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Der Coup der Berdache - Michael Roes
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Michael Roes:
Der Coup der Berdache - gebrauchtes Buch

1996, ISBN: 3442726662

[SR: 2161169], Broschiert, [EAN: 9783442726660], Btb, Btb, Book, [PU: Btb], Btb, Der Roman beginnt wie ein Action-Thriller: eine Frau (oder ist es ein Mann) steht auf dem Bahnsteig in New York und beobachtet einen Mord durchs Fenster des gegenüberliegenden Wohnblocks. Im Sex-Club THE MEAT im alten Fleischereidistrikt der Stadt wird ein FBI-Agent bei lebendigem Leib skalpiert, von einem Täter unklaren Geschlechts. Polizeipsychologe und "Revierbulle" Voelcker, Afro-Amerikaner, ist mit der Aufklärung des Falles betraut. Indem er sich als Ethnologe Ellison ausgibt, bittet er, bevor er selbst zwischen alle Fronten gerät und verschwindet, zwei Personen unklaren Geschlechts, ihre Erfahrungen aufzuschreiben: Joan oder John Bayou, die indianische Anthropologin, eine Berdache, was bedeutet: nicht Mann, nicht Frau. Und die Drag Queen Elektra, eigentlich Elbert Late, im bürgerlichen Leben glücklich verheiratet und Vater zweier Kinder, abends aber geschminkter stöckelnder Star im MAD COW. Joan Bayou schreibt in Hefte, besonders ausführlich über Riten, Welterfahrung und kulturelle Wurzeln ihres Volkes, der Sequoyah. Elektra spricht ihre Vorstellungen über die fließenden Grenzen zwischen den Geschlechtern in ein Tonbandgerät. Voelcker selbst erzählt seine Sicht der Dinge aus dem Untergrund, der U-Bahn; die Haltestellen gliedern den Text. Der Leser muss sich nun aus diesen drei Informationsquellen selbst das Geschehen zusammenreimen, das sich ihm spannend wie ein Krimi, aber in raffinierter Lückenhaftigkeit darbietet. Man tastet sich durch den Dschungel New Yorks wie ein Stadtindianer, von spärlichen Indizien und Andeutungen eher verwirrt als geleitet. Zwar schält sich am Ende der Kern des Falles heraus: Eine alte Rechnung ist zu begleichen zwischen den Indianern und dem FBI. Die Berdache will in einem gewagten Coup die Gerechtigkeit wiederherstellen, bringt dabei aber Ereignisse ins Rollen, die zu einem gewaltigen Blutbad zu eskalieren drohen. Nicht alle Rätsel gehen aber am Ende auf, abrupt bricht der Roman ab, die Handlungsfäden hängen lose vor dem gründlich verstörten Leser, der nur eines sicher weiß: dass seine Verstörung beabsichtigt ist. Dass die Erscheinung der Dinge nur selten mit ihrem Wesen übereinstimmt, wissen Sie bereits. Dass die Erscheinung der Dinge aber Teil ihres Wesens ist, beschreibt womöglich am einfachsten die Essenz der kommenden Lektionen. Was der Polizeipsychologe Voelcker im Roman seinen Schülern ans Herz legt, kann sich der Leser gleich selber hinter die Ohren schreiben. Er erhält eine sehr eindrückliche Lektion in der Erschütterung seiner Vorurteile und Gewissheiten. Nicht umsonst sind die drei Erzähler, denen der Autor die Darstellung seiner Geschichte anvertraut, allesamt Lehrer oder Dozenten. Alle drei haben selbst eine doppelte Identität und widmen sich, jeder auf seine Weise, ihrer noch ganz in ihren Anfängen stehenden Erziehungsaufgabe: den Blick zu öffnen für die Vielgestaltigkeit der Welt; zu zeigen, wie flüchtig und fehlbar unsere Denkkategorien sind, die konventionellen Unterscheidungen nach Rasse, Geschlecht und Kultur. Das Denken in Gegensätzen schärft das Verständnis für die Widersprüchlichkeit dessen, was wir Identität nennen. Der Mensch ist nicht festgelegt. Er hat Nachtseiten, die er auslebt, real oder in der Fantasie, so wie auch Gewalt und Grausamkeit in ganz verschiedenen Formen und Funktionen auftreten können: entwürdigend als Tritt eines Polizisten, naturgewaltig-erhebend im Zubiss des Wolfes in der Wildnis, kulturprägend beim Brauch des Skalpierens. Marterrituale, bei den Indianern sinnstiftende Tradition, verflachen bei den Freizeitmasochisten der New Yorker Sex-Clubs zur finalen Epiphanie des amerikanischen Traums. Auf dem Weg in die androgyne Gesellschaft verwischt sich auch die Grenze zwischen den Geschlechtern. In der Spannung zwischen dem männlichen und dem weiblichen Pol gibt es mehr Möglichkeiten, als man sich gemeinhin träumen lässt. Michael Roes, Doktor der Philosophie, bewegt sich bewusst zwischen Theorie und Fiktion. Sein letzter Roman Rub'al-Khali, Leeres Viertel (1996, mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet), war zugleich seine Habilitationsschrift. Was dort die Theorie des Spieles war, ist hier nun eine auf ethnologische Recherchen gegründete, breit angelegte Reflexion über die menschliche Identität in der Gesellschaft. Allerdings passt sich das wissenschaftliche Material in dem neuen Roman organischer in den Gang der Handlung ein. Die erzählerische Potenz des Autors fügt die Teile zu einem beeindruckenden Ganzen zusammen. Mit fundiertem Insiderwissen, zugleich aber auch mit dem forschenden Auge des Außenseiters skizziert der Deutsche Michael Roes den Schauplatz New York (im Roman New Leyden genannt). Roes kennt die Brutalitäten des Polizeisystems, er weiß Bescheid über die Niederungen, die Untergründe, und hat sich eingefühlt in die schwierige Psychologie des Rassengemisches. Die Wahrnehmung selektiert subjektiv, erklärt der Polizeipsychologe seinen Schülern. Dem entspricht die konsequente Perspektivtechnik des Romans mit ihren drei subjektiv selektierenden Blickwinkeln. Dabei entstehen Szenen schön und scharf konturiert wie Filmsequenzen, etwa die Ankunft Elektras im Sequoyah-Reservat, der Auftritt der Drag Queen im engen gelben Chiffonkleid eine Art High Noon im Indianerstädtchen, von Joan/John Bayou beobachtet wie mit dem fokussierenden Auge einer Kamera. Das Tonband, auf das Elektra spricht, enthält ganz naturalistisch auch Nebengeräusche wie Lautsprecherdurchsagen der U-Bahn oder den Mitschnitt des Polizeifunks. Wird aber kurz vor einem erhellenden Geständnis der Aus-Knopf gedrückt, bleibt auch der Leser ausgeschlossen. Einen über dem Ganzen stehenden Berichterstatter gibt es nicht; auch die drei ohnehin schon mittelbaren Erzähler verschwinden gelegentlich völlig, wenn sich die Berichte in Dialoge auflösen. Die Klarheit der sorgfältig gebauten Sätze steht in umgekehrtem Verhältnis zur Undurchsichtigkeit des Gesagten. Die Wirkung ist so faszinierend wie irritierend. Rückblicke, Erinnerungen sind in verblüffendem Präsens erzählt, vielleicht um dem Zeitempfinden der Sequoyah zu entsprechen. So entsteht ein Erzählgeflecht, wo Realität und Vision nicht grundsätzlich getrennt sind und auch die Zeit keineswegs linear verläuft -- ganz nach der atavistischen Logik der Indianer. --Eva Leipprand, 287480, Krimis & Thriller, 419947031, Algerien, 419948031, Amerika, 419950031, Australien, 419951031, Brasilien, 419952031, China, 419953031, Dänemark, 419954031, Deutschland, 419966031, Finnland, 419967031, Frankreich, 419963031, Großbritannien, 419969031, Irland, 419970031, Island, 419971031, Israel, 419972031, Italien, 419976031, Japan, 419977031, Kanada, 419978031, Norwegen, 419979031, Österreich, 419981031, Russland, 419983031, Schweden, 419986031, Schweiz, 419987031, Spanien, 419988031, Türkei, 541686, Kategorien, 186606, Bücher, 299354, Abenteuer & Reiseberichte, 1024350, Expeditionen & Forschungsreisen, 298458, Nach Ländern & Regionen, 1024340, Nach Themen, 1024448, Um die ganze Welt, 298002, Reise & Abenteuer, 541686, Kategorien, 186606, Bücher

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DER COUP DER BERDACHE. Roman (Thriller). - ROES, Michael
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ROES, Michael:
DER COUP DER BERDACHE. Roman (Thriller). - Taschenbuch

2001, ISBN: 9783442726660

[ED: Taschenbuch], [PU: Berlin Verlag], ZUM ZUSTAND Ganz leicht schiefgelesen, mit schwachen Lesefalten auf dem Rücken. Einband mit schwachen Griffspuren. Ecken bestoßen. Mehrere Mängel-Stempel auf dem Fußschnitt. Sonst nur geringfügige Alters- und Gebrauchsspuren. ZUM INHALT Ein FBI-Agent wird in einem Nachtclub von einer Unbekannten skalpiert. Er überlebt den Anschlag, kann aber später nicht mit Bestimmtheit sagen, ob der Täter ein Mann oder eine Frau war. Der Polizeipsychologe Thor Voelcker soll das Täterprofil entwerfen. Bei den Nachforschungen wendet er sich an zwei mögliche Informanten. Er bittet die indianische Ethnologin Joan Bayou, ihr Wissen über ihr Volk und die Rituale des Geschlechterrollenwechsels aufzuschreiben. Der Kleinbühnen-Diva Elektra überläßt er ein Tonband, damit sie ihre Erfahrungen als Drag Queen festhält. Drei subjektive Berichte ergänzen sich in ihrer je eigenen Sprache im Kopf des Lesers zu einer spannungsgeladenen Geschichte der Ereignisse - wie auch die Schicksale der Protagonisten miteinander verwoben sind..., [SC: 3.90], leichte Gebrauchsspuren, gewerbliches Angebot, ca. 19 x 12 x 3 cm, [GW: 414g], [PU: Berlin]

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Der Coup der Berdache - Roes, Michael
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Roes, Michael:
Der Coup der Berdache - Taschenbuch

2001, ISBN: 3442726662

ID: 15332421247

[EAN: 9783442726660], Gebraucht, guter Zustand, [SC: 2.3], [PU: Btb], Fiction|Romance, Mängelexemplar, geringe Lagerspuren--- 435 Gramm.

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Roes, Michael:
Der Coup der Berdache - gebrauchtes Buch

2001, ISBN: 3442726662

ID: 50545

18,59 x 11,81 x 3,20 Broschiert Broschiert gebraucht, sehr gut - Mängelexemplar, geringe Lagerspuren gebraucht; sehr gut, [PU:Btb]

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Der Coup der Berdache - Michael Roes
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Michael Roes:
Der Coup der Berdache - gebrauchtes Buch

ISBN: 3442726662

ID: 13367746799

[EAN: 9783442726660], Gebraucht, guter Zustand, 399 Gramm., [PU: Goldmann, München]

gebrauchtes bzw. antiquarisches Buch Abebooks.de
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Details zum Buch
Der Coup der Berdache
Autor:

Michael Roes

Titel:

Der Coup der Berdache

ISBN-Nummer:

Der Roman beginnt wie ein Action-Thriller: eine Frau (oder ist es ein Mann) steht auf dem Bahnsteig in New York und beobachtet einen Mord durchs Fenster des gegenüberliegenden Wohnblocks. Im Sex-Club THE MEAT im alten Fleischereidistrikt der Stadt wird ein FBI-Agent bei lebendigem Leib skalpiert, von einem Täter unklaren Geschlechts. Polizeipsychologe und "Revierbulle" Voelcker, Afro-Amerikaner, ist mit der Aufklärung des Falles betraut. Indem er sich als Ethnologe Ellison ausgibt, bittet er, bevor er selbst zwischen alle Fronten gerät und verschwindet, zwei Personen unklaren Geschlechts, ihre Erfahrungen aufzuschreiben: Joan oder John Bayou, die indianische Anthropologin, eine Berdache, was bedeutet: nicht Mann, nicht Frau. Und die Drag Queen Elektra, eigentlich Elbert Late, im bürgerlichen Leben glücklich verheiratet und Vater zweier Kinder, abends aber geschminkter stöckelnder Star im MAD COW. Joan Bayou schreibt in Hefte, besonders ausführlich über Riten, Welterfahrung und kulturelle Wurzeln ihres Volkes, der Sequoyah. Elektra spricht ihre Vorstellungen über die fließenden Grenzen zwischen den Geschlechtern in ein Tonbandgerät. Voelcker selbst erzählt seine Sicht der Dinge aus dem Untergrund, der U-Bahn; die Haltestellen gliedern den Text.

Der Leser muss sich nun aus diesen drei Informationsquellen selbst das Geschehen zusammenreimen, das sich ihm spannend wie ein Krimi, aber in raffinierter Lückenhaftigkeit darbietet. Man tastet sich durch den Dschungel New Yorks wie ein Stadtindianer, von spärlichen Indizien und Andeutungen eher verwirrt als geleitet. Zwar schält sich am Ende der Kern des Falles heraus: Eine alte Rechnung ist zu begleichen zwischen den Indianern und dem FBI. Die Berdache will in einem gewagten Coup die Gerechtigkeit wiederherstellen, bringt dabei aber Ereignisse ins Rollen, die zu einem gewaltigen Blutbad zu eskalieren drohen. Nicht alle Rätsel gehen aber am Ende auf, abrupt bricht der Roman ab, die Handlungsfäden hängen lose vor dem gründlich verstörten Leser, der nur eines sicher weiß: dass seine Verstörung beabsichtigt ist.

Dass die Erscheinung der Dinge nur selten mit ihrem Wesen übereinstimmt, wissen Sie bereits. Dass die Erscheinung der Dinge aber Teil ihres Wesens ist, beschreibt womöglich am einfachsten die Essenz der kommenden Lektionen. Was der Polizeipsychologe Voelcker im Roman seinen Schülern ans Herz legt, kann sich der Leser gleich selber hinter die Ohren schreiben. Er erhält eine sehr eindrückliche Lektion in der Erschütterung seiner Vorurteile und Gewissheiten. Nicht umsonst sind die drei Erzähler, denen der Autor die Darstellung seiner Geschichte anvertraut, allesamt Lehrer oder Dozenten. Alle drei haben selbst eine doppelte Identität und widmen sich, jeder auf seine Weise, ihrer noch ganz in ihren Anfängen stehenden Erziehungsaufgabe: den Blick zu öffnen für die Vielgestaltigkeit der Welt; zu zeigen, wie flüchtig und fehlbar unsere Denkkategorien sind, die konventionellen Unterscheidungen nach Rasse, Geschlecht und Kultur. Das Denken in Gegensätzen schärft das Verständnis für die Widersprüchlichkeit dessen, was wir Identität nennen. Der Mensch ist nicht festgelegt. Er hat Nachtseiten, die er auslebt, real oder in der Fantasie, so wie auch Gewalt und Grausamkeit in ganz verschiedenen Formen und Funktionen auftreten können: entwürdigend als Tritt eines Polizisten, naturgewaltig-erhebend im Zubiss des Wolfes in der Wildnis, kulturprägend beim Brauch des Skalpierens. Marterrituale, bei den Indianern sinnstiftende Tradition, verflachen bei den Freizeitmasochisten der New Yorker Sex-Clubs zur finalen Epiphanie des amerikanischen Traums. Auf dem Weg in die androgyne Gesellschaft verwischt sich auch die Grenze zwischen den Geschlechtern. In der Spannung zwischen dem männlichen und dem weiblichen Pol gibt es mehr Möglichkeiten, als man sich gemeinhin träumen lässt.

Michael Roes, Doktor der Philosophie, bewegt sich bewusst zwischen Theorie und Fiktion. Sein letzter Roman Rub'al-Khali, Leeres Viertel (1996, mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet), war zugleich seine Habilitationsschrift. Was dort die Theorie des Spieles war, ist hier nun eine auf ethnologische Recherchen gegründete, breit angelegte Reflexion über die menschliche Identität in der Gesellschaft. Allerdings passt sich das wissenschaftliche Material in dem neuen Roman organischer in den Gang der Handlung ein. Die erzählerische Potenz des Autors fügt die Teile zu einem beeindruckenden Ganzen zusammen. Mit fundiertem Insiderwissen, zugleich aber auch mit dem forschenden Auge des Außenseiters skizziert der Deutsche Michael Roes den Schauplatz New York (im Roman New Leyden genannt). Roes kennt die Brutalitäten des Polizeisystems, er weiß Bescheid über die Niederungen, die Untergründe, und hat sich eingefühlt in die schwierige Psychologie des Rassengemisches.

Die Wahrnehmung selektiert subjektiv, erklärt der Polizeipsychologe seinen Schülern. Dem entspricht die konsequente Perspektivtechnik des Romans mit ihren drei subjektiv selektierenden Blickwinkeln. Dabei entstehen Szenen schön und scharf konturiert wie Filmsequenzen, etwa die Ankunft Elektras im Sequoyah-Reservat, der Auftritt der Drag Queen im engen gelben Chiffonkleid eine Art High Noon im Indianerstädtchen, von Joan/John Bayou beobachtet wie mit dem fokussierenden Auge einer Kamera. Das Tonband, auf das Elektra spricht, enthält ganz naturalistisch auch Nebengeräusche wie Lautsprecherdurchsagen der U-Bahn oder den Mitschnitt des Polizeifunks. Wird aber kurz vor einem erhellenden Geständnis der Aus-Knopf gedrückt, bleibt auch der Leser ausgeschlossen. Einen über dem Ganzen stehenden Berichterstatter gibt es nicht; auch die drei ohnehin schon mittelbaren Erzähler verschwinden gelegentlich völlig, wenn sich die Berichte in Dialoge auflösen. Die Klarheit der sorgfältig gebauten Sätze steht in umgekehrtem Verhältnis zur Undurchsichtigkeit des Gesagten. Die Wirkung ist so faszinierend wie irritierend. Rückblicke, Erinnerungen sind in verblüffendem Präsens erzählt, vielleicht um dem Zeitempfinden der Sequoyah zu entsprechen. So entsteht ein Erzählgeflecht, wo Realität und Vision nicht grundsätzlich getrennt sind und auch die Zeit keineswegs linear verläuft -- ganz nach der atavistischen Logik der Indianer. --Eva Leipprand

Detailangaben zum Buch - Der Coup der Berdache


EAN (ISBN-13): 9783442726660
ISBN (ISBN-10): 3442726662
Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2001
Herausgeber: btb

Buch in der Datenbank seit 05.06.2007 16:57:24
Buch zuletzt gefunden am 07.05.2017 10:25:11
ISBN/EAN: 3442726662

ISBN - alternative Schreibweisen:
3-442-72666-2, 978-3-442-72666-0


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