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Autonomie des Subjekts - Nausikaa Schirilla
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Nausikaa Schirilla:

Autonomie des Subjekts - neues Buch

2007, ISBN: 9783883092768

ID: 690849904

Ist das ´autonome Subjekt´ etwas typisch oder gar ´wesentlich´ Westliches? Und wenn nicht, ´ist ein interkulturell kommunizierbarer Begriff von Autono-mie denkbar?´ (S. 12) Sehr rasch macht die Verfasserin klar, dass die ´Autonomie (des Subjekts)´ keineswegs zu den spezifisch ´westlichen´ oder ´neuzeitlichen´ Konzepten gehört. Vielmehr ist zu fragen, warum der im Westen erhobene (Allein-)Anspruch auf ´Autonomie´ so oft zu kulturellen Differenzen, Ausgrenzungen und Hierar -chisierungen führt(e). Zur Klärung dieses Problems greift Schirilla auf die Kultur- und Sprachtheorie von Stuart Hall zurück, der Kultur als ´Repräsentation´ begreift, das heisst als ´Gebrauch von Sprache, um etwas Bedeutungsvolles über die Welt auszusagen´ (S. 46), sowie auf den Ansatz von Mikhail Bakhtin, dem zufolge ´Worte (im Sinne von Zeichen) immer soziale Beziehungen enthalten, Ideologien, Klassenverhältnisse´ (S. 50). Auf Basis dieser kulturtheoretischen Überlegungen, die verdeutlichen, dass ´das Konzept der strukturellen kulturellen Determination abgelöst wurde durch das einer sich stets neu herstellenden Bedeutungsvielfalt´ (S. 51), erweisen sich viele Einschätzungen kultureller Identitäten als unzulässige Homogenisierung: ´Die emanzipatorische Einzigartigkeit der Moderne stellt eine Selbsttäuschung oder Konstruktion der Moderne von sich selbst dar´ (S. 57). Auch manche postkoloniale Positionen, die bestimmte Typen ´westlichen´ oder ´afrikanischen´ Denkens festschreiben, geraten in diese Kulturalismusfalle. Anhand der kulturphilosophischen Beiträge des Ghanesen Kwame Gyekye macht Schirilla deutlich: ´Das Kulturelle entfaltet seine Wirkungsmacht nicht aus seiner Gegensätzlichkeit zu einer anderen Kultur, sondern aus seiner Sinn und Bedeutung gebenden Funktion in einer konkreten Gesellschaft´ (S. 71). Genau zu dieser Herstellung von Gegensätzen und Ausschlüssen ist es aber in der kulturellen Deutungsgeschichte des Westens immer wieder gekommen, wie die US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin Gayatri C. Spivak aufzeigt: ´Keine Darstellung der Entwicklung des europäischen Subjektbegriffs ist vollständig ohne einen Blick auf die Konstruktion von subalternen Anderen in nichteuropäischen Ländern´ (S. 82). Gegen das ´klassische´ von Kant herkommende (vgl. S. 23) Verständnis von ´Autonomie´, das ´ein abgegrenztes Selbst´ (S. 93) voraussetzt, begreift Schirilla ´Autonomie´ als ´von Heteronomie durchzogen´ (S. 97) und konzipiert sie als ´gewährte Autonomie´ (S. 98). Mit Adornos ´Negativer Dialektik´, die ´das Nichtidentische vor der totalen Herrschaft des Begriffs bewahren´ (S. 109) will, lässt sich ein Begriff von ´Autonomie´ gewinnen, der auch die Voraussetzungen, Grenzen und Abhängigkeiten des handelnden Subjekts anerkennt. Von daher ´eröffnet sich eine Vielfalt von Autonomieverständnissen´ (S. 115), die nicht mehr als kulturelle Gegensätze festgeschrieben werden müssen. Nausikaa Schirillas Konzept der ´gewährten Autonomie´ zeigt exemplarisch, inwiefern interkulturelles Philosophieren stereotype Identitäten und Denkformen dekonstruieren und verantwortbare Vermittlungen unterschiedlicher Perspektiven leisten kann. Franz Gmainer-Pranz in: polylog I 7, 2007, Seite 141-142 Eine interkulturelle Perspektive Bücher > Fachbücher > Philosophie > Epochen > ab 20. Jahrhundert Kunststoff-Einband 16.12.2005, Bautz, Traugott, .200

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Autonomie des Subjekts - Nausikaa Schirilla
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Nausikaa Schirilla:

Autonomie des Subjekts - neues Buch

2007, ISBN: 9783883092768

ID: 023718c287b4cddeebaa9afb5da42374

Eine interkulturelle Perspektive Ist das 'autonome Subjekt' etwas typisch oder gar 'wesentlich' Westliches? Und wenn nicht, 'ist ein interkulturell kommunizierbarer Begriff von Autono-mie denkbar?' (S. 12) Sehr rasch macht die Verfasserin klar, dass die 'Autonomie (des Subjekts)' keineswegs zu den spezifisch 'westlichen' oder 'neuzeitlichen' Konzepten gehört. Vielmehr ist zu fragen, warum der im Westen erhobene (Allein-)Anspruch auf 'Autonomie' so oft zu kulturellen Differenzen, Ausgrenzungen und Hierar -chisierungen führt(e). Zur Klärung dieses Problems greift Schirilla auf die Kultur- und Sprachtheorie von Stuart Hall zurück, der Kultur als 'Repräsentation' begreift, das heißt als 'Gebrauch von Sprache, um etwas Bedeutungsvolles über die Welt auszusagen' (S. 46), sowie auf den Ansatz von Mikhail Bakhtin, dem zufolge 'Worte (im Sinne von Zeichen) immer soziale Beziehungen enthalten, Ideologien, Klassenverhältnisse' (S. 50). Auf Basis dieser kulturtheoretischen Überlegungen, die verdeutlichen, dass 'das Konzept der strukturellen kulturellen Determination abgelöst wurde durch das einer sich stets neu herstellenden Bedeutungsvielfalt' (S. 51), erweisen sich viele Einschätzungen kultureller Identitäten als unzulässige Homogenisierung: 'Die emanzipatorische Einzigartigkeit der Moderne stellt eine Selbsttäuschung oder Konstruktion der Moderne von sich selbst dar' (S. 57). Auch manche postkoloniale Positionen, die bestimmte Typen 'westlichen' oder 'afrikanischen' Denkens festschreiben, geraten in diese Kulturalismusfalle. Anhand der kulturphilosophischen Beiträge des Ghanesen Kwame Gyekye macht Schirilla deutlich: 'Das Kulturelle entfaltet seine Wirkungsmacht nicht aus seiner Gegensätzlichkeit zu einer anderen Kultur, sondern aus seiner Sinn und Bedeutung gebenden Funktion in einer konkreten Gesellschaft' (S. 71). Genau zu dieser Herstellung von Gegensätzen und Ausschlüssen ist es aber in der kulturellen Deutungsgeschichte des Westens immer wieder gekommen, wie die US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin Gayatri C. Spivak aufzeigt: 'Keine Darstellung der Entwicklung des europäischen Subjektbegriffs ist vollständig ohne einen Blick auf die Konstruktion von subalternen Anderen in nichteuropäischen Ländern' (S. 82). Gegen das 'klassische' von Kant herkommende (vgl. S. 23) Verständnis von 'Autonomie', das 'ein abgegrenztes Selbst' (S. 93) voraussetzt, begreift Schirilla 'Autonomie' als 'von Heteronomie durchzogen' (S. 97) und konzipiert sie als 'gewährte Autonomie' (S. 98). Mit Adornos 'Negativer Dialektik', die 'das Nichtidentische vor der totalen Herrschaft des Begriffs bewahren' (S. 109) will, lässt sich ein Begriff von 'Autonomie' gewinnen, der auch die Voraussetzungen, Grenzen und Abhängigkeiten des handelnden Subjekts anerkennt. Von daher 'eröffnet sich eine Vielfalt von Autonomieverständnissen' (S. 115), die nicht mehr als kulturelle Gegensätze festgeschrieben werden müssen. Nausikaa Schirillas Konzept der 'gewährten Autonomie' zeigt exemplarisch, inwiefern interkulturelles Philosophieren stereotype Identitäten und Denkformen dekonstruieren und verantwortbare Vermittlungen unterschiedlicher Perspektiven leisten kann. Franz Gmainer-Pranz in: polylog I 7, 2007, Seite 141-142 Bücher / Fachbücher / Philosophie / Epochen / ab 20. Jahrhundert 978-3-88309-276-8, Bautz, Traugott

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2007

ISBN: 9783883092768

ID: 108752832

Ist das ´autonome Subjekt´ etwas typisch oder gar ´wesentlich´ Westliches? Und wenn nicht, ´ist ein interkulturell kommunizierbarer Begriff von Autono-mie denkbar?´ (S. 12) Sehr rasch macht die Verfasserin klar, dass die ´Autonomie (des Subjekts)´ keineswegs zu den spezifisch ´westlichen´ oder ´neuzeitlichen´ Konzepten gehört. Vielmehr ist zu fragen, warum der im Westen erhobene (Allein-)Anspruch auf ´Autonomie´ so oft zu kulturellen Differenzen, Ausgrenzungen und Hierar -chisierungen führt(e). Zur Klärung dieses Problems greift Schirilla auf die Kultur- und Sprachtheorie von Stuart Hall zurück, der Kultur als ´Repräsentation´ begreift, das heißt als ´Gebrauch von Sprache, um etwas Bedeutungsvolles über die Welt auszusagen´ (S. 46), sowie auf den Ansatz von Mikhail Bakhtin, dem zufolge ´Worte (im Sinne von Zeichen) immer soziale Beziehungen enthalten, Ideologien, Klassenverhältnisse´ (S. 50). Auf Basis dieser kulturtheoretischen Überlegungen, die verdeutlichen, dass ´das Konzept der strukturellen kulturellen Determination abgelöst wurde durch das einer sich stets neu herstellenden Bedeutungsvielfalt´ (S. 51), erweisen sich viele Einschätzungen kultureller Identitäten als unzulässige Homogenisierung: ´Die emanzipatorische Einzigartigkeit der Moderne stellt eine Selbsttäuschung oder Konstruktion der Moderne von sich selbst dar´ (S. 57). Auch manche postkoloniale Positionen, die bestimmte Typen ´westlichen´ oder ´afrikanischen´ Denkens festschreiben, geraten in diese Kulturalismusfalle. Anhand der kulturphilosophischen Beiträge des Ghanesen Kwame Gyekye macht Schirilla deutlich: ´Das Kulturelle entfaltet seine Wirkungsmacht nicht aus seiner Gegensätzlichkeit zu einer anderen Kultur, sondern aus seiner Sinn und Bedeutung gebenden Funktion in einer konkreten Gesellschaft´ (S. 71). Genau zu dieser Herstellung von Gegensätzen und Ausschlüssen ist es aber in der kulturellen Deutungsgeschichte des Westens immer wieder gekommen, wie die US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin Gayatri C. Spivak aufzeigt: ´Keine Darstellung der Entwicklung des europäischen Subjektbegriffs ist vollständig ohne einen Blick auf die Konstruktion von subalternen Anderen in nichteuropäischen Ländern´ (S. 82). Gegen das ´klassische´ von Kant herkommende (vgl. S. 23) Verständnis von ´Autonomie´, das ´ein abgegrenztes Selbst´ (S. 93) voraussetzt, begreift Schirilla ´Autonomie´ als ´von Heteronomie durchzogen´ (S. 97) und konzipiert sie als ´gewährte Autonomie´ (S. 98). Mit Adornos ´Negativer Dialektik´, die ´das Nichtidentische vor der totalen Herrschaft des Begriffs bewahren´ (S. 109) will, lässt sich ein Begriff von ´Autonomie´ gewinnen, der auch die Voraussetzungen, Grenzen und Abhängigkeiten des handelnden Subjekts anerkennt. Von daher ´eröffnet sich eine Vielfalt von Autonomieverständnissen´ (S. 115), die nicht mehr als kulturelle Gegensätze festgeschrieben werden müssen. Nausikaa Schirillas Konzept der ´gewährten Autonomie´ zeigt exemplarisch, inwiefern interkulturelles Philosophieren stereotype Identitäten und Denkformen dekonstruieren und verantwortbare Vermittlungen unterschiedlicher Perspektiven leisten kann. Franz Gmainer-Pranz in: polylog I 7, 2007, Seite 141-142 Eine interkulturelle Perspektive Buch (dtsch.) Bücher>Fachbücher>Philosophie>Epochen>ab 20. Jahrhundert, Bautz, Traugott

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ID: 108752832

Ist das »autonome Subjekt« etwas typisch oder gar »wesentlich« Westliches? Und wenn nicht, »ist ein interkulturell kommunizierbarer Begriff von Autono-mie denkbar?« (S. 12) Sehr rasch macht die Verfasserin klar, dass die »Autonomie (des Subjekts)« keineswegs zu den spezifisch »westlichen« oder »neuzeitlichen« Konzepten gehört. Vielmehr ist zu fragen, warum der im Westen erhobene (Allein-)Anspruch auf »Autonomie« so oft zu kulturellen Differenzen, Ausgrenzungen und Hierar -chisierungen führt(e). Zur Klärung dieses Problems greift Schirilla auf die Kultur- und Sprachtheorie von Stuart Hall zurück, der Kultur als »Repräsentation« begreift, das heißt als »Gebrauch von Sprache, um etwas Bedeutungsvolles über die Welt auszusagen« (S. 46), sowie auf den Ansatz von Mikhail Bakhtin, dem zufolge »Worte (im Sinne von Zeichen) immer soziale Beziehungen enthalten, Ideologien, Klassenverhältnisse« (S. 50). Auf Basis dieser kulturtheoretischen Überlegungen, die verdeutlichen, dass »das Konzept der strukturellen kulturellen Determination abgelöst wurde durch das einer sich stets neu herstellenden Bedeutungsvielfalt« (S. 51), erweisen sich viele Einschätzungen kultureller Identitäten als unzulässige Homogenisierung: »Die emanzipatorische Einzigartigkeit der Moderne stellt eine Selbsttäuschung oder Konstruktion der Moderne von sich selbst dar« (S. 57). Auch manche postkoloniale Positionen, die bestimmte Typen »westlichen« oder »afrikanischen« Denkens festschreiben, geraten in diese Kulturalismusfalle. Anhand der kulturphilosophischen Beiträge des Ghanesen Kwame Gyekye macht Schirilla deutlich: »Das Kulturelle entfaltet seine Wirkungsmacht nicht aus seiner Gegensätzlichkeit zu einer anderen Kultur, sondern aus seiner Sinn und Bedeutung gebenden Funktion in einer konkreten Gesellschaft« (S. 71). Genau zu dieser Herstellung von Gegensätzen und Ausschlüssen ist es aber in der kulturellen Deutungsgeschichte des Westens immer wieder gekommen, wie die US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin Gayatri C. Spivak aufzeigt: »Keine Darstellung der Entwicklung des europäischen Subjektbegriffs ist vollständig ohne einen Blick auf die Konstruktion von subalternen Anderen in nichteuropäischen Ländern« (S. 82). Gegen das »klassische« von Kant herkommende (vgl. S. 23) Verständnis von »Autonomie«, das »ein abgegrenztes Selbst« (S. 93) voraussetzt, begreift Schirilla »Autonomie« als »von Heteronomie durchzogen« (S. 97) und konzipiert sie als »gewährte Autonomie« (S. 98). Mit Adornos »Negativer Dialektik«, die »das Nichtidentische vor der totalen Herrschaft des Begriffs bewahren« (S. 109) will, lässt sich ein Begriff von »Autonomie« gewinnen, der auch die Voraussetzungen, Grenzen und Abhängigkeiten des handelnden Subjekts anerkennt. Von daher »eröffnet sich eine Vielfalt von Autonomieverständnissen« (S. 115), die nicht mehr als kulturelle Gegensätze festgeschrieben werden müssen. Nausikaa Schirillas Konzept der »gewährten Autonomie« zeigt exemplarisch, inwiefern interkulturelles Philosophieren stereotype Identitäten und Denkformen dekonstruieren und verantwortbare Vermittlungen unterschiedlicher Perspektiven leisten kann. Franz Gmainer-Pranz in: polylog I 7, 2007, Seite 141-142 Eine interkulturelle Perspektive Buch (dtsch.) Bücher>Fachbücher>Philosophie>Epochen>ab 20. Jahrhundert, Bautz, Traugott

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Autonomie des Subjekts. - Schirilla, Nausikaa
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Schirilla, Nausikaa:
Autonomie des Subjekts. - neues Buch

ISBN: 9783883092768

ID: 1714709

Ist das autonome Subjekt etwas typisch oder gar wesentlich Westliches? Und wenn nicht, ist ein interkulturell kommunizierbarer Begriff von Autono-mie denkbar? (S. 12) Sehr rasch macht die Verfasserin klar, dass die Autonomie (des Subjekts) keineswegs zu den spezifisch westlichen oder neuzeitlichen Konzepten gehrt. Vielmehr ist zu fragen, warum der im Westen erhobene (Allein-)Anspruch auf Autonomie so oft zu kulturellen Differenzen, Ausgrenzungen und Hierar -chisierungen fhrt(e). Zur Klrung dieses Problems greift Schirilla auf die Kultur- und Sprachtheorie von Stuart Hall zurck, der Kultur als Reprsentation begreift, das heit als Gebrauch von Sprache, um etwas Bedeutungsvolles ber die Welt auszusagen (S. 46), sowie auf den Ansatz von Mikhail Bakhtin, dem zufolge Worte (im Sinne von Zeichen) immer soziale Beziehungen enthalten, Ideologien, Klassenverhltnisse (S. 50). Auf Basis dieser kulturtheoretischen berlegungen, die verdeutlichen, dass das Konzept der strukturellen kulturellen Determination abgelst wurde durch das einer sich stets neu herstellenden Bedeutungsvielfalt (S. 51), erweisen sich viele Einschtzungen kultureller Identitten als unzulssige Homogenisierung: Die emanzipatorische Einzigartigkeit der Moderne stellt eine Selbsttuschung oder Konstruktion der Moderne von sich selbst dar (S. 57). Auch manche postkoloniale Positionen, die bestimmte Typen westlichen oder afrikanischen Denkens festschreiben, geraten in diese Kulturalismusfalle. Anhand der kulturphilosophischen Beitrge des Ghanesen Kwame Gyekye macht Schirilla deutlich: Das Kulturelle entfaltet seine Wirkungsmacht nicht aus seiner Gegenstzlichkeit zu einer anderen Kultur, sondern aus seiner Sinn und Bedeutung gebenden Funktion in einer konkreten Gesellschaft (S. 71). Genau zu dieser Herstellung von Gegenstzen und Ausschlssen ist es aber in der kulturellen Deutungsgeschichte des Westens immer wieder gekommen, wie die US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin Gayatri C. Spivak aufzeigt: Keine Darstellung der Entwicklung des europischen Subjektbegriffs ist vollstndig ohne einen Blick auf die Konstruktion von subalternen Anderen in nichteuropischen Lndern (S. 82). Gegen das klassische von Kant herkommende (vgl. S. 23) Verstndnis von Autonomie, das ein abgegrenztes Selbst (S. 93) voraussetzt, begreift Schirilla Autonomie als von Heteronomie durchzogen (S. 97) und konzipiert sie als gewhrte Autonomie (S. 98). Mit Adornos Negativer Dialektik, die das Nichtidentische vor der totalen Herrschaft des Begriffs bewahren (S. 109) will, lsst sich ein Begriff von Autonomie gewinnen, der auch die Voraussetzungen, Grenzen und Abhngigkeiten des handelnden Subjekts anerkennt. Von daher erffnet sich eine Vielfalt von Autonomieverstndnissen (S. 115), die nicht mehr als kulturelle Gegenstze festgeschrieben werden mssen.Nausikaa Schirillas Konzept der gewhrten Autonomie zeigt exemplarisch, inwiefern interkulturelles Philosophieren stereotype Identitten und Denkformen dekonstruieren und verantwo Social Science Social Science eBook, Traugott Bautz

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Details zum Buch
Autonomie des Subjekts: Eine interkulturelle Perspektive
Autor:

Nausikaa Schirilla

Titel:

Autonomie des Subjekts: Eine interkulturelle Perspektive

ISBN-Nummer:

9783883092768

Detailangaben zum Buch - Autonomie des Subjekts: Eine interkulturelle Perspektive


EAN (ISBN-13): 9783883092768
ISBN (ISBN-10): 3883092762
Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2006
Herausgeber: Bautz

Buch in der Datenbank seit 06.04.2009 14:10:03
Buch zuletzt gefunden am 27.10.2016 14:31:58
ISBN/EAN: 9783883092768

ISBN - alternative Schreibweisen:
3-88309-276-2, 978-3-88309-276-8

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