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Spiegel Tv - Caroline Pellmann
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Caroline Pellmann:

Spiegel Tv - neues Buch

ISBN: 9783832435370

ID: 9783832435370

Erklärungen zum Erfolgskonzept eines privaten Fernsehmagazins Inhaltsangabe:Einleitung: Das TV-Magazin des SPIEGEL gilt, aufgrund rasant steigender Einschaltquoten als erfolgreichstes politisches Fernsehmagazin der 90er Jahre. Als der SPIEGEL-Verlag 1988 - zögerlicher als die meisten anderen Verlage - sein Standbein im Fernsehmarkt aufbaute, hatte mit dieser Entwicklung niemand gerechnet. Selbst die privaten Sender RTLplus2 und SAT 1, denen die SPIEGEL-Sendung anfangs gar nicht ins Programmkonzept paßte, da sie kommerziellem Fernsehen nur mit massenattraktiven Unterhaltungsprogrammen eine Chance gaben, korrigierten ihre ursprüngliche Abneigung mit zunehmendem Erfolg von SPIEGEL TV Magazin in den folgenden Jahren. 1993 startete RTL allen privaten Sendern voran eine ¿Informationsoffensive¿ und orientierte sich dabei am Erfolgskonzept der Hamburger. Zeitgleich steigerte auch die eigens gegründete TV-Tochter des SPIEGEL mit vier weiteren Formaten für den Kölner Privatsender VOX die Präsenz des Print-Titels im audiovisuellen Medium. An den Erfolg des Hauptproduktes, SPIEGEL TV Magazin, reicht jedoch keine der VOX-Sendungen heran - auch nicht die SPIEGEL TV Reportage, die bereits zwei Jahre nach dem TV-Start des SPIEGEL eigens für SAT 1 gestartet wurde. Das Ziel dieser Arbeit ist, die entscheidenden Faktoren aufzuzeigen, die die Vormachtstellung von SPIEGEL TV Magazin im Wettbewerb begründen. Im ökonomischen Sprachgebrauch sind komparative Konkurrenzvorteile, d.h. Wettbewerbsvorteile im Vergleich zu anderen Anbietern im dualen Mediensystem, für den Erfolg eines Unternehmens verantwortlich. Hat sich ein Wettbewerber mit einer erfolgreichen Strategie einmal im Markt etabliert, werden Nachahmer versucht sein, das zu Erfolgskonzept imitieren. Diese ökonomische Theorie des Wettbewerbsverhaltens deckt sich mit dem zentralen Befund einer Programmstruktur- und Inhaltsanalyse der Informationsangebote privater und öffentlich-rechtlicher Fernsehanbieter in den Jahren 1985 bis 1988, die im Rahmen der Kabelpilotprojekte am Duisburger ¿Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung¿ durchgeführt wurde. Die Autoren Heribert Schatz, Nikolaus Immer und Frank Marcinkowski entwickelten anhand ihrer Ergebnisse die sogenannte Konvergenzthese. Ihrer Untersuchung zufolge führt fortgesetzte wechselseitige Imitation von Programmangeboten langfristig zu beinahe völliger Angleichung der Produkte öffentlich-rechtlicher und privater Anbieter, also zur inhaltlichen Konvergenz. Die Autoren gehen dabei von einem Prozeß aus, der sich von der Ebene der Programmangebote als Annäherung von Inhalten, Programmkonzepten und Präsentationsformen ausweitet auf die Ebene harmonisierter Rezeptionsgewohnheiten weiter Teile des Publikums und dadurch schließlich die Gebührenfinanzierung eines Teils der Anbieter und somit das öffentlich-rechtliche Organisationsmodell in Frage stellt. Da empirische Untersuchungen bis dato auf der oberen Ebene der Analyse von Gesamtprogrammen keine Bestätigung konvergenter Entwicklungen ergaben, regt Marcinkowski 1991 differenziertere empirische Untersuchungen anhand der Indikatoren ¿Programmstruktur¿, ¿Programmpräsentation¿, ¿Programmentstehung¿ und ¿Programmqualität¿ zum Nachweis konvergenter Phänomene an. Aus konvergenztheoretischer Sicht formuliert er mangels neuerer Daten empirische Hypothesen, die sich seiner Meinung nach mittels der genannten Indikatoren bestätigen lassen. Die erste lautet: ¿es gibt Sendungsformen, die es zu Sendebeginn (in den Kabelpilotprojekten) bei den Privaten so nicht gegeben hat und umgekehrt Sendungstypen im öffentlich-rechtlichere Fernsehen, die dort vor Beginn der privaten Konkurrenz nicht denkbar waren und die hinsichtlich des Inhalts und der stilbildenden Präsentationselemente klar erkennbare Vorbilder im jeweils anderen System haben. Auf Seiten des Privatfernsehens sind hier an erster Stelle `Spiegel-TV` und `stern-TV` zu nennen, die relativ unverholen die politischen Magazine der Öffentlich-rechtlichen kopieren. Somit würde das Konzept von SPIEGEL TV, das als Vorbild für die Entwicklung einiger Sendungen im Privatfernsehen fungierte, selbst auf die Imitation öffentlich-rechtlicher Politikmagazine gründen. Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, warum die Kopie erfolgreicher ist als das Original. Die folgende Untersuchung der medialen Wirklichkeitskonstruktionen von SPIEGEL TV und der spezifischen Strukturzusammenhänge ihrer Entstehung, soll zur Klärung dieser Frage beitragen. Vor dem Hintergrund konvergenter Programmentwicklungen werden komparative Konkurrenzvorteile von SPIEGEL TV vor anderen öffentlichrechtlichen und privaten Magazinen aufgezeigt, die im wesentlichen im Zusammenspiel der Faktoren ¿private Organisationsform¿, ¿Wettbewerbsparameter des SPIEGEL¿, ¿Spezifika des Mediums Fernsehen¿ und ¿Organisationszusammenhang redaktionellen Handelns¿ zu finden sind. Alle diese Faktoren bestimmen den Handlungsspielraum der Akteure und somit die Medienaussagen, die letztlich erfolgreich vermarktet werden. Gang der Untersuchung: Das anschließende Kapitel gibt zunächst Aufschluß über die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen des öffentlich-rechtlichen sowie des privaten Rundfunkteilsystems, die ¿extern¿ den Handlungsspielraum der Journalisten bestimmen. Diese mediensystemspezifischen Faktoren haben, wie sich zeigen läßt, Auswirkungen sowohl auf die Präsentationsweise als auch auf den Inhalt der konkurrierenden politischen Magazine und Informationssendungen (Kapitel 2). Da SPIEGEL TV keinem der beiden Rundfunkmodelle unmittelbar zuzuordnen ist, folgt eine Standortbestimmung der Sendung im dualen System (Kapitel 3). Dabei wird zunächst grundlegend zu klären sein, welche Maßstäbe für den überragenden Erfolg des Magazins innerhalb dieses Rundfunksystems anzusetzen sind. Eine anschließende detaillierte Beschreibung des modifizierten privatrechtlichen Organisationsmodells, dem SPIEGEL TV zuzurechnen ist, gibt Aufschluß über die Sonderstellung des Magazins im dualen Rundfunk und die spezifischen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Nur unter den Bedingungen dieses ¿Modells Fernsehen ohne Intendant¿ war ein TV-Engagement für den SPIEGEL, wie gezeigt werden soll, überhaupt möglich (Kapitel 4). Die Ziele, die der Verlag mit der TV-Tochter verfolgt, sind vor dem Hintergrund, daß das Print-Magazin in jüngster Zeit seine Monopolstellung verloren hat, wichtige Rahmenbedingungen für den TV-Ableger. Nachdem zunächst komparative Konkurrenzvorteile von SPIEGEL TV innerhalb mediensystemspezifischer Zusammenhänge erklärt werden, sollen in einem weiteren Teil der Arbeit innerhalb medienspezifischer Zusammenhänge, die ¿intern¿ den Handlungsspielraum der Journalisten und die medialen Wirklichkeitskonstruktionen bestimmen, weitere Vorteile gegenüber den Wettbewerbern aufgezeigt werden. Medienspezifische Zusammenhänge sind zunächst in der Formatlogik des Fernsehens zu finden. Es zeigt sich, daß SPIEGEL TV zum einen die Spezifika des Mediums Fernsehen stärker nutzt als die öffentlich-rechtlichen Magazine, was sich sowohl in der Präsentation als auch in der Themenwahl niederschlägt, zum anderen ebensogut Elemente des SPIEGEL adapHier soll trotz mangelnder empirischer Nachweise davon ausgegangen werden, daß wechselseitige nuancierte Imitationen zur Praxis der Programmgestaltung gehören. Beides zusammengenommen entsteht ein charakteristisches Konzept (Kapitel 5), das im weiteren als SPIEGEL TV-Masche bezeichnet wird. Im Anschluß werden diese konzeptionellen Besonderheiten anhand einer empirischen Untersuchung der Themenwahl und -präsentation bei SPIEGEL TV genauer betrachtet. Methodisch ist die Untersuchung in drei Teile gegliedert. Zunächst zeigt eine Filmanalyse des Beitrags ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden. Kurden gegen Türken.¿ vom 27.6.93 stilprägende Elemente der filmischen Gestaltung des Magazins (Kapitel 6). Anschließend werden häufig verwendete sprachliche Muster aufgezeigt und Parallelen zur sprachlichen und stilistischen Darstellungsweise des Print-SPIEGEL gezogen (Kapitel 7). Zuletzt folgt eine Themenanalyse basierend auf 50 Sendungen, die im Zeitraum vom 23.5.93 bis 22.5.94 ausgestrahlt wurden (Kapitel 8). Mit Hilfe der quantitativen Untersuchung lassen sich zwei Themenfelder ausfindig machen, die die Agenda von SPIEGEL TV maßgeblich bestimmen. Diese beiden werden daher im Anschluß genauer betrachtet. In einem weiteren Teil der Arbeit sollen Wettbewerbsvorteile von SPIEGEL TV gegenüber anderen Magazinen innerhalb organisatorischer Zusammenhänge der redaktionellen Arbeit aufgezeigt werden (Kapitel 9). Es wird nachzuweisen sein, daß eine ständige Überwachung des charakteristischen journalistischen Profils der Sendung, das anhand der empirischen Untersuchung beschrieben werden kann, eine gleichbleibende ¿Qualität¿ des Magazins garantiert. Auch hier ergeben sich Parallelen zur redaktionellen Organisation des SPIEGEL. Abschließend sollen gezielt eingesetzte Strategien zur Vermarktung der Medienaussagen von SPIEGEL TV dargelegt werden (Kapitel 10). Diese tragen zwar vermutlich nur ergänzend zum Erfolg vom SPIEGEL TV bei, gewinnen aber im bestehenden Medienwirtschaftsgefüge zunehmend an Bedeutung. Ohne die Informationen der Hausdokumentation des SPIEGEL, des NDR-Zeitungsarchivs, des Pressearchivs der DCTP8 und des Archivs von SPIEGEL TV wäre diese Arbeit nicht entstanden. Besonderer Dank gilt der SPIEGEL TV-Redaktion, namentlich Herrn Aust, der trotz terminlicher Schwierigkeiten Zeit für ein interview fand, Herrn Latsch für die langen Vorgespräche und Frau Reinecke, die sich von den häufigen Anfragen per Telefon und Fax immer wieder bereitwillig von der Arbeit abbringen ließ. Herzlichen Dank schulde ich ebenso Herrn Giani für das zweistündige Interview, das im Anhang leider nur in gekürzter Fassung wiedergegeben werden kann. Inhaltsverzeichnis: AbbildungsverzeichnisIII 1.Einleitung1 2.Politische und ökonomische Rahmenbedingungen des Fernsehens5 2.1Systemlogik des öffentlich-rechtlichen Fernsehens6 2.1.1Die politischen Magazine der Öffentlich-Rechtlichen9 2.1.2Reaktionen auf die Herausforderung durch die privaten Sender13 2.2Systemlogik des privaten Fernsehens14 2.2.1¿Information` - die Offensive der Privaten15 2.2.2Die ¿Politmagazine` der Privaten18 3.SPIEGEL TV - Standortbestimmung im dualen Rundfunksystem22 3.1Von der ¿Videogruppe Nord` zum erfolgreichsten Politmagazin22 3.1.1Ökonomische Erfolgsmaßstäbe23 3.1.2Publizistische Erfolgsmaßstäbe26 3.2Das ¿Modell Fernsehen ohne Intendant`28 3.3¿Medienpolitischer Wegzoll` - das kluge DCTP-Projekt30 3.3.1Die Development Company for Television Programs31 3.3.2Das medienpolitische Umfeld33 3.3.3Ein System wechselseitiger Abhängigkeiten36 3.3.4Programmpartner mit Image40 4.Das TV-Engagement des SPIEGEL-Verlags41 4.1Der SPIEGEL - Ein Außenseiter in der deutschen Printmedienlandschaft41 4.2Das Erfolgsrezept des SPIEGEL45 4.3Synergetische Effekte49 5.Konzeptionelle Besonderheiten - die SPIEGEL TV-Masche53 6.¿Konsequent Fernsehen machen`58 6.1Beispiel: ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden.`63 6.1.1Dramaturgie75 6.1.2Visuelle Effekte77 6.1.3Emotionale Stimuli81 6.2Konsequent abgebildete Realität 83 7.Kommentartextliches Kabarett87 7.1Stil und Sprache des SPIEGEL und von SPIEGEL TV87 7.1.1SPIEGEL87 7.1.2SPIEGEL TV90 7.2Die Moderation103 7.2.1Inszenierung der Moderationshandlung104 7.2.2Brückenbauen und im Besonderen das Allgemeine finden106 8.SPIEGEL TV-Themen108 8.1Themenanalyse109 8.2Kriminalberichterstattung114 8.3Politikberichterstattung120 9.Organisatorische Rahmenbedingungen redaktionellen Handelns126 9.1Die Struktur der Redaktion126 9.2Arbeitsbedingungen - beim privaten Fernsehen geht es nach Leistung128 9.3Organisationszusammenhang redaktioneller Arbeit130 10.Vermarktungsstrategien132 10.1Indirekte Strategien132 10.2Direkte Strategien135 11.Resümee136 Literaturverzeichnis1 Anhang14 A-1: Interview mit Paul Leo Giani, Rechtsberater der DCTP, vom 2.6.9414 A-2: Interview mit Stefan Aust, SPIEGEL TV-Chefredakteur, vom 1.9.9443 A-3: Filmprotokoll: ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden. Kurden gegen Türken.`54 A-4: Themenanalyse vom 23.5.93 bis 22.5.9461 Spiegel Tv: Inhaltsangabe:Einleitung: Das TV-Magazin des SPIEGEL gilt, aufgrund rasant steigender Einschaltquoten als erfolgreichstes politisches Fernsehmagazin der 90er Jahre. Als der SPIEGEL-Verlag 1988 - zögerlicher als die meisten anderen Verlage - sein Standbein im Fernsehmarkt aufbaute, hatte mit dieser Entwicklung niemand gerechnet. Selbst die privaten Sender RTLplus2 und SAT 1, denen die SPIEGEL-Sendung anfangs gar nicht ins Programmkonzept paßte, da sie kommerziellem Fernsehen nur mit massenattraktiven Unterhaltungsprogrammen eine Chance gaben, korrigierten ihre ursprüngliche Abneigung mit zunehmendem Erfolg von SPIEGEL TV Magazin in den folgenden Jahren. 1993 startete RTL allen privaten Sendern voran eine ¿Informationsoffensive¿ und orientierte sich dabei am Erfolgskonzept der Hamburger. Zeitgleich steigerte auch die eigens gegründete TV-Tochter des SPIEGEL mit vier weiteren Formaten für den Kölner Privatsender VOX die Präsenz des Print-Titels im audiovisuellen Medium. An den Erfolg des Hauptproduktes, SPIEGEL TV Magazin, reicht jedoch keine der VOX-Sendungen heran - auch nicht die SPIEGEL TV Reportage, die bereits zwei Jahre nach dem TV-Start des SPIEGEL eigens für SAT 1 gestartet wurde. Das Ziel dieser Arbeit ist, die entscheidenden Faktoren aufzuzeigen, die die Vormachtstellung von SPIEGEL TV Magazin im Wettbewerb begründen. Im ökonomischen Sprachgebrauch sind komparative Konkurrenzvorteile, d.h. Wettbewerbsvorteile im Vergleich zu anderen Anbietern im dualen Mediensystem, für den Erfolg eines Unternehmens verantwortlich. Hat sich ein Wettbewerber mit einer erfolgreichen Strategie einmal im Markt etabliert, werden Nachahmer versucht sein, das zu Erfolgskonzept imitieren. Diese ökonomische Theorie des Wettbewerbsverhaltens deckt sich mit dem zentralen Befund einer Programmstruktur- und Inhaltsanalyse der Informationsangebote privater und öffentlich-rechtlicher Fernsehanbieter in den Jahren 1985 bis 1988, die im Rahmen der Kabelpilotprojekte am Duisburger ¿Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung¿ durchgeführt wurde. Die Autoren Heribert Schatz, Nikolaus Immer und Frank Marcinkowski entwickelten anhand ihrer Ergebnisse die sogenannte Konvergenzthese. Ihrer Untersuchung zufolge führt fortgesetzte wechselseitige Imitation von Programmangeboten langfristig zu beinahe völliger Angleichung der Produkte öffentlich-rechtlicher und privater Anbieter, also zur inhaltlichen Konvergenz. Die Autoren gehen dabei von, Diplomica Verlag

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Erklärungen zum Erfolgskonzept eines privaten Fernsehmagazins Inhaltsangabe:Einleitung: Das TV-Magazin des SPIEGEL gilt, aufgrund rasant steigender Einschaltquoten als erfolgreichstes politisches Fernsehmagazin der 90er Jahre. Als der SPIEGEL-Verlag 1988 - zögerlicher als die meisten anderen Verlage - sein Standbein im Fernsehmarkt aufbaute, hatte mit dieser Entwicklung niemand gerechnet. Selbst die privaten Sender RTLplus2 und SAT 1, denen die SPIEGEL-Sendung anfangs gar nicht ins Programmkonzept paßte, da sie kommerziellem Fernsehen nur mit massenattraktiven Unterhaltungsprogrammen eine Chance gaben, korrigierten ihre ursprüngliche Abneigung mit zunehmendem Erfolg von SPIEGEL TV Magazin in den folgenden Jahren. 1993 startete RTL allen privaten Sendern voran eine ¿Informationsoffensive¿ und orientierte sich dabei am Erfolgskonzept der Hamburger. Zeitgleich steigerte auch die eigens gegründete TV-Tochter des SPIEGEL mit vier weiteren Formaten für den Kölner Privatsender VOX die Präsenz des Print-Titels im audiovisuellen Medium. An den Erfolg des Hauptproduktes, SPIEGEL TV Magazin, reicht jedoch keine der VOX-Sendungen heran - auch nicht die SPIEGEL TV Reportage, die bereits zwei Jahre nach dem TV-Start des SPIEGEL eigens für SAT 1 gestartet wurde. Das Ziel dieser Arbeit ist, die entscheidenden Faktoren aufzuzeigen, die die Vormachtstellung von SPIEGEL TV Magazin im Wettbewerb begründen. Im ökonomischen Sprachgebrauch sind komparative Konkurrenzvorteile, d.h. Wettbewerbsvorteile im Vergleich zu anderen Anbietern im dualen Mediensystem, für den Erfolg eines Unternehmens verantwortlich. Hat sich ein Wettbewerber mit einer erfolgreichen Strategie einmal im Markt etabliert, werden Nachahmer versucht sein, das zu Erfolgskonzept imitieren. Diese ökonomische Theorie des Wettbewerbsverhaltens deckt sich mit dem zentralen Befund einer Programmstruktur- und Inhaltsanalyse der Informationsangebote privater und öffentlich-rechtlicher Fernsehanbieter in den Jahren 1985 bis 1988, die im Rahmen der Kabelpilotprojekte am Duisburger ¿Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung¿ durchgeführt wurde. Die Autoren Heribert Schatz, Nikolaus Immer und Frank Marcinkowski entwickelten anhand ihrer Ergebnisse die sogenannte Konvergenzthese. Ihrer Untersuchung zufolge führt fortgesetzte wechselseitige Imitation von Programmangeboten langfristig zu beinahe völliger Angleichung der Produkte öffentlich-rechtlicher und privater Anbieter, also zur inhaltlichen Konvergenz. Die Autoren gehen dabei von einem Prozeß aus, der sich von der Ebene der Programmangebote als Annäherung von Inhalten, Programmkonzepten und Präsentationsformen ausweitet auf die Ebene harmonisierter Rezeptionsgewohnheiten weiter Teile des Publikums und dadurch schließlich die Gebührenfinanzierung eines Teils der Anbieter und somit das öffentlich-rechtliche Organisationsmodell in Frage stellt. Da empirische Untersuchungen bis dato auf der oberen Ebene der Analyse von Gesamtprogrammen keine Bestätigung konvergenter Entwicklungen ergaben, regt Marcinkowski 1991 differenziertere empirische Untersuchungen anhand der Indikatoren ¿Programmstruktur¿, ¿Programmpräsentation¿, ¿Programmentstehung¿ und ¿Programmqualität¿ zum Nachweis konvergenter Phänomene an. Aus konvergenztheoretischer Sicht formuliert er mangels neuerer Daten empirische Hypothesen, die sich seiner Meinung nach mittels der genannten Indikatoren bestätigen lassen. Die erste lautet: ¿es gibt Sendungsformen, die es zu Sendebeginn (in den Kabelpilotprojekten) bei den Privaten so nicht gegeben hat und umgekehrt Sendungstypen im öffentlich-rechtlichere Fernsehen, die dort vor Beginn der privaten Konkurrenz nicht denkbar waren und die hinsichtlich des Inhalts und der stilbildenden Präsentationselemente klar erkennbare Vorbilder im jeweils anderen System haben. Auf Seiten des Privatfernsehens sind hier an erster Stelle `Spiegel-TV` und `stern-TV` zu nennen, die relativ unverholen die politischen Magazine der Öffentlich-rechtlichen kopieren. Somit würde das Konzept von SPIEGEL TV, das als Vorbild für die Entwicklung einiger Sendungen im Privatfernsehen fungierte, selbst auf die Imitation öffentlich-rechtlicher Politikmagazine gründen. Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, warum die Kopie erfolgreicher ist als das Original. Die folgende Untersuchung der medialen Wirklichkeitskonstruktionen von SPIEGEL TV und der spezifischen Strukturzusammenhänge ihrer Entstehung, soll zur Klärung dieser Frage beitragen. Vor dem Hintergrund konvergenter Programmentwicklungen werden komparative Konkurrenzvorteile von SPIEGEL TV vor anderen öffentlichrechtlichen und privaten Magazinen aufgezeigt, die im wesentlichen im Zusammenspiel der Faktoren ¿private Organisationsform¿, ¿Wettbewerbsparameter des SPIEGEL¿, ¿Spezifika des Mediums Fernsehen¿ und ¿Organisationszusammenhang redaktionellen Handelns¿ zu finden sind. Alle diese Faktoren bestimmen den Handlungsspielraum der Akteure und somit die Medienaussagen, die letztlich erfolgreich vermarktet werden. Gang der Untersuchung: Das anschließende Kapitel gibt zunächst Aufschluß über die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen des öffentlich-rechtlichen sowie des privaten Rundfunkteilsystems, die ¿extern¿ den Handlungsspielraum der Journalisten bestimmen. Diese mediensystemspezifischen Faktoren haben, wie sich zeigen läßt, Auswirkungen sowohl auf die Präsentationsweise als auch auf den Inhalt der konkurrierenden politischen Magazine und Informationssendungen (Kapitel 2). Da SPIEGEL TV keinem der beiden Rundfunkmodelle unmittelbar zuzuordnen ist, folgt eine Standortbestimmung der Sendung im dualen System (Kapitel 3). Dabei wird zunächst grundlegend zu klären sein, welche Maßstäbe für den überragenden Erfolg des Magazins innerhalb dieses Rundfunksystems anzusetzen sind. Eine anschließende detaillierte Beschreibung des modifizierten privatrechtlichen Organisationsmodells, dem SPIEGEL TV zuzurechnen ist, gibt Aufschluß über die Sonderstellung des Magazins im dualen Rundfunk und die spezifischen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Nur unter den Bedingungen dieses ¿Modells Fernsehen ohne Intendant¿ war ein TV-Engagement für den SPIEGEL, wie gezeigt werden soll, überhaupt möglich (Kapitel 4). Die Ziele, die der Verlag mit der TV-Tochter verfolgt, sind vor dem Hintergrund, daß das Print-Magazin in jüngster Zeit seine Monopolstellung verloren hat, wichtige Rahmenbedingungen für den TV-Ableger. Nachdem zunächst komparative Konkurrenzvorteile von SPIEGEL TV innerhalb mediensystemspezifischer Zusammenhänge erklärt werden, sollen in einem weiteren Teil der Arbeit innerhalb medienspezifischer Zusammenhänge, die ¿intern¿ den Handlungsspielraum der Journalisten und die medialen Wirklichkeitskonstruktionen bestimmen, weitere Vorteile gegenüber den Wettbewerbern aufgezeigt werden. Medienspezifische Zusammenhänge sind zunächst in der Formatlogik des Fernsehens zu finden. Es zeigt sich, daß SPIEGEL TV zum einen die Spezifika des Mediums Fernsehen stärker nutzt als die öffentlich-rechtlichen Magazine, was sich sowohl in der Präsentation als auch in der Themenwahl niederschlägt, zum anderen ebensogut Elemente des SPIEGEL adapHier soll trotz mangelnder empirischer Nachweise davon ausgegangen werden, daß wechselseitige nuancierte Imitationen zur Praxis der Programmgestaltung gehören. Beides zusammengenommen entsteht ein charakteristisches Konzept (Kapitel 5), das im weiteren als SPIEGEL TV-Masche bezeichnet wird. Im Anschluß werden diese konzeptionellen Besonderheiten anhand einer empirischen Untersuchung der Themenwahl und -präsentation bei SPIEGEL TV genauer betrachtet. Methodisch ist die Untersuchung in drei Teile gegliedert. Zunächst zeigt eine Filmanalyse des Beitrags ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden. Kurden gegen Türken.¿ vom 27.6.93 stilprägende Elemente der filmischen Gestaltung des Magazins (Kapitel 6). Anschließend werden häufig verwendete sprachliche Muster aufgezeigt und Parallelen zur sprachlichen und stilistischen Darstellungsweise des Print-SPIEGEL gezogen (Kapitel 7). Zuletzt folgt eine Themenanalyse basierend auf 50 Sendungen, die im Zeitraum vom 23.5.93 bis 22.5.94 ausgestrahlt wurden (Kapitel 8). Mit Hilfe der quantitativen Untersuchung lassen sich zwei Themenfelder ausfindig machen, die die Agenda von SPIEGEL TV maßgeblich bestimmen. Diese beiden werden daher im Anschluß genauer betrachtet. In einem weiteren Teil der Arbeit sollen Wettbewerbsvorteile von SPIEGEL TV gegenüber anderen Magazinen innerhalb organisatorischer Zusammenhänge der redaktionellen Arbeit aufgezeigt werden (Kapitel 9). Es wird nachzuweisen sein, daß eine ständige Überwachung des charakteristischen journalistischen Profils der Sendung, das anhand der empirischen Untersuchung beschrieben werden kann, eine gleichbleibende ¿Qualität¿ des Magazins garantiert. Auch hier ergeben sich Parallelen zur redaktionellen Organisation des SPIEGEL. Abschließend sollen gezielt eingesetzte Strategien zur Vermarktung der Medienaussagen von SPIEGEL TV dargelegt werden (Kapitel 10). Diese tragen zwar vermutlich nur ergänzend zum Erfolg vom SPIEGEL TV bei, gewinnen aber im bestehenden Medienwirtschaftsgefüge zunehmend an Bedeutung. Ohne die Informationen der Hausdokumentation des SPIEGEL, des NDR-Zeitungsarchivs, des Pressearchivs der DCTP8 und des Archivs von SPIEGEL TV wäre diese Arbeit nicht entstanden. Besonderer Dank gilt der SPIEGEL TV-Redaktion, namentlich Herrn Aust, der trotz terminlicher Schwierigkeiten Zeit für ein interview fand, Herrn Latsch für die langen Vorgespräche und Frau Reinecke, die sich von den häufigen Anfragen per Telefon und Fax immer wieder bereitwillig von der Arbeit abbringen ließ. Herzlichen Dank schulde ich ebenso Herrn Giani für das zweistündige Interview, das im Anhang leider nur in gekürzter Fassung wiedergegeben werden kann. Inhaltsverzeichnis: AbbildungsverzeichnisIII 1.Einleitung1 2.Politische und ökonomische Rahmenbedingungen des Fernsehens5 2.1Systemlogik des öffentlich-rechtlichen Fernsehens6 2.1.1Die politischen Magazine der Öffentlich-Rechtlichen9 2.1.2Reaktionen auf die Herausforderung durch die privaten Sender13 2.2Systemlogik des privaten Fernsehens14 2.2.1¿Information` - die Offensive der Privaten15 2.2.2Die ¿Politmagazine` der Privaten18 3.SPIEGEL TV - Standortbestimmung im dualen Rundfunksystem22 3.1Von der ¿Videogruppe Nord` zum erfolgreichsten Politmagazin22 3.1.1Ökonomische Erfolgsmaßstäbe23 3.1.2Publizistische Erfolgsmaßstäbe26 3.2Das ¿Modell Fernsehen ohne Intendant`28 3.3¿Medienpolitischer Wegzoll` - das kluge DCTP-Projekt30 3.3.1Die Development Company for Television Programs31 3.3.2Das medienpolitische Umfeld33 3.3.3Ein System wechselseitiger Abhängigkeiten36 3.3.4Programmpartner mit Image40 4.Das TV-Engagement des SPIEGEL-Verlags41 4.1Der SPIEGEL - Ein Außenseiter in der deutschen Printmedienlandschaft41 4.2Das Erfolgsrezept des SPIEGEL45 4.3Synergetische Effekte49 5.Konzeptionelle Besonderheiten - die SPIEGEL TV-Masche53 6.¿Konsequent Fernsehen machen`58 6.1Beispiel: ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden.`63 6.1.1Dramaturgie75 6.1.2Visuelle Effekte77 6.1.3Emotionale Stimuli81 6.2Konsequent abgebildete Realität 83 7.Kommentartextliches Kabarett87 7.1Stil und Sprache des SPIEGEL und von SPIEGEL TV87 7.1.1SPIEGEL87 7.1.2SPIEGEL TV90 7.2Die Moderation103 7.2.1Inszenierung der Moderationshandlung104 7.2.2Brückenbauen und im Besonderen das Allgemeine finden106 8.SPIEGEL TV-Themen108 8.1Themenanalyse109 8.2Kriminalberichterstattung114 8.3Politikberichterstattung120 9.Organisatorische Rahmenbedingungen redaktionellen Handelns126 9.1Die Struktur der Redaktion126 9.2Arbeitsbedingungen - beim privaten Fernsehen geht es nach Leistung128 9.3Organisationszusammenhang redaktioneller Arbeit130 10.Vermarktungsstrategien132 10.1Indirekte Strategien132 10.2Direkte Strategien135 11.Resümee136 Literaturverzeichnis1 Anhang14 A-1: Interview mit Paul Leo Giani, Rechtsberater der DCTP, vom 2.6.9414 A-2: Interview mit Stefan Aust, SPIEGEL TV-Chefredakteur, vom 1.9.9443 A-3: Filmprotokoll: ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden. Kurden gegen Türken.`54 A-4: Themenanalyse vom 23.5.93 bis 22.5.9461 Spiegel Tv: Inhaltsangabe:Einleitung: Das TV-Magazin des SPIEGEL gilt, aufgrund rasant steigender Einschaltquoten als erfolgreichstes politisches Fernsehmagazin der 90er Jahre. Als der SPIEGEL-Verlag 1988 - zögerlicher als die meisten anderen Verlage - sein Standbein im Fernsehmarkt aufbaute, hatte mit dieser Entwicklung niemand gerechnet. Selbst die privaten Sender RTLplus2 und SAT 1, denen die SPIEGEL-Sendung anfangs gar nicht ins Programmkonzept paßte, da sie kommerziellem Fernsehen nur mit massenattraktiven Unterhaltungsprogrammen eine Chance gaben, korrigierten ihre ursprüngliche Abneigung mit zunehmendem Erfolg von SPIEGEL TV Magazin in den folgenden Jahren. 1993 startete RTL allen privaten Sendern voran eine ¿Informationsoffensive¿ und orientierte sich dabei am Erfolgskonzept der Hamburger. Zeitgleich steigerte auch die eigens gegründete TV-Tochter des SPIEGEL mit vier weiteren Formaten für den Kölner Privatsender VOX die Präsenz des Print-Titels im audiovisuellen Medium. An den Erfolg des Hauptproduktes, SPIEGEL TV Magazin, reicht jedoch keine der VOX-Sendungen heran - auch nicht die SPIEGEL TV Reportage, die bereits zwei Jahre nach dem TV-Start des SPIEGEL eigens für SAT 1 gestartet wurde. Das Ziel dieser Arbeit ist, die entscheidenden Faktoren aufzuzeigen, die die Vormachtstellung von SPIEGEL TV Magazin im Wettbewerb begründen. Im ökonomischen Sprachgebrauch sind komparative Konkurrenzvorteile, d.h. Wettbewerbsvorteile im Vergleich zu anderen Anbietern im dualen Mediensystem, für den Erfolg eines Unternehmens verantwortlich. Hat sich ein Wettbewerber mit einer erfolgreichen Strategie einmal im Markt etabliert, werden Nachahmer versucht sein, das zu Erfolgskonzept imitieren. Diese ökonomische Theorie des Wettbewerbsverhaltens deckt sich mit dem zentralen Befund einer Programmstruktur- und Inhaltsanalyse der Informationsangebote privater und öffentlich-rechtlicher Fernsehanbieter in den Jahren 1985 bis 1988, die im Rahmen der Kabelpilotprojekte am Duisburger ¿Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung¿ durchgeführt wurde. Die Autoren Heribert Schatz, Nikolaus Immer und Frank Marcinkowski entwickelten anhand ihrer Ergebnisse die sogenannte Konvergenzthese. Ihrer Untersuchung zufolge führt fortgesetzte wechselseitige Imitation von Programmangeboten langfristig zu beinahe völliger Angleichung der Produkte öffentlich-rechtlicher und privater Anbieter, also zur inhaltlichen Konvergenz. Die Autoren g, Diplomica Verlag

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ID: 9783832435370

Erklärungen zum Erfolgskonzept eines privaten Fernsehmagazins Inhaltsangabe:Einleitung: Das TV-Magazin des SPIEGEL gilt, aufgrund rasant steigender Einschaltquoten als erfolgreichstes politisches Fernsehmagazin der 90er Jahre. Als der SPIEGEL-Verlag 1988 - zögerlicher als die meisten anderen Verlage - sein Standbein im Fernsehmarkt aufbaute, hatte mit dieser Entwicklung niemand gerechnet. Selbst die privaten Sender RTLplus2 und SAT 1, denen die SPIEGEL-Sendung anfangs gar nicht ins Programmkonzept paßte, da sie kommerziellem Fernsehen nur mit massenattraktiven Unterhaltungsprogrammen eine Chance gaben, korrigierten ihre ursprüngliche Abneigung mit zunehmendem Erfolg von SPIEGEL TV Magazin in den folgenden Jahren. 1993 startete RTL allen privaten Sendern voran eine ¿Informationsoffensive¿ und orientierte sich dabei am Erfolgskonzept der Hamburger. Zeitgleich steigerte auch die eigens gegründete TV-Tochter des SPIEGEL mit vier weiteren Formaten für den Kölner Privatsender VOX die Präsenz des Print-Titels im audiovisuellen Medium. An den Erfolg des Hauptproduktes, SPIEGEL TV Magazin, reicht jedoch keine der VOX-Sendungen heran - auch nicht die SPIEGEL TV Reportage, die bereits zwei Jahre nach dem TV-Start des SPIEGEL eigens für SAT 1 gestartet wurde. Das Ziel dieser Arbeit ist, die entscheidenden Faktoren aufzuzeigen, die die Vormachtstellung von SPIEGEL TV Magazin im Wettbewerb begründen. Im ökonomischen Sprachgebrauch sind komparative Konkurrenzvorteile, d.h. Wettbewerbsvorteile im Vergleich zu anderen Anbietern im dualen Mediensystem, für den Erfolg eines Unternehmens verantwortlich. Hat sich ein Wettbewerber mit einer erfolgreichen Strategie einmal im Markt etabliert, werden Nachahmer versucht sein, das zu Erfolgskonzept imitieren. Diese ökonomische Theorie des Wettbewerbsverhaltens deckt sich mit dem zentralen Befund einer Programmstruktur- und Inhaltsanalyse der Informationsangebote privater und öffentlich-rechtlicher Fernsehanbieter in den Jahren 1985 bis 1988, die im Rahmen der Kabelpilotprojekte am Duisburger ¿Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung¿ durchgeführt wurde. Die Autoren Heribert Schatz, Nikolaus Immer und Frank Marcinkowski entwickelten anhand ihrer Ergebnisse die sogenannte Konvergenzthese. Ihrer Untersuchung zufolge führt fortgesetzte wechselseitige Imitation von Programmangeboten langfristig zu beinahe völliger Angleichung der Produkte öffentlich-rechtlicher und privater Anbieter, also zur inhaltlichen Konvergenz. Die Autoren gehen dabei von einem Prozeß aus, der sich von der Ebene der Programmangebote als Annäherung von Inhalten, Programmkonzepten und Präsentationsformen ausweitet auf die Ebene harmonisierter Rezeptionsgewohnheiten weiter Teile des Publikums und dadurch schließlich die Gebührenfinanzierung eines Teils der Anbieter und somit das öffentlich-rechtliche Organisationsmodell in Frage stellt. Da empirische Untersuchungen bis dato auf der oberen Ebene der Analyse von Gesamtprogrammen keine Bestätigung konvergenter Entwicklungen ergaben, regt Marcinkowski 1991 differenziertere empirische Untersuchungen anhand der Indikatoren ¿Programmstruktur¿, ¿Programmpräsentation¿, ¿Programmentstehung¿ und ¿Programmqualität¿ zum Nachweis konvergenter Phänomene an. Aus konvergenztheoretischer Sicht formuliert er mangels neuerer Daten empirische Hypothesen, die sich seiner Meinung nach mittels der genannten Indikatoren bestätigen lassen. Die erste lautet: ¿es gibt Sendungsformen, die es zu Sendebeginn (in den Kabelpilotprojekten) bei den Privaten so nicht gegeben hat und umgekehrt Sendungstypen im öffentlich-rechtlichere Fernsehen, die dort vor Beginn der privaten Konkurrenz nicht denkbar waren und die hinsichtlich des Inhalts und der stilbildenden Präsentationselemente klar erkennbare Vorbilder im jeweils anderen System haben. Auf Seiten des Privatfernsehens sind hier an erster Stelle `Spiegel-TV` und `stern-TV` zu nennen, die relativ unverholen die politischen Magazine der Öffentlich-rechtlichen kopieren. Somit würde das Konzept von SPIEGEL TV, das als Vorbild für die Entwicklung einiger Sendungen im Privatfernsehen fungierte, selbst auf die Imitation öffentlich-rechtlicher Politikmagazine gründen. Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, warum die Kopie erfolgreicher ist als das Original. Die folgende Untersuchung der medialen Wirklichkeitskonstruktionen von SPIEGEL TV und der spezifischen Strukturzusammenhänge ihrer Entstehung, soll zur Klärung dieser Frage beitragen. Vor dem Hintergrund konvergenter Programmentwicklungen werden komparative Konkurrenzvorteile von SPIEGEL TV vor anderen öffentlichrechtlichen und privaten Magazinen aufgezeigt, die im wesentlichen im Zusammenspiel der Faktoren ¿private Organisationsform¿, ¿Wettbewerbsparameter des SPIEGEL¿, ¿Spezifika des Mediums Fernsehen¿ und ¿Organisationszusammenhang redaktionellen Handelns¿ zu finden sind. Alle diese Faktoren bestimmen den Handlungsspielraum der Akteure und somit die Medienaussagen, die letztlich erfolgreich vermarktet werden. Gang der Untersuchung: Das anschließende Kapitel gibt zunächst Aufschluß über die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen des öffentlich-rechtlichen sowie des privaten Rundfunkteilsystems, die ¿extern¿ den Handlungsspielraum der Journalisten bestimmen. Diese mediensystemspezifischen Faktoren haben, wie sich zeigen läßt, Auswirkungen sowohl auf die Präsentationsweise als auch auf den Inhalt der konkurrierenden politischen Magazine und Informationssendungen (Kapitel 2). Da SPIEGEL TV keinem der beiden Rundfunkmodelle unmittelbar zuzuordnen ist, folgt eine Standortbestimmung der Sendung im dualen System (Kapitel 3). Dabei wird zunächst grundlegend zu klären sein, welche Maßstäbe für den überragenden Erfolg des Magazins innerhalb dieses Rundfunksystems anzusetzen sind. Eine anschließende detaillierte Beschreibung des modifizierten privatrechtlichen Organisationsmodells, dem SPIEGEL TV zuzurechnen ist, gibt Aufschluß über die Sonderstellung des Magazins im dualen Rundfunk und die spezifischen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Nur unter den Bedingungen dieses ¿Modells Fernsehen ohne Intendant¿ war ein TV-Engagement für den SPIEGEL, wie gezeigt werden soll, überhaupt möglich (Kapitel 4). Die Ziele, die der Verlag mit der TV-Tochter verfolgt, sind vor dem Hintergrund, daß das Print-Magazin in jüngster Zeit seine Monopolstellung verloren hat, wichtige Rahmenbedingungen für den TV-Ableger. Nachdem zunächst komparative Konkurrenzvorteile von SPIEGEL TV innerhalb mediensystemspezifischer Zusammenhänge erklärt werden, sollen in einem weiteren Teil der Arbeit innerhalb medienspezifischer Zusammenhänge, die ¿intern¿ den Handlungsspielraum der Journalisten und die medialen Wirklichkeitskonstruktionen bestimmen, weitere Vorteile gegenüber den Wettbewerbern aufgezeigt werden. Medienspezifische Zusammenhänge sind zunächst in der Formatlogik des Fernsehens zu finden. Es zeigt sich, daß SPIEGEL TV zum einen die Spezifika des Mediums Fernsehen stärker nutzt als die öffentlich-rechtlichen Magazine, was sich sowohl in der Präsentation als auch in der Themenwahl niederschlägt, zum anderen ebensogut Elemente des SPIEGEL adapHier soll trotz mangelnder empirischer Nachweise davon ausgegangen werden, daß wechselseitige nuancierte Imitationen zur Praxis der Programmgestaltung gehören. Beides zusammengenommen entsteht ein charakteristisches Konzept (Kapitel 5), das im weiteren als SPIEGEL TV-Masche bezeichnet wird. Im Anschluß werden diese konzeptionellen Besonderheiten anhand einer empirischen Untersuchung der Themenwahl und -präsentation bei SPIEGEL TV genauer betrachtet. Methodisch ist die Untersuchung in drei Teile gegliedert. Zunächst zeigt eine Filmanalyse des Beitrags ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden. Kurden gegen Türken.¿ vom 27.6.93 stilprägende Elemente der filmischen Gestaltung des Magazins (Kapitel 6). Anschließend werden häufig verwendete sprachliche Muster aufgezeigt und Parallelen zur sprachlichen und stilistischen Darstellungsweise des Print-SPIEGEL gezogen (Kapitel 7). Zuletzt folgt eine Themenanalyse basierend auf 50 Sendungen, die im Zeitraum vom 23.5.93 bis 22.5.94 ausgestrahlt wurden (Kapitel 8). Mit Hilfe der quantitativen Untersuchung lassen sich zwei Themenfelder ausfindig machen, die die Agenda von SPIEGEL TV maßgeblich bestimmen. Diese beiden werden daher im Anschluß genauer betrachtet. In einem weiteren Teil der Arbeit sollen Wettbewerbsvorteile von SPIEGEL TV gegenüber anderen Magazinen innerhalb organisatorischer Zusammenhänge der redaktionellen Arbeit aufgezeigt werden (Kapitel 9). Es wird nachzuweisen sein, daß eine ständige Überwachung des charakteristischen journalistischen Profils der Sendung, das anhand der empirischen Untersuchung beschrieben werden kann, eine gleichbleibende ¿Qualität¿ des Magazins garantiert. Auch hier ergeben sich Parallelen zur redaktionellen Organisation des SPIEGEL. Abschließend sollen gezielt eingesetzte Strategien zur Vermarktung der Medienaussagen von SPIEGEL TV dargelegt werden (Kapitel 10). Diese tragen zwar vermutlich nur ergänzend zum Erfolg vom SPIEGEL TV bei, gewinnen aber im bestehenden Medienwirtschaftsgefüge zunehmend an Bedeutung. Ohne die Informationen der Hausdokumentation des SPIEGEL, des NDR-Zeitungsarchivs, des Pressearchivs der DCTP8 und des Archivs von SPIEGEL TV wäre diese Arbeit nicht entstanden. Besonderer Dank gilt der SPIEGEL TV-Redaktion, namentlich Herrn Aust, der trotz terminlicher Schwierigkeiten Zeit für ein interview fand, Herrn Latsch für die langen Vorgespräche und Frau Reinecke, die sich von den häufigen Anfragen per Telefon und Fax immer wieder bereitwillig von der Arbeit abbringen ließ. Herzlichen Dank schulde ich ebenso Herrn Giani für das zweistündige Interview, das im Anhang leider nur in gekürzter Fassung wiedergegeben werden kann. Inhaltsverzeichnis: AbbildungsverzeichnisIII 1.Einleitung1 2.Politische und ökonomische Rahmenbedingungen des Fernsehens5 2.1Systemlogik des öffentlich-rechtlichen Fernsehens6 2.1.1Die politischen Magazine der Öffentlich-Rechtlichen9 2.1.2Reaktionen auf die Herausforderung durch die privaten Sender13 2.2Systemlogik des privaten Fernsehens14 2.2.1¿Information` - die Offensive der Privaten15 2.2.2Die ¿Politmagazine` der Privaten18 3.SPIEGEL TV - Standortbestimmung im dualen Rundfunksystem22 3.1Von der ¿Videogruppe Nord` zum erfolgreichsten Politmagazin22 3.1.1Ökonomische Erfolgsmaßstäbe23 3.1.2Publizistische Erfolgsmaßstäbe26 3.2Das ¿Modell Fernsehen ohne Intendant`28 3.3¿Medienpolitischer Wegzoll` - das kluge DCTP-Projekt30 3.3.1Die Development Company for Television Programs31 3.3.2Das medienpolitische Umfeld33 3.3.3Ein System wechselseitiger Abhängigkeiten36 3.3.4Programmpartner mit Image40 4.Das TV-Engagement des SPIEGEL-Verlags41 4.1Der SPIEGEL - Ein Außenseiter in der deutschen Printmedienlandschaft41 4.2Das Erfolgsrezept des SPIEGEL45 4.3Synergetische Effekte49 5.Konzeptionelle Besonderheiten - die SPIEGEL TV-Masche53 6.¿Konsequent Fernsehen machen`58 6.1Beispiel: ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden.`63 6.1.1Dramaturgie75 6.1.2Visuelle Effekte77 6.1.3Emotionale Stimuli81 6.2Konsequent abgebildete Realität 83 7.Kommentartextliches Kabarett87 7.1Stil und Sprache des SPIEGEL und von SPIEGEL TV87 7.1.1SPIEGEL87 7.1.2SPIEGEL TV90 7.2Die Moderation103 7.2.1Inszenierung der Moderationshandlung104 7.2.2Brückenbauen und im Besonderen das Allgemeine finden106 8.SPIEGEL TV-Themen108 8.1Themenanalyse109 8.2Kriminalberichterstattung114 8.3Politikberichterstattung120 9.Organisatorische Rahmenbedingungen redaktionellen Handelns126 9.1Die Struktur der Redaktion126 9.2Arbeitsbedingungen - beim privaten Fernsehen geht es nach Leistung128 9.3Organisationszusammenhang redaktioneller Arbeit130 10.Vermarktungsstrategien132 10.1Indirekte Strategien132 10.2Direkte Strategien135 11.Resümee136 Literaturverzeichnis1 Anhang14 A-1: Interview mit Paul Leo Giani, Rechtsberater der DCTP, vom 2.6.9414 A-2: Interview mit Stefan Aust, SPIEGEL TV-Chefredakteur, vom 1.9.9443 A-3: Filmprotokoll: ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden. Kurden gegen Türken.`54 A-4: Themenanalyse vom 23.5.93 bis 22.5.9461 Spiegel TV: Inhaltsangabe:Einleitung: Das TV-Magazin des SPIEGEL gilt, aufgrund rasant steigender Einschaltquoten als erfolgreichstes politisches Fernsehmagazin der 90er Jahre. Als der SPIEGEL-Verlag 1988 - zögerlicher als die meisten anderen Verlage - sein Standbein im Fernsehmarkt aufbaute, hatte mit dieser Entwicklung niemand gerechnet. Selbst die privaten Sender RTLplus2 und SAT 1, denen die SPIEGEL-Sendung anfangs gar nicht ins Programmkonzept paßte, da sie kommerziellem Fernsehen nur mit massenattraktiven Unterhaltungsprogrammen eine Chance gaben, korrigierten ihre ursprüngliche Abneigung mit zunehmendem Erfolg von SPIEGEL TV Magazin in den folgenden Jahren. 1993 startete RTL allen privaten Sendern voran eine ¿Informationsoffensive¿ und orientierte sich dabei am Erfolgskonzept der Hamburger. Zeitgleich steigerte auch die eigens gegründete TV-Tochter des SPIEGEL mit vier weiteren Formaten für den Kölner Privatsender VOX die Präsenz des Print-Titels im audiovisuellen Medium. An den Erfolg des Hauptproduktes, SPIEGEL TV Magazin, reicht jedoch keine der VOX-Sendungen heran - auch nicht die SPIEGEL TV Reportage, die bereits zwei Jahre nach dem TV-Start des SPIEGEL eigens für SAT 1 gestartet wurde. Das Ziel dieser Arbeit ist, die entscheidenden Faktoren aufzuzeigen, die die Vormachtstellung von SPIEGEL TV Magazin im Wettbewerb begründen. Im ökonomischen Sprachgebrauch sind komparative Konkurrenzvorteile, d.h. Wettbewerbsvorteile im Vergleich zu anderen Anbietern im dualen Mediensystem, für den Erfolg eines Unternehmens verantwortlich. Hat sich ein Wettbewerber mit einer erfolgreichen Strategie einmal im Markt etabliert, werden Nachahmer versucht sein, das zu Erfolgskonzept imitieren. Diese ökonomische Theorie des Wettbewerbsverhaltens deckt sich mit dem zentralen Befund einer Programmstruktur- und Inhaltsanalyse der Informationsangebote privater und öffentlich-rechtlicher Fernsehanbieter in den Jahren 1985 bis 1988, die im Rahmen der Kabelpilotprojekte am Duisburger ¿Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung¿ durchgeführt wurde. Die Autoren Heribert Schatz, Nikolaus Immer und Frank Marcinkowski entwickelten anhand ihrer Ergebnisse die sogenannte Konvergenzthese. Ihrer Untersuchung zufolge führt fortgesetzte wechselseitige Imitation von Programmangeboten langfristig zu beinahe völliger Angleichung der Produkte öffentlich-rechtlicher und privater Anbieter, also zur inhaltlichen Konv, Diplomica Verlag

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ISBN: 9783832435370

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Erklärungen zum Erfolgskonzept eines privaten Fernsehmagazins Inhaltsangabe:Einleitung: Das TV-Magazin des SPIEGEL gilt, aufgrund rasant steigender Einschaltquoten als erfolgreichstes politisches Fernsehmagazin der 90er Jahre. Als der SPIEGEL-Verlag 1988 - zögerlicher als die meisten anderen Verlage - sein Standbein im Fernsehmarkt aufbaute, hatte mit dieser Entwicklung niemand gerechnet. Selbst die privaten Sender RTLplus2 und SAT 1, denen die SPIEGEL-Sendung anfangs gar nicht ins Programmkonzept paßte, da sie kommerziellem Fernsehen nur mit massenattraktiven Unterhaltungsprogrammen eine Chance gaben, korrigierten ihre ursprüngliche Abneigung mit zunehmendem Erfolg von SPIEGEL TV Magazin in den folgenden Jahren. 1993 startete RTL allen privaten Sendern voran eine ¿Informationsoffensive¿ und orientierte sich dabei am Erfolgskonzept der Hamburger. Zeitgleich steigerte auch die eigens gegründete TV-Tochter des SPIEGEL mit vier weiteren Formaten für den Kölner Privatsender VOX die Präsenz des Print-Titels im audiovisuellen Medium. An den Erfolg des Hauptproduktes, SPIEGEL TV Magazin, reicht jedoch keine der VOX-Sendungen heran - auch nicht die SPIEGEL TV Reportage, die bereits zwei Jahre nach dem TV-Start des SPIEGEL eigens für SAT 1 gestartet wurde. Das Ziel dieser Arbeit ist, die entscheidenden Faktoren aufzuzeigen, die die Vormachtstellung von SPIEGEL TV Magazin im Wettbewerb begründen. Im ökonomischen Sprachgebrauch sind komparative Konkurrenzvorteile, d.h. Wettbewerbsvorteile im Vergleich zu anderen Anbietern im dualen Mediensystem, für den Erfolg eines Unternehmens verantwortlich. Hat sich ein Wettbewerber mit einer erfolgreichen Strategie einmal im Markt etabliert, werden Nachahmer versucht sein, das zu Erfolgskonzept imitieren. Diese ökonomische Theorie des Wettbewerbsverhaltens deckt sich mit dem zentralen Befund einer Programmstruktur- und Inhaltsanalyse der Informationsangebote privater und öffentlich-rechtlicher Fernsehanbieter in den Jahren 1985 bis 1988, die im Rahmen der Kabelpilotprojekte am Duisburger ¿Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung¿ durchgeführt wurde. Die Autoren Heribert Schatz, Nikolaus Immer und Frank Marcinkowski entwickelten anhand ihrer Ergebnisse die sogenannte Konvergenzthese. Ihrer Untersuchung zufolge führt fortgesetzte wechselseitige Imitation von Programmangeboten langfristig zu beinahe völliger Angleichung der Produkte öffentlich-rechtlicher und privater Anbieter, also zur inhaltlichen Konvergenz. Die Autoren gehen dabei von einem Prozeß aus, der sich von der Ebene der Programmangebote als Annäherung von Inhalten, Programmkonzepten und Präsentationsformen ausweitet auf die Ebene harmonisierter Rezeptionsgewohnheiten weiter Teile des Publikums und dadurch schließlich die Gebührenfinanzierung eines Teils der Anbieter und somit das öffentlich-rechtliche Organisationsmodell in Frage stellt. Da empirische Untersuchungen bis dato auf der oberen Ebene der Analyse von Gesamtprogrammen keine Bestätigung konvergenter Entwicklungen ergaben, regt Marcinkowski 1991 differenziertere empirische Untersuchungen anhand der Indikatoren ¿Programmstruktur¿, ¿Programmpräsentation¿, ¿Programmentstehung¿ und ¿Programmqualität¿ zum Nachweis konvergenter Phänomene an. Aus konvergenztheoretischer Sicht formuliert er mangels neuerer Daten empirische Hypothesen, die sich seiner Meinung nach mittels der genannten Indikatoren bestätigen lassen. Die erste lautet: ¿es gibt Sendungsformen, die es zu Sendebeginn (in den Kabelpilotprojekten) bei den Privaten so nicht gegeben hat und umgekehrt Sendungstypen im öffentlich-rechtlichere Fernsehen, die dort vor Beginn der privaten Konkurrenz nicht denkbar waren und die hinsichtlich des Inhalts und der stilbildenden Präsentationselemente klar erkennbare Vorbilder im jeweils anderen System haben. Auf Seiten des Privatfernsehens sind hier an erster Stelle `Spiegel-TV` und `stern-TV` zu nennen, die relativ unverholen die politischen Magazine der Öffentlich-rechtlichen kopieren. Somit würde das Konzept von SPIEGEL TV, das als Vorbild für die Entwicklung einiger Sendungen im Privatfernsehen fungierte, selbst auf die Imitation öffentlich-rechtlicher Politikmagazine gründen. Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, warum die Kopie erfolgreicher ist als das Original. Die folgende Untersuchung der medialen Wirklichkeitskonstruktionen von SPIEGEL TV und der spezifischen Strukturzusammenhänge ihrer Entstehung, soll zur Klärung dieser Frage beitragen. Vor dem Hintergrund konvergenter Programmentwicklungen werden komparative Konkurrenzvorteile von SPIEGEL TV vor anderen öffentlichrechtlichen und privaten Magazinen aufgezeigt, die im wesentlichen im Zusammenspiel der Faktoren ¿private Organisationsform¿, ¿Wettbewerbsparameter des SPIEGEL¿, ¿Spezifika des Mediums Fernsehen¿ und ¿Organisationszusammenhang redaktionellen Handelns¿ zu finden sind. Alle diese Faktoren bestimmen den Handlungsspielraum der Akteure und somit die Medienaussagen, die letztlich erfolgreich vermarktet werden. Gang der Untersuchung: Das anschließende Kapitel gibt zunächst Aufschluß über die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen des öffentlich-rechtlichen sowie des privaten Rundfunkteilsystems, die ¿extern¿ den Handlungsspielraum der Journalisten bestimmen. Diese mediensystemspezifischen Faktoren haben, wie sich zeigen läßt, Auswirkungen sowohl auf die Präsentationsweise als auch auf den Inhalt der konkurrierenden politischen Magazine und Informationssendungen (Kapitel 2). Da SPIEGEL TV keinem der beiden Rundfunkmodelle unmittelbar zuzuordnen ist, folgt eine Standortbestimmung der Sendung im dualen System (Kapitel 3). Dabei wird zunächst grundlegend zu klären sein, welche Maßstäbe für den überragenden Erfolg des Magazins innerhalb dieses Rundfunksystems anzusetzen sind. Eine anschließende detaillierte Beschreibung des modifizierten privatrechtlichen Organisationsmodells, dem SPIEGEL TV zuzurechnen ist, gibt Aufschluß über die Sonderstellung des Magazins im dualen Rundfunk und die spezifischen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Nur unter den Bedingungen dieses ¿Modells Fernsehen ohne Intendant¿ war ein TV-Engagement für den SPIEGEL, wie gezeigt werden soll, überhaupt möglich (Kapitel 4). Die Ziele, die der Verlag mit der TV-Tochter verfolgt, sind vor dem Hintergrund, daß das Print-Magazin in jüngster Zeit seine Monopolstellung verloren hat, wichtige Rahmenbedingungen für den TV-Ableger. Nachdem zunächst komparative Konkurrenzvorteile von SPIEGEL TV innerhalb mediensystemspezifischer Zusammenhänge erklärt werden, sollen in einem weiteren Teil der Arbeit innerhalb medienspezifischer Zusammenhänge, die ¿intern¿ den Handlungsspielraum der Journalisten und die medialen Wirklichkeitskonstruktionen bestimmen, weitere Vorteile gegenüber den Wettbewerbern aufgezeigt werden. Medienspezifische Zusammenhänge sind zunächst in der Formatlogik des Fernsehens zu finden. Es zeigt sich, daß SPIEGEL TV zum einen die Spezifika des Mediums Fernsehen stärker nutzt als die öffentlich-rechtlichen Magazine, was sich sowohl in der Präsentation als auch in der Themenwahl niederschlägt, zum anderen ebensogut Elemente des SPIEGEL adapHier soll trotz mangelnder empirischer Nachweise davon ausgegangen werden, daß wechselseitige nuancierte Imitationen zur Praxis der Programmgestaltung gehören. Beides zusammengenommen entsteht ein charakteristisches Konzept (Kapitel 5), das im weiteren als SPIEGEL TV-Masche bezeichnet wird. Im Anschluß werden diese konzeptionellen Besonderheiten anhand einer empirischen Untersuchung der Themenwahl und -präsentation bei SPIEGEL TV genauer betrachtet. Methodisch ist die Untersuchung in drei Teile gegliedert. Zunächst zeigt eine Filmanalyse des Beitrags ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden. Kurden gegen Türken.¿ vom 27.6.93 stilprägende Elemente der filmischen Gestaltung des Magazins (Kapitel 6). Anschließend werden häufig verwendete sprachliche Muster aufgezeigt und Parallelen zur sprachlichen und stilistischen Darstellungsweise des Print-SPIEGEL gezogen (Kapitel 7). Zuletzt folgt eine Themenanalyse basierend auf 50 Sendungen, die im Zeitraum vom 23.5.93 bis 22.5.94 ausgestrahlt wurden (Kapitel 8). Mit Hilfe der quantitativen Untersuchung lassen sich zwei Themenfelder ausfindig machen, die die Agenda von SPIEGEL TV maßgeblich bestimmen. Diese beiden werden daher im Anschluß genauer betrachtet. In einem weiteren Teil der Arbeit sollen Wettbewerbsvorteile von SPIEGEL TV gegenüber anderen Magazinen innerhalb organisatorischer Zusammenhänge der redaktionellen Arbeit aufgezeigt werden (Kapitel 9). Es wird nachzuweisen sein, daß eine ständige Überwachung des charakteristischen journalistischen Profils der Sendung, das anhand der empirischen Untersuchung beschrieben werden kann, eine gleichbleibende ¿Qualität¿ des Magazins garantiert. Auch hier ergeben sich Parallelen zur redaktionellen Organisation des SPIEGEL. Abschließend sollen gezielt eingesetzte Strategien zur Vermarktung der Medienaussagen von SPIEGEL TV dargelegt werden (Kapitel 10). Diese tragen zwar vermutlich nur ergänzend zum Erfolg vom SPIEGEL TV bei, gewinnen aber im bestehenden Medienwirtschaftsgefüge zunehmend an Bedeutung. Ohne die Informationen der Hausdokumentation des SPIEGEL, des NDR-Zeitungsarchivs, des Pressearchivs der DCTP8 und des Archivs von SPIEGEL TV wäre diese Arbeit nicht entstanden. Besonderer Dank gilt der SPIEGEL TV-Redaktion, namentlich Herrn Aust, der trotz terminlicher Schwierigkeiten Zeit für ein interview fand, Herrn Latsch für die langen Vorgespräche und Frau Reinecke, die sich von den häufigen Anfragen per Telefon und Fax immer wieder bereitwillig von der Arbeit abbringen ließ. Herzlichen Dank schulde ich ebenso Herrn Giani für das zweistündige Interview, das im Anhang leider nur in gekürzter Fassung wiedergegeben werden kann. Inhaltsverzeichnis: AbbildungsverzeichnisIII 1.Einleitung1 2.Politische und ökonomische Rahmenbedingungen des Fernsehens5 2.1Systemlogik des öffentlich-rechtlichen Fernsehens6 2.1.1Die politischen Magazine der Öffentlich-Rechtlichen9 2.1.2Reaktionen auf die Herausforderung durch die privaten Sender13 2.2Systemlogik des privaten Fernsehens14 2.2.1¿Information` - die Offensive der Privaten15 2.2.2Die ¿Politmagazine` der Privaten18 3.SPIEGEL TV - Standortbestimmung im dualen Rundfunksystem22 3.1Von der ¿Videogruppe Nord` zum erfolgreichsten Politmagazin22 3.1.1Ökonomische Erfolgsmaßstäbe23 3.1.2Publizistische Erfolgsmaßstäbe26 3.2Das ¿Modell Fernsehen ohne Intendant`28 3.3¿Medienpolitischer Wegzoll` - das kluge DCTP-Projekt30 3.3.1Die Development Company for Television Programs31 3.3.2Das medienpolitische Umfeld33 3.3.3Ein System wechselseitiger Abhängigkeiten36 3.3.4Programmpartner mit Image40 4.Das TV-Engagement des SPIEGEL-Verlags41 4.1Der SPIEGEL - Ein Außenseiter in der deutschen Printmedienlandschaft41 4.2Das Erfolgsrezept des SPIEGEL45 4.3Synergetische Effekte49 5.Konzeptionelle Besonderheiten - die SPIEGEL TV-Masche53 6.¿Konsequent Fernsehen machen`58 6.1Beispiel: ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden.`63 6.1.1Dramaturgie75 6.1.2Visuelle Effekte77 6.1.3Emotionale Stimuli81 6.2Konsequent abgebildete Realität 83 7.Kommentartextliches Kabarett87 7.1Stil und Sprache des SPIEGEL und von SPIEGEL TV87 7.1.1SPIEGEL87 7.1.2SPIEGEL TV90 7.2Die Moderation103 7.2.1Inszenierung der Moderationshandlung104 7.2.2Brückenbauen und im Besonderen das Allgemeine finden106 8.SPIEGEL TV-Themen108 8.1Themenanalyse109 8.2Kriminalberichterstattung114 8.3Politikberichterstattung120 9.Organisatorische Rahmenbedingungen redaktionellen Handelns126 9.1Die Struktur der Redaktion126 9.2Arbeitsbedingungen - beim privaten Fernsehen geht es nach Leistung128 9.3Organisationszusammenhang redaktioneller Arbeit130 10.Vermarktungsstrategien132 10.1Indirekte Strategien132 10.2Direkte Strategien135 11.Resümee136 Literaturverzeichnis1 Anhang14 A-1: Interview mit Paul Leo Giani, Rechtsberater der DCTP, vom 2.6.9414 A-2: Interview mit Stefan Aust, SPIEGEL TV-Chefredakteur, vom 1.9.9443 A-3: Filmprotokoll: ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden. Kurden gegen Türken.`54 A-4: Themenanalyse vom 23.5.93 bis 22.5.9461 Spiegel TV: Inhaltsangabe:Einleitung: Das TV-Magazin des SPIEGEL gilt, aufgrund rasant steigender Einschaltquoten als erfolgreichstes politisches Fernsehmagazin der 90er Jahre. Als der SPIEGEL-Verlag 1988 - zögerlicher als die meisten anderen Verlage - sein Standbein im Fernsehmarkt aufbaute, hatte mit dieser Entwicklung niemand gerechnet. Selbst die privaten Sender RTLplus2 und SAT 1, denen die SPIEGEL-Sendung anfangs gar nicht ins Programmkonzept paßte, da sie kommerziellem Fernsehen nur mit massenattraktiven Unterhaltungsprogrammen eine Chance gaben, korrigierten ihre ursprüngliche Abneigung mit zunehmendem Erfolg von SPIEGEL TV Magazin in den folgenden Jahren. 1993 startete RTL allen privaten Sendern voran eine ¿Informationsoffensive¿ und orientierte sich dabei am Erfolgskonzept der Hamburger. Zeitgleich steigerte auch die eigens gegründete TV-Tochter des SPIEGEL mit vier weiteren Formaten für den Kölner Privatsender VOX die Präsenz des Print-Titels im audiovisuellen Medium. An den Erfolg des Hauptproduktes, SPIEGEL TV Magazin, reicht jedoch keine der VOX-Sendungen heran - auch nicht die SPIEGEL TV Reportage, die bereits zwei Jahre nach dem TV-Start des SPIEGEL eigens für SAT 1 gestartet wurde. Das Ziel dieser Arbeit ist, die entscheidenden Faktoren aufzuzeigen, die die Vormachtstellung von SPIEGEL TV Magazin im Wettbewerb begründen. Im ökonomischen Sprachgebrauch sind komparative Konkurrenzvorteile, d.h. Wettbewerbsvorteile im Vergleich zu anderen Anbietern im dualen Mediensystem, für den Erfolg eines Unternehmens verantwortlich. Hat sich ein Wettbewerber mit einer erfolgreichen Strategie einmal im Markt etabliert, werden Nachahmer versucht sein, das zu Erfolgskonzept imitieren. Diese ökonomische Theorie des Wettbewerbsverhaltens deckt sich mit dem zentralen Befund einer Programmstruktur- und Inhaltsanalyse der Informationsangebote privater und öffentlich-rechtlicher Fernsehanbieter in den Jahren 1985 bis 1988, die im Rahmen der Kabelpilotprojekte am Duisburger ¿Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung¿ durchgeführt wurde. Die Autoren Heribert Schatz, Nikolaus Immer und Frank Marcinkowski entwickelten anhand ihrer Ergebnisse die sogenannte Konvergenzthese. Ihrer Untersuchung zufolge führt fortgesetzte wechselseitige Imitation von Programmangeboten langfristig zu beinahe völliger Angleichung der Produkte öffentlich-rechtlicher und privater Anbieter, also zur inhaltlichen, Diplomica Verlag

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Erklärungen zum Erfolgskonzept eines privaten Fernsehmagazins Inhaltsangabe:Einleitung: Das TV-Magazin des SPIEGEL gilt, aufgrund rasant steigender Einschaltquoten als erfolgreichstes politisches Fernsehmagazin der 90er Jahre. Als der SPIEGEL-Verlag 1988 - zögerlicher als die meisten anderen Verlage - sein Standbein im Fernsehmarkt aufbaute, hatte mit dieser Entwicklung niemand gerechnet. Selbst die privaten Sender RTLplus2 und SAT 1, denen die SPIEGEL-Sendung anfangs gar nicht ins Programmkonzept paßte, da sie kommerziellem Fernsehen nur mit massenattraktiven Unterhaltungsprogrammen eine Chance gaben, korrigierten ihre ursprüngliche Abneigung mit zunehmendem Erfolg von SPIEGEL TV Magazin in den folgenden Jahren. 1993 startete RTL allen privaten Sendern voran eine ¿Informationsoffensive¿ und orientierte sich dabei am Erfolgskonzept der Hamburger. Zeitgleich steigerte auch die eigens gegründete TV-Tochter des SPIEGEL mit vier weiteren Formaten für den Kölner Privatsender VOX die Präsenz des Print-Titels im audiovisuellen Medium. An den Erfolg des Hauptproduktes, SPIEGEL TV Magazin, reicht jedoch keine der VOX-Sendungen heran - auch nicht die SPIEGEL TV Reportage, die bereits zwei Jahre nach dem TV-Start des SPIEGEL eigens für SAT 1 gestartet wurde. Das Ziel dieser Arbeit ist, die entscheidenden Faktoren aufzuzeigen, die die Vormachtstellung von SPIEGEL TV Magazin im Wettbewerb begründen. Im ökonomischen Sprachgebrauch sind komparative Konkurrenzvorteile, d.h. Wettbewerbsvorteile im Vergleich zu anderen Anbietern im dualen Mediensystem, für den Erfolg eines Unternehmens verantwortlich. Hat sich ein Wettbewerber mit einer erfolgreichen Strategie einmal im Markt etabliert, werden Nachahmer versucht sein, das zu Erfolgskonzept imitieren. Diese ökonomische Theorie des Wettbewerbsverhaltens deckt sich mit dem zentralen Befund einer Programmstruktur- und Inhaltsanalyse der Informationsangebote privater und öffentlich-rechtlicher Fernsehanbieter in den Jahren 1985 bis 1988, die im Rahmen der Kabelpilotprojekte am Duisburger ¿Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung¿ durchgeführt wurde. Die Autoren Heribert Schatz, Nikolaus Immer und Frank Marcinkowski entwickelten anhand ihrer Ergebnisse die sogenannte Konvergenzthese. Ihrer Untersuchung zufolge führt fortgesetzte wechselseitige Imitation von Programmangeboten langfristig zu beinahe völliger Angleichung der Produkte öffentlich-rechtlicher und privater Anbieter, also zur inhaltlichen Konvergenz. Die Autoren gehen dabei von einem Prozeß aus, der sich von der Ebene der Programmangebote als Annäherung von Inhalten, Programmkonzepten und Präsentationsformen ausweitet auf die Ebene harmonisierter Rezeptionsgewohnheiten weiter Teile des Publikums und dadurch schließlich die Gebührenfinanzierung eines Teils der Anbieter und somit das öffentlich-rechtliche Organisationsmodell in Frage stellt. Da empirische Untersuchungen bis dato auf der oberen Ebene der Analyse von Gesamtprogrammen keine Bestätigung konvergenter Entwicklungen ergaben, regt Marcinkowski 1991 differenziertere empirische Untersuchungen anhand der Indikatoren ¿Programmstruktur¿, ¿Programmpräsentation¿, ¿Programmentstehung¿ und ¿Programmqualität¿ zum Nachweis konvergenter Phänomene an. Aus konvergenztheoretischer Sicht formuliert er mangels neuerer Daten empirische Hypothesen, die sich seiner Meinung nach mittels der genannten Indikatoren bestätigen lassen. Die erste lautet: ¿es gibt Sendungsformen, die es zu Sendebeginn (in den Kabelpilotprojekten) bei den Privaten so nicht gegeben hat und umgekehrt Sendungstypen im öffentlich-rechtlichere Fernsehen, die dort vor Beginn der privaten Konkurrenz nicht denkbar waren und die hinsichtlich des Inhalts und der stilbildenden Präsentationselemente klar erkennbare Vorbilder im jeweils anderen System haben. Auf Seiten des Privatfernsehens sind hier an erster Stelle `Spiegel-TV` und `stern-TV` zu nennen, die relativ unverholen die politischen Magazine der Öffentlich-rechtlichen kopieren. Somit würde das Konzept von SPIEGEL TV, das als Vorbild für die Entwicklung einiger Sendungen im Privatfernsehen fungierte, selbst auf die Imitation öffentlich-rechtlicher Politikmagazine gründen. Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, warum die Kopie erfolgreicher ist als das Original. Die folgende Untersuchung der medialen Wirklichkeitskonstruktionen von SPIEGEL TV und der spezifischen Strukturzusammenhänge ihrer Entstehung, soll zur Klärung dieser Frage beitragen. Vor dem Hintergrund konvergenter Programmentwicklungen werden komparative Konkurrenzvorteile von SPIEGEL TV vor anderen öffentlichrechtlichen und privaten Magazinen aufgezeigt, die im wesentlichen im Zusammenspiel der Faktoren ¿private Organisationsform¿, ¿Wettbewerbsparameter des SPIEGEL¿, ¿Spezifika des Mediums Fernsehen¿ und ¿Organisationszusammenhang redaktionellen Handelns¿ zu finden sind. Alle diese Faktoren bestimmen den Handlungsspielraum der Akteure und somit die Medienaussagen, die letztlich erfolgreich vermarktet werden. Gang der Untersuchung: Das anschließende Kapitel gibt zunächst Aufschluß über die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen des öffentlich-rechtlichen sowie des privaten Rundfunkteilsystems, die ¿extern¿ den Handlungsspielraum der Journalisten bestimmen. Diese mediensystemspezifischen Faktoren haben, wie sich zeigen läßt, Auswirkungen sowohl auf die Präsentationsweise als auch auf den Inhalt der konkurrierenden politischen Magazine und Informationssendungen (Kapitel 2). Da SPIEGEL TV keinem der beiden Rundfunkmodelle unmittelbar zuzuordnen ist, folgt eine Standortbestimmung der Sendung im dualen System (Kapitel 3). Dabei wird zunächst grundlegend zu klären sein, welche Maßstäbe für den überragenden Erfolg des Magazins innerhalb dieses Rundfunksystems anzusetzen sind. Eine anschließende detaillierte Beschreibung des modifizierten privatrechtlichen Organisationsmodells, dem SPIEGEL TV zuzurechnen ist, gibt Aufschluß über die Sonderstellung des Magazins im dualen Rundfunk und die spezifischen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Nur unter den Bedingungen dieses ¿Modells Fernsehen ohne Intendant¿ war ein TV-Engagement für den SPIEGEL, wie gezeigt werden soll, überhaupt möglich (Kapitel 4). Die Ziele, die der Verlag mit der TV-Tochter verfolgt, sind vor dem Hintergrund, daß das Print-Magazin in jüngster Zeit seine Monopolstellung verloren hat, wichtige Rahmenbedingungen für den TV-Ableger. Nachdem zunächst komparative Konkurrenzvorteile von SPIEGEL TV innerhalb mediensystemspezifischer Zusammenhänge erklärt werden, sollen in einem weiteren Teil der Arbeit innerhalb medienspezifischer Zusammenhänge, die ¿intern¿ den Handlungsspielraum der Journalisten und die medialen Wirklichkeitskonstruktionen bestimmen, weitere Vorteile gegenüber den Wettbewerbern aufgezeigt werden. Medienspezifische Zusammenhänge sind zunächst in der Formatlogik des Fernsehens zu finden. Es zeigt sich, daß SPIEGEL TV zum einen die Spezifika des Mediums Fernsehen stärker nutzt als die öffentlich-rechtlichen Magazine, was sich sowohl in der Präsentation als auch in der Themenwahl niederschlägt, zum anderen ebensogut Elemente des SPIEGEL adapHier soll trotz mangelnder empirischer Nachweise davon ausgegangen werden, daß wechselseitige nuancierte Imitationen zur Praxis der Programmgestaltung gehören. Beides zusammengenommen entsteht ein charakteristisches Konzept (Kapitel 5), das im weiteren als SPIEGEL TV-Masche bezeichnet wird. Im Anschluß werden diese konzeptionellen Besonderheiten anhand einer empirischen Untersuchung der Themenwahl und -präsentation bei SPIEGEL TV genauer betrachtet. Methodisch ist die Untersuchung in drei Teile gegliedert. Zunächst zeigt eine Filmanalyse des Beitrags ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden. Kurden gegen Türken.¿ vom 27.6.93 stilprägende Elemente der filmischen Gestaltung des Magazins (Kapitel 6). Anschließend werden häufig verwendete sprachliche Muster aufgezeigt und Parallelen zur sprachlichen und stilistischen Darstellungsweise des Print-SPIEGEL gezogen (Kapitel 7). Zuletzt folgt eine Themenanalyse basierend auf 50 Sendungen, die im Zeitraum vom 23.5.93 bis 22.5.94 ausgestrahlt wurden (Kapitel 8). Mit Hilfe der quantitativen Untersuchung lassen sich zwei Themenfelder ausfindig machen, die die Agenda von SPIEGEL TV maßgeblich bestimmen. Diese beiden werden daher im Anschluß genauer betrachtet. In einem weiteren Teil der Arbeit sollen Wettbewerbsvorteile von SPIEGEL TV gegenüber anderen Magazinen innerhalb organisatorischer Zusammenhänge der redaktionellen Arbeit aufgezeigt werden (Kapitel 9). Es wird nachzuweisen sein, daß eine ständige Überwachung des charakteristischen journalistischen Profils der Sendung, das anhand der empirischen Untersuchung beschrieben werden kann, eine gleichbleibende ¿Qualität¿ des Magazins garantiert. Auch hier ergeben sich Parallelen zur redaktionellen Organisation des SPIEGEL. Abschließend sollen gezielt eingesetzte Strategien zur Vermarktung der Medienaussagen von SPIEGEL TV dargelegt werden (Kapitel 10). Diese tragen zwar vermutlich nur ergänzend zum Erfolg vom SPIEGEL TV bei, gewinnen aber im bestehenden Medienwirtschaftsgefüge zunehmend an Bedeutung. Ohne die Informationen der Hausdokumentation des SPIEGEL, des NDR-Zeitungsarchivs, des Pressearchivs der DCTP8 und des Archivs von SPIEGEL TV wäre diese Arbeit nicht entstanden. Besonderer Dank gilt der SPIEGEL TV-Redaktion, namentlich Herrn Aust, der trotz terminlicher Schwierigkeiten Zeit für ein interview fand, Herrn Latsch für die langen Vorgespräche und Frau Reinecke, die sich von den häufigen Anfragen per Telefon und Fax immer wieder bereitwillig von der Arbeit abbringen ließ. Herzlichen Dank schulde ich ebenso Herrn Giani für das zweistündige Interview, das im Anhang leider nur in gekürzter Fassung wiedergegeben werden kann. Inhaltsverzeichnis: AbbildungsverzeichnisIII 1.Einleitung1 2.Politische und ökonomische Rahmenbedingungen des Fernsehens5 2.1Systemlogik des öffentlich-rechtlichen Fernsehens6 2.1.1Die politischen Magazine der Öffentlich-Rechtlichen9 2.1.2Reaktionen auf die Herausforderung durch die privaten Sender13 2.2Systemlogik des privaten Fernsehens14 2.2.1¿Information` - die Offensive der Privaten15 2.2.2Die ¿Politmagazine` der Privaten18 3.SPIEGEL TV - Standortbestimmung im dualen Rundfunksystem22 3.1Von der ¿Videogruppe Nord` zum erfolgreichsten Politmagazin22 3.1.1Ökonomische Erfolgsmaßstäbe23 3.1.2Publizistische Erfolgsmaßstäbe26 3.2Das ¿Modell Fernsehen ohne Intendant`28 3.3¿Medienpolitischer Wegzoll` - das kluge DCTP-Projekt30 3.3.1Die Development Company for Television Programs31 3.3.2Das medienpolitische Umfeld33 3.3.3Ein System wechselseitiger Abhängigkeiten36 3.3.4Programmpartner mit Image40 4.Das TV-Engagement des SPIEGEL-Verlags41 4.1Der SPIEGEL - Ein Außenseiter in der deutschen Printmedienlandschaft41 4.2Das Erfolgsrezept des SPIEGEL45 4.3Synergetische Effekte49 5.Konzeptionelle Besonderheiten - die SPIEGEL TV-Masche53 6.¿Konsequent Fernsehen machen`58 6.1Beispiel: ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden.`63 6.1.1Dramaturgie75 6.1.2Visuelle Effekte77 6.1.3Emotionale Stimuli81 6.2Konsequent abgebildete Realität 83 7.Kommentartextliches Kabarett87 7.1Stil und Sprache des SPIEGEL und von SPIEGEL TV87 7.1.1SPIEGEL87 7.1.2SPIEGEL TV90 7.2Die Moderation103 7.2.1Inszenierung der Moderationshandlung104 7.2.2Brückenbauen und im Besonderen das Allgemeine finden106 8.SPIEGEL TV-Themen108 8.1Themenanalyse109 8.2Kriminalberichterstattung114 8.3Politikberichterstattung120 9.Organisatorische Rahmenbedingungen redaktionellen Handelns126 9.1Die Struktur der Redaktion126 9.2Arbeitsbedingungen - beim privaten Fernsehen geht es nach Leistung128 9.3Organisationszusammenhang redaktioneller Arbeit130 10.Vermarktungsstrategien132 10.1Indirekte Strategien132 10.2Direkte Strategien135 11.Resümee136 Literaturverzeichnis1 Anhang14 A-1: Interview mit Paul Leo Giani, Rechtsberater der DCTP, vom 2.6.9414 A-2: Interview mit Stefan Aust, SPIEGEL TV-Chefredakteur, vom 1.9.9443 A-3: Filmprotokoll: ¿Bürgerkrieg auf deutschem Boden. Kurden gegen Türken.`54 A-4: Themenanalyse vom 23.5.93 bis 22.5.9461 Spiegel TV: Inhaltsangabe:Einleitung: Das TV-Magazin des SPIEGEL gilt, aufgrund rasant steigender Einschaltquoten als erfolgreichstes politisches Fernsehmagazin der 90er Jahre. Als der SPIEGEL-Verlag 1988 - zögerlicher als die meisten anderen Verlage - sein Standbein im Fernsehmarkt aufbaute, hatte mit dieser Entwicklung niemand gerechnet. Selbst die privaten Sender RTLplus2 und SAT 1, denen die SPIEGEL-Sendung anfangs gar nicht ins Programmkonzept paßte, da sie kommerziellem Fernsehen nur mit massenattraktiven Unterhaltungsprogrammen eine Chance gaben, korrigierten ihre ursprüngliche Abneigung mit zunehmendem Erfolg von SPIEGEL TV Magazin in den folgenden Jahren. 1993 startete RTL allen privaten Sendern voran eine ¿Informationsoffensive¿ und orientierte sich dabei am Erfolgskonzept der Hamburger. Zeitgleich steigerte auch die eigens gegründete TV-Tochter des SPIEGEL mit vier weiteren Formaten für den Kölner Privatsender VOX die Präsenz des Print-Titels im audiovisuellen Medium. An den Erfolg des Hauptproduktes, SPIEGEL TV Magazin, reicht jedoch keine der VOX-Sendungen heran - auch nicht die SPIEGEL TV Reportage, die bereits zwei Jahre nach dem TV-Start des SPIEGEL eigens für SAT 1 gestartet wurde. Das Ziel dieser Arbeit ist, die entscheidenden Faktoren aufzuzeigen, die die Vormachtstellung von SPIEGEL TV Magazin im Wettbewerb begründen. Im ökonomischen Sprachgebrauch sind komparative Konkurrenzvorteile, d.h. Wettbewerbsvorteile im Vergleich zu anderen Anbietern im dualen Mediensystem, für den Erfolg eines Unternehmens verantwortlich. Hat sich ein Wettbewerber mit einer erfolgreichen Strategie einmal im Markt etabliert, werden Nachahmer versucht sein, das zu Erfolgskonzept imitieren. Diese ökonomische Theorie des Wettbewerbsverhaltens deckt sich mit dem zentralen Befund einer Programmstruktur- und Inhaltsanalyse der Informationsangebote privater und öffentlich-rechtlicher Fernsehanbieter in den Jahren 1985 bis 1988, die im Rahmen der Kabelpilotprojekte am Duisburger ¿Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung¿ durchgeführt wurde. Die Autoren Heribert Schatz, Nikolaus Immer und Frank Marcinkowski entwickelten anhand ihrer Ergebnisse die sogenannte Konvergenzthese. Ihrer Untersuchung zufolge führt fortgesetzte wechselseitige Imitation von Programmangeboten langfristig zu beinahe völliger Angleichung der Produkte öffentlich-rechtlicher und privater Anbieter, also zur inhaltliche, Diplomica Verlag

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Details zum Buch
Spiegel TV - Erklärungen zum Erfolgskonzept eines privaten Fernsehmagazins
Autor:

Pellmann, Caroline

Titel:

Spiegel TV - Erklärungen zum Erfolgskonzept eines privaten Fernsehmagazins

ISBN-Nummer:

3832435379

Detailangaben zum Buch - Spiegel TV - Erklärungen zum Erfolgskonzept eines privaten Fernsehmagazins


EAN (ISBN-13): 9783832435370
ISBN (ISBN-10): 3832435379
Erscheinungsjahr: 2001
Herausgeber: Diplomica Verlag

Buch in der Datenbank seit 22.01.2009 14:06:16
Buch zuletzt gefunden am 18.11.2016 22:50:56
ISBN/EAN: 3832435379

ISBN - alternative Schreibweisen:
3-8324-3537-9, 978-3-8324-3537-0

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