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Wie viele Sklaven halten Sie? (eBook, PDF) - Hartmann, Evi
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Hartmann, Evi:

Wie viele Sklaven halten Sie? (eBook, PDF) - neues Buch

ISBN: 9783593433448

ID: 228eb59f5fe25b41e2e5c2cfce32cfc0

"Haben Sie sich jemals gefragt, warum das Offensichtlichste am Schwersten zu erkennen und zu akzeptieren ist?"Susan SpiraVORWORT VOM ELEFANTEN IN UNSEREM WOHNZIMMERIch gestehe: Ich bin Professorin. An einer der traditionsreichsten Universitäten Europas. Ich bin also ein Mensch, der es von Berufs wegen besser wissen müsste. Ich bin auch ein Mensch, der unseren Kindern die Zukunft beibringen soll. Die Zukunft des totalen Konsums auf Knopfdruck. Genau das mache ich - lässt man die hochtrabenden akademischen Begrifflichkeiten und Anglizismen außen vor - mit meinen Studierenden Tag für Tag.Ich ergründe mit ihnen zusammen, warum zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ein Mausklick genügt, damit ein Kurier postwendend die erlesensten Güter direkt vor die Haustür bringt. Ich lebe den Faust'schen Traum. Ich lehre und erforsche, was unsere moderne Welt im Innersten zusammenhält: Supply Chain Management. Jene Disziplin, die früher Logistik hieß (und auf der operativen Ebene noch immer so heißt) und heute in enthusiastischen Leitartikeln als "Motor der Globalisierung" gefeiert wird; das schlagende, lebende, atmende Herz unserer konsumfreudigen Gesellschaft.Würden morgen sämtliche Supply Chain Manager und operativen Logistiker in den Streik treten, wäre die Menschheit nur wenige Tage später immobil (ohne Benzin, ohne Ersatzteile), Wochen später in bürgerkriegsähnlichem Zustand, zwischendrin in Lumpen gehüllt und letztendlich weitgehend verhungert. Was moderne Menschen auch zum Leben brauchen: Wir bringen's ihnen! Eigentlich sollte ich stolz sein.Doch wenn ich im Hörsaal vor jenen jungen Menschen stehe, die schon bald die Welt durch Konsum, Produktion, Beschaffung oder eben Versorgung regieren werden, plagt mich zunehmend das Gewissen. Ich erzähle 500 Studierenden etwas über die Agilität der Wertschöpfungskette und Supply Chain Risk Management - und in Bangladesch sterben tausend Näherinnen beim Einsturz ihres Endes der Versorgungskette.Im Seminar diskutieren wir die ausgeklügelten technischen Voraussetzungen für den im E-Commerce inzwischen üblichen 24-Stunden-Lieferservice - aber wir reden nicht über die Wälder, die sterben, weil für diesen 24-Stunden-Service eine apokalyptische Flutwelle aus täglich Zehntausenden Kurierflitzern das Land und die Umwelt überschwemmen. Vielleicht reden wir sogar darüber, dass viele Studierende die Segnungen der Globalisierung am eigenen Leib erfahren: in Form von Jeans für 15 und T-Shirts für 3 Euro, die dank einer ans Wunderbare grenzenden Wertschöpfungskette direkt aus einem fernen asiatischen Land kommen. Und nur wenn wir Glück haben, jenseits jeder inhaltlichen Vorgabe eines Curriculums, wird von einem mutigen Studierenden per Zwischenruf vermeldet: "Ich trage keine Jeans, mit der asiatische Arbeiter ausgebeutet werden!" Dann frage ich mich: Warum wird diese im Sinne des Wortes weltbewegende Meinungsäußerung in Form eines Zwischenrufs selbst im Hörsaal von einem Großteil der angeblich so aufgeklärten Jugend sofort gedanklich ins Abseits geschoben und wieder zur Tagesordnung übergegangen? Warum wird dieser junge Kommilitone als "Rebell" wahrgenommen?Weil er auf das deutet, was (fast) alle Manager, Politiker, Wissenschaftler, Konsumenten, Medientreibenden und Wähler mit geradezu neurotischer Verkrampfung täglich auszublenden versuchen: Er sieht den Elefanten im Wohnzimmer, um den jeder schweigend schlechten Gewissens herumschleicht, als sei es, na, eben ein unerklärliches, verängstigtes und beängstigendes Rüsseltier im Allerheiligen einer hektischen Konsumzivilisation. Nebenbei bemerkt: Wenn das bloße Erkennen eines Elefanten schon zum Rebellen stigmatisiert, dann, bitte schön, möchte ich auch einer sein. Und wenn Sie jetzt schon oder spätestens nach der Lektüre dieses Büchleins auch zu diesem erlesenen Kreis gehören, würde ich mich freuen und Sie herzlich begrüßen wollen - im Namen der Kinder dieser Welt, denen wir in allerbester Absicht einen Scherbenhaufen hinterlassen. Im Namen jener Lohnsklaven in den Schwellenländern, die nachts in Ställe gepfercht wie Vieh das Nahen eines weiteren Knochenjobtages in überhitzten, brandgefährlichen Sweatshops erwarten: unsere Sklaven, Ihre und meine. Im Namen der Bäume, des Klimas und - falls es das gibt - im Namen eines wohlwollenden Universums.Das ist keineswegs zu hoch gegriffen, sondern exakt der Grund, warum wir als aufgeklärte und an den Rand des Abgrunds zivilisierte Gesellschaft momentan knietief im moralischen Morast stecken: Wir greifen zu tief. Jedes Mal, wenn wir als Konsumenten die günstigere Ware unten aus dem Supermarktregal holen, und jedes Mal, wenn wir als Manager in Schwellen- und Entwicklungsländern mit offensichtlich schlechten Arbeitsbedingungen ordern. Wir vergessen dabei etwas. Wir vergessen "das große Ganze", eben weil es wie der Elefant im Wohnzimmer ein so selbstverständlich ignoriertes Phänomen geworden ist, dass Sie in Trainings zum Management Development nur die Worte "ganzheitlich" oder "vernetztes Denken" fallen lassen müssen, damit der Auftraggeber Sie schief von der Seite anschaut. Er möchte genauso wenig wie wir daran erinnert werden, dass wir etwas Monumentales vergessen haben.Wenn wir als Manager das T-Shirt für 3 Euro im Osten beschaffen oder als Käufer im Westen überstreifen, denken wir - natürlich - ans Hemd, an den Morgenkaffee und den kommenden Arbeitstag. Den Rest des Universums vergessen wir - der selektiven Wahrnehmung sei Dank. Ignorieren wir für einen Augenblick, dass sich die Welt inzwischen zu rächen beginnt - mit Klimakatastrophen und Flüchtlingsströmen, mit Umweltzerstörung und sozialen Konflikten in der Größenordnung von Bürgerkriegen. Konzentrieren wir uns ganz nach wissenschaftlicher Vorgehensweise ceteris paribus nur auf den einen Parameter: unsere Vergesslichkeit. Was vergessen wir, wenn wir mit einem T-Shirt handeln oder es konsumieren?Wir vergessen die Kehrseite des T-Shirts. Nun gibt es Vergessen und Vergessen. Wir vergessen täglich einiges: Wo die Brille liegt oder der Autoschlüssel. Wir verträumen den Abgabetermin für ein amtliches Formular oder verschwitzen, das Kind vom Fußballtraining abzuholen. Wenn wir diese Akte des Vergessens als Lappalien bezeichnen wollen, dann ist das vergessliche Beschaffen und Überstreifen von in Sweatshops von Lohnsklaven gefertigter Kleidung ein Akt der Grausamkeit. Diese Art des Vergessens ist sträflich, unsozial und fatal für die Menschen am anderen Ende der Versorgungskette. Dieses Vergessen ist unmoralisch, geradezu barbarisch, und - nach meiner Meinung - die schlimmste derzeit ausgeübte Unmoral der Welt. Es geht nicht um die Globalisierung an sich. Sondern um deren Gebrauch. Damit keine Missverständnisse entstehen: Die Globalisierung ist ein Segen für beide Enden und alle Elemente der Wertschöpfungskette.Im Namen der Globalisierung jedoch geschieht ein Verbrechen an der Menschheit. Und damit meine ich nicht nur jenen Teil der Menschheit, der für unseren Konsum im Sinne des Wortes mit seinem Leben bezahlt (Motto: "Nähen, bis der Tod kommt!"). Das ist das Schreckliche und zugleich paradox Irrsinnige an der derzeit praktizierten Globalisierung: Wir zahlen alle drauf! Die da unten ebenso wie wir hier oben. Sie bezahlen mit ihrer körperlichen und wir mit unserer moralischen Gesundheit. Denn so umfänglich wir auch die technischen Abläufe der Globalisierung verstanden haben, eines haben wir nicht verstanden: Produktion kann ausgelagert werden, Moral nicht. Und eine persönliche Moral ist ebenso wenig an "die Politik" oder ans Internet delegierbar.Exakt dies versuchen wir jedoch seit über 30 Jahren mit einer Vehemenz, die früher nur in Weltkriegen an den Tag gelegt wurde. Wir versuchen, zusammen mit den outgesourcten Kosten-, Umwelt- und Sozialeffekten auch unsere moralische Verantwortung den Lieferanten und Herstellern in fernen Ländern an den Hals zu hängen.Aber genau das funktioniert nicht. An exakt diesem Punkt scheitert die Globalisierung moralisch und mit ihr die moderne Wirtschaft, die angeblich zivilisierte Gesellschaft, unser Bildungssystem und die zunehmend hilflos-hektisch agierende Politik mit einer Wucht kindlicher Naivität, die in ihren Folgen für unser moralisches Verständnis einer Bankrotterklärung unserer Intelligenz, der völligen Entwertung unserer ethisch-moralischen Grundsätze und der Auslöschung unserer geistig-seelischen Existenz gleichkommt. Wir produzieren und konsumieren uns um Kopf und Kragen: Wirtschaften und konsumieren wir noch zehn Jahre so weiter wie bisher, ungebremst und unmoralisch, werden wir schließlich einen Grad gesellschaftlicher Degeneration und seelischer Verwahrlosung erreichen, gegen die Dantes Inferno wie ein Kindergeburtstag mit lustigen Hüten anmutet. Das kann keiner wollen. Daher: Verbieten wir die Globalisierung mit sofortiger Wirkung! Stellen wir sie unter Strafe! Boykottieren wir sie! Treten wir in den Konsumstreik - zur Not hilft auch Auswandern. Nieder mit der Globalisierung!Und dann?"The hardest thing to explain is the glaringly evident which everybody has decided not to see."Ayn Rand, The Fountainhead"Schon im 14. Jahrhundert stöhnten die Scholastiker,es sei einfacher, die Trinität zu beweisen,als den Kaufleuten auf die Schliche zu kommen."Prof. Horst Albach, BWL-Grandseigneur1 DAS SPIEL, BEI DEM WIR ALLE VERLIERENNieder mit der Globalisierung! Ich schlage vor, das dümmste Spiel aller Zeiten abzuschaffen. Im Ernst?Das wäre nur logisch: Wenn wir alle dabei verlieren, dann ist die Beendigung der Globalisierung geradezu zwingend geboten. Ist die Globalisierung ein "Spiel", bei dem die Lohnsklaven Freiheit, physische Gesundheit und ihr nacktes Leben verlieren und wir unsere geistige Gesundheit, soziale Bindung und moralische Integrität, dann gehört so ein Spiel doch einfach abgeschafft. Rundheraus. Kategorisch. Ich beglückwünsche jede(n) Studierende(n), der oder die im ersten Semester mit dieser spontanen Wortmeldung herausrückt. Im zweiten Semester höre ich diesen Appell zur Abschaffung des "dümmsten Spiels des Jahrhunderts" schon deutlich seltener. Nicht weil die Studierenden - wie wir alle - von den bösen Herren des Spiels zur stumpfsinnigen Lethargie gleichgeschaltet worden wären. Sondern weil sich erste Zweifel an der Machbarkeit der Globalabschaltung regen.Zweifel wie: Gesetze kann man abschaffen, Parlamente auflösen, Regierungen abwählen - aber die Globalisierung? Wie denn? Zum Beispiel per Konsumstreik? Ich glaube nicht, dass sämtliche 14-Jährigen auf Kommando diese süßen Glitter-Oberteile in den Farben der Saison oder das nächste coole Smartphone im Laden liegen lassen, bloß weil sie das Spiel, das sie damit versorgt, als "blöd" erkannt haben. Oder wie wäre es alternativ mit einem Boykott der Globalisierung, also einer Rückbesinnung auf regionale Produktion und Versorgung? Dafür müsste man schon Dieselkraftstoff, Benzin und Kerosin verbieten. Dann würde der Gütertransport zusammenbrechen. Ebenfalls ein ziemlich unwahrscheinlicher Spielausgang. Aber solche Gedanken kommen uns, sobald die komplex verzwickte Konstellation des Globalisierungsspiels klarer wird.Wann immer in fernen Landen eine Fabrik brennt, einstürzt oder ihre Arbeiter in Umständen hält, die dem Sklavenelend im alten Rom bedrückend nahe kommen, geistert in unseren Hinterköpfen herum: Das kann doch nicht! Das darf nicht! Das muss man abstellen! Tote Fabrikarbeiter sind eine schlimme Sache, und wie bei allen solchen schlimmen Dingen glauben viele, dass man das schlimme Ding einfach abstellen könne.Stehlen die Leute im ersten Warenhaus der Geschichte, kann man Diebstahl verbieten und hat gute Chancen, dass das Verbot eine deliktabwehrende Wirkung hat: triviales Problem - triviale Lösung. Leider ist die Globalisierung alles andere als trivial. Sie ist so ziemlich das Komplexeste, was derzeit für Geld zu haben ist. Selbst der Begriff der Komplexität ist zu einfach dafür. Die Globalisierung ist nicht komplex, sondern, wie das neueste Modewort aus dem Tempel der Ökonomen es beschreibt: dynax. Also dynamisch und komplex; mit Betonung auf der zweiten Silbe."Kapitalismus ist eine wunderbare Sache. (?) Aber Kapitalismus interessiert sich sicher nicht für die Belange der Ärmsten."Bill GatesAls Marken-Metapher für die Globalisierung passt noch besser als der Diebstahl im Warenhaus die Büchse der Pandora. Ist der Deckel erst mal ab, gibt es kein Zurück mehr. Und nichts führt diesseits des globalisierungsbeendenden Zusammenbruchs der westlichen Produktionssysteme, des Versiegens der Ölreserven, von Pandemien und der globalen Verarmung zurück in den Stand der globalisierungslosen Lauterkeit. Oder wie Kleist es in seinem Aufsatz über das Marionettentheater sagte: Nach dem Sündenfall gibt es keine Rückkehr zur Unschuld.Wir werden die Globalisierung so schnell nicht los. Sie klebt uns an den Sohlen wie Kaugummi. Die Frage ist nicht, wie wir Pandoras Büchse wieder schließen können. Sondern: Was fangen wir mit dem an, was ihr entkam? Wie viel in China hergestelltes Spielzeug dürfen wir guten Gewissens unseren Kindern schenken? Gehen Sandalen aus Bangladesch? Kann man heutzutage überhaupt noch irgendetwas beschaffen oder konsumieren, ohne sich eines kapitalen Moralverbrechens schuldig zu machen? Das sind Fragen, die der aufgeklärte Zeitgenosse stellen könnte, Fragen, mithilfe deren wir etwas intelligentere Resultate aus einem dummen Spiel herausholen könnten. Wir stellen sie mehrheitlich nicht, weil wir meinen, dass sich die Umstände doch inzwischen bessern."Immerhin sterben heute weniger Billiglohnarbeiter als früher", erklärte mir jüngst ein freundlicher Zeitgenosse zum Stand des Wohlergehens "seiner" Produktionssklaven in den Schwellenländern. Zum einen: Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, da muss man "reingetreten" sein, wie Tucholsky sagte: Es sterben weniger Menschen für unseren Konsum? Als ob ein Toter doppelt so gut wäre wie zwei Tote. Was ist das für eine buchhalterische Verirrung, so mit Menschenleben umzugehen? Und zum anderen: Warum zeitigen die Bemühungen der Hersteller, Lieferanten und Logistiker tatsächlich in den letzten Monaten messbare Verbesserungen? Warum sterben "weniger" Menschen für das, was wir täglich anziehen? Weil sich nun doch wider Erwarten die Menschlichkeit in der Globalisierung durchsetzt? Weil das dumme Spiel intelligenter wird? Mitnichten. Es liegt nicht an der Intelligenz, es liegt am Druck.Die Savar-Katastrophe illustriert das Spielprinzip "Druck statt Moral" auf traurige Weise. Bevor in der Stadt in Bangladesch mehr als 1?100 Arbeiterinnen und Arbeiter ums Leben kamen, hatten von den großen Modelabels lediglich Tommy Hilfiger, Calvin Klein und Tchibo ein qualifiziertes Abkommen für Gebäudesicherheit und Brandschutz unte, [PU: Campus, Frankfurt am Main]

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Wie viele Sklaven halten Sie? (eBook, PDF) - Hartmann, Evi
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Hartmann, Evi:

Wie viele Sklaven halten Sie? (eBook, PDF) - neues Buch

ISBN: 9783593433448

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´´Haben Sie sich jemals gefragt, warum das Offensichtlichste am Schwersten zu erkennen und zu akzeptieren ist?´´ Susan Spira VORWORT VOM ELEFANTEN IN UNSEREM WOHNZIMMER Ich gestehe: Ich bin Professorin. An einer der traditionsreichsten Universitäten Europas. Ich bin also ein Mensch, der es von Berufs wegen besser wissen müsste. Ich bin auch ein Mensch, der unseren Kindern die Zukunft beibringen soll. Die Zukunft des totalen Konsums auf Knopfdruck. Genau das mache ich - lässt man die hochtrabenden akademischen Begrifflichkeiten und Anglizismen außen vor - mit meinen Studierenden Tag für Tag. Ich ergründe mit ihnen zusammen, warum zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ein Mausklick genügt, damit ein Kurier postwendend die erlesensten Güter direkt vor die Haustür bringt. Ich lebe den Faust´schen Traum. Ich lehre und erforsche, was unsere moderne Welt im Innersten zusammenhält: Supply Chain Management. Jene Disziplin, die früher Logistik hieß (und auf der operativen Ebene noch immer so heißt) und heute in enthusiastischen Leitartikeln als ´´Motor der Globalisierung´´ gefeiert wird; das schlagende, lebende, atmende Herz unserer konsumfreudigen Gesellschaft. Würden morgen sämtliche Supply Chain Manager und operativen Logistiker in den Streik treten, wäre die Menschheit nur wenige Tage später immobil (ohne Benzin, ohne Ersatzteile), Wochen später in bürgerkriegsähnlichem Zustand, zwischendrin in Lumpen gehüllt und letztendlich weitgehend verhungert. Was moderne Menschen auch zum Leben brauchen: Wir bringen´s ihnen! Eigentlich sollte ich stolz sein. Doch wenn ich im Hörsaal vor jenen jungen Menschen stehe, die schon bald die Welt durch Konsum, Produktion, Beschaffung oder eben Versorgung regieren werden, plagt mich zunehmend das Gewissen. Ich erzähle 500 Studierenden etwas über die Agilität der Wertschöpfungskette und Supply Chain Risk Management - und in Bangladesch sterben tausend Näherinnen beim Einsturz ihres Endes der Versorgungskette. Im Seminar diskutieren wir die ausgeklügelten technischen Voraussetzungen für den im E-Commerce inzwischen üblichen 24-Stunden-Lieferservice - aber wir reden nicht über die Wälder, die sterben, weil für diesen 24-Stunden-Service eine apokalyptische Flutwelle aus täglich Zehntausenden Kurierflitzern das Land und die Umwelt überschwemmen. Vielleicht reden wir sogar darüber, dass viele Studierende die Segnungen der Globalisierung am eigenen Leib erfahren: in Form von Jeans für 15 und T-Shirts für 3 Euro, die dank einer ans Wunderbare grenzenden Wertschöpfungskette direkt aus einem fernen asiatischen Land kommen. Und nur wenn wir Glück haben, jenseits jeder inhaltlichen Vorgabe eines Curriculums, wird von einem mutigen Studierenden per Zwischenruf vermeldet: ´´Ich trage keine Jeans, mit der asiatische Arbeiter ausgebeutet werden!´´ Dann frage ich mich: Warum wird diese im Sinne des Wortes weltbewegende Meinungsäußerung in Form eines Zwischenrufs selbst im Hörsaal von einem Großteil der angeblich so aufgeklärten Jugend sofort gedanklich ins Abseits geschoben und wieder zur Tagesordnung übergegangen? Warum wird dieser junge Kommilitone als ´´Rebell´´ wahrgenommen? Weil er auf das deutet, was (fast) alle Manager, Politiker, Wissenschaftler, Konsumenten, Medientreibenden und Wähler mit geradezu neurotischer Verkrampfung täglich auszublenden versuchen: Er sieht den Elefanten im Wohnzimmer, um den jeder schweigend schlechten Gewissens herumschleicht, als sei es, na, eben ein unerklärliches, verängstigtes und beängstigendes Rüsseltier im Allerheiligen einer hektischen Konsumzivilisation. Nebenbei bemerkt: Wenn das bloße Erkennen eines Elefanten schon zum Rebellen stigmatisiert, dann, bitte schön, möchte ich auch einer sein. Und wenn Sie jetzt schon oder spätestens nach der Lektüre dieses Büchleins auch zu diesem erlesenen Kreis gehören, würde ich mich freuen und Sie herzlich begrüßen wollen - im Namen der Kinder dieser Welt, denen wir in allerbester Absicht einen Scherbenhaufen hinterlassen. Im Namen jener Lohnsklaven in den Schwellenländern, die nachts in Ställe gepfercht wie Vieh das Nahen eines weiteren Knochenjobtages in überhitzten, brandgefährlichen Sweatshops erwarten: unsere Sklaven, Ihre und meine. Im Namen der Bäume, des Klimas und - falls es das gibt - im Namen eines wohlwollenden Universums. Das ist keineswegs zu hoch gegriffen, sondern exakt der Grund, warum wir als aufgeklärte und an den Rand des Abgrunds zivilisierte Gesellschaft momentan knietief im moralischen Morast ´´Haben Sie sich jemals gefragt, warum das Offensichtlichste am Schwersten zu erkennen und zu akzeptieren ist?´´ Susan Spira VORWORT VOM ELEFANTEN IN UNSEREM WOHNZIMMER Ich gestehe: Ich bin Professorin. An einer der traditionsreichsten Universitäten Europas. Ich bin also ein Mensch, der es von Berufs wegen besser wissen müsste. Ich bin auch ein Mensch, der unseren Kindern die Zukunft beibringen soll. Die Zukunft des totalen Konsums auf Knopfdruck. Genau das mache ich - lässt man die E-Book, Campus Verlag

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Wie viele Sklaven halten Sie? - Evi Hartmann
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ISBN: 9783593433448

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Über Globalisierung und Moral Moral lässt sich nicht outsourcen! Wenn Sie Kleidung tragen, Nahrung zu sich nehmen, ein Auto fahren oder ein Smartphone haben, arbeiten derzeit ungefähr 60 Sklaven für Sie und mich. Ob wir wollen oder nicht. Und ohne dass wir das veranlasst hätten. Wie fühlen Sie sich damit Dies fragt BWL-Professorin Evi Hartmann und meint es nicht rhetorisch! Unsere Wirtschaft macht uns alle zu Sklavenhaltern - das führt uns jedes Drei-Euro-T-Shirt und jede Reportage über die Sweatshops in der Dritten Welt vor Augen. Dennoch machen wir weiter mit. Wir können die Globalisierung nicht abschaffen, auch können wir die Spielregeln nicht ändern. Doch wir können anders spielen, zeigt die Expertin für globale Netzwerke. Evi Hartmanns Buch ... - ... zeigt: Menschen werden ausgepresst, Preise immer stärker gedrückt. Die Fabrikarbeiterinnen in den Sweatshops verlieren Gesundheit und Leben und wir unsere moralischen Grundsätze, intakte Umwelt und Weltklima. Wir wissen das und wir machen trotzdem alle immer weiter mit - als Unternehmer, Manager, Professoren, Lehrer, Konsumenten. - ... ist weit mehr als eine kritische Analyse. - ... ist ein Wegweiser, wie Fairplay in der Globalisierung funktioniert - aufgezeichnet von einer BWL-Professorin und vierfachen Mutter. - ... ist drastisch, originell und aus dem persönlichen und unternehmerischen Alltag gegriffen. Ihr Fazit: Fairplay ist möglich, jeden Tag neu! - ....ist die persönlichste Globalisierungskritik, die Sie je gelesen haben. - ... ist keine Aufforderung, die Globalisierung abzuschaffen. - ... bietet eine Anleitung zum kritischen Denken und pragmatischen Handeln. Wie viele Sklaven halten Sie?: Moral lässt sich nicht outsourcen! Wenn Sie Kleidung tragen, Nahrung zu sich nehmen, ein Auto fahren oder ein Smartphone haben, arbeiten derzeit ungefähr 60 Sklaven für Sie und mich. Ob wir wollen oder nicht. Und ohne dass wir das veranlasst hätten. Wie fühlen Sie sich damit Dies fragt BWL-Professorin Evi Hartmann und meint es nicht rhetorisch! Unsere Wirtschaft macht uns alle zu Sklavenhaltern - das führt uns jedes Drei-Euro-T-Shirt und jede Reportage über die Sweatshops in der Dritten Welt vor Augen. Dennoch machen wir weiter mit. Wir können die Globalisierung nicht abschaffen, auch können wir die Spielregeln nicht ändern. Doch wir können anders spielen, zeigt die Expertin für globale Netzwerke. Evi Hartmanns Buch ... - ... zeigt: Menschen werden ausgepresst, Preise immer stärker gedrückt. Die Fabrikarbeiterinnen in den Sweatshops verlieren Gesundheit und Leben und wir unsere moralischen Grundsätze, intakte Umwelt und Weltklima. Wir wissen das und wir machen trotzdem alle immer weiter mit - als Unternehmer, Manager, Professoren, Lehrer, Konsumenten. - ... ist weit mehr als eine kritische Analyse. - ... ist ein Wegweiser, wie Fairplay in der Globalisierung funktioniert - aufgezeichnet von einer BWL-Professorin und vierfachen Mutter. - ... ist drastisch, originell und aus dem persönlichen und unternehmerischen Alltag gegriffen. Ihr Fazit: Fairplay ist möglich, jeden Tag neu! - ....ist die persönlichste Globalisierungskritik, die Sie je gelesen haben. - ... ist keine Aufforderung, die Globalisierung abzuschaffen. - ... bietet eine Anleitung zum kritischen Denken und pragmatischen Handeln. ABWL Allgemeine Betriebswirtschaftslehre Auslandskritik BWL Betriebswirtschaft Betriebswirtschaftliche Theorie Betriebswirtschaftslehre Betriebswirtschaftstheorie Business administration Business economics Consumption Criticism Einkaufsverhalt, Campus

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Über Globalisierung und Moral Moral lässt sich nicht outsourcen! Wie viele Sklaven halten Sie?: Moral lässt sich nicht outsourcen! Internationalisation Einkaufsverhalten Business economics Räumliches Einkaufsverhalten Betriebswirtschaftstheorie Spezielle Betriebswirtschaftslehre Consumption Verbrauch Kritik personal development Globalization ABWL Globalisation Globalisie, Campus

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Wie viele Sklaven halten Sie? - Erstausgabe

2016, ISBN: 9783593433448

ID: 34556732

Über Globalisierung und Moral, [ED: 1], Auflage, eBook Download (EPUB,PDF), eBooks, [PU: Campus Verlag]

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Details zum Buch
Wie viele Sklaven halten Sie?
Autor:

Evi Hartmann

Titel:

Wie viele Sklaven halten Sie?

ISBN-Nummer:

9783593433448

Detailangaben zum Buch - Wie viele Sklaven halten Sie?


EAN (ISBN-13): 9783593433448
Erscheinungsjahr: 2016
Herausgeber: Campus

Buch in der Datenbank seit 10.02.2016 11:50:11
Buch zuletzt gefunden am 10.03.2017 13:08:22
ISBN/EAN: 9783593433448

ISBN - alternative Schreibweisen:
978-3-593-43344-8

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