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Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft - Schivelbusch, Wolfgang
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Schivelbusch, Wolfgang:
Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft - neues Buch

ISBN: 9783596244133

ID: 693681090

Jede Gesellschaft hat die Genuß- und Rauschmittel, die sie verdient, die sie braucht und die sie verträgt. Als der König von Schottland im Jahre 1194 König Richard I. von England einen Besuch abstattete, erhielt er neben anderen Beweisen der Gastfreundschaft die tägliche Zuteilung von zwei Pfund Pfeffer und vier Pfund Zimt. Diese für unseren Geschmack ungewöhnliche Gabe war im christlichen Mittelalter alles andere als ungewöhnlich: Pfeffer wurde nicht nur als Gewürz verwendet, sondern war Statussymbol und ersetzte häufig sogar das Geld als Zahlungsmittel. Der Geschmack begann sich zu sensibilisieren: Orientalische Luxuswaren begannen, die grobe Ritterkultur zu verändern, und wurden, nach der Entdeckung des Seewegs nach Indien, zum entscheidenden Faktor der europäischen Wirtschaft. Wie kommt es, daß in Europa zu bestimmten Zeiten ganz neuartige Genußstoffe erscheinen? Sind Kaffee, Tee oder Tabak reiner Zufall kolonialer Entdeckung oder befriedigen sie neue Genußbedürfnisse, die esvorh er nicht gab - und wie lassen sich diese neuartigen Bedürfnisse beschreiben? In Deutschland, das keine Kolonien hatte, mußte man Kaffee einführen, was zu einer heftigen Kampagne gegen dieses un-deutsche Getränk führte. Als die Kaffee-Sucht sich auch durch Anpreisung von Bier und Wein nicht dämpfen ließ, fand man Ersatz in Zichorienkaffee, der neben dem ´´echten Bohnenkaffee´´ noch in diesem Jahrhundert getrunken wurde. Zum Kaffee gehört der Tabak, der in der Vorstellung des 17. Jahrhunderts ´´getrunken´´ wurde. Erst später wird die Pfeife gestopft, dann als Zigarre genossen, und erst in unserer beschleunigenden Zeit in Form von Zigaretten. Eine analoge Beschleunigung ist auch bei den alkoholischen Getränken zu beobachten: die Entwicklung des Tresens war unumgänglich, um während der Industrialisierung die schnellen ´´Kipper´´ von harten Getränken zu befriedigen. Jede Gesellschaft hat die Genuß- und Rauschmittel, die sie verdient, die sie braucht und die sie verträgt. Als der König von Schottland im Jahre 1194 König Richard I. von England einen Besuch abstattete, erhielt er neben anderen Beweisen der Gastfreundschaft die tägliche Zuteilung von zwei Pfund Pfeffer und vier Pfund Zimt. Diese für unseren Geschmack ungewöhnliche Gabe war im christlichen Mittelalter alles andere als ungewöhnlich: Pfeffer wurde nicht nur als Gewürz verwendet, sondern war Taschenbuch > Sachbuch > Ratgeber > Essen und Trinken > Sonstiges, Fischer Taschenbuch

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Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft - Wolfgang Schivelbusch
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Wolfgang Schivelbusch:
Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft - neues Buch

ISBN: 9783596244133

ID: 665953447

Jede Gesellschaft hat die Genuß- und Rauschmittel, die sie verdient, die sie braucht und die sie verträgt. Als der König von Schottland im Jahre 1194 König Richard I. von England einen Besuch abstattete, erhielt er neben anderen Beweisen der Gastfreundschaft die tägliche Zuteilung von zwei Pfund Pfeffer und vier Pfund Zimt. Diese für unseren Geschmack ungewöhnliche Gabe war im christlichen Mittelalter alles andere als ungewöhnlich: Pfeffer wurde nicht nur als Gewürz verwendet, sondern war Statussymbol und ersetzte häufig sogar das Geld als Zahlungsmittel. Der Geschmack begann sich zu sensibilisieren: Orientalische Luxuswaren begannen, die grobe Ritterkultur zu verändern, und wurden, nach der Entdeckung des Seewegs nach Indien, zum entscheidenden Faktor der europäischen Wirtschaft. Wie kommt es, daß in Europa zu bestimmten Zeiten ganz neuartige Genußstoffe erscheinen? Sind Kaffee, Tee oder Tabak reiner Zufall kolonialer Entdeckung oder befriedigen sie neue Genußbedürfnisse, die es vorh er nicht gab - und wie lassen sich diese neuartigen Bedürfnisse beschreiben? In Deutschland, das keine Kolonien hatte, mußte man Kaffee einführen, was zu einer heftigen Kampagne gegen dieses un-deutsche Getränk führte. Als die Kaffee-Sucht sich auch durch Anpreisung von Bier und Wein nicht dämpfen ließ, fand man Ersatz in Zichorienkaffee, der neben dem ´´echten Bohnenkaffee´´ noch in diesem Jahrhundert getrunken wurde. Zum Kaffee gehört der Tabak, der in der Vorstellung des 17. Jahrhunderts ´´getrunken´´ wurde. Erst später wird die Pfeife gestopft, dann als Zigarre genossen, und erst in unserer beschleunigenden Zeit in Form von Zigaretten. Eine analoge Beschleunigung ist auch bei den alkoholischen Getränken zu beobachten: die Entwicklung des Tresens war unumgänglich, um während der Industrialisierung die schnellen ´´Kipper´´ von harten Getränken zu befriedigen. Eine Geschichte der Genußmittel Buch (dtsch.) Bücher>Sachbücher>Politik & Geschichte, Fischer Taschenbuch Verlag

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Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft - Wolfgang Schivelbusch
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Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft - neues Buch

ISBN: 9783596244133

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Jede Gesellschaft hat die Genuß- und Rauschmittel, die sie verdient, die sie braucht und die sie verträgt. Als der König von Schottland im Jahre 1194 König Richard I. von England einen Besuch abstattete, erhielt er neben anderen Beweisen der Gastfreundschaft die tägliche Zuteilung von zwei Pfund Pfeffer und vier Pfund Zimt.Diese für unseren Geschmack ungewöhnliche Gabe war im christlichen Mittelalter alles andere als ungewöhnlich: Pfeffer wurde nicht nur als Gewürz verwendet, sondern war Statussymbol und ersetzte häufig sogar das Geld als Zahlungsmittel.Der Geschmack begann sich zu sensibilisieren: Orientalische Luxuswaren begannen, die grobe Ritterkultur zu verändern, und wurden, nach der Entdeckung des Seewegs nach Indien, zum entscheidenden Faktor der europäischen Wirtschaft.Wie kommt es, daß in Europa zu bestimmten Zeiten ganz neuartige Genußstoffe erscheinen? Sind Kaffee, Tee oder Tabak reiner Zufall kolonialer Entdeckung oder befriedigen sie neue Genußbedürfnisse, die es vorh er nicht gab - und wie lassen sich diese neuartigen Bedürfnisse beschreiben?In Deutschland, das keine Kolonien hatte, mußte man Kaffee einführen, was zu einer heftigen Kampagne gegen dieses un-deutsche Getränk führte. Als die Kaffee-Sucht sich auch durch Anpreisung von Bier und Wein nicht dämpfen ließ, fand man Ersatz in Zichorienkaffee, der neben dem "echten Bohnenkaffee" noch in diesem Jahrhundert getrunken wurde. Zum Kaffee gehört der Tabak, der in der Vorstellung des 17. Jahrhunderts "getrunken" wurde. Erst später wird die Pfeife gestopft, dann als Zigarre genossen, und erst in unserer beschleunigenden Zeit in Form von Zigaretten. Eine analoge Beschleunigung ist auch bei den alkoholischen Getränken zu beobachten: die Entwicklung des Tresens war unumgänglich, um während der Industrialisierung die schnellen "Kipper" von harten Getränken zu befriedigen. Bücher / Sachbücher / Geschichte / Sonstiges, [PU: Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main]

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Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft als Taschenbuch von Wolfgang Schivelbusch - 3596244137
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ISBN: 9783596244133

ID: 733225906

Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft:Eine Geschichte der Genußmittel Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe. 7. Auflage. Wolfgang Schivelbusch Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft:Eine Geschichte der Genußmittel Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe. 7. Auflage. Wolfgang Schivelbusch Bücher > Taschenbücher > Ratgeber, in stock

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Schivelbusch, Wolfgang:
Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft - Eine Geschichte der Genußmittel - Taschenbuch

1990, ISBN: 9783596244133

[ED: Taschenbuch], [PU: FISCHER Taschenbuch], DE, [SC: 0.00], Neuware, gewerbliches Angebot, 256, [GW: 194g], 7

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Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft

Jede Gesellschaft hat die Genuß- und Rauschmittel, die sie verdient, die sie braucht und die sie verträgt. Als der König von Schottland im Jahre 1194 König Richard I. von England einen Besuch abstattete, erhielt er neben anderen Beweisen der Gastfreundschaft die tägliche Zuteilung von zwei Pfund Pfeffer und vier Pfund Zimt. Diese für unseren Geschmack ungewöhnliche Gabe war im christlichen Mittelalter alles andere als ungewöhnlich: Pfeffer wurde nicht nur als Gewürz verwendet, sondern war Statussymbol und ersetzte häufig sogar das Geld als Zahlungsmittel. Der Geschmack begann sich zu sensibilisieren: Orientalische Luxuswaren begannen, die grobe Ritterkultur zu verändern, und wurden, nach der Entdeckung des Seewegs nach Indien, zum entscheidenden Faktor der europäischen Wirtschaft. Wie kommt es, daß in Europa zu bestimmten Zeiten ganz neuartige Genußstoffe erscheinen? Sind Kaffee, Tee oder Tabak reiner Zufall kolonialer Entdeckung oder befriedigen sie neue Genußbedürfnisse, die es vorher nicht gab - und wie lassen sich diese neuartigen Bedürfnisse beschreiben? In Deutschland, das keine Kolonien hatte, mußte man Kaffee einführen, was zu einer heftigen Kampagne gegen dieses un-deutsche Getränk führte. Als die Kaffee-Sucht sich auch durch Anpreisung von Bier und Wein nicht dämpfen ließ, fand man Ersatz in Zichorienkaffee, der neben dem »echten Bohnenkaffee« noch in diesem Jahrhundert getrunken wurde. Zum Kaffee gehört der Tabak, der in der Vorstellung des 17. Jahrhunderts »getrunken« wurde. Erst später wird die Pfeife gestopft, dann als Zigarre genossen, und erst in unserer beschleunigenden Zeit in Form von Zigaretten. Eine analoge Beschleunigung ist auch bei den alkoholischen Getränken zu beobachten: die Entwicklung des Tresens war unumgänglich, um während der Industrialisierung die schnellen »Kipper« von harten Getränken zu befriedigen. »Wolfgang Schivelbusch begibt sich gern auf ungewohnte Pfade«, schrieb der Rezensent der FAZ, »und versucht zu klären, wie die Genußmittel an der Geschichte des mittelalterlichen und neuzeitlichen Menschen mitgewirkt haben.«

Detailangaben zum Buch - Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft


EAN (ISBN-13): 9783596244133
ISBN (ISBN-10): 3596244137
Gebundene Ausgabe
Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2010
Herausgeber: Fischer Taschenbuch Vlg.
247 Seiten
Gewicht: 0,194 kg
Sprache: ger/Deutsch

Buch in der Datenbank seit 12.06.2007 17:40:50
Buch zuletzt gefunden am 28.09.2017 10:10:07
ISBN/EAN: 9783596244133

ISBN - alternative Schreibweisen:
3-596-24413-7, 978-3-596-24413-3


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