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Gewalt und Gewaltprävention im Kontext von Schule - Sabrina Bothe
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Sabrina Bothe:
Gewalt und Gewaltprävention im Kontext von Schule - neues Buch

2002, ISBN: 9783836616058

ID: 9783836616058

Inhaltsangabe:Einleitung: ¿Wir müssen feststellen, dass die Stimmung in einigen Klassen zurzeit geprägt ist von Aggressivität, Respektlosigkeit und Ignoranz. (¿) Die Gewaltbereitschaft gegen Sachen wächst: Türen werden eingetreten, Papierkörbe als Fußbälle missbraucht, Knallkörper gezündet und Bilderrahmen von den Wänden gerissen. (¿) In vielen Klassen ist das Verhalten im Unterricht geprägt durch totale Ablehnung des Unterrichtsstoffes und menschenverachtendes Auftreten. Lehrkräfte werden nicht wahrgenommen, Gegenstände fliegen zielgerichtet gegen Lehrkräfte durch die Klassen, Anweisungen werden ignoriert. Einige Kollegen/innen gehen nur noch mit dem Handy in bestimmte Klassen, damit sie über Funk Hilfe holen können. Die Folge ist, dass Kollegen/innen am Rande ihrer Kräfte sind¿. Dies ist ein Auszug aus dem Brief, den das Lehrerkollegium der Rütli-Hauptschule im Berliner Problembezirk Neukölln an Berlins Bildungssenator verfasst hat. Es ist ein verzweifelter Hilferuf, der die Kapitulation eines ganzen Lehrerkollegiums vor ihren gewalttätigen Schülern offenbart. Die Lehrer klagen in ihm über die Unmöglichkeit ihrer Aufgabe, die Schüler zu unterrichten. Immer wieder sind in den letzten Jahren Schulen in das Blickfeld der Medien geraten. So zum Beispiel das Erfurter Gutenberg-Gymnasium, an dem 2002 ein Schüler auf Grund eines Schulverweises zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin, einen Polizisten und sich selbst erschoss. Solch erschreckende Nachrichten sind Extremfälle. Doch die oben beschriebene Situation der Rütli- Schule ist Alltag. Ein Alltag, der für die Lehrkräfte nicht zu bewältigen ist und ein ganzes Kollegium verzweifeln lässt. Für die Medien sind sowohl Extremfälle, wie der Vorfall in Erfurt, als auch die Situation der Rütli-Schule Anlass, das Thema Gewalt an Schulen immer wieder spektakulär zu präsentieren. Als Folge dessen wird der Öffentlichkeit der Eindruck vermittelt wird, die Verhältnisse an deutschen Schulen würden sich zunehmend ¿amerikanischen Verhältnissen¿ nähern. Die Rede ist von einer permanenten Steigerung der Gewalt an Schulen und einer Zunahme der Brutalität. Doch ist der Alltag der Rütli-Schule auch der Alltag anderer Schulen Stehen brutale, medienwirksame Einzelereignisse, wie der Vorfall in Erfurt stellvertretend für die Situation an deutschen Schulen Als angehende Lehrerin möchte ich der Frage auf den Grund gehen, ob das Ausmaß schulischer Gewalt tatsächlich so gravierend ist, wie es massenmedial dargestellt wird. Welche Formen der Gewalt begegnen den Lehrkräften in den Schulen und welche Ursachen oder Risikofaktoren können für solche Verhaltensweisen verantwortlich sein Ich denke, dass es bei gewaltbereiten Schülern nicht nur wichtig ist, dessen Charaktereigenschaft zu erkennen - man muss sie auch verstehen. Eine Betrachtung der Schüler mit ihrem dazugehörigem Umfeld ist daher unabdingbar. Erst solch eine ganzheitliche Betrachtung, führt dazu, dass man das Handeln eines Schülers richtig beurteilen kann und auch erst dann ist es möglich, geeignete Maßnahmen zu treffen, um eine Verhaltensänderung hervorzurufen. Diese Überlegungen führen zu der Frage, welche Präventions- und Interventionsmöglichkeiten im Zusammenhang mit aggressiven Verhaltensweisen für den Schulbereich geeignet sind und wie diese durchzuführen sind. Inwieweit müssen diesbezüglich vielleicht auch Veränderungen auf der Schulebene vorgenommen werden und welche Möglichkeiten gibt es, Lehrer auf solche Problem-Situationen vorzubereiten Um die oben genannten Fragen beantworten zu können, werden in Kapitel 2 zunächst die theoretischen Grundlagen vorgestellt. Da die Begriffe Gewalt und Aggression im Allgemeinen sehr unterschiedlich aufgefasst werden und eine einheitliche Definition nicht existiert, werde ich eine mögliche Begriffsbestimmung vornehmen und die beiden Termini voneinander abgrenzen. Des Weiteren wird in der Diskussion um Gewalt im Kontext von Schule von dem Begriff Bullying gesprochen, welcher ebenfalls in Kapitel 2 eingehender beleuchtet wird. Abschließend werde ich verdeutlichen, welche Auslegung des Gewaltbegriffs mir in diesem Kontext geeignet erscheint und ich daher dieser Arbeit zugrunde lege. In Kapitel 3 wird auf Grund der Ergebnisse verschiedener repräsentativer Untersuchungen bezüglich der Gewalt an Schulen die aktuelle Situation der Institutionen dargestellt. Es soll damit ein Überblick über die existierenden Gewaltformen und deren Ausmaße gegeben werden. Im Hinblick auf Gewaltprävention ist es besonders wichtig, nicht nur das allgemeine Ausmaß der Gewalt an Schulen zu kennen, sondern auch zu überprüfen, ob spezielle Problembereiche existieren. Aus diesem Grund wird in Kapitel 3 zusätzlich die Gewalt nach verschiedenen Schulformen und nach unterschiedlichen Altersstufen differenziert sowie unter Berücksichtigung beider Geschlechter analysiert. Dieser Ist-Analyse folgend, werde ich der zentralen Frage nachgehen, ob die Gewalt an Schulen im Laufe der letzten Jahre tatsächlich zugenommen hat. Abschließend werden in Kapitel 3 die allgemeinen Merkmale von Täter und Opfer dargestellt. Um aggressive Verhaltensweisen besser verstehen zu können, werden in Kapitel 4 verschiedene theoretische Erklärungsansätze zur Gewalt an Schulen aufgezeigt. Es handelt sich dabei um Ansätze aus verschiedenen wissenschaftlichen Forschungsgebieten, so dass auch hier die Komplexität des Phänomens Gewalt zum Ausdruck kommt. In einer Diskussion um Gewalt an Schulen ist es meiner Meinung nach unerlässlich, mögliche Ursachen und Risikofaktoren, die das Gewaltverhalten von Schülern fördern können, zu betrachten. Dies wird der Kernpunkt des 5. Kapitels sein. Zunächst soll hierbei das außerschulische Umfeld von Schülern betrachtet werden, wobei insbesondere die Einflüsse der Familie, der Peer-Group und der Medien auf das Gewaltverhalten der Kinder und Jugendlichen dargestellt wird. Im Anschluss an die außerschulische Betrachtung werde ich den Blick auf die Institution Schule selbst richten. Die Frage ist, ob diese durch ihre eigene Struktur gewaltförmiges Handeln bei Schülern verursachen oder verstärken kann. In wie weit sind hinsichtlich solcher Verhaltensweisen einzelne Merkmale des schulischen Kontextes bedeutsam Betrachtet werden in diesem Zusammenhang drei Bereiche: Die Schulform und Schulgröße, die schulische Lernkultur und das Sozialklima innerhalb einer Schule. Die oben genannten Kapitel verdeutlichen in ausführlicher Weise, in welches Netz von Bedingungen das Gewaltverhalten von Schülern eingebunden ist. Es kann nicht von einer einzigen Hauptursache für problematisches Schülerverhalten gesprochen werden ¿ vielmehr handelt es sich um ein komplexes Wirkungsfeld. Ein Patentrezept für alle Problemsituationen ist somit unmöglich. Im 6. Kapitel dieser Arbeit untersuche ich die Frage, was man tun kann, um Gewalthandeln und Gewaltbereitschaft zu minimieren und die Gewaltbelastung bestimmter Schulen zu reduzieren. Was kann die Schule dazu beitragen, damit die Schüler in Konflikten seltener aggressiv und stattdessen häufiger verständigungsbereit reagieren Gibt es Programme, durch die Lehrer lernen, in Gewaltsituationen angemessen einzugreifen Und in wie weit müssen auf Schulebene Bedingungen geschaffen werden, die einem gewaltförmigen Verhalten entgegenwirken Dieses Kapitel wird verschiedene Möglichkeiten der Gewaltprävention bzw. spezifisch ausgearbeitete Programme vorstellen, mit deren Hilfe dem Problem der Gewalt an Schulen begegnet werden kann. Es handelt sich hierbei um Programme für Schüler verschiedener Altersstufen, um Programme für Lehrer sowie um Programme, die auf Schulebene durchgeführt werden können.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.EINLEITUNG1 2.THEORETISCHE GRUNDLAGEN5 2.1DER GEWALTBEGRIFF6 2.1.1DIE ENGE DEFINITION DES GEWALTBEGRIFFS: PHYSISCHE GEWALT7 2.1.2DIE ERSTE ERWEITERUNG DES GEWALTBEGRIFFS: PSYCHISCHE GEWALT9 2.1.3DIE ZWEITE ERWEITERUNG DES GEWALTBEGRIFFS: STRUKTURELLE UND INSTITUTIONELLE GEWALT9 2.1.4BULLYING11 2.2DER AGGRESSIONSBEGRIFF12 2.3ABGRENZUNG VON GEWALT UND AGGRESSION14 2.4DAS GEWALTVERSTÄNDNIS DIESER ARBEIT15 3.EMPIRISCHE UNTERSUCHUNGEN ZU GEWALT AN SCHULEN16 3.1AUSMAß UND ERSCHEINUNGSFORMEN VON GEWALT AN SCHULEN18 3.2UNTERSCHIEDE NACH SCHULFORM, GESCHLECHT UND ALTER20 3.2.1VERGLEICH DER SCHULFORMEN21 3.2.2UNTERSCHIEDE HINSICHTLICH DES GESCHLECHTS23 3.2.3UNTERSCHIEDE HINSICHTLICH DES ALTERS24 3.3ENTWICKLUNG DER GEWALT AN SCHULEN IM ZEITLICHEN KONTEXT25 3.4TÄTER - OPFER - TYPOLOGIE29 3.4.1TÄTER32 3.4.2OPFER33 3.4.3TÄTER - OPFER34 4.ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR GEWALT AN SCHULEN36 4.1PSYCHOLOGISCHE MODELLE36 4.1.1AGGRESSION ALS FOLGE EINES TRIEBES36 4.1.2AGGRESSION ALS REAKTION AUF FRUSTRATION37 4.1.3AGGRESSION ALS FOLGE VON LERNPROZESSEN38 4.2SOZIOLOGISCHE MODELLE40 4.2.1ANOMIETHEORIE40 4.2.2ETIKETTIERUNGSTHEORIEN41 5.URSACHEN UND RISIKOFAKTOREN FÜR GEWALT AN SCHULEN42 5.1AUßERSCHULISCHE RISIKOFAKTOREN FÜR DIE ENTSTEHUNG VON GEWALT42 5.1.1FAMILIE42 5.1.2DIE PEER-GROUP46 5.1.3MEDIEN48 5.2SCHULISCHE RISIKOFAKTOREN FÜR DIE ENTSTEHUNG VON GEWALT52 5.2.1SCHULFORM UND SCHULGRÖßE53 5.2.2SCHULISCHE LERNKULTUR55 5.2.2.1Lernumgebung55 5.2.2.2Didaktische Qualität56 5.2.2.3Lernchancen und Unterstützung56 5.2.2.4Lernkultur und Gewalt57 5.2.3SOZIALKLIMA58 6GEWALTPRÄVENTION62 6.1PROGRAMME FÜR SCHÜLER63 6.1.1PROGRAMM ¿FAUSTLOS¿64 6.1.1.1Empathieförderung64 6.1.1.2Impulskontrolle65 6.1.1.3Umgang mit Ärger und Wut66 6.1.2LIONS-QUEST-PROGRAMM ¿ERWACHSEN WERDEN¿67 6.1.3KONFLIKTTRAINING NACH GORDON68 6.1.3.1Ein Problemlösungsprozess in sechs Stufen69 6.1.3.2Vorteile der Konfliktlösung nach Gordon70 6.1.4STREIT-SCHLICHTER-PROGRAMME (MEDIATION)70 6.1.4.1Phasen der Mediation71 6.1.4.2Peer-Mediation73 6.2LEHRERPROGRAMME75 6.2.1SCHULINTERNE LEHRERFORTBILDUNGEN (SCHILF)75 6.2.2KONSTANZER TRAININGSMODELL (KTM)78 6.2.2.1Realisierung und Verlauf78 6.2.2.2Struktur und Zuordnung der Trainingselemente79 6.2.2.3Auswirkungen des KTM80 6.3INSTITUTIONSBEZOGENE PROGRAMME81 6.3.1DAS OLWEUS-PROGRAMM81 6.3.1.1Maßnahmen auf der Schulebene82 6.3.1.2Maßnahmen auf der Klassenebene84 6.3.1.3Maßnahmen auf der persönlichen Ebene86 6.3.2SCHULSOZIALARBEIT87 6.4SYSTEMBEZOGENE PROGRAMME88 6.4.1KONZEPT ¿GESTALTUNG - ÖFFNUNG - REFLEXION¿89 6.4.2NETZWERKARBEIT IN DER GEWALTPRÄVENTION90 7.SCHLUSSBETRACHTUNG92 8.LITERATURVERZEICHNIS98 9.ABBILDUNGSVERZEICHNIS106 10.ANHANG107Textprobe:Textprobe: Kapitel 5., Ursachen und Risikofaktoren für Gewalt an Schulen: Für eine ganzheitliche Betrachtung von Gewalt an Schulen ist es unerlässlich, die Lebenswelten der Schüler auf Gewalt fördernde bzw. Gewalt hemmende Elemente hin zu analysieren. In diesem Zusammenhang werden in den folgenden Kapiteln zunächst außerschulische Sozialisationseinflüsse und im Weiteren die Schule bzw. die schulische Umwelt selbst betrachtet. Bei einer solchen Betrachtung wird es nicht darum gehen, eindeutige Ursachen für ein bestimmtes Verhalten aufzuzeigen. Vielmehr soll verdeutlicht werden, dass bestimmte Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen ¿risikoreich¿ im Hinblick auf aggressive Verhaltensweisen sein können. Außerschulische Risikofaktoren für die Entstehung von Gewalt: Die Gewaltanwendung wird in vielen Situationen zur Bewältigung der jeweiligen Situation eingesetzt. Solche Verhaltensweisen können durch Beobachtung anderer Menschen erlernt werden. Lernorte dafür sind oftmals die verschiedenen sozialen Kontexte, in die Kinder bzw. Jugendliche im Laufe ihrer Sozialisation eingebunden sind. In den folgenden Kapiteln wird in diesem Zusammenhang die außerschulische Umgebung von Schülern beleuchtet und dabei insbesondere auf die Rolle der Familie und die Gruppe der Gleichaltrigen eingegangen. Da in Diskussionen um mögliche Ursachen von Gewalt immer wieder auf die Massenmedien verwiesen wird, wird auch dieser Aspekt im Anschluss aufgeführt. Familie: Die ¿traditionell¿ strukturierte Familie mit Vater, Mutter und mindestens einem Kind ist heute nicht mehr die allein vorherrschende Form privater Lebensführung in Deutschland. Verschiedene Faktoren wie zum Beispiel eine drastische Senkung der Eheschließungen, ein Anwachsen der Scheidungsrate, eine deutliche Zunahme alleinerziehender Eltern und die erhöhte Berufstätigkeit von Müttern führen zu einer Vielfalt von Familienformen. So existieren eheliche und nichteheliche Lebensgemeinschaften, getrennt lebende Eltern, alleinerziehende Eltern, wiederverheiratete Eltern mit Kindern und Stiefkindern. Eine ebensolche Vielfalt ist aus diesem Grund auch hinsichtlich der individuellen Entwicklungsbedingungen für Kinder und Jugendliche zu finden. Im allgemeinen Sozialisationsprozess spielt die Familie eine zentrale Rolle. Sie übt einen großen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jungendlichen aus. Grundlegende Werthaltungen, Einstellungen und konkrete Verhaltensweisen werden von Eltern vermittelt und vorgelebt. Hierzu zählt auch die individuelle Einstellung zur Gewalt. Die Familie kann der früheste Ort im Umgang mit Gewalt sein. Kinder und Jugendliche, die früh Erfahrungen damit gemacht haben, gelten als besonders empfänglich für die Übernahme von Opfer- und/oder Täterrollen. So ist die Familie nicht nur ein Ort, an dem gewalttätiges Verhalten in vielen Fällen praktiziert wird. Familiäre Bedingungen können zugleich auch Ursachen und Entstehungsgrund gewalttätigen Verhaltens bzw. der Gewaltbereitschaft von Schülern sein. Hinsichtlich der Familienstruktur lässt sich laut der Forschungsgruppe Schulevaluation (1998) kein signifikanter Einfluss auf das Gewaltverhalten der Kinder nachweisen. Die Unvollständigkeit einer Familie kann also nicht als Risikofaktor bezeichnet werden. Entsprechendes gilt für die Geschwisterkonstellation. Es ist unerheblich für alle Facetten von Gewalthandeln, ob Kinder als Einzelkinder, mit mehreren Geschwistern oder nur unter Jungen aufwachsen. Ebenfalls wenig Erklärungsgehalt zeigt die mütterliche Erwerbstätigkeit. Ob Mütter ganztags, halbtags oder gar nicht erwerbstätig sind, scheint für das Ausmaß an Gewalt, die Schüler ausüben, kaum eine oder keine Rolle zu spielen. Im Gegensatz dazu besteht aber laut der Bielefelder Studie (2000) ein Zusammenhang zwischen der väterlichen Berufsausübung und dem Gewaltverhalten der Kinder. Die niedrigsten Werte an physischer Aggression bei Schülern zeigen sich in den Gruppen mit ganztags- und halbtagsbeschäftigten Vätern, die höchsten Werte physischer Aggression bei Schülern mit gelegentlich arbeitenden und nicht arbeitenden Vätern. Die Erwerbslosigkeit der Väter stellt somit ein Konflikt begünstigendes Merkmal für das, Diplomica Verlag

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Gewalt Und Gewaltprävention Im Kontext Von Schule - Sabrina Bothe
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Gewalt Und Gewaltprävention Im Kontext Von Schule - neues Buch

2002, ISBN: 9783836616058

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Inhaltsangabe:Einleitung: ¿Wir müssen feststellen, dass die Stimmung in einigen Klassen zurzeit geprägt ist von Aggressivität, Respektlosigkeit und Ignoranz. (¿) Die Gewaltbereitschaft gegen Sachen wächst: Türen werden eingetreten, Papierkörbe als Fußbälle missbraucht, Knallkörper gezündet und Bilderrahmen von den Wänden gerissen. (¿) In vielen Klassen ist das Verhalten im Unterricht geprägt durch totale Ablehnung des Unterrichtsstoffes und menschenverachtendes Auftreten. Lehrkräfte werden nicht wahrgenommen, Gegenstände fliegen zielgerichtet gegen Lehrkräfte durch die Klassen, Anweisungen werden ignoriert. Einige Kollegen/innen gehen nur noch mit dem Handy in bestimmte Klassen, damit sie über Funk Hilfe holen können. Die Folge ist, dass Kollegen/innen am Rande ihrer Kräfte sind¿. Dies ist ein Auszug aus dem Brief, den das Lehrerkollegium der Rütli-Hauptschule im Berliner Problembezirk Neukölln an Berlins Bildungssenator verfasst hat. Es ist ein verzweifelter Hilferuf, der die Kapitulation eines ganzen Lehrerkollegiums vor ihren gewalttätigen Schülern offenbart. Die Lehrer klagen in ihm über die Unmöglichkeit ihrer Aufgabe, die Schüler zu unterrichten. Immer wieder sind in den letzten Jahren Schulen in das Blickfeld der Medien geraten. So zum Beispiel das Erfurter Gutenberg-Gymnasium, an dem 2002 ein Schüler auf Grund eines Schulverweises zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin, einen Polizisten und sich selbst erschoss. Solch erschreckende Nachrichten sind Extremfälle. Doch die oben beschriebene Situation der Rütli- Schule ist Alltag. Ein Alltag, der für die Lehrkräfte nicht zu bewältigen ist und ein ganzes Kollegium verzweifeln lässt. Für die Medien sind sowohl Extremfälle, wie der Vorfall in Erfurt, als auch die Situation der Rütli-Schule Anlass, das Thema Gewalt an Schulen immer wieder spektakulär zu präsentieren. Als Folge dessen wird der Öffentlichkeit der Eindruck vermittelt wird, die Verhältnisse an deutschen Schulen würden sich zunehmend ¿amerikanischen Verhältnissen¿ nähern. Die Rede ist von einer permanenten Steigerung der Gewalt an Schulen und einer Zunahme der Brutalität. Doch ist der Alltag der Rütli-Schule auch der Alltag anderer Schulen Stehen brutale, medienwirksame Einzelereignisse, wie der Vorfall in Erfurt stellvertretend für die Situation an deutschen Schulen Als angehende Lehrerin möchte ich der Frage auf den Grund gehen, ob das Ausmaß schulischer Gewalt tatsächlich so gravierend ist, wie es massenmedial dargestellt wird. Welche Formen der Gewalt begegnen den Lehrkräften in den Schulen und welche Ursachen oder Risikofaktoren können für solche Verhaltensweisen verantwortlich sein Ich denke, dass es bei gewaltbereiten Schülern nicht nur wichtig ist, dessen Charaktereigenschaft zu erkennen - man muss sie auch verstehen. Eine Betrachtung der Schüler mit ihrem dazugehörigem Umfeld ist daher unabdingbar. Erst solch eine ganzheitliche Betrachtung, führt dazu, dass man das Handeln eines Schülers richtig beurteilen kann und auch erst dann ist es möglich, geeignete Maßnahmen zu treffen, um eine Verhaltensänderung hervorzurufen. Diese Überlegungen führen zu der Frage, welche Präventions- und Interventionsmöglichkeiten im Zusammenhang mit aggressiven Verhaltensweisen für den Schulbereich geeignet sind und wie diese durchzuführen sind. Inwieweit müssen diesbezüglich vielleicht auch Veränderungen auf der Schulebene vorgenommen werden und welche Möglichkeiten gibt es, Lehrer auf solche Problem-Situationen vorzubereiten Um die oben genannten Fragen beantworten zu können, werden in Kapitel 2 zunächst die theoretischen Grundlagen vorgestellt. Da die Begriffe Gewalt und Aggression im Allgemeinen sehr unterschiedlich aufgefasst werden und eine einheitliche Definition nicht existiert, werde ich eine mögliche Begriffsbestimmung vornehmen und die beiden Termini voneinander abgrenzen. Des Weiteren wird in der Diskussion um Gewalt im Kontext von Schule von dem Begriff Bullying gesprochen, welcher ebenfalls in Kapitel 2 eingehender beleuchtet wird. Abschließend werde ich verdeutlichen, welche Auslegung des Gewaltbegriffs mir in diesem Kontext geeignet erscheint und ich daher dieser Arbeit zugrunde lege. In Kapitel 3 wird auf Grund der Ergebnisse verschiedener repräsentativer Untersuchungen bezüglich der Gewalt an Schulen die aktuelle Situation der Institutionen dargestellt. Es soll damit ein Überblick über die existierenden Gewaltformen und deren Ausmaße gegeben werden. Im Hinblick auf Gewaltprävention ist es besonders wichtig, nicht nur das allgemeine Ausmaß der Gewalt an Schulen zu kennen, sondern auch zu überprüfen, ob spezielle Problembereiche existieren. Aus diesem Grund wird in Kapitel 3 zusätzlich die Gewalt nach verschiedenen Schulformen und nach unterschiedlichen Altersstufen differenziert sowie unter Berücksichtigung beider Geschlechter analysiert. Dieser Ist-Analyse folgend, werde ich der zentralen Frage nachgehen, ob die Gewalt an Schulen im Laufe der letzten Jahre tatsächlich zugenommen hat. Abschließend werden in Kapitel 3 die allgemeinen Merkmale von Täter und Opfer dargestellt. Um aggressive Verhaltensweisen besser verstehen zu können, werden in Kapitel 4 verschiedene theoretische Erklärungsansätze zur Gewalt an Schulen aufgezeigt. Es handelt sich dabei um Ansätze aus verschiedenen wissenschaftlichen Forschungsgebieten, so dass auch hier die Komplexität des Phänomens Gewalt zum Ausdruck kommt. In einer Diskussion um Gewalt an Schulen ist es meiner Meinung nach unerlässlich, mögliche Ursachen und Risikofaktoren, die das Gewaltverhalten von Schülern fördern können, zu betrachten. Dies wird der Kernpunkt des 5. Kapitels sein. Zunächst soll hierbei das außerschulische Umfeld von Schülern betrachtet werden, wobei insbesondere die Einflüsse der Familie, der Peer-Group und der Medien auf das Gewaltverhalten der Kinder und Jugendlichen dargestellt wird. Im Anschluss an die außerschulische Betrachtung werde ich den Blick auf die Institution Schule selbst richten. Die Frage ist, ob diese durch ihre eigene Struktur gewaltförmiges Handeln bei Schülern verursachen oder verstärken kann. In wie weit sind hinsichtlich solcher Verhaltensweisen einzelne Merkmale des schulischen Kontextes bedeutsam Betrachtet werden in diesem Zusammenhang drei Bereiche: Die Schulform und Schulgröße, die schulische Lernkultur und das Sozialklima innerhalb einer Schule. Die oben genannten Kapitel verdeutlichen in ausführlicher Weise, in welches Netz von Bedingungen das Gewaltverhalten von Schülern eingebunden ist. Es kann nicht von einer einzigen Hauptursache für problematisches Schülerverhalten gesprochen werden ¿ vielmehr handelt es sich um ein komplexes Wirkungsfeld. Ein Patentrezept für alle Problemsituationen ist somit unmöglich. Im 6. Kapitel dieser Arbeit untersuche ich die Frage, was man tun kann, um Gewalthandeln und Gewaltbereitschaft zu minimieren und die Gewaltbelastung bestimmter Schulen zu reduzieren. Was kann die Schule dazu beitragen, damit die Schüler in Konflikten seltener aggressiv und stattdessen häufiger verständigungsbereit reagieren Gibt es Programme, durch die Lehrer lernen, in Gewaltsituationen angemessen einzugreifen Und in wie weit müssen auf Schulebene Bedingungen geschaffen werden, die einem gewaltförmigen Verhalten entgegenwirken Dieses Kapitel wird verschiedene Möglichkeiten der Gewaltprävention bzw. spezifisch ausgearbeitete Programme vorstellen, mit deren Hilfe dem Problem der Gewalt an Schulen begegnet werden kann. Es handelt sich hierbei um Programme für Schüler verschiedener Altersstufen, um Programme für Lehrer sowie um Programme, die auf Schulebene durchgeführt werden können.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.EINLEITUNG1 2.THEORETISCHE GRUNDLAGEN5 2.1DER GEWALTBEGRIFF6 2.1.1DIE ENGE DEFINITION DES GEWALTBEGRIFFS: PHYSISCHE GEWALT7 2.1.2DIE ERSTE ERWEITERUNG DES GEWALTBEGRIFFS: PSYCHISCHE GEWALT9 2.1.3DIE ZWEITE ERWEITERUNG DES GEWALTBEGRIFFS: STRUKTURELLE UND INSTITUTIONELLE GEWALT9 2.1.4BULLYING11 2.2DER AGGRESSIONSBEGRIFF12 2.3ABGRENZUNG VON GEWALT UND AGGRESSION14 2.4DAS GEWALTVERSTÄNDNIS DIESER ARBEIT15 3.EMPIRISCHE UNTERSUCHUNGEN ZU GEWALT AN SCHULEN16 3.1AUSMAß UND ERSCHEINUNGSFORMEN VON GEWALT AN SCHULEN18 3.2UNTERSCHIEDE NACH SCHULFORM, GESCHLECHT UND ALTER20 3.2.1VERGLEICH DER SCHULFORMEN21 3.2.2UNTERSCHIEDE HINSICHTLICH DES GESCHLECHTS23 3.2.3UNTERSCHIEDE HINSICHTLICH DES ALTERS24 3.3ENTWICKLUNG DER GEWALT AN SCHULEN IM ZEITLICHEN KONTEXT25 3.4TÄTER - OPFER - TYPOLOGIE29 3.4.1TÄTER32 3.4.2OPFER33 3.4.3TÄTER - OPFER34 4.ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR GEWALT AN SCHULEN36 4.1PSYCHOLOGISCHE MODELLE36 4.1.1AGGRESSION ALS FOLGE EINES TRIEBES36 4.1.2AGGRESSION ALS REAKTION AUF FRUSTRATION37 4.1.3AGGRESSION ALS FOLGE VON LERNPROZESSEN38 4.2SOZIOLOGISCHE MODELLE40 4.2.1ANOMIETHEORIE40 4.2.2ETIKETTIERUNGSTHEORIEN41 5.URSACHEN UND RISIKOFAKTOREN FÜR GEWALT AN SCHULEN42 5.1AUßERSCHULISCHE RISIKOFAKTOREN FÜR DIE ENTSTEHUNG VON GEWALT42 5.1.1FAMILIE42 5.1.2DIE PEER-GROUP46 5.1.3MEDIEN48 5.2SCHULISCHE RISIKOFAKTOREN FÜR DIE ENTSTEHUNG VON GEWALT52 5.2.1SCHULFORM UND SCHULGRÖßE53 5.2.2SCHULISCHE LERNKULTUR55 5.2.2.1Lernumgebung55 5.2.2.2Didaktische Qualität56 5.2.2.3Lernchancen und Unterstützung56 5.2.2.4Lernkultur und Gewalt57 5.2.3SOZIALKLIMA58 6GEWALTPRÄVENTION62 6.1PROGRAMME FÜR SCHÜLER63 6.1.1PROGRAMM ¿FAUSTLOS¿64 6.1.1.1Empathieförderung64 6.1.1.2Impulskontrolle65 6.1.1.3Umgang mit Ärger und Wut66 6.1.2LIONS-QUEST-PROGRAMM ¿ERWACHSEN WERDEN¿67 6.1.3KONFLIKTTRAINING NACH GORDON68 6.1.3.1Ein Problemlösungsprozess in sechs Stufen69 6.1.3.2Vorteile der Konfliktlösung nach Gordon70 6.1.4STREIT-SCHLICHTER-PROGRAMME (MEDIATION)70 6.1.4.1Phasen der Mediation71 6.1.4.2Peer-Mediation73 6.2LEHRERPROGRAMME75 6.2.1SCHULINTERNE LEHRERFORTBILDUNGEN (SCHILF)75 6.2.2KONSTANZER TRAININGSMODELL (KTM)78 6.2.2.1Realisierung und Verlauf78 6.2.2.2Struktur und Zuordnung der Trainingselemente79 6.2.2.3Auswirkungen des KTM80 6.3INSTITUTIONSBEZOGENE PROGRAMME81 6.3.1DAS OLWEUS-PROGRAMM81 6.3.1.1Maßnahmen auf der Schulebene82 6.3.1.2Maßnahmen auf der Klassenebene84 6.3.1.3Maßnahmen auf der persönlichen Ebene86 6.3.2SCHULSOZIALARBEIT87 6.4SYSTEMBEZOGENE PROGRAMME88 6.4.1KONZEPT ¿GESTALTUNG - ÖFFNUNG - REFLEXION¿89 6.4.2NETZWERKARBEIT IN DER GEWALTPRÄVENTION90 7.SCHLUSSBETRACHTUNG92 8.LITERATURVERZEICHNIS98 9.ABBILDUNGSVERZEICHNIS106 10.ANHANG107Textprobe:Textprobe: Kapitel 5., Ursachen und Risikofaktoren für Gewalt an Schulen: Für eine ganzheitliche Betrachtung von Gewalt an Schulen ist es unerlässlich, die Lebenswelten der Schüler auf Gewalt fördernde bzw. Gewalt hemmende Elemente hin zu analysieren. In diesem Zusammenhang werden in den folgenden Kapiteln zunächst außerschulische Sozialisationseinflüsse und im Weiteren die Schule bzw. die schulische Umwelt selbst betrachtet. Bei einer solchen Betrachtung wird es nicht darum gehen, eindeutige Ursachen für ein bestimmtes Verhalten aufzuzeigen. Vielmehr soll verdeutlicht werden, dass bestimmte Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen ¿risikoreich¿ im Hinblick auf aggressive Verhaltensweisen sein können. Außerschulische Risikofaktoren für die Entstehung von Gewalt: Die Gewaltanwendung wird in vielen Situationen zur Bewältigung der jeweiligen Situation eingesetzt. Solche Verhaltensweisen können durch Beobachtung anderer Menschen erlernt werden. Lernorte dafür sind oftmals die verschiedenen sozialen Kontexte, in die Kinder bzw. Jugendliche im Laufe ihrer Sozialisation eingebunden sind. In den folgenden Kapiteln wird in diesem Zusammenhang die außerschulische Umgebung von Schülern beleuchtet und dabei insbesondere auf die Rolle der Familie und die Gruppe der Gleichaltrigen eingegangen. Da in Diskussionen um mögliche Ursachen von Gewalt immer wieder auf die Massenmedien verwiesen wird, wird auch dieser Aspekt im Anschluss aufgeführt. Familie: Die ¿traditionell¿ strukturierte Familie mit Vater, Mutter und mindestens einem Kind ist heute nicht mehr die allein vorherrschende Form privater Lebensführung in Deutschland. Verschiedene Faktoren wie zum Beispiel eine drastische Senkung der Eheschließungen, ein Anwachsen der Scheidungsrate, eine deutliche Zunahme alleinerziehender Eltern und die erhöhte Berufstätigkeit von Müttern führen zu einer Vielfalt von Familienformen. So existieren eheliche und nichteheliche Lebensgemeinschaften, getrennt lebende Eltern, alleinerziehende Eltern, wiederverheiratete Eltern mit Kindern und Stiefkindern. Eine ebensolche Vielfalt ist aus diesem Grund auch hinsichtlich der individuellen Entwicklungsbedingungen für Kinder und Jugendliche zu finden. Im allgemeinen Sozialisationsprozess spielt die Familie eine zentrale Rolle. Sie übt einen großen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jungendlichen aus. Grundlegende Werthaltungen, Einstellungen und konkrete Verhaltensweisen werden von Eltern vermittelt und vorgelebt. Hierzu zählt auch die individuelle Einstellung zur Gewalt. Die Familie kann der früheste Ort im Umgang mit Gewalt sein. Kinder und Jugendliche, die früh Erfahrungen damit gemacht haben, gelten als besonders empfänglich für die Übernahme von Opfer- und/oder Täterrollen. So ist die Familie nicht nur ein Ort, an dem gewalttätiges Verhalten in vielen Fällen praktiziert wird. Familiäre Bedingungen können zugleich auch Ursachen und Entstehungsgrund gewalttätigen Verhaltens bzw. der Gewaltbereitschaft von Schülern sein. Hinsichtlich der Familienstruktur lässt sich laut der Forschungsgruppe Schulevaluation (1998) kein signifikanter Einfluss auf das Gewaltverhalten der Kinder nachweisen. Die Unvollständigkeit einer Familie kann also nicht als Risikofaktor bezeichnet werden. Entsprechendes gilt für die Geschwisterkonstellation. Es ist unerheblich für alle Facetten von Gewalthandeln, ob Kinder als Einzelkinder, mit mehreren Geschwistern oder nur unter Jungen aufwachsen. Ebenfalls wenig Erklärungsgehalt zeigt die mütterliche Erwerbstätigkeit. Ob Mütter ganztags, halbtags oder gar nicht erwerbstätig sind, scheint für das Ausmaß an Gewalt, die Schüler ausüben, kaum eine oder keine Rolle zu spielen. Im Gegensatz dazu besteht aber laut der Bielefelder Studie (2000) ein Zusammenhang zwischen der väterlichen Berufsausübung und dem Gewaltverhalten der Kinder. Die niedrigsten Werte an physischer Aggression bei Schülern zeigen sich in den Gruppen mit ganztags- und halbtagsbeschäftigten Vätern, die höchsten Werte physischer Aggression bei Schülern mit gelegentlich arbeitenden und nicht arbeitenden Vätern. Die Erwerbslosigkeit der Väter stellt somit ein Konflikt begünstigendes Merkmal für das, Diplomica Verlag

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Inhaltsangabe:Einleitung: ¿Wir müssen feststellen, dass die Stimmung in einigen Klassen zurzeit geprägt ist von Aggressivität, Respektlosigkeit und Ignoranz. (¿) Die Gewaltbereitschaft gegen Sachen wächst: Türen werden eingetreten, Papierkörbe als Fußbälle missbraucht, Knallkörper gezündet und Bilderrahmen von den Wänden gerissen. (¿) In vielen Klassen ist das Verhalten im Unterricht geprägt durch totale Ablehnung des Unterrichtsstoffes und menschenverachtendes Auftreten. Lehrkräfte werden nicht wahrgenommen, Gegenstände fliegen zielgerichtet gegen Lehrkräfte durch die Klassen, Anweisungen werden ignoriert. Einige Kollegen/innen gehen nur noch mit dem Handy in bestimmte Klassen, damit sie über Funk Hilfe holen können. Die Folge ist, dass Kollegen/innen am Rande ihrer Kräfte sind¿. Dies ist ein Auszug aus dem Brief, den das Lehrerkollegium der Rütli-Hauptschule im Berliner Problembezirk Neukölln an Berlins Bildungssenator verfasst hat. Es ist ein verzweifelter Hilferuf, der die Kapitulation eines ganzen Lehrerkollegiums vor ihren gewalttätigen Schülern offenbart. Die Lehrer klagen in ihm über die Unmöglichkeit ihrer Aufgabe, die Schüler zu unterrichten. Immer wieder sind in den letzten Jahren Schulen in das Blickfeld der Medien geraten. So zum Beispiel das Erfurter Gutenberg-Gymnasium, an dem 2002 ein Schüler auf Grund eines Schulverweises zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin, einen Polizisten und sich selbst erschoss. Solch erschreckende Nachrichten sind Extremfälle. Doch die oben beschriebene Situation der Rütli- Schule ist Alltag. Ein Alltag, der für die Lehrkräfte nicht zu bewältigen ist und ein ganzes Kollegium verzweifeln lässt. Für die Medien sind sowohl Extremfälle, wie der Vorfall in Erfurt, als auch die Situation der Rütli-Schule Anlass, das Thema Gewalt an Schulen immer wieder spektakulär zu präsentieren. Als Folge dessen wird der Öffentlichkeit der Eindruck vermittelt wird, die Verhältnisse an deutschen Schulen würden sich zunehmend ¿amerikanischen Verhältnissen¿ nähern. Die Rede ist von einer permanenten Steigerung der Gewalt an Schulen und einer Zunahme der Brutalität. Doch ist der Alltag der Rütli-Schule auch der Alltag anderer Schulen Stehen brutale, medienwirksame Einzelereignisse, wie der Vorfall in Erfurt stellvertretend für die Situation an deutschen Schulen Als angehende Lehrerin möchte ich der Frage auf den Grund gehen, ob das Ausmaß schulischer Gewalt tatsächlich so gravierend ist, wie es massenmedial dargestellt wird. Welche Formen der Gewalt begegnen den Lehrkräften in den Schulen und welche Ursachen oder Risikofaktoren können für solche Verhaltensweisen verantwortlich sein Ich denke, dass es bei gewaltbereiten Schülern nicht nur wichtig ist, dessen Charaktereigenschaft zu erkennen - man muss sie auch verstehen. Eine Betrachtung der Schüler mit ihrem dazugehörigem Umfeld ist daher unabdingbar. Erst solch eine ganzheitliche Betrachtung, führt dazu, dass man das Handeln eines Schülers richtig beurteilen kann und auch erst dann ist es möglich, geeignete Maßnahmen zu treffen, um eine Verhaltensänderung hervorzurufen. Diese Überlegungen führen zu der Frage, welche Präventions- und Interventionsmöglichkeiten im Zusammenhang mit aggressiven Verhaltensweisen für den Schulbereich geeignet sind und wie diese durchzuführen sind. Inwieweit müssen diesbezüglich vielleicht auch Veränderungen auf der Schulebene vorgenommen werden und welche Möglichkeiten gibt es, Lehrer auf solche Problem-Situationen vorzubereiten Um die oben genannten Fragen beantworten zu können, werden in Kapitel 2 zunächst die theoretischen Grundlagen vorgestellt. Da die Begriffe Gewalt und Aggression im Allgemeinen sehr unterschiedlich aufgefasst werden und eine einheitliche Definition nicht existiert, werde ich eine mögliche Begriffsbestimmung vornehmen und die beiden Termini voneinander abgrenzen. Des Weiteren wird in der Diskussion um Gewalt im Kontext von Schule von dem Begriff Bullying gesprochen, welcher ebenfalls in Kapitel 2 eingehender beleuchtet wird. Abschließend werde ich verdeutlichen, welche Auslegung des Gewaltbegriffs mir in diesem Kontext geeignet erscheint und ich daher dieser Arbeit zugrunde lege. In Kapitel 3 wird auf Grund der Ergebnisse verschiedener repräsentativer Untersuchungen bezüglich der Gewalt an Schulen die aktuelle Situation der Institutionen dargestellt. Es soll damit ein Überblick über die existierenden Gewaltformen und deren Ausmaße gegeben werden. Im Hinblick auf Gewaltprävention ist es besonders wichtig, nicht nur das allgemeine Ausmaß der Gewalt an Schulen zu kennen, sondern auch zu überprüfen, ob spezielle Problembereiche existieren. Aus diesem Grund wird in Kapitel 3 zusätzlich die Gewalt nach verschiedenen Schulformen und nach unterschiedlichen Altersstufen differenziert sowie unter Berücksichtigung beider Geschlechter analysiert. Dieser Ist-Analyse folgend, werde ich der zentralen Frage nachgehen, ob die Gewalt an Schulen im Laufe der letzten Jahre tatsächlich zugenommen hat. Abschließend werden in Kapitel 3 die allgemeinen Merkmale von Täter und Opfer dargestellt. Um aggressive Verhaltensweisen besser verstehen zu können, werden in Kapitel 4 verschiedene theoretische Erklärungsansätze zur Gewalt an Schulen aufgezeigt. Es handelt sich dabei um Ansätze aus verschiedenen wissenschaftlichen Forschungsgebieten, so dass auch hier die Komplexität des Phänomens Gewalt zum Ausdruck kommt. In einer Diskussion um Gewalt an Schulen ist es meiner Meinung nach unerlässlich, mögliche Ursachen und Risikofaktoren, die das Gewaltverhalten von Schülern fördern können, zu betrachten. Dies wird der Kernpunkt des 5. Kapitels sein. Zunächst soll hierbei das außerschulische Umfeld von Schülern betrachtet werden, wobei insbesondere die Einflüsse der Familie, der Peer-Group und der Medien auf das Gewaltverhalten der Kinder und Jugendlichen dargestellt wird. Im Anschluss an die außerschulische Betrachtung werde ich den Blick auf die Institution Schule selbst richten. Die Frage ist, ob diese durch ihre eigene Struktur gewaltförmiges Handeln bei Schülern verursachen oder verstärken kann. In wie weit sind hinsichtlich solcher Verhaltensweisen einzelne Merkmale des schulischen Kontextes bedeutsam Betrachtet werden in diesem Zusammenhang drei Bereiche: Die Schulform und Schulgröße, die schulische Lernkultur und das Sozialklima innerhalb einer Schule. Die oben genannten Kapitel verdeutlichen in ausführlicher Weise, in welches Netz von Bedingungen das Gewaltverhalten von Schülern eingebunden ist. Es kann nicht von einer einzigen Hauptursache für problematisches Schülerverhalten gesprochen werden ¿ vielmehr handelt es sich um ein komplexes Wirkungsfeld. Ein Patentrezept für alle Problemsituationen ist somit unmöglich. Im 6. Kapitel dieser Arbeit untersuche ich die Frage, was man tun kann, um Gewalthandeln und Gewaltbereitschaft zu minimieren und die Gewaltbelastung bestimmter Schulen zu reduzieren. Was kann die Schule dazu beitragen, damit die Schüler in Konflikten seltener aggressiv und stattdessen häufiger verständigungsbereit reagieren Gibt es Programme, durch die Lehrer lernen, in Gewaltsituationen angemessen einzugreifen Und in wie weit müssen auf Schulebene Bedingungen geschaffen werden, die einem gewaltförmigen Verhalten entgegenwirken Dieses Kapitel wird verschiedene Möglichkeiten der Gewaltprävention bzw. spezifisch ausgearbeitete Programme vorstellen, mit deren Hilfe dem Problem der Gewalt an Schulen begegnet werden kann. Es handelt sich hierbei um Programme für Schüler verschiedener Altersstufen, um Programme für Lehrer sowie um Programme, die auf Schulebene durchgeführt werden können.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.EINLEITUNG1 2.THEORETISCHE GRUNDLAGEN5 2.1DER GEWALTBEGRIFF6 2.1.1DIE ENGE DEFINITION DES GEWALTBEGRIFFS: PHYSISCHE GEWALT7 2.1.2DIE ERSTE ERWEITERUNG DES GEWALTBEGRIFFS: PSYCHISCHE GEWALT9 2.1.3DIE ZWEITE ERWEITERUNG DES GEWALTBEGRIFFS: STRUKTURELLE UND INSTITUTIONELLE GEWALT9 2.1.4BULLYING11 2.2DER AGGRESSIONSBEGRIFF12 2.3ABGRENZUNG VON GEWALT UND AGGRESSION14 2.4DAS GEWALTVERSTÄNDNIS DIESER ARBEIT15 3.EMPIRISCHE UNTERSUCHUNGEN ZU GEWALT AN SCHULEN16 3.1AUSMAß UND ERSCHEINUNGSFORMEN VON GEWALT AN SCHULEN18 3.2UNTERSCHIEDE NACH SCHULFORM, GESCHLECHT UND ALTER20 3.2.1VERGLEICH DER SCHULFORMEN21 3.2.2UNTERSCHIEDE HINSICHTLICH DES GESCHLECHTS23 3.2.3UNTERSCHIEDE HINSICHTLICH DES ALTERS24 3.3ENTWICKLUNG DER GEWALT AN SCHULEN IM ZEITLICHEN KONTEXT25 3.4TÄTER - OPFER - TYPOLOGIE29 3.4.1TÄTER32 3.4.2OPFER33 3.4.3TÄTER - OPFER34 4.ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR GEWALT AN SCHULEN36 4.1PSYCHOLOGISCHE MODELLE36 4.1.1AGGRESSION ALS FOLGE EINES TRIEBES36 4.1.2AGGRESSION ALS REAKTION AUF FRUSTRATION37 4.1.3AGGRESSION ALS FOLGE VON LERNPROZESSEN38 4.2SOZIOLOGISCHE MODELLE40 4.2.1ANOMIETHEORIE40 4.2.2ETIKETTIERUNGSTHEORIEN41 5.URSACHEN UND RISIKOFAKTOREN FÜR GEWALT AN SCHULEN42 5.1AUßERSCHULISCHE RISIKOFAKTOREN FÜR DIE ENTSTEHUNG VON GEWALT42 5.1.1FAMILIE42 5.1.2DIE PEER-GROUP46 5.1.3MEDIEN48 5.2SCHULISCHE RISIKOFAKTOREN FÜR DIE ENTSTEHUNG VON GEWALT52 5.2.1SCHULFORM UND SCHULGRÖßE53 5.2.2SCHULISCHE LERNKULTUR55 5.2.2.1Lernumgebung55 5.2.2.2Didaktische Qualität56 5.2.2.3Lernchancen und Unterstützung56 5.2.2.4Lernkultur und Gewalt57 5.2.3SOZIALKLIMA58 6GEWALTPRÄVENTION62 6.1PROGRAMME FÜR SCHÜLER63 6.1.1PROGRAMM ¿FAUSTLOS¿64 6.1.1.1Empathieförderung64 6.1.1.2Impulskontrolle65 6.1.1.3Umgang mit Ärger und Wut66 6.1.2LIONS-QUEST-PROGRAMM ¿ERWACHSEN WERDEN¿67 6.1.3KONFLIKTTRAINING NACH GORDON68 6.1.3.1Ein Problemlösungsprozess in sechs Stufen69 6.1.3.2Vorteile der Konfliktlösung nach Gordon70 6.1.4STREIT-SCHLICHTER-PROGRAMME (MEDIATION)70 6.1.4.1Phasen der Mediation71 6.1.4.2Peer-Mediation73 6.2LEHRERPROGRAMME75 6.2.1SCHULINTERNE LEHRERFORTBILDUNGEN (SCHILF)75 6.2.2KONSTANZER TRAININGSMODELL (KTM)78 6.2.2.1Realisierung und Verlauf78 6.2.2.2Struktur und Zuordnung der Trainingselemente79 6.2.2.3Auswirkungen des KTM80 6.3INSTITUTIONSBEZOGENE PROGRAMME81 6.3.1DAS OLWEUS-PROGRAMM81 6.3.1.1Maßnahmen auf der Schulebene82 6.3.1.2Maßnahmen auf der Klassenebene84 6.3.1.3Maßnahmen auf der persönlichen Ebene86 6.3.2SCHULSOZIALARBEIT87 6.4SYSTEMBEZOGENE PROGRAMME88 6.4.1KONZEPT ¿GESTALTUNG - ÖFFNUNG - REFLEXION¿89 6.4.2NETZWERKARBEIT IN DER GEWALTPRÄVENTION90 7.SCHLUSSBETRACHTUNG92 8.LITERATURVERZEICHNIS98 9.ABBILDUNGSVERZEICHNIS106 10.ANHANG107Textprobe:Textprobe: Kapitel 5., Ursachen und Risikofaktoren für Gewalt an Schulen: Für eine ganzheitliche Betrachtung von Gewalt an Schulen ist es unerlässlich, die Lebenswelten der Schüler auf Gewalt fördernde bzw. Gewalt hemmende Elemente hin zu analysieren. In diesem Zusammenhang werden in den folgenden Kapiteln zunächst außerschulische Sozialisationseinflüsse und im Weiteren die Schule bzw. die schulische Umwelt selbst betrachtet. Bei einer solchen Betrachtung wird es nicht darum gehen, eindeutige Ursachen für ein bestimmtes Verhalten aufzuzeigen. Vielmehr soll verdeutlicht werden, dass bestimmte Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen ¿risikoreich¿ im Hinblick auf aggressive Verhaltensweisen sein können. Außerschulische Risikofaktoren für die Entstehung von Gewalt: Die Gewaltanwendung wird in vielen Situationen zur Bewältigung der jeweiligen Situation eingesetzt. Solche Verhaltensweisen können durch Beobachtung anderer Menschen erlernt werden. Lernorte dafür sind oftmals die verschiedenen sozialen Kontexte, in die Kinder bzw. Jugendliche im Laufe ihrer Sozialisation eingebunden sind. In den folgenden Kapiteln wird in diesem Zusammenhang die außerschulische Umgebung von Schülern beleuchtet und dabei insbesondere auf die Rolle der Familie und die Gruppe der Gleichaltrigen eingegangen. Da in Diskussionen um mögliche Ursachen von Gewalt immer wieder auf die Massenmedien verwiesen wird, wird auch dieser Aspekt im Anschluss aufgeführt. Familie: Die ¿traditionell¿ strukturierte Familie mit Vater, Mutter und mindestens einem Kind ist heute nicht mehr die allein vorherrschende Form privater Lebensführung in Deutschland. Verschiedene Faktoren wie zum Beispiel eine drastische Senkung der Eheschließungen, ein Anwachsen der Scheidungsrate, eine deutliche Zunahme alleinerziehender Eltern und die erhöhte Berufstätigkeit von Müttern führen zu einer Vielfalt von Familienformen. So existieren eheliche und nichteheliche Lebensgemeinschaften, getrennt lebende Eltern, alleinerziehende Eltern, wiederverheiratete Eltern mit Kindern und Stiefkindern. Eine ebensolche Vielfalt ist aus diesem Grund auch hinsichtlich der individuellen Entwicklungsbedingungen für Kinder und Jugendliche zu finden. Im allgemeinen Sozialisationsprozess spielt die Familie eine zentrale Rolle. Sie übt einen großen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jungendlichen aus. Grundlegende Werthaltungen, Einstellungen und konkrete Verhaltensweisen werden von Eltern vermittelt und vorgelebt. Hierzu zählt auch die individuelle Einstellung zur Gewalt. Die Familie kann der früheste Ort im Umgang mit Gewalt sein. Kinder und Jugendliche, die früh Erfahrungen damit gemacht haben, gelten als besonders empfänglich für die Übernahme von Opfer- und/oder Täterrollen. So ist die Familie nicht nur ein Ort, an dem gewalttätiges Verhalten in vielen Fällen praktiziert wird. Familiäre Bedingungen können zugleich auch Ursachen und Entstehungsgrund gewalttätigen Verhaltens bzw. der Gewaltbereitschaft von Schülern sein. Hinsichtlich der Familienstruktur lässt sich laut der Forschungsgruppe Schulevaluation (1998) kein signifikanter Einfluss auf das Gewaltverhalten der Kinder nachweisen. Die Unvollständigkeit einer Familie kann also nicht als Risikofaktor bezeichnet werden. Entsprechendes gilt für die Geschwisterkonstellation. Es ist unerheblich für alle Facetten von Gewalthandeln, ob Kinder als Einzelkinder, mit mehreren Geschwistern oder nur unter Jungen aufwachsen. Ebenfalls wenig Erklärungsgehalt zeigt die mütterliche Erwerbstätigkeit. Ob Mütter ganztags, halbtags oder gar nicht erwerbstätig sind, scheint für das Ausmaß an Gewalt, die Schüler ausüben, kaum eine oder keine Rolle zu spielen. Im Gegensatz dazu besteht aber laut der Bielefelder Studie (2000) ein Zusammenhang zwischen der väterlichen Berufsausübung und dem Gewaltverhalten der Kinder. Die niedrigsten Werte an physischer Aggression bei Schülern zeigen sich in den Gruppen mit ganztags- und halbtagsbeschäftigten Vätern, die höchsten Werte physischer Aggression bei Schülern mit gelegentlich arbeitenden und nicht arbeitenden Vätern. Die Erwerbslosigkeit der Väter stellt somit ein Konflikt begünstigendes, Diplomica Verlag

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Gewalt und Gewaltprävention im Kontext von Schule - Sabrina Bothe
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Sabrina Bothe:
Gewalt und Gewaltprävention im Kontext von Schule - neues Buch

2002, ISBN: 9783836616058

ID: 9783836616058

Inhaltsangabe:Einleitung: ¿Wir müssen feststellen, dass die Stimmung in einigen Klassen zurzeit geprägt ist von Aggressivität, Respektlosigkeit und Ignoranz. (¿) Die Gewaltbereitschaft gegen Sachen wächst: Türen werden eingetreten, Papierkörbe als Fußbälle missbraucht, Knallkörper gezündet und Bilderrahmen von den Wänden gerissen. (¿) In vielen Klassen ist das Verhalten im Unterricht geprägt durch totale Ablehnung des Unterrichtsstoffes und menschenverachtendes Auftreten. Lehrkräfte werden nicht wahrgenommen, Gegenstände fliegen zielgerichtet gegen Lehrkräfte durch die Klassen, Anweisungen werden ignoriert. Einige Kollegen/innen gehen nur noch mit dem Handy in bestimmte Klassen, damit sie über Funk Hilfe holen können. Die Folge ist, dass Kollegen/innen am Rande ihrer Kräfte sind¿. Dies ist ein Auszug aus dem Brief, den das Lehrerkollegium der Rütli-Hauptschule im Berliner Problembezirk Neukölln an Berlins Bildungssenator verfasst hat. Es ist ein verzweifelter Hilferuf, der die Kapitulation eines ganzen Lehrerkollegiums vor ihren gewalttätigen Schülern offenbart. Die Lehrer klagen in ihm über die Unmöglichkeit ihrer Aufgabe, die Schüler zu unterrichten. Immer wieder sind in den letzten Jahren Schulen in das Blickfeld der Medien geraten. So zum Beispiel das Erfurter Gutenberg-Gymnasium, an dem 2002 ein Schüler auf Grund eines Schulverweises zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin, einen Polizisten und sich selbst erschoss. Solch erschreckende Nachrichten sind Extremfälle. Doch die oben beschriebene Situation der Rütli- Schule ist Alltag. Ein Alltag, der für die Lehrkräfte nicht zu bewältigen ist und ein ganzes Kollegium verzweifeln lässt. Für die Medien sind sowohl Extremfälle, wie der Vorfall in Erfurt, als auch die Situation der Rütli-Schule Anlass, das Thema Gewalt an Schulen immer wieder spektakulär zu präsentieren. Als Folge dessen wird der Öffentlichkeit der Eindruck vermittelt wird, die Verhältnisse an deutschen Schulen würden sich zunehmend ¿amerikanischen Verhältnissen¿ nähern. Die Rede ist von einer permanenten Steigerung der Gewalt an Schulen und einer Zunahme der Brutalität. Doch ist der Alltag der Rütli-Schule auch der Alltag anderer Schulen Stehen brutale, medienwirksame Einzelereignisse, wie der Vorfall in Erfurt stellvertretend für die Situation an deutschen Schulen Als angehende Lehrerin möchte ich der Frage auf den Grund gehen, ob das Ausmaß schulischer Gewalt tatsächlich so gravierend ist, wie es massenmedial dargestellt wird. Welche Formen der Gewalt begegnen den Lehrkräften in den Schulen und welche Ursachen oder Risikofaktoren können für solche Verhaltensweisen verantwortlich sein Ich denke, dass es bei gewaltbereiten Schülern nicht nur wichtig ist, dessen Charaktereigenschaft zu erkennen - man muss sie auch verstehen. Eine Betrachtung der Schüler mit ihrem dazugehörigem Umfeld ist daher unabdingbar. Erst solch eine ganzheitliche Betrachtung, führt dazu, dass man das Handeln eines Schülers richtig beurteilen kann und auch erst dann ist es möglich, geeignete Maßnahmen zu treffen, um eine Verhaltensänderung hervorzurufen. Diese Überlegungen führen zu der Frage, welche Präventions- und Interventionsmöglichkeiten im Zusammenhang mit aggressiven Verhaltensweisen für den Schulbereich geeignet sind und wie diese durchzuführen sind. Inwieweit müssen diesbezüglich vielleicht auch Veränderungen auf der Schulebene vorgenommen werden und welche Möglichkeiten gibt es, Lehrer auf solche Problem-Situationen vorzubereiten Um die oben genannten Fragen beantworten zu können, werden in Kapitel 2 zunächst die theoretischen Grundlagen vorgestellt. Da die Begriffe Gewalt und Aggression im Allgemeinen sehr unterschiedlich aufgefasst werden und eine einheitliche Definition nicht existiert, werde ich eine mögliche Begriffsbestimmung vornehmen und die beiden Termini voneinander abgrenzen. Des Weiteren wird in der Diskussion um Gewalt im Kontext von Schule von dem Begriff Bullying gesprochen, welcher ebenfalls in Kapitel 2 eingehender beleuchtet wird. Abschließend werde ich verdeutlichen, welche Auslegung des Gewaltbegriffs mir in diesem Kontext geeignet erscheint und ich daher dieser Arbeit zugrunde lege. In Kapitel 3 wird auf Grund der Ergebnisse verschiedener repräsentativer Untersuchungen bezüglich der Gewalt an Schulen die aktuelle Situation der Institutionen dargestellt. Es soll damit ein Überblick über die existierenden Gewaltformen und deren Ausmaße gegeben werden. Im Hinblick auf Gewaltprävention ist es besonders wichtig, nicht nur das allgemeine Ausmaß der Gewalt an Schulen zu kennen, sondern auch zu überprüfen, ob spezielle Problembereiche existieren. Aus diesem Grund wird in Kapitel 3 zusätzlich die Gewalt nach verschiedenen Schulformen und nach unterschiedlichen Altersstufen differenziert sowie unter Berücksichtigung beider Geschlechter analysiert. Dieser Ist-Analyse folgend, werde ich der zentralen Frage nachgehen, ob die Gewalt an Schulen im Laufe der letzten Jahre tatsächlich zugenommen hat. Abschließend werden in Kapitel 3 die allgemeinen Merkmale von Täter und Opfer dargestellt. Um aggressive Verhaltensweisen besser verstehen zu können, werden in Kapitel 4 verschiedene theoretische Erklärungsansätze zur Gewalt an Schulen aufgezeigt. Es handelt sich dabei um Ansätze aus verschiedenen wissenschaftlichen Forschungsgebieten, so dass auch hier die Komplexität des Phänomens Gewalt zum Ausdruck kommt. In einer Diskussion um Gewalt an Schulen ist es meiner Meinung nach unerlässlich, mögliche Ursachen und Risikofaktoren, die das Gewaltverhalten von Schülern fördern können, zu betrachten. Dies wird der Kernpunkt des 5. Kapitels sein. Zunächst soll hierbei das außerschulische Umfeld von Schülern betrachtet werden, wobei insbesondere die Einflüsse der Familie, der Peer-Group und der Medien auf das Gewaltverhalten der Kinder und Jugendlichen dargestellt wird. Im Anschluss an die außerschulische Betrachtung werde ich den Blick auf die Institution Schule selbst richten. Die Frage ist, ob diese durch ihre eigene Struktur gewaltförmiges Handeln bei Schülern verursachen oder verstärken kann. In wie weit sind hinsichtlich solcher Verhaltensweisen einzelne Merkmale des schulischen Kontextes bedeutsam Betrachtet werden in diesem Zusammenhang drei Bereiche: Die Schulform und Schulgröße, die schulische Lernkultur und das Sozialklima innerhalb einer Schule. Die oben genannten Kapitel verdeutlichen in ausführlicher Weise, in welches Netz von Bedingungen das Gewaltverhalten von Schülern eingebunden ist. Es kann nicht von einer einzigen Hauptursache für problematisches Schülerverhalten gesprochen werden ¿ vielmehr handelt es sich um ein komplexes Wirkungsfeld. Ein Patentrezept für alle Problemsituationen ist somit unmöglich. Im 6. Kapitel dieser Arbeit untersuche ich die Frage, was man tun kann, um Gewalthandeln und Gewaltbereitschaft zu minimieren und die Gewaltbelastung bestimmter Schulen zu reduzieren. Was kann die Schule dazu beitragen, damit die Schüler in Konflikten seltener aggressiv und stattdessen häufiger verständigungsbereit reagieren Gibt es Programme, durch die Lehrer lernen, in Gewaltsituationen angemessen einzugreifen Und in wie weit müssen auf Schulebene Bedingungen geschaffen werden, die einem gewaltförmigen Verhalten entgegenwirken Dieses Kapitel wird verschiedene Möglichkeiten der Gewaltprävention bzw. spezifisch ausgearbeitete Programme vorstellen, mit deren Hilfe dem Problem der Gewalt an Schulen begegnet werden kann. Es handelt sich hierbei um Programme für Schüler verschiedener Altersstufen, um Programme für Lehrer sowie um Programme, die auf Schulebene durchgeführt werden können.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.EINLEITUNG1 2.THEORETISCHE GRUNDLAGEN5 2.1DER GEWALTBEGRIFF6 2.1.1DIE ENGE DEFINITION DES GEWALTBEGRIFFS: PHYSISCHE GEWALT7 2.1.2DIE ERSTE ERWEITERUNG DES GEWALTBEGRIFFS: PSYCHISCHE GEWALT9 2.1.3DIE ZWEITE ERWEITERUNG DES GEWALTBEGRIFFS: STRUKTURELLE UND INSTITUTIONELLE GEWALT9 2.1.4BULLYING11 2.2DER AGGRESSIONSBEGRIFF12 2.3ABGRENZUNG VON GEWALT UND AGGRESSION14 2.4DAS GEWALTVERSTÄNDNIS DIESER ARBEIT15 3.EMPIRISCHE UNTERSUCHUNGEN ZU GEWALT AN SCHULEN16 3.1AUSMAß UND ERSCHEINUNGSFORMEN VON GEWALT AN SCHULEN18 3.2UNTERSCHIEDE NACH SCHULFORM, GESCHLECHT UND ALTER20 3.2.1VERGLEICH DER SCHULFORMEN21 3.2.2UNTERSCHIEDE HINSICHTLICH DES GESCHLECHTS23 3.2.3UNTERSCHIEDE HINSICHTLICH DES ALTERS24 3.3ENTWICKLUNG DER GEWALT AN SCHULEN IM ZEITLICHEN KONTEXT25 3.4TÄTER - OPFER - TYPOLOGIE29 3.4.1TÄTER32 3.4.2OPFER33 3.4.3TÄTER - OPFER34 4.ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR GEWALT AN SCHULEN36 4.1PSYCHOLOGISCHE MODELLE36 4.1.1AGGRESSION ALS FOLGE EINES TRIEBES36 4.1.2AGGRESSION ALS REAKTION AUF FRUSTRATION37 4.1.3AGGRESSION ALS FOLGE VON LERNPROZESSEN38 4.2SOZIOLOGISCHE MODELLE40 4.2.1ANOMIETHEORIE40 4.2.2ETIKETTIERUNGSTHEORIEN41 5.URSACHEN UND RISIKOFAKTOREN FÜR GEWALT AN SCHULEN42 5.1AUßERSCHULISCHE RISIKOFAKTOREN FÜR DIE ENTSTEHUNG VON GEWALT42 5.1.1FAMILIE42 5.1.2DIE PEER-GROUP46 5.1.3MEDIEN48 5.2SCHULISCHE RISIKOFAKTOREN FÜR DIE ENTSTEHUNG VON GEWALT52 5.2.1SCHULFORM UND SCHULGRÖßE53 5.2.2SCHULISCHE LERNKULTUR55 5.2.2.1Lernumgebung55 5.2.2.2Didaktische Qualität56 5.2.2.3Lernchancen und Unterstützung56 5.2.2.4Lernkultur und Gewalt57 5.2.3SOZIALKLIMA58 6GEWALTPRÄVENTION62 6.1PROGRAMME FÜR SCHÜLER63 6.1.1PROGRAMM ¿FAUSTLOS¿64 6.1.1.1Empathieförderung64 6.1.1.2Impulskontrolle65 6.1.1.3Umgang mit Ärger und Wut66 6.1.2LIONS-QUEST-PROGRAMM ¿ERWACHSEN WERDEN¿67 6.1.3KONFLIKTTRAINING NACH GORDON68 6.1.3.1Ein Problemlösungsprozess in sechs Stufen69 6.1.3.2Vorteile der Konfliktlösung nach Gordon70 6.1.4STREIT-SCHLICHTER-PROGRAMME (MEDIATION)70 6.1.4.1Phasen der Mediation71 6.1.4.2Peer-Mediation73 6.2LEHRERPROGRAMME75 6.2.1SCHULINTERNE LEHRERFORTBILDUNGEN (SCHILF)75 6.2.2KONSTANZER TRAININGSMODELL (KTM)78 6.2.2.1Realisierung und Verlauf78 6.2.2.2Struktur und Zuordnung der Trainingselemente79 6.2.2.3Auswirkungen des KTM80 6.3INSTITUTIONSBEZOGENE PROGRAMME81 6.3.1DAS OLWEUS-PROGRAMM81 6.3.1.1Maßnahmen auf der Schulebene82 6.3.1.2Maßnahmen auf der Klassenebene84 6.3.1.3Maßnahmen auf der persönlichen Ebene86 6.3.2SCHULSOZIALARBEIT87 6.4SYSTEMBEZOGENE PROGRAMME88 6.4.1KONZEPT ¿GESTALTUNG - ÖFFNUNG - REFLEXION¿89 6.4.2NETZWERKARBEIT IN DER GEWALTPRÄVENTION90 7.SCHLUSSBETRACHTUNG92 8.LITERATURVERZEICHNIS98 9.ABBILDUNGSVERZEICHNIS106 10.ANHANG107Textprobe:Textprobe: Kapitel 5., Ursachen und Risikofaktoren für Gewalt an Schulen: Für eine ganzheitliche Betrachtung von Gewalt an Schulen ist es unerlässlich, die Lebenswelten der Schüler auf Gewalt fördernde bzw. Gewalt hemmende Elemente hin zu analysieren. In diesem Zusammenhang werden in den folgenden Kapiteln zunächst außerschulische Sozialisationseinflüsse und im Weiteren die Schule bzw. die schulische Umwelt selbst betrachtet. Bei einer solchen Betrachtung wird es nicht darum gehen, eindeutige Ursachen für ein bestimmtes Verhalten aufzuzeigen. Vielmehr soll verdeutlicht werden, dass bestimmte Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen ¿risikoreich¿ im Hinblick auf aggressive Verhaltensweisen sein können. Außerschulische Risikofaktoren für die Entstehung von Gewalt: Die Gewaltanwendung wird in vielen Situationen zur Bewältigung der jeweiligen Situation eingesetzt. Solche Verhaltensweisen können durch Beobachtung anderer Menschen erlernt werden. Lernorte dafür sind oftmals die verschiedenen sozialen Kontexte, in die Kinder bzw. Jugendliche im Laufe ihrer Sozialisation eingebunden sind. In den folgenden Kapiteln wird in diesem Zusammenhang die außerschulische Umgebung von Schülern beleuchtet und dabei insbesondere auf die Rolle der Familie und die Gruppe der Gleichaltrigen eingegangen. Da in Diskussionen um mögliche Ursachen von Gewalt immer wieder auf die Massenmedien verwiesen wird, wird auch dieser Aspekt im Anschluss aufgeführt. Familie: Die ¿traditionell¿ strukturierte Familie mit Vater, Mutter und mindestens einem Kind ist heute nicht mehr die allein vorherrschende Form privater Lebensführung in Deutschland. Verschiedene Faktoren wie zum Beispiel eine drastische Senkung der Eheschließungen, ein Anwachsen der Scheidungsrate, eine deutliche Zunahme alleinerziehender Eltern und die erhöhte Berufstätigkeit von Müttern führen zu einer Vielfalt von Familienformen. So existieren eheliche und nichteheliche Lebensgemeinschaften, getrennt lebende Eltern, alleinerziehende Eltern, wiederverheiratete Eltern mit Kindern und Stiefkindern. Eine ebensolche Vielfalt ist aus diesem Grund auch hinsichtlich der individuellen Entwicklungsbedingungen für Kinder und Jugendliche zu finden. Im allgemeinen Sozialisationsprozess spielt die Familie eine zentrale Rolle. Sie übt einen großen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jungendlichen aus. Grundlegende Werthaltungen, Einstellungen und konkrete Verhaltensweisen werden von Eltern vermittelt und vorgelebt. Hierzu zählt auch die individuelle Einstellung zur Gewalt. Die Familie kann der früheste Ort im Umgang mit Gewalt sein. Kinder und Jugendliche, die früh Erfahrungen damit gemacht haben, gelten als besonders empfänglich für die Übernahme von Opfer- und/oder Täterrollen. So ist die Familie nicht nur ein Ort, an dem gewalttätiges Verhalten in vielen Fällen praktiziert wird. Familiäre Bedingungen können zugleich auch Ursachen und Entstehungsgrund gewalttätigen Verhaltens bzw. der Gewaltbereitschaft von Schülern sein. Hinsichtlich der Familienstruktur lässt sich laut der Forschungsgruppe Schulevaluation (1998) kein signifikanter Einfluss auf das Gewaltverhalten der Kinder nachweisen. Die Unvollständigkeit einer Familie kann also nicht als Risikofaktor bezeichnet werden. Entsprechendes gilt für die Geschwisterkonstellation. Es ist unerheblich für alle Facetten von Gewalthandeln, ob Kinder als Einzelkinder, mit mehreren Geschwistern oder nur unter Jungen aufwachsen. Ebenfalls wenig Erklärungsgehalt zeigt die mütterliche Erwerbstätigkeit. Ob Mütter ganztags, halbtags oder gar nicht erwerbstätig sind, scheint für das Ausmaß an Gewalt, die Schüler ausüben, kaum eine oder keine Rolle zu spielen. Im Gegensatz dazu besteht aber laut der Bielefelder Studie (2000) ein Zusammenhang zwischen der väterlichen Berufsausübung und dem Gewaltverhalten der Kinder. Die niedrigsten Werte an physischer Aggression bei Schülern zeigen sich in den Gruppen mit ganztags- und halbtagsbeschäftigten Vätern, die höchsten Werte physischer Aggression bei Schülern mit gelegentlich arbeitenden und nicht arbeitenden Vätern. Die Erwerbslosigkeit der Väter stellt somit ein K, Diplomica Verlag

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Gewalt und Gewaltprävention im Kontext von Schule - Sabrina Bothe
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Sabrina Bothe:
Gewalt und Gewaltprävention im Kontext von Schule - Erstausgabe

2008, ISBN: 9783836616058

ID: 28260471

[ED: 1], Auflage, eBook Download (PDF), eBooks, [PU: diplom.de]

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Details zum Buch
Gewalt und Gewaltprävention im Kontext von Schule
Autor:

Bothe, Sabrina

Titel:

Gewalt und Gewaltprävention im Kontext von Schule

ISBN-Nummer:

Detailangaben zum Buch - Gewalt und Gewaltprävention im Kontext von Schule


EAN (ISBN-13): 9783836616058
Erscheinungsjahr: 2002
Herausgeber: Diplomica Verlag

Buch in der Datenbank seit 24.04.2009 17:25:49
Buch zuletzt gefunden am 13.05.2017 12:50:45
ISBN/EAN: 9783836616058

ISBN - alternative Schreibweisen:
978-3-8366-1605-8


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