Jahr 2030 zu bemessen und bewerten, wird einem aktuellen Forschungsvorhaben des Wuppertal-Institutes getätigt. Auftraggeber der Untersuchung namens ¿Nachhaltige Flächennutzung und nachwachsende Rohstoffe¿ ist das Umweltbundesamt. Auswertungen aus der vorliegenden Diplomarbeit steuern einen Teil zur möglichst vollständigen Beurteilung der Flächenthematik im Rahmen des Forschungsvorhabens bei. Generelles Anliegen ist die Quantifizierung der in- und ausländischen Inanspruchnahme agrarischer Flächen Deutschlands anhand zweier Business-as-usual (BAU) ¿ Szenarien entsprechend der Befriedigung des prognostizierten Bedarfs an nachwachsenden Rohstoffen für stoffliche und energetische Nutzungen. Zusätzlich werden die spezifischen Umweltwirkungen ermittelt. Hierbei ergibt sich ein in seiner Aussagekraft zu den Flächen- und Umweltwirkungen differenziertes und mit dem Hintergrund des Nachhaltigkeitsanspruches in einigen wichtigen Punkten sehr kritisches Bild. Die dementsprechende Ausrichtung der Schlussfolgerungen und Politikempfehlungen zeigen einen neuen Charakter und widersprechen teils der derzeitigen politischen Auffassung und Zielsetzung. Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit alternativen Flächenpotenzialen im Agrarbereich. Infolge eines reduzierten Nutztierbestandes, so die Annahme, werden weniger Futtermittel benötigt. Dadurch fallen im In- und Ausland Flächen aus der agrarischen Nutzung. Eine Verringerung der inländischen Nutztierproduktion bzw. des inländischen Konsum tierisch basierter Nahrungsmittel hätte somit eine Flächenfreisetzung zur Folge. Zentraler Punkt der Arbeit ist die Quantifizierung der globalen Freisetzungspotenziale, hinzu kommt eine Bewertung der weiteren Nutzungsoptionen dieser Flächen.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: InhaltsverzeichnisII TabellenverzeichnisIV AbbildungsverzeichnisV AnhangsverzeichnisV AbkürzungsverzeichnisVI Gliederung 1.Einleitung1 1.1Einführung1 1.2Zielvorstellung und Vorgehensweise4 2.Flächenbelegung Deutschlands7 2.1Hintergründe7 2.2Landwirtschaftliche Flächenbelegung weltweit und in Deutschland10 3.Nachwachsende Rohstoffe für stoffliche und energetische Nutzungen13 3.1Begriffsklärung, Arten und Verwertung nachwachsender Rohstoffe13 3.2Vor- und Nachteile energetischer Nutzung16 3.3Umweltwirkungen und Ökobilanzierungen19 3.4Zielsetzungen und Potenziale24 4.Forschungsprojekt ¿Nachhaltige Flächennutzung und nachwachsende Rohstoffe¿30 4.1Vorstellung des Projektes30 4.2Alternative Szenarioelemente32 5.Szenarioelemente Nutztierproduktion und tierisch basierter Nahrungsmittelkonsum35 5.1Grundgedanke35 5.2Methodik36 5.3Szenario Nutztierproduktion39 5.3.1Nutztierbestand und Flächenbelegung durch Futtermittel in 200539 5.3.2Trendfortschreibung bis 203041 5.3.3Trendprojektion nach GAP-Reform bis 203042 5.4Szenario Konsum tierisch basierter Nahrungsmittel47 5.4.1Inländischer Konsum - der Einfluss des Selbstversorgungsgrades47 5.4.2Subszenarien zu verschiedenen Ernährungsweisen48 5.4.3Globale Flächenfreisetzung durch verringerten Konsum tierischer Nahrungsmittel51 5.4.4Globale Nettoflächenfreisetzung durch verringerten Konsum tierischer Nahrungsmittel54 5.4.5Trendfortschreibung des Nahrungsmittelkonsums58 5.5Zusammenfassung und Vergleich der Ergebnisse60 5.6Weiterführende Nutzung der freigesetzten Flächen64 6.Diskussion der Ergebnisse67 7.LiteraturverzeichnisVIII 8.AnhangXVIITextprobe:Textprobe: Kapitel 3.3, Umweltwirkungen und Ökobilanzierungen: Der Erfolgspfad, den die nachwachsenden Rohstoffe mit ihrer Implikation in die Gesetzgebung zu den erneuerbaren Energien und damit auch als zentraler Punkt in die Nachhaltigkeitsstrategie Deutschlands (und vieler anderer Nationen) eingeschlagen haben, beruht hauptsächlich auf den positiven Umweltwirkungen, die man sich durch ihre Nutzung verspricht. Diese positiven Wirkungen wurden ihnen in vielen Umwelt- und Ökobilanzierungen attestiert, spiegelten jedoch selten alle Faktoren wieder. Landnutzungsänderungen wurden methodenbedingt oftmals nicht berücksichtigt. Die in der zurückliegenden Dekade veröffentlichten Untersuchungen differieren recht deutlich in Art, Tiefe und Umfang ihrer Bewertung. Es macht einen großen Unterschied, wie in der folgenden Diskussion ausgewählter Analysen aufgezeigt werden soll, ob sich die Bilanzierungen vornehmlich auf die Einsparung von Treibhausgasen durch die Substitution fossiler durch nachwachsende Energierohstoffe beziehen, oder ob in die Bewertung der Umweltwirkung der gesamte Lebensweg von der Nutzbarmachung einer Naturfläche, über den Anbau- und Veredlungsprozess bis hin zur Ver- und Entwertung, einfließt. Mit ihrer ökologischen Bilanzierung nachwachsender Energieträger legten KALTSCHMITT und REINHARDT 1997 eine in ihrem Umfang bis dato nicht vorhandene und bis heute vielzitierte Umweltbewertung vor. Sie kommen dabei zu durchweg positiven Wirkungen in den Kategorien Verbrauch erschöpflicher Energieressourcen und Treibhauseffekt, insbesondere bei Getreide, Gräsern und Kurzumtriebeshölzern zur Wärmebereitstellung. Bei Ozonabbau (N2O-Emissionen) ergibt sich eine negative Umweltwirkung mit Ausnahme des Rapsanbaus für Dieselkraftstoff. Letzterer wirkt sich auch in der Kategorie Versauerung positiv aus, wobei hier das generelle Bild sehr uneinheitlich ist und stark von dem Verarbeitungsprozess abhängt. Beim Parameter Human- und Ökotoxizität ist wiederum nur Rapsöl positiv herausstechend, bei allen anderen Bioenergieträgern kommt es zu Mehrbelastungen. Zusätzlich wurden die Faktoren Grundwasserbelastung, Biodiversität und Bodenfunktionen bewertet. Im Vergleich zu Referenzlandbau ergeben sich hier kaum Differenzen. Sie kommen zu dem Fazit, dass Bioenergieträger (¿) zu einer umwelt- und klimaverträglicheren Energieversorgung in Deutschlands merklich beitragen können. In 2000 veröffentlichen REINHARDT und ZEMANEK ihre Ökobilanz Bioenergieträger. Ihre Bewertung hinsichtlich der Bilanzparameter erschöpfliche Primärenergie, CO2-Äquivalente, Distickstoffoxid, SO2-Äquivalente, Gesamt-Stickstoff und Dieselpartikel, bezogen auf den Vergleich mit fossilen Energieträgern, fällt etwas inhomogener aus. Sie weisen darauf hin, dass je nach Gewichtung des Kriteriums Distickstoffoxid (N2O) die Bewertung positiv oder negativ ausfallen kann und enthalten sich einer abschließenden Aussage. Zudem machen sie bezüglich der Problematik bei der Rapsölnutzung darauf aufmerksam, dass die N2O-Emmissionen (¿) die CO2-Vorteile auf Seiten des biogenen Lebensweges vollständig kompensieren und die CO2-Äquivalente zu null ausfallen. Bei dem Vergleich der Bioenergieträger untereinander erweist sich die Nutzung von Kurzumtriebshölzern bei drei verschiedenen Bewertungsvarianten (nach Gewichtung der Parameter) als zu favorisieren. Agrokraftstoffe (Rapsöl, RME) erfahren bei den Parametern im Allgemeinen schlechtere Bewertungen. Hierin unterscheidet sich die Studie deutlich von den Ergebnissen in KALTSCHMITT / REINHARDT. Auch Getreide weist ungünstige Werte im Vergleich zu anderen Rohstoffen auf. Abschließend weisen REINHARDT und ZEMANEK auf die Differenzen der verschiedenen Bioenergieträger und die Abhängigkeit der Bewertung je nach subjektiver Gewichtung einzelner Bilanzparameter. Eine abschließende Bewertung überlassen sie den Anwendern. Ungewöhnlich viele Parameter werden in einer 2002 im Auftrag des WBGU erschienen Expertise untersucht. Die Umweltwirkungen werden bezüglich der Prozessschritte Anbau, Nachernteverfahren, Umwandlung und Nutzung unterschieden. Obwohl die Autoren in der zusammenfassend ein positives Fazit bezüglich der Umwelteffekte ziehen, unterscheiden sie in der vorangegangenen Bewertung zwischen den Effekten von Biomasse aus Nebenprodukten oder Reststoffen und Energiepflanzen. Demnach können die Umwelteffekte in den Vorketten dann ggf. hoch sein, wenn Biomasse speziell angebaut werden muss, so z.B. bei Raps. Eine standardisierte und stringent in Zahlen nachvollziehbare Bilanzierung bietet die Studie jedoch nicht. Auch bleibt fraglich, inwiefern wirklich alle aufgeführten Umweltwirkungen (z.B. Bodenverdichtung, Humuserhalt, Pflanzenschutzmittelanwendung, Transport etc.) in die Bewertung eingehen. In einem Beitrag in der Zeitschrift für angewandte Umweltforschung präsentierten WEIß, BRINGEZU un, Diplomica Verlag

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Untersuchung zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe - Robert Busch
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Robert Busch:
Untersuchung zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe - Erstausgabe

2008, ISBN: 9783836616379

ID: 28234718

Globale Flächenbelegung Deutschlands für Produktion und Konsum tierischer Nahrungsmittel, [ED: 1], Auflage, eBook Download (PDF), eBooks, [PU: diplom.de]

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Details zum Buch
Untersuchung zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe
Autor:

Busch, Robert

Titel:

Untersuchung zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe

ISBN-Nummer:

9783836616379

Detailangaben zum Buch - Untersuchung zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe


EAN (ISBN-13): 9783836616379
Erscheinungsjahr: 2030
Herausgeber: diplom.de

Buch in der Datenbank seit 25.05.2008 13:22:38
Buch zuletzt gefunden am 12.11.2016 14:21:15
ISBN/EAN: 9783836616379

ISBN - alternative Schreibweisen:
978-3-8366-1637-9

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