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Behavioral Risk Management - Daniel Noack
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Daniel Noack:

Behavioral Risk Management - neues Buch

2003, ISBN: 9783836616638

ID: 9783836616638

Inhaltsangabe:Einleitung: Wir leben in einer komplexen Welt und werden jeden Tag von einer unglaublichen Anzahl von Informationen überflutet. Die rationale Entscheidungstheorie nimmt an, dass Menschen all diese Informationen verarbeiten und auf ihrer Basis objektiv Entscheidungen treffen können. Die menschliche Fähigkeit zur Informationsverarbeitung ist jedoch quantitativ beschränkt und die notwendigen Vereinfachungen um das Leben effizienter zu meistern, können in Abweichungen von der Rationaltheorie oder ihren Annahmen resultieren. Diese Abweichungen können bei allen Urteilen und Entscheidungen des täglichen Lebens geschehen, besonders relevant sind sie jedoch in risikobehafteten Urteils- und Entscheidungssituationen. Die allgemeine Erkenntnis der Irrationalitäten des menschlichen Entscheidungsverhaltens basiert auf einer Vielzahl anekdotischer, experimenteller und psychologischer Erkenntnisse, sowie abstrahierenden Entscheidungsmodellen. Diese Erkenntnisse sind bisher mit Hinsicht auf das Risiko Management jedoch kaum systematisch betrachtet und eingeordnet worden. Zentrales Ziel dieser Diplomarbeit ist es daher, die für das Risiko Management aus dem individuellen, irrationalen Urteils- und Entscheidungsverhalten erwachsenden relevanten Erklärungsansätze und Theorien zu identifizieren, diese im menschlichen Urteils- und Entscheidungsprozess einzuordnen und so ein fundiertes, theoretisches Gerüst zu schaffen. Eine umfassende Darstellung des theoretischen Gerüsts, wie sie als Grundlage weiterer Forschung und zur wertgenerierenden Anwendung der Erkenntnisse im individuellen und unternehmerischen Risiko Management benötigt wird, liegt bislang nicht vor. Ein Einblick in die Implikationen des dargestellten Theoriengerüsts wird am Ende dieser Diplomarbeit zur Erklärung des Verhaltens auf Versicherungsmärkten genutzt. Da der Einfluss verhaltenswissenschaftlicher Theorien für Versicherungsmärkte in einem weitaus höheren Maße erforscht ist, als für das unternehmerische Risiko Management, wird für Unternehmen betrachtet, durch welche Vorgehensweisen sie Risiken aus Urteils- und Entscheidungsfehlern erkennen und minimieren können. Die Betrachtung beginnt mit der Beschreibung der Grundzüge des Risiko Managements (Kapitel 2) und der rationalen Entscheidungstheorie (Kapitel 3). Anschließend wird die Basis jeder Entscheidungsfindung, nämlich die Wahrnehmung und Beurteilung von Informationen, in Kapitel 4 betrachtet. Kapitel 5 beschreibt die menschliche Vorgehensweise bei der Entscheidungsfindung und dabei den Einfluss psychologischer Bedürfnisse. Aus den im Schwerpunkt dieser Arbeit stehenden Erkenntnissen zur Informationswahrnehmung, -bewertung und Entscheidungsfindung werden anschließend Implikationen für den Versicherungsmarkt (Kapitel 6) und für das Risiko Management von Unternehmen (Kapitel 7), welches durch das Urteils- und Entscheidungsverhalten der ausführenden Personen bestimmt wird, abgeleitet. Kapitel 8 fasst die Ergebnisse dieser Diplomarbeit zusammen.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.EINLEITUNG5 2.RISIKOBEGRIFF UND RISIKO MANAGEMENT7 2.1Risikobegriff und Risikoarten7 2.1.1Risikobegriff7 2.1.2Risikoarten7 2.2Risiko Management8 3.GRUNDZÜGE DER RATIONAL-BASIERTEN ENTSCHEIDUNGSTHEORIE10 3.1Rationalität als Grundannahme10 3.2Klassische Entscheidungstheorien12 3.2.1Erwartungswert12 3.2.2Erwartungsnutzen12 3.3Axiomatik der Erwartungsnutzentheorie15 4.WAHRNEHMUNG VON RISIKOINFORMATIONEN18 4.1Urteilsheuristik - Definition und Begriffsabgrenzung18 4.2Verfügbarkeitsheuristik20 4.2.1Definition20 4.2.2Erfahrungsbedingte Verfügbarkeit20 4.2.3Gedächtnisbedingte Verfügbarkeit21 4.2.4Vorstellungskraftbedingte Verfügbarkeit22 4.2.5Scheinkorrelationen23 4.3Repräsentativitätsheuristik24 4.3.1Definition24 4.3.2Vernachlässigung der Basisrate24 4.3.3Mangelnde Berücksichtigung der Stichprobengröße25 4.3.4Fehlwahrnehmung von Zufälligkeiten25 4.3.5Fehlbewertung verknüpfter Ereignisse27 4.3.6Vernachlässigung der Aussagekraft von Informationen28 4.3.7Vernachlässigung der Regression zum Mittelwert29 4.3.8Beurteilung der persönlichen Repräsentativität30 4.4Ankerheuristik31 4.4.1Definition31 4.4.2Mangelhafte Anpassung des expliziten Ankerwerts32 4.4.3Mangelhafte Anpassung des impliziten Ankers33 4.4.4Überschätzung der Wahrscheinlichkeit verknüpfter Ereignisse34 4.4.5Übersteigerte Urteilssicherheit / Overconfidence35 4.4.6Ankereffekte in Gruppen37 4.5Mentale Buchführung38 4.6Vermeidung kognitiver Dissonanz39 4.7Zusammenfassung und Einordnung41 5.RISIKOBEWERTUNG UND PSYCHOLOGISCHE BEDÜRFNISSE BEI DER ENTSCHEIDUNGSFINDUNG44 5.1(Experimentelle) Hintergründe der Prospect Theory44 5.1.1Gewissheitseffekt44 5.1.2Spiegelungseffekt45 5.1.3Wahrscheinlichkeitsbedingte Versicherung46 5.1.4Isolierungseffekt47 5.2Prospect Theory48 5.2.1Bearbeitung und Evaluation von Informationen48 5.2.2Wertfunktion v49 5.2.3Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion51 5.2.4Cumulative Prospect Theory53 5.3Nachweis der Prospect Theory im Entscheidungsverhalten55 5.3.1Einführung55 5.3.2Eigenkapitalprämie55 5.3.3Dispositionseffekt55 5.3.4Status Quo Bias, Verlustaversion und Besitztumseffekt56 5.3.5End-Of-The-Day Effekt58 5.3.6Sunk Cost Effekt59 5.4Framing: Der Einfluss des Handlungsrahmens60 5.4.1Definition60 5.4.2Kontextbezogenes Framing60 5.4.3Aufgabenbezogenes Framing64 5.4.4Hedonic Editing65 5.5Vermeidung von Ambiguität66 5.6Enttäuschung, Reue und Angst68 5.6.1Disappointment Theory68 5.6.2Regret Theory71 5.6.3Risiko als Emotion, insbesondere Angst73 5.7Selbst-Kontrolle77 5.8Herdenverhalten und Informationskaskaden78 5.9Zusammenfassung und Einordnung81 6.VERSICHERUNGSMÄRKTE IM LICHTE BEHAVIORALISTISCHER THEORIEN84 6.1Einführung84 6.2Urteilsfehler und -verzerrungen bei der Risikoeinschätzung84 6.3Übersteigerte Urteilssicherheit bei Versicherungsnehmern87 6.4Ambiguität in Versicherungsunternehmen91 6.4.1Ambiguität hinsichtlich Verlustwahrscheinlichkeiten91 6.4.2Ambiguität hinsichtlich Verlustwahrscheinlichkeiten und -höhen94 6.5Ausgestaltung von Versicherungsverträgen96 7.UNTERNEHMERISCHES RISIKO MANAGEMENT IM LICHTE BEHAVIORALISTISCHER THEORIEN99 7.1Einordnung von Risiko Management99 7.1.1Überblick99 7.1.2Urteilsverzerrungen: Das Beispiel von Sony100 7.1.3Verhalten von Finanzanalysten102 7.2Handlungsmöglichkeiten und -empfehlungen103 7.2.1Aufbau und Relevanz eines Behavioral Risk Management Systems103 7.2.2Empfehlungen für die Entwicklung von Entscheidungsregeln107 8.ZUSAMMENFASSUNG111 LITERATURVERZEICHNIS114 EHRENWÖRTLICHE VERSICHERUNG124Textprobe:Textprobe: Kapitel 5.4.2.2, Wahrscheinlichkeiten: Das Framing von Wahrscheinlichkeiten lässt sich an dem bereits für die Illustration des Isolierungseffekts, der als ein Grundbaustein der Prospect Theory dient, genutzten Beispiels veranschaulichen. Jedes der beiden Beispiele wird einer anderen Gruppe von Experimentteilnehmern zur Entscheidung vorgelegt. Die Experimentteilnehmer der ersten Gruppe nehmen an einem zweistufigen Spiel teil. In der ersten Stufe endet das Spiel mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% ohne Gewinn, mit 25prozentiger Wahrscheinlichkeit geht das Spiel in eine zweite Runde. In der zweiten Runde haben die Experimentteilnehmer die Wahl zwischen einer Lotterie A mit sicherem Gewinn von 30 USD und Lotterie B, die mit 80prozentiger Wahrscheinlichkeit 45 USD auszahlt. Die Experimentteilnehmer mussten jedoch bereits vor der ersten Runde festlegen, welche Lotterie sie spielen würden, wenn sie die zweite Runde erreichten. 74% der Experimentteilnehmer der ersten Gruppe wählten Lotterie A. Die Experimentteilnehmer der zweiten Gruppe konnten zwischen Lotterie C, welche mit 25prozentiger Wahrscheinlichkeit 30 USD ausschüttet und Lotterie D, die mit 20prozentiger Wahrscheinlichkeit 45 USD ausschüttet, wählen. 58% der Experimentteilnehmer entscheiden sich für Lotterie D. Die Formulierung der Wahrscheinlichkeiten verändert also auf Grund unterschiedlicher Bewertung von Wahrscheinlichkeiten über die Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion die Entscheidung. Tversky / Kahneman 1981 konnten in weiteren Experimenten betrachten, dass die Höhe der Wahrscheinlichkeiten auf der ersten Stufe eines Spiels das Ergebnis dennoch stark beeinflussen kann, wenn die Wahrscheinlichkeit nur klein genug ist. Beträgt die Wahrscheinlichkeit in der ersten Stufe des Spiels in die zweite Stufe zu kommen beispielsweise nur 10 Prozent oder weniger, wird die erste Stufe der Lotterie stark berücksichtigt. Dieser Effekt, der auch Subcertainy Effect genannt wird, konnte beispielsweise durch Tversky / Kahneman 1981 in einem Experiment zu Heilungsoptionen für Krankheiten feststellen. Handlungsergebnisse Die Formulierung der Ergebnisse identischer Handlungen einerseits als Gewinne, und andererseits als Verluste beeinflussen, wie Tversky / Kahneman 1981 zeigen, die Entscheidungsfindung. Sie stellen eine Gruppe von Experimentteilnehmer vor das folgende Entscheidungsproblem: Die USA bereiten sich auf eine Seuche vor, die 600 Menschen töten wird. Zur Bekämpfung der Seuche wurden zwei Bekämpfungsprogramme entwickelt zwischen denen sich die Experimentteilnehmer entscheiden sollen. Wird Programm A durchgeführt werden sicher 200 Menschen gerettet. Bei der Durchführung von Programm B besteht eine Wahrscheinlichkeit von 33,3%, dass 600 Menschen geheilt werden, und von 66,6%, dass niemand geheilt wird. In diesem Setting entscheiden sich 72% für die Durchführung von Programm A. Tversky / Kahneman 1981 formulieren das Setting für eine zweite Gruppe um: Die USA bereiten sich auf eine Seuche vor, die 600 Menschen töten wird. Zur Bekämpfung der Seuche wurden zwei Bekämpfungsprogramme entwickelt zwischen denen sich die Experimentteilnehmer entscheiden sollen. Wird Programm C durchgeführt sterben mit Sicherheit 400 Menschen. Bei Durchführung von Programm D besteht eine Wahrscheinlichkeit von 33,3%, dass niemand stirbt. Mit Wahrscheinlichkeit 66,6% sterben 600 Menschen. Die Mehrzahl der Experimentteilnehmer (78%) entscheidet sich für Programm D. Im zweiten Setting nehmen die Experimentteilnehmer die Entscheidungssituation als Verlustsituation wahr, in der sie zur Risikofreude in der Hoffnung, dass weniger Menschen sterben müssen, tendieren. ¿The certain dead of 400 people is less acceptable than the two-in-three chance that 600 will die¿. Im Gegensatz dazu steht das erste Setting. Hier ist es für den Menschen unakzeptabel die sichere Möglichkeit, 200 Leben zu retten, für die Chance mit 33,3% 600 Menschen zu retten, aufzugeben. Die positive Formulierung der Entscheidungssituation führt gemäß Fagley / Miller 1987 zu Risikoaversion, während eine negative Formulierung zur Risikofreude führt. Aufgabenbezogenes Framing: Laut Stanovich / West 2000 können Menschen auf zwei Arten Informationen verarbeiten. In Abhängigkeit von ihren persönlichen Fähigkeiten nehmen sie Informationen entweder automatisch und holistisch oder kontrolliert und analytisch auf. Automatisch und holistisch handelnde Menschen sind dabei in ihren Entscheidungen besonders durch den Kontext der Entscheidung beeinflussbar. McElroy / Seta 2003 untersuchten die Vermutung, dass sich durch Veränderungen der persönlichen Relevanz eines Entscheidungsproblem, auch das Vorgehen der Menschen verändert. Dazu benutzen sie das zuvor beschriebene Experiment zur Auswahl von Programmen zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981. McElroy / Seta 2003 führen das Experiment mit Studenten durch und erklären den Studenten, dass dieses Experiment durchgeführt wird, um ihre Entscheidungsfähigkeiten zu überprüfen. Hintergrund der Überprüfung der Entscheidungsfähigkeit ist eine Überlegung der Universität, ob es notwendig ist einen zusätzlichen, verpflichteten Entscheidungstheorie-Kurs ab dem nächsten Jahr (Gruppe 1) bzw. beginnend in zehn Jahren (Gruppe 2) einzuführen. Bei der Durchführung des Experiments zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981 besitzen die Informationen zum geplanten Verhalten der Universität für die Experimentteilnehmer der Gruppe 2 keine persönliche Relevanz. Sie handeln auf Basis automatischer und holistischer Methoden. Experimentteilnehmer entscheiden sich im ¿Gewinnfall¿ für Risikoaversion und im ¿Verlustfall¿ für Risikofreude. Die persönliche Betroffenheit durch einen verpflichtenden Entscheidungstheorie-Kurs, wenn die Ergebnisse des Experiments die Leitung der Universität nicht überzeugen, ist in der zweiten Gruppe nur gering. Die höhere Betroffenheit der Gruppe 1 verändert auch die Entscheidung im Experiment. Sowohl im ¿Gewinnfall¿, als auch im ¿Verlustfall¿ verhält sich die Mehrheit der Experimentteilnehmer risikoavers und zeigt so ein konsistentes Verhalten. Die höhere persönliche Betroffenheit führt also zur Anwendung eines analytischen und kontrollierten Vorgehens. Ähnliches zeigen auch die Ergebnisse von Fagley / Miller 1987. Sie ließen Experimentteilnehmer das Experiment zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981 durchlaufen, nachdem sie ein mathematisches Training erhielten. Dabei stellten sie Risikoaversion für den ¿Gewinnfall¿ fest, jedoch keine Risikofreude für den ¿Verlustfall¿. Gleichzeitig stellten sie fest, dass viele Studenten angaben zwischen den Entscheidungsmöglichkeiten indifferent zu sein. Verändert man also den Frame einer Aufgabe hinsichtlich Motivation und Wissen der Experimentteilnehmer, verändert dies auch die Handlungsergebnisse. Behavioral Risk Management: Inhaltsangabe:Einleitung: Wir leben in einer komplexen Welt und werden jeden Tag von einer unglaublichen Anzahl von Informationen überflutet. Die rationale Entscheidungstheorie nimmt an, dass Menschen all diese Informationen verarbeiten und auf ihrer Basis objektiv Entscheidungen treffen können. Die menschliche Fähigkeit zur Informationsverarbeitung ist jedoch quantitativ beschränkt und die notwendigen Vereinfachungen um das Leben effizienter zu meistern, können in Abweichungen von der Rationaltheorie oder ihren Annahmen resultieren. Diese Abweichungen können bei allen Urteilen und Entscheidungen des täglichen Lebens geschehen, besonders relevant sind sie jedoch in risikobehafteten Urteils- und Entscheidungssituationen. Die allgemeine Erkenntnis der Irrationalitäten des menschlichen Entscheidungsverhaltens basiert auf einer Vielzahl anekdotischer, experimenteller und psychologischer Erkenntnisse, sowie abstrahierenden Entscheidungsmodellen. Diese Erkenntnisse sind bisher mit Hinsicht auf das Risiko Management jedoch kaum systematisch betrachtet und eingeordnet worden. Zentrales Ziel dieser Diplomarbeit ist es daher, die für das Risiko Management aus dem individuellen, irrationalen Urteils- und Entscheidungsverhalten er, Diplomica Verlag

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Behavioral Risk Management - neues Buch

2003, ISBN: 9783836616638

ID: 9783836616638

Inhaltsangabe:Einleitung: Wir leben in einer komplexen Welt und werden jeden Tag von einer unglaublichen Anzahl von Informationen überflutet. Die rationale Entscheidungstheorie nimmt an, dass Menschen all diese Informationen verarbeiten und auf ihrer Basis objektiv Entscheidungen treffen können. Die menschliche Fähigkeit zur Informationsverarbeitung ist jedoch quantitativ beschränkt und die notwendigen Vereinfachungen um das Leben effizienter zu meistern, können in Abweichungen von der Rationaltheorie oder ihren Annahmen resultieren. Diese Abweichungen können bei allen Urteilen und Entscheidungen des täglichen Lebens geschehen, besonders relevant sind sie jedoch in risikobehafteten Urteils- und Entscheidungssituationen. Die allgemeine Erkenntnis der Irrationalitäten des menschlichen Entscheidungsverhaltens basiert auf einer Vielzahl anekdotischer, experimenteller und psychologischer Erkenntnisse, sowie abstrahierenden Entscheidungsmodellen. Diese Erkenntnisse sind bisher mit Hinsicht auf das Risiko Management jedoch kaum systematisch betrachtet und eingeordnet worden. Zentrales Ziel dieser Diplomarbeit ist es daher, die für das Risiko Management aus dem individuellen, irrationalen Urteils- und Entscheidungsverhalten erwachsenden relevanten Erklärungsansätze und Theorien zu identifizieren, diese im menschlichen Urteils- und Entscheidungsprozess einzuordnen und so ein fundiertes, theoretisches Gerüst zu schaffen. Eine umfassende Darstellung des theoretischen Gerüsts, wie sie als Grundlage weiterer Forschung und zur wertgenerierenden Anwendung der Erkenntnisse im individuellen und unternehmerischen Risiko Management benötigt wird, liegt bislang nicht vor. Ein Einblick in die Implikationen des dargestellten Theoriengerüsts wird am Ende dieser Diplomarbeit zur Erklärung des Verhaltens auf Versicherungsmärkten genutzt. Da der Einfluss verhaltenswissenschaftlicher Theorien für Versicherungsmärkte in einem weitaus höheren Maße erforscht ist, als für das unternehmerische Risiko Management, wird für Unternehmen betrachtet, durch welche Vorgehensweisen sie Risiken aus Urteils- und Entscheidungsfehlern erkennen und minimieren können. Die Betrachtung beginnt mit der Beschreibung der Grundzüge des Risiko Managements (Kapitel 2) und der rationalen Entscheidungstheorie (Kapitel 3). Anschließend wird die Basis jeder Entscheidungsfindung, nämlich die Wahrnehmung und Beurteilung von Informationen, in Kapitel 4 betrachtet. Kapitel 5 beschreibt die menschliche Vorgehensweise bei der Entscheidungsfindung und dabei den Einfluss psychologischer Bedürfnisse. Aus den im Schwerpunkt dieser Arbeit stehenden Erkenntnissen zur Informationswahrnehmung, -bewertung und Entscheidungsfindung werden anschließend Implikationen für den Versicherungsmarkt (Kapitel 6) und für das Risiko Management von Unternehmen (Kapitel 7), welches durch das Urteils- und Entscheidungsverhalten der ausführenden Personen bestimmt wird, abgeleitet. Kapitel 8 fasst die Ergebnisse dieser Diplomarbeit zusammen.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.EINLEITUNG5 2.RISIKOBEGRIFF UND RISIKO MANAGEMENT7 2.1Risikobegriff und Risikoarten7 2.1.1Risikobegriff7 2.1.2Risikoarten7 2.2Risiko Management8 3.GRUNDZÜGE DER RATIONAL-BASIERTEN ENTSCHEIDUNGSTHEORIE10 3.1Rationalität als Grundannahme10 3.2Klassische Entscheidungstheorien12 3.2.1Erwartungswert12 3.2.2Erwartungsnutzen12 3.3Axiomatik der Erwartungsnutzentheorie15 4.WAHRNEHMUNG VON RISIKOINFORMATIONEN18 4.1Urteilsheuristik - Definition und Begriffsabgrenzung18 4.2Verfügbarkeitsheuristik20 4.2.1Definition20 4.2.2Erfahrungsbedingte Verfügbarkeit20 4.2.3Gedächtnisbedingte Verfügbarkeit21 4.2.4Vorstellungskraftbedingte Verfügbarkeit22 4.2.5Scheinkorrelationen23 4.3Repräsentativitätsheuristik24 4.3.1Definition24 4.3.2Vernachlässigung der Basisrate24 4.3.3Mangelnde Berücksichtigung der Stichprobengröße25 4.3.4Fehlwahrnehmung von Zufälligkeiten25 4.3.5Fehlbewertung verknüpfter Ereignisse27 4.3.6Vernachlässigung der Aussagekraft von Informationen28 4.3.7Vernachlässigung der Regression zum Mittelwert29 4.3.8Beurteilung der persönlichen Repräsentativität30 4.4Ankerheuristik31 4.4.1Definition31 4.4.2Mangelhafte Anpassung des expliziten Ankerwerts32 4.4.3Mangelhafte Anpassung des impliziten Ankers33 4.4.4Überschätzung der Wahrscheinlichkeit verknüpfter Ereignisse34 4.4.5Übersteigerte Urteilssicherheit / Overconfidence35 4.4.6Ankereffekte in Gruppen37 4.5Mentale Buchführung38 4.6Vermeidung kognitiver Dissonanz39 4.7Zusammenfassung und Einordnung41 5.RISIKOBEWERTUNG UND PSYCHOLOGISCHE BEDÜRFNISSE BEI DER ENTSCHEIDUNGSFINDUNG44 5.1(Experimentelle) Hintergründe der Prospect Theory44 5.1.1Gewissheitseffekt44 5.1.2Spiegelungseffekt45 5.1.3Wahrscheinlichkeitsbedingte Versicherung46 5.1.4Isolierungseffekt47 5.2Prospect Theory48 5.2.1Bearbeitung und Evaluation von Informationen48 5.2.2Wertfunktion v49 5.2.3Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion51 5.2.4Cumulative Prospect Theory53 5.3Nachweis der Prospect Theory im Entscheidungsverhalten55 5.3.1Einführung55 5.3.2Eigenkapitalprämie55 5.3.3Dispositionseffekt55 5.3.4Status Quo Bias, Verlustaversion und Besitztumseffekt56 5.3.5End-Of-The-Day Effekt58 5.3.6Sunk Cost Effekt59 5.4Framing: Der Einfluss des Handlungsrahmens60 5.4.1Definition60 5.4.2Kontextbezogenes Framing60 5.4.3Aufgabenbezogenes Framing64 5.4.4Hedonic Editing65 5.5Vermeidung von Ambiguität66 5.6Enttäuschung, Reue und Angst68 5.6.1Disappointment Theory68 5.6.2Regret Theory71 5.6.3Risiko als Emotion, insbesondere Angst73 5.7Selbst-Kontrolle77 5.8Herdenverhalten und Informationskaskaden78 5.9Zusammenfassung und Einordnung81 6.VERSICHERUNGSMÄRKTE IM LICHTE BEHAVIORALISTISCHER THEORIEN84 6.1Einführung84 6.2Urteilsfehler und -verzerrungen bei der Risikoeinschätzung84 6.3Übersteigerte Urteilssicherheit bei Versicherungsnehmern87 6.4Ambiguität in Versicherungsunternehmen91 6.4.1Ambiguität hinsichtlich Verlustwahrscheinlichkeiten91 6.4.2Ambiguität hinsichtlich Verlustwahrscheinlichkeiten und -höhen94 6.5Ausgestaltung von Versicherungsverträgen96 7.UNTERNEHMERISCHES RISIKO MANAGEMENT IM LICHTE BEHAVIORALISTISCHER THEORIEN99 7.1Einordnung von Risiko Management99 7.1.1Überblick99 7.1.2Urteilsverzerrungen: Das Beispiel von Sony100 7.1.3Verhalten von Finanzanalysten102 7.2Handlungsmöglichkeiten und -empfehlungen103 7.2.1Aufbau und Relevanz eines Behavioral Risk Management Systems103 7.2.2Empfehlungen für die Entwicklung von Entscheidungsregeln107 8.ZUSAMMENFASSUNG111 LITERATURVERZEICHNIS114 EHRENWÖRTLICHE VERSICHERUNG124Textprobe:Textprobe: Kapitel 5.4.2.2, Wahrscheinlichkeiten: Das Framing von Wahrscheinlichkeiten lässt sich an dem bereits für die Illustration des Isolierungseffekts, der als ein Grundbaustein der Prospect Theory dient, genutzten Beispiels veranschaulichen. Jedes der beiden Beispiele wird einer anderen Gruppe von Experimentteilnehmern zur Entscheidung vorgelegt. Die Experimentteilnehmer der ersten Gruppe nehmen an einem zweistufigen Spiel teil. In der ersten Stufe endet das Spiel mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% ohne Gewinn, mit 25prozentiger Wahrscheinlichkeit geht das Spiel in eine zweite Runde. In der zweiten Runde haben die Experimentteilnehmer die Wahl zwischen einer Lotterie A mit sicherem Gewinn von 30 USD und Lotterie B, die mit 80prozentiger Wahrscheinlichkeit 45 USD auszahlt. Die Experimentteilnehmer mussten jedoch bereits vor der ersten Runde festlegen, welche Lotterie sie spielen würden, wenn sie die zweite Runde erreichten. 74% der Experimentteilnehmer der ersten Gruppe wählten Lotterie A. Die Experimentteilnehmer der zweiten Gruppe konnten zwischen Lotterie C, welche mit 25prozentiger Wahrscheinlichkeit 30 USD ausschüttet und Lotterie D, die mit 20prozentiger Wahrscheinlichkeit 45 USD ausschüttet, wählen. 58% der Experimentteilnehmer entscheiden sich für Lotterie D. Die Formulierung der Wahrscheinlichkeiten verändert also auf Grund unterschiedlicher Bewertung von Wahrscheinlichkeiten über die Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion die Entscheidung. Tversky / Kahneman 1981 konnten in weiteren Experimenten betrachten, dass die Höhe der Wahrscheinlichkeiten auf der ersten Stufe eines Spiels das Ergebnis dennoch stark beeinflussen kann, wenn die Wahrscheinlichkeit nur klein genug ist. Beträgt die Wahrscheinlichkeit in der ersten Stufe des Spiels in die zweite Stufe zu kommen beispielsweise nur 10 Prozent oder weniger, wird die erste Stufe der Lotterie stark berücksichtigt. Dieser Effekt, der auch Subcertainy Effect genannt wird, konnte beispielsweise durch Tversky / Kahneman 1981 in einem Experiment zu Heilungsoptionen für Krankheiten feststellen. Handlungsergebnisse Die Formulierung der Ergebnisse identischer Handlungen einerseits als Gewinne, und andererseits als Verluste beeinflussen, wie Tversky / Kahneman 1981 zeigen, die Entscheidungsfindung. Sie stellen eine Gruppe von Experimentteilnehmer vor das folgende Entscheidungsproblem: Die USA bereiten sich auf eine Seuche vor, die 600 Menschen töten wird. Zur Bekämpfung der Seuche wurden zwei Bekämpfungsprogramme entwickelt zwischen denen sich die Experimentteilnehmer entscheiden sollen. Wird Programm A durchgeführt werden sicher 200 Menschen gerettet. Bei der Durchführung von Programm B besteht eine Wahrscheinlichkeit von 33,3%, dass 600 Menschen geheilt werden, und von 66,6%, dass niemand geheilt wird. In diesem Setting entscheiden sich 72% für die Durchführung von Programm A. Tversky / Kahneman 1981 formulieren das Setting für eine zweite Gruppe um: Die USA bereiten sich auf eine Seuche vor, die 600 Menschen töten wird. Zur Bekämpfung der Seuche wurden zwei Bekämpfungsprogramme entwickelt zwischen denen sich die Experimentteilnehmer entscheiden sollen. Wird Programm C durchgeführt sterben mit Sicherheit 400 Menschen. Bei Durchführung von Programm D besteht eine Wahrscheinlichkeit von 33,3%, dass niemand stirbt. Mit Wahrscheinlichkeit 66,6% sterben 600 Menschen. Die Mehrzahl der Experimentteilnehmer (78%) entscheidet sich für Programm D. Im zweiten Setting nehmen die Experimentteilnehmer die Entscheidungssituation als Verlustsituation wahr, in der sie zur Risikofreude in der Hoffnung, dass weniger Menschen sterben müssen, tendieren. ¿The certain dead of 400 people is less acceptable than the two-in-three chance that 600 will die¿. Im Gegensatz dazu steht das erste Setting. Hier ist es für den Menschen unakzeptabel die sichere Möglichkeit, 200 Leben zu retten, für die Chance mit 33,3% 600 Menschen zu retten, aufzugeben. Die positive Formulierung der Entscheidungssituation führt gemäß Fagley / Miller 1987 zu Risikoaversion, während eine negative Formulierung zur Risikofreude führt. Aufgabenbezogenes Framing: Laut Stanovich / West 2000 können Menschen auf zwei Arten Informationen verarbeiten. In Abhängigkeit von ihren persönlichen Fähigkeiten nehmen sie Informationen entweder automatisch und holistisch oder kontrolliert und analytisch auf. Automatisch und holistisch handelnde Menschen sind dabei in ihren Entscheidungen besonders durch den Kontext der Entscheidung beeinflussbar. McElroy / Seta 2003 untersuchten die Vermutung, dass sich durch Veränderungen der persönlichen Relevanz eines Entscheidungsproblem, auch das Vorgehen der Menschen verändert. Dazu benutzen sie das zuvor beschriebene Experiment zur Auswahl von Programmen zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981. McElroy / Seta 2003 führen das Experiment mit Studenten durch und erklären den Studenten, dass dieses Experiment durchgeführt wird, um ihre Entscheidungsfähigkeiten zu überprüfen. Hintergrund der Überprüfung der Entscheidungsfähigkeit ist eine Überlegung der Universität, ob es notwendig ist einen zusätzlichen, verpflichteten Entscheidungstheorie-Kurs ab dem nächsten Jahr (Gruppe 1) bzw. beginnend in zehn Jahren (Gruppe 2) einzuführen. Bei der Durchführung des Experiments zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981 besitzen die Informationen zum geplanten Verhalten der Universität für die Experimentteilnehmer der Gruppe 2 keine persönliche Relevanz. Sie handeln auf Basis automatischer und holistischer Methoden. Experimentteilnehmer entscheiden sich im ¿Gewinnfall¿ für Risikoaversion und im ¿Verlustfall¿ für Risikofreude. Die persönliche Betroffenheit durch einen verpflichtenden Entscheidungstheorie-Kurs, wenn die Ergebnisse des Experiments die Leitung der Universität nicht überzeugen, ist in der zweiten Gruppe nur gering. Die höhere Betroffenheit der Gruppe 1 verändert auch die Entscheidung im Experiment. Sowohl im ¿Gewinnfall¿, als auch im ¿Verlustfall¿ verhält sich die Mehrheit der Experimentteilnehmer risikoavers und zeigt so ein konsistentes Verhalten. Die höhere persönliche Betroffenheit führt also zur Anwendung eines analytischen und kontrollierten Vorgehens. Ähnliches zeigen auch die Ergebnisse von Fagley / Miller 1987. Sie ließen Experimentteilnehmer das Experiment zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981 durchlaufen, nachdem sie ein mathematisches Training erhielten. Dabei stellten sie Risikoaversion für den ¿Gewinnfall¿ fest, jedoch keine Risikofreude für den ¿Verlustfall¿. Gleichzeitig stellten sie fest, dass viele Studenten angaben zwischen den Entscheidungsmöglichkeiten indifferent zu sein. Verändert man also den Frame einer Aufgabe hinsichtlich Motivation und Wissen der Experimentteilnehmer, verändert dies auch die Handlungsergebnisse. Behavioral Risk Management: Inhaltsangabe:Einleitung: Wir leben in einer komplexen Welt und werden jeden Tag von einer unglaublichen Anzahl von Informationen überflutet. Die rationale Entscheidungstheorie nimmt an, dass Menschen all diese Informationen verarbeiten und auf ihrer Basis objektiv Entscheidungen treffen können. Die menschliche Fähigkeit zur Informationsverarbeitung ist jedoch quantitativ beschränkt und die notwendigen Vereinfachungen um das Leben effizienter zu meistern, können in Abweichungen von der Rationaltheorie oder ihren Annahmen resultieren. Diese Abweichungen können bei allen Urteilen und Entscheidungen des täglichen Lebens geschehen, besonders relevant sind sie jedoch in risikobehafteten Urteils- und Entscheidungssituationen. Die allgemeine Erkenntnis der Irrationalitäten des menschlichen Entscheidungsverhaltens basiert auf einer Vielzahl anekdotischer, experimenteller und psychologischer Erkenntnisse, sowie abstrahierenden Entscheidungsmodellen. Diese Erkenntnisse sind bisher mit Hinsicht auf das Risiko Management jedoch kaum systematisch betrachtet und eingeordnet worden. Zentrales Ziel dieser Diplomarbeit ist es daher, die für das Risiko Management aus dem individuellen, irrationalen Urteils- und Entscheidu, Diplomica Verlag

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2003

ISBN: 9783836616638

ID: 9783836616638

Inhaltsangabe:Einleitung: Wir leben in einer komplexen Welt und werden jeden Tag von einer unglaublichen Anzahl von Informationen überflutet. Die rationale Entscheidungstheorie nimmt an, dass Menschen all diese Informationen verarbeiten und auf ihrer Basis objektiv Entscheidungen treffen können. Die menschliche Fähigkeit zur Informationsverarbeitung ist jedoch quantitativ beschränkt und die notwendigen Vereinfachungen um das Leben effizienter zu meistern, können in Abweichungen von der Rationaltheorie oder ihren Annahmen resultieren. Diese Abweichungen können bei allen Urteilen und Entscheidungen des täglichen Lebens geschehen, besonders relevant sind sie jedoch in risikobehafteten Urteils- und Entscheidungssituationen. Die allgemeine Erkenntnis der Irrationalitäten des menschlichen Entscheidungsverhaltens basiert auf einer Vielzahl anekdotischer, experimenteller und psychologischer Erkenntnisse, sowie abstrahierenden Entscheidungsmodellen. Diese Erkenntnisse sind bisher mit Hinsicht auf das Risiko Management jedoch kaum systematisch betrachtet und eingeordnet worden. Zentrales Ziel dieser Diplomarbeit ist es daher, die für das Risiko Management aus dem individuellen, irrationalen Urteils- und Entscheidungsverhalten erwachsenden relevanten Erklärungsansätze und Theorien zu identifizieren, diese im menschlichen Urteils- und Entscheidungsprozess einzuordnen und so ein fundiertes, theoretisches Gerüst zu schaffen. Eine umfassende Darstellung des theoretischen Gerüsts, wie sie als Grundlage weiterer Forschung und zur wertgenerierenden Anwendung der Erkenntnisse im individuellen und unternehmerischen Risiko Management benötigt wird, liegt bislang nicht vor. Ein Einblick in die Implikationen des dargestellten Theoriengerüsts wird am Ende dieser Diplomarbeit zur Erklärung des Verhaltens auf Versicherungsmärkten genutzt. Da der Einfluss verhaltenswissenschaftlicher Theorien für Versicherungsmärkte in einem weitaus höheren Maße erforscht ist, als für das unternehmerische Risiko Management, wird für Unternehmen betrachtet, durch welche Vorgehensweisen sie Risiken aus Urteils- und Entscheidungsfehlern erkennen und minimieren können. Die Betrachtung beginnt mit der Beschreibung der Grundzüge des Risiko Managements (Kapitel 2) und der rationalen Entscheidungstheorie (Kapitel 3). Anschließend wird die Basis jeder Entscheidungsfindung, nämlich die Wahrnehmung und Beurteilung von Informationen, in Kapitel 4 betrachtet. Kapitel 5 beschreibt die menschliche Vorgehensweise bei der Entscheidungsfindung und dabei den Einfluss psychologischer Bedürfnisse. Aus den im Schwerpunkt dieser Arbeit stehenden Erkenntnissen zur Informationswahrnehmung, -bewertung und Entscheidungsfindung werden anschließend Implikationen für den Versicherungsmarkt (Kapitel 6) und für das Risiko Management von Unternehmen (Kapitel 7), welches durch das Urteils- und Entscheidungsverhalten der ausführenden Personen bestimmt wird, abgeleitet. Kapitel 8 fasst die Ergebnisse dieser Diplomarbeit zusammen.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.EINLEITUNG5 2.RISIKOBEGRIFF UND RISIKO MANAGEMENT7 2.1Risikobegriff und Risikoarten7 2.1.1Risikobegriff7 2.1.2Risikoarten7 2.2Risiko Management8 3.GRUNDZÜGE DER RATIONAL-BASIERTEN ENTSCHEIDUNGSTHEORIE10 3.1Rationalität als Grundannahme10 3.2Klassische Entscheidungstheorien12 3.2.1Erwartungswert12 3.2.2Erwartungsnutzen12 3.3Axiomatik der Erwartungsnutzentheorie15 4.WAHRNEHMUNG VON RISIKOINFORMATIONEN18 4.1Urteilsheuristik - Definition und Begriffsabgrenzung18 4.2Verfügbarkeitsheuristik20 4.2.1Definition20 4.2.2Erfahrungsbedingte Verfügbarkeit20 4.2.3Gedächtnisbedingte Verfügbarkeit21 4.2.4Vorstellungskraftbedingte Verfügbarkeit22 4.2.5Scheinkorrelationen23 4.3Repräsentativitätsheuristik24 4.3.1Definition24 4.3.2Vernachlässigung der Basisrate24 4.3.3Mangelnde Berücksichtigung der Stichprobengröße25 4.3.4Fehlwahrnehmung von Zufälligkeiten25 4.3.5Fehlbewertung verknüpfter Ereignisse27 4.3.6Vernachlässigung der Aussagekraft von Informationen28 4.3.7Vernachlässigung der Regression zum Mittelwert29 4.3.8Beurteilung der persönlichen Repräsentativität30 4.4Ankerheuristik31 4.4.1Definition31 4.4.2Mangelhafte Anpassung des expliziten Ankerwerts32 4.4.3Mangelhafte Anpassung des impliziten Ankers33 4.4.4Überschätzung der Wahrscheinlichkeit verknüpfter Ereignisse34 4.4.5Übersteigerte Urteilssicherheit / Overconfidence35 4.4.6Ankereffekte in Gruppen37 4.5Mentale Buchführung38 4.6Vermeidung kognitiver Dissonanz39 4.7Zusammenfassung und Einordnung41 5.RISIKOBEWERTUNG UND PSYCHOLOGISCHE BEDÜRFNISSE BEI DER ENTSCHEIDUNGSFINDUNG44 5.1(Experimentelle) Hintergründe der Prospect Theory44 5.1.1Gewissheitseffekt44 5.1.2Spiegelungseffekt45 5.1.3Wahrscheinlichkeitsbedingte Versicherung46 5.1.4Isolierungseffekt47 5.2Prospect Theory48 5.2.1Bearbeitung und Evaluation von Informationen48 5.2.2Wertfunktion v49 5.2.3Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion51 5.2.4Cumulative Prospect Theory53 5.3Nachweis der Prospect Theory im Entscheidungsverhalten55 5.3.1Einführung55 5.3.2Eigenkapitalprämie55 5.3.3Dispositionseffekt55 5.3.4Status Quo Bias, Verlustaversion und Besitztumseffekt56 5.3.5End-Of-The-Day Effekt58 5.3.6Sunk Cost Effekt59 5.4Framing: Der Einfluss des Handlungsrahmens60 5.4.1Definition60 5.4.2Kontextbezogenes Framing60 5.4.3Aufgabenbezogenes Framing64 5.4.4Hedonic Editing65 5.5Vermeidung von Ambiguität66 5.6Enttäuschung, Reue und Angst68 5.6.1Disappointment Theory68 5.6.2Regret Theory71 5.6.3Risiko als Emotion, insbesondere Angst73 5.7Selbst-Kontrolle77 5.8Herdenverhalten und Informationskaskaden78 5.9Zusammenfassung und Einordnung81 6.VERSICHERUNGSMÄRKTE IM LICHTE BEHAVIORALISTISCHER THEORIEN84 6.1Einführung84 6.2Urteilsfehler und -verzerrungen bei der Risikoeinschätzung84 6.3Übersteigerte Urteilssicherheit bei Versicherungsnehmern87 6.4Ambiguität in Versicherungsunternehmen91 6.4.1Ambiguität hinsichtlich Verlustwahrscheinlichkeiten91 6.4.2Ambiguität hinsichtlich Verlustwahrscheinlichkeiten und -höhen94 6.5Ausgestaltung von Versicherungsverträgen96 7.UNTERNEHMERISCHES RISIKO MANAGEMENT IM LICHTE BEHAVIORALISTISCHER THEORIEN99 7.1Einordnung von Risiko Management99 7.1.1Überblick99 7.1.2Urteilsverzerrungen: Das Beispiel von Sony100 7.1.3Verhalten von Finanzanalysten102 7.2Handlungsmöglichkeiten und -empfehlungen103 7.2.1Aufbau und Relevanz eines Behavioral Risk Management Systems103 7.2.2Empfehlungen für die Entwicklung von Entscheidungsregeln107 8.ZUSAMMENFASSUNG111 LITERATURVERZEICHNIS114 EHRENWÖRTLICHE VERSICHERUNG124Textprobe:Textprobe: Kapitel 5.4.2.2, Wahrscheinlichkeiten: Das Framing von Wahrscheinlichkeiten lässt sich an dem bereits für die Illustration des Isolierungseffekts, der als ein Grundbaustein der Prospect Theory dient, genutzten Beispiels veranschaulichen. Jedes der beiden Beispiele wird einer anderen Gruppe von Experimentteilnehmern zur Entscheidung vorgelegt. Die Experimentteilnehmer der ersten Gruppe nehmen an einem zweistufigen Spiel teil. In der ersten Stufe endet das Spiel mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% ohne Gewinn, mit 25prozentiger Wahrscheinlichkeit geht das Spiel in eine zweite Runde. In der zweiten Runde haben die Experimentteilnehmer die Wahl zwischen einer Lotterie A mit sicherem Gewinn von 30 USD und Lotterie B, die mit 80prozentiger Wahrscheinlichkeit 45 USD auszahlt. Die Experimentteilnehmer mussten jedoch bereits vor der ersten Runde festlegen, welche Lotterie sie spielen würden, wenn sie die zweite Runde erreichten. 74% der Experimentteilnehmer der ersten Gruppe wählten Lotterie A. Die Experimentteilnehmer der zweiten Gruppe konnten zwischen Lotterie C, welche mit 25prozentiger Wahrscheinlichkeit 30 USD ausschüttet und Lotterie D, die mit 20prozentiger Wahrscheinlichkeit 45 USD ausschüttet, wählen. 58% der Experimentteilnehmer entscheiden sich für Lotterie D. Die Formulierung der Wahrscheinlichkeiten verändert also auf Grund unterschiedlicher Bewertung von Wahrscheinlichkeiten über die Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion die Entscheidung. Tversky / Kahneman 1981 konnten in weiteren Experimenten betrachten, dass die Höhe der Wahrscheinlichkeiten auf der ersten Stufe eines Spiels das Ergebnis dennoch stark beeinflussen kann, wenn die Wahrscheinlichkeit nur klein genug ist. Beträgt die Wahrscheinlichkeit in der ersten Stufe des Spiels in die zweite Stufe zu kommen beispielsweise nur 10 Prozent oder weniger, wird die erste Stufe der Lotterie stark berücksichtigt. Dieser Effekt, der auch Subcertainy Effect genannt wird, konnte beispielsweise durch Tversky / Kahneman 1981 in einem Experiment zu Heilungsoptionen für Krankheiten feststellen. Handlungsergebnisse Die Formulierung der Ergebnisse identischer Handlungen einerseits als Gewinne, und andererseits als Verluste beeinflussen, wie Tversky / Kahneman 1981 zeigen, die Entscheidungsfindung. Sie stellen eine Gruppe von Experimentteilnehmer vor das folgende Entscheidungsproblem: Die USA bereiten sich auf eine Seuche vor, die 600 Menschen töten wird. Zur Bekämpfung der Seuche wurden zwei Bekämpfungsprogramme entwickelt zwischen denen sich die Experimentteilnehmer entscheiden sollen. Wird Programm A durchgeführt werden sicher 200 Menschen gerettet. Bei der Durchführung von Programm B besteht eine Wahrscheinlichkeit von 33,3%, dass 600 Menschen geheilt werden, und von 66,6%, dass niemand geheilt wird. In diesem Setting entscheiden sich 72% für die Durchführung von Programm A. Tversky / Kahneman 1981 formulieren das Setting für eine zweite Gruppe um: Die USA bereiten sich auf eine Seuche vor, die 600 Menschen töten wird. Zur Bekämpfung der Seuche wurden zwei Bekämpfungsprogramme entwickelt zwischen denen sich die Experimentteilnehmer entscheiden sollen. Wird Programm C durchgeführt sterben mit Sicherheit 400 Menschen. Bei Durchführung von Programm D besteht eine Wahrscheinlichkeit von 33,3%, dass niemand stirbt. Mit Wahrscheinlichkeit 66,6% sterben 600 Menschen. Die Mehrzahl der Experimentteilnehmer (78%) entscheidet sich für Programm D. Im zweiten Setting nehmen die Experimentteilnehmer die Entscheidungssituation als Verlustsituation wahr, in der sie zur Risikofreude in der Hoffnung, dass weniger Menschen sterben müssen, tendieren. ¿The certain dead of 400 people is less acceptable than the two-in-three chance that 600 will die¿. Im Gegensatz dazu steht das erste Setting. Hier ist es für den Menschen unakzeptabel die sichere Möglichkeit, 200 Leben zu retten, für die Chance mit 33,3% 600 Menschen zu retten, aufzugeben. Die positive Formulierung der Entscheidungssituation führt gemäß Fagley / Miller 1987 zu Risikoaversion, während eine negative Formulierung zur Risikofreude führt. Aufgabenbezogenes Framing: Laut Stanovich / West 2000 können Menschen auf zwei Arten Informationen verarbeiten. In Abhängigkeit von ihren persönlichen Fähigkeiten nehmen sie Informationen entweder automatisch und holistisch oder kontrolliert und analytisch auf. Automatisch und holistisch handelnde Menschen sind dabei in ihren Entscheidungen besonders durch den Kontext der Entscheidung beeinflussbar. McElroy / Seta 2003 untersuchten die Vermutung, dass sich durch Veränderungen der persönlichen Relevanz eines Entscheidungsproblem, auch das Vorgehen der Menschen verändert. Dazu benutzen sie das zuvor beschriebene Experiment zur Auswahl von Programmen zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981. McElroy / Seta 2003 führen das Experiment mit Studenten durch und erklären den Studenten, dass dieses Experiment durchgeführt wird, um ihre Entscheidungsfähigkeiten zu überprüfen. Hintergrund der Überprüfung der Entscheidungsfähigkeit ist eine Überlegung der Universität, ob es notwendig ist einen zusätzlichen, verpflichteten Entscheidungstheorie-Kurs ab dem nächsten Jahr (Gruppe 1) bzw. beginnend in zehn Jahren (Gruppe 2) einzuführen. Bei der Durchführung des Experiments zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981 besitzen die Informationen zum geplanten Verhalten der Universität für die Experimentteilnehmer der Gruppe 2 keine persönliche Relevanz. Sie handeln auf Basis automatischer und holistischer Methoden. Experimentteilnehmer entscheiden sich im ¿Gewinnfall¿ für Risikoaversion und im ¿Verlustfall¿ für Risikofreude. Die persönliche Betroffenheit durch einen verpflichtenden Entscheidungstheorie-Kurs, wenn die Ergebnisse des Experiments die Leitung der Universität nicht überzeugen, ist in der zweiten Gruppe nur gering. Die höhere Betroffenheit der Gruppe 1 verändert auch die Entscheidung im Experiment. Sowohl im ¿Gewinnfall¿, als auch im ¿Verlustfall¿ verhält sich die Mehrheit der Experimentteilnehmer risikoavers und zeigt so ein konsistentes Verhalten. Die höhere persönliche Betroffenheit führt also zur Anwendung eines analytischen und kontrollierten Vorgehens. Ähnliches zeigen auch die Ergebnisse von Fagley / Miller 1987. Sie ließen Experimentteilnehmer das Experiment zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981 durchlaufen, nachdem sie ein mathematisches Training erhielten. Dabei stellten sie Risikoaversion für den ¿Gewinnfall¿ fest, jedoch keine Risikofreude für den ¿Verlustfall¿. Gleichzeitig stellten sie fest, dass viele Studenten angaben zwischen den Entscheidungsmöglichkeiten indifferent zu sein. Verändert man also den Frame einer Aufgabe hinsichtlich Motivation und Wissen der Experimentteilnehmer, verändert dies auch die Handlungsergebnisse. Behavioral Risk Management: Inhaltsangabe:Einleitung: Wir leben in einer komplexen Welt und werden jeden Tag von einer unglaublichen Anzahl von Informationen überflutet. Die rationale Entscheidungstheorie nimmt an, dass Menschen all diese Informationen verarbeiten und auf ihrer Basis objektiv Entscheidungen treffen können. Die menschliche Fähigkeit zur Informationsverarbeitung ist jedoch quantitativ beschränkt und die notwendigen Vereinfachungen um das Leben effizienter zu meistern, können in Abweichungen von der Rationaltheorie oder ihren Annahmen resultieren. Diese Abweichungen können bei allen Urteilen und Entscheidungen des täglichen Lebens geschehen, besonders relevant sind sie jedoch in risikobehafteten Urteils- und Entscheidungssituationen. Die allgemeine Erkenntnis der Irrationalitäten des menschlichen Entscheidungsverhaltens basiert auf einer Vielzahl anekdotischer, experimenteller und psychologischer Erkenntnisse, sowie abstrahierenden Entscheidungsmodellen. Diese Erkenntnisse sind bisher mit Hinsicht auf das Risiko Management jedoch kaum systematisch betrachtet und eingeordnet worden. Zentrales Ziel dieser Diplomarbeit ist es daher, die für das Risiko Management aus dem individuellen, irrationale, Diplomica Verlag

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Behavioral Risk Management - Daniel Noack
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Daniel Noack:
Behavioral Risk Management - neues Buch

2003, ISBN: 9783836616638

ID: 9783836616638

Inhaltsangabe:Einleitung: Wir leben in einer komplexen Welt und werden jeden Tag von einer unglaublichen Anzahl von Informationen überflutet. Die rationale Entscheidungstheorie nimmt an, dass Menschen all diese Informationen verarbeiten und auf ihrer Basis objektiv Entscheidungen treffen können. Die menschliche Fähigkeit zur Informationsverarbeitung ist jedoch quantitativ beschränkt und die notwendigen Vereinfachungen um das Leben effizienter zu meistern, können in Abweichungen von der Rationaltheorie oder ihren Annahmen resultieren. Diese Abweichungen können bei allen Urteilen und Entscheidungen des täglichen Lebens geschehen, besonders relevant sind sie jedoch in risikobehafteten Urteils- und Entscheidungssituationen. Die allgemeine Erkenntnis der Irrationalitäten des menschlichen Entscheidungsverhaltens basiert auf einer Vielzahl anekdotischer, experimenteller und psychologischer Erkenntnisse, sowie abstrahierenden Entscheidungsmodellen. Diese Erkenntnisse sind bisher mit Hinsicht auf das Risiko Management jedoch kaum systematisch betrachtet und eingeordnet worden. Zentrales Ziel dieser Diplomarbeit ist es daher, die für das Risiko Management aus dem individuellen, irrationalen Urteils- und Entscheidungsverhalten erwachsenden relevanten Erklärungsansätze und Theorien zu identifizieren, diese im menschlichen Urteils- und Entscheidungsprozess einzuordnen und so ein fundiertes, theoretisches Gerüst zu schaffen. Eine umfassende Darstellung des theoretischen Gerüsts, wie sie als Grundlage weiterer Forschung und zur wertgenerierenden Anwendung der Erkenntnisse im individuellen und unternehmerischen Risiko Management benötigt wird, liegt bislang nicht vor. Ein Einblick in die Implikationen des dargestellten Theoriengerüsts wird am Ende dieser Diplomarbeit zur Erklärung des Verhaltens auf Versicherungsmärkten genutzt. Da der Einfluss verhaltenswissenschaftlicher Theorien für Versicherungsmärkte in einem weitaus höheren Maße erforscht ist, als für das unternehmerische Risiko Management, wird für Unternehmen betrachtet, durch welche Vorgehensweisen sie Risiken aus Urteils- und Entscheidungsfehlern erkennen und minimieren können. Die Betrachtung beginnt mit der Beschreibung der Grundzüge des Risiko Managements (Kapitel 2) und der rationalen Entscheidungstheorie (Kapitel 3). Anschließend wird die Basis jeder Entscheidungsfindung, nämlich die Wahrnehmung und Beurteilung von Informationen, in Kapitel 4 betrachtet. Kapitel 5 beschreibt die menschliche Vorgehensweise bei der Entscheidungsfindung und dabei den Einfluss psychologischer Bedürfnisse. Aus den im Schwerpunkt dieser Arbeit stehenden Erkenntnissen zur Informationswahrnehmung, -bewertung und Entscheidungsfindung werden anschließend Implikationen für den Versicherungsmarkt (Kapitel 6) und für das Risiko Management von Unternehmen (Kapitel 7), welches durch das Urteils- und Entscheidungsverhalten der ausführenden Personen bestimmt wird, abgeleitet. Kapitel 8 fasst die Ergebnisse dieser Diplomarbeit zusammen.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.EINLEITUNG5 2.RISIKOBEGRIFF UND RISIKO MANAGEMENT7 2.1Risikobegriff und Risikoarten7 2.1.1Risikobegriff7 2.1.2Risikoarten7 2.2Risiko Management8 3.GRUNDZÜGE DER RATIONAL-BASIERTEN ENTSCHEIDUNGSTHEORIE10 3.1Rationalität als Grundannahme10 3.2Klassische Entscheidungstheorien12 3.2.1Erwartungswert12 3.2.2Erwartungsnutzen12 3.3Axiomatik der Erwartungsnutzentheorie15 4.WAHRNEHMUNG VON RISIKOINFORMATIONEN18 4.1Urteilsheuristik - Definition und Begriffsabgrenzung18 4.2Verfügbarkeitsheuristik20 4.2.1Definition20 4.2.2Erfahrungsbedingte Verfügbarkeit20 4.2.3Gedächtnisbedingte Verfügbarkeit21 4.2.4Vorstellungskraftbedingte Verfügbarkeit22 4.2.5Scheinkorrelationen23 4.3Repräsentativitätsheuristik24 4.3.1Definition24 4.3.2Vernachlässigung der Basisrate24 4.3.3Mangelnde Berücksichtigung der Stichprobengröße25 4.3.4Fehlwahrnehmung von Zufälligkeiten25 4.3.5Fehlbewertung verknüpfter Ereignisse27 4.3.6Vernachlässigung der Aussagekraft von Informationen28 4.3.7Vernachlässigung der Regression zum Mittelwert29 4.3.8Beurteilung der persönlichen Repräsentativität30 4.4Ankerheuristik31 4.4.1Definition31 4.4.2Mangelhafte Anpassung des expliziten Ankerwerts32 4.4.3Mangelhafte Anpassung des impliziten Ankers33 4.4.4Überschätzung der Wahrscheinlichkeit verknüpfter Ereignisse34 4.4.5Übersteigerte Urteilssicherheit / Overconfidence35 4.4.6Ankereffekte in Gruppen37 4.5Mentale Buchführung38 4.6Vermeidung kognitiver Dissonanz39 4.7Zusammenfassung und Einordnung41 5.RISIKOBEWERTUNG UND PSYCHOLOGISCHE BEDÜRFNISSE BEI DER ENTSCHEIDUNGSFINDUNG44 5.1(Experimentelle) Hintergründe der Prospect Theory44 5.1.1Gewissheitseffekt44 5.1.2Spiegelungseffekt45 5.1.3Wahrscheinlichkeitsbedingte Versicherung46 5.1.4Isolierungseffekt47 5.2Prospect Theory48 5.2.1Bearbeitung und Evaluation von Informationen48 5.2.2Wertfunktion v49 5.2.3Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion51 5.2.4Cumulative Prospect Theory53 5.3Nachweis der Prospect Theory im Entscheidungsverhalten55 5.3.1Einführung55 5.3.2Eigenkapitalprämie55 5.3.3Dispositionseffekt55 5.3.4Status Quo Bias, Verlustaversion und Besitztumseffekt56 5.3.5End-Of-The-Day Effekt58 5.3.6Sunk Cost Effekt59 5.4Framing: Der Einfluss des Handlungsrahmens60 5.4.1Definition60 5.4.2Kontextbezogenes Framing60 5.4.3Aufgabenbezogenes Framing64 5.4.4Hedonic Editing65 5.5Vermeidung von Ambiguität66 5.6Enttäuschung, Reue und Angst68 5.6.1Disappointment Theory68 5.6.2Regret Theory71 5.6.3Risiko als Emotion, insbesondere Angst73 5.7Selbst-Kontrolle77 5.8Herdenverhalten und Informationskaskaden78 5.9Zusammenfassung und Einordnung81 6.VERSICHERUNGSMÄRKTE IM LICHTE BEHAVIORALISTISCHER THEORIEN84 6.1Einführung84 6.2Urteilsfehler und -verzerrungen bei der Risikoeinschätzung84 6.3Übersteigerte Urteilssicherheit bei Versicherungsnehmern87 6.4Ambiguität in Versicherungsunternehmen91 6.4.1Ambiguität hinsichtlich Verlustwahrscheinlichkeiten91 6.4.2Ambiguität hinsichtlich Verlustwahrscheinlichkeiten und -höhen94 6.5Ausgestaltung von Versicherungsverträgen96 7.UNTERNEHMERISCHES RISIKO MANAGEMENT IM LICHTE BEHAVIORALISTISCHER THEORIEN99 7.1Einordnung von Risiko Management99 7.1.1Überblick99 7.1.2Urteilsverzerrungen: Das Beispiel von Sony100 7.1.3Verhalten von Finanzanalysten102 7.2Handlungsmöglichkeiten und -empfehlungen103 7.2.1Aufbau und Relevanz eines Behavioral Risk Management Systems103 7.2.2Empfehlungen für die Entwicklung von Entscheidungsregeln107 8.ZUSAMMENFASSUNG111 LITERATURVERZEICHNIS114 EHRENWÖRTLICHE VERSICHERUNG124Textprobe:Textprobe: Kapitel 5.4.2.2, Wahrscheinlichkeiten: Das Framing von Wahrscheinlichkeiten lässt sich an dem bereits für die Illustration des Isolierungseffekts, der als ein Grundbaustein der Prospect Theory dient, genutzten Beispiels veranschaulichen. Jedes der beiden Beispiele wird einer anderen Gruppe von Experimentteilnehmern zur Entscheidung vorgelegt. Die Experimentteilnehmer der ersten Gruppe nehmen an einem zweistufigen Spiel teil. In der ersten Stufe endet das Spiel mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% ohne Gewinn, mit 25prozentiger Wahrscheinlichkeit geht das Spiel in eine zweite Runde. In der zweiten Runde haben die Experimentteilnehmer die Wahl zwischen einer Lotterie A mit sicherem Gewinn von 30 USD und Lotterie B, die mit 80prozentiger Wahrscheinlichkeit 45 USD auszahlt. Die Experimentteilnehmer mussten jedoch bereits vor der ersten Runde festlegen, welche Lotterie sie spielen würden, wenn sie die zweite Runde erreichten. 74% der Experimentteilnehmer der ersten Gruppe wählten Lotterie A. Die Experimentteilnehmer der zweiten Gruppe konnten zwischen Lotterie C, welche mit 25prozentiger Wahrscheinlichkeit 30 USD ausschüttet und Lotterie D, die mit 20prozentiger Wahrscheinlichkeit 45 USD ausschüttet, wählen. 58% der Experimentteilnehmer entscheiden sich für Lotterie D. Die Formulierung der Wahrscheinlichkeiten verändert also auf Grund unterschiedlicher Bewertung von Wahrscheinlichkeiten über die Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion die Entscheidung. Tversky / Kahneman 1981 konnten in weiteren Experimenten betrachten, dass die Höhe der Wahrscheinlichkeiten auf der ersten Stufe eines Spiels das Ergebnis dennoch stark beeinflussen kann, wenn die Wahrscheinlichkeit nur klein genug ist. Beträgt die Wahrscheinlichkeit in der ersten Stufe des Spiels in die zweite Stufe zu kommen beispielsweise nur 10 Prozent oder weniger, wird die erste Stufe der Lotterie stark berücksichtigt. Dieser Effekt, der auch Subcertainy Effect genannt wird, konnte beispielsweise durch Tversky / Kahneman 1981 in einem Experiment zu Heilungsoptionen für Krankheiten feststellen. Handlungsergebnisse Die Formulierung der Ergebnisse identischer Handlungen einerseits als Gewinne, und andererseits als Verluste beeinflussen, wie Tversky / Kahneman 1981 zeigen, die Entscheidungsfindung. Sie stellen eine Gruppe von Experimentteilnehmer vor das folgende Entscheidungsproblem: Die USA bereiten sich auf eine Seuche vor, die 600 Menschen töten wird. Zur Bekämpfung der Seuche wurden zwei Bekämpfungsprogramme entwickelt zwischen denen sich die Experimentteilnehmer entscheiden sollen. Wird Programm A durchgeführt werden sicher 200 Menschen gerettet. Bei der Durchführung von Programm B besteht eine Wahrscheinlichkeit von 33,3%, dass 600 Menschen geheilt werden, und von 66,6%, dass niemand geheilt wird. In diesem Setting entscheiden sich 72% für die Durchführung von Programm A. Tversky / Kahneman 1981 formulieren das Setting für eine zweite Gruppe um: Die USA bereiten sich auf eine Seuche vor, die 600 Menschen töten wird. Zur Bekämpfung der Seuche wurden zwei Bekämpfungsprogramme entwickelt zwischen denen sich die Experimentteilnehmer entscheiden sollen. Wird Programm C durchgeführt sterben mit Sicherheit 400 Menschen. Bei Durchführung von Programm D besteht eine Wahrscheinlichkeit von 33,3%, dass niemand stirbt. Mit Wahrscheinlichkeit 66,6% sterben 600 Menschen. Die Mehrzahl der Experimentteilnehmer (78%) entscheidet sich für Programm D. Im zweiten Setting nehmen die Experimentteilnehmer die Entscheidungssituation als Verlustsituation wahr, in der sie zur Risikofreude in der Hoffnung, dass weniger Menschen sterben müssen, tendieren. ¿The certain dead of 400 people is less acceptable than the two-in-three chance that 600 will die¿. Im Gegensatz dazu steht das erste Setting. Hier ist es für den Menschen unakzeptabel die sichere Möglichkeit, 200 Leben zu retten, für die Chance mit 33,3% 600 Menschen zu retten, aufzugeben. Die positive Formulierung der Entscheidungssituation führt gemäß Fagley / Miller 1987 zu Risikoaversion, während eine negative Formulierung zur Risikofreude führt. Aufgabenbezogenes Framing: Laut Stanovich / West 2000 können Menschen auf zwei Arten Informationen verarbeiten. In Abhängigkeit von ihren persönlichen Fähigkeiten nehmen sie Informationen entweder automatisch und holistisch oder kontrolliert und analytisch auf. Automatisch und holistisch handelnde Menschen sind dabei in ihren Entscheidungen besonders durch den Kontext der Entscheidung beeinflussbar. McElroy / Seta 2003 untersuchten die Vermutung, dass sich durch Veränderungen der persönlichen Relevanz eines Entscheidungsproblem, auch das Vorgehen der Menschen verändert. Dazu benutzen sie das zuvor beschriebene Experiment zur Auswahl von Programmen zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981. McElroy / Seta 2003 führen das Experiment mit Studenten durch und erklären den Studenten, dass dieses Experiment durchgeführt wird, um ihre Entscheidungsfähigkeiten zu überprüfen. Hintergrund der Überprüfung der Entscheidungsfähigkeit ist eine Überlegung der Universität, ob es notwendig ist einen zusätzlichen, verpflichteten Entscheidungstheorie-Kurs ab dem nächsten Jahr (Gruppe 1) bzw. beginnend in zehn Jahren (Gruppe 2) einzuführen. Bei der Durchführung des Experiments zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981 besitzen die Informationen zum geplanten Verhalten der Universität für die Experimentteilnehmer der Gruppe 2 keine persönliche Relevanz. Sie handeln auf Basis automatischer und holistischer Methoden. Experimentteilnehmer entscheiden sich im ¿Gewinnfall¿ für Risikoaversion und im ¿Verlustfall¿ für Risikofreude. Die persönliche Betroffenheit durch einen verpflichtenden Entscheidungstheorie-Kurs, wenn die Ergebnisse des Experiments die Leitung der Universität nicht überzeugen, ist in der zweiten Gruppe nur gering. Die höhere Betroffenheit der Gruppe 1 verändert auch die Entscheidung im Experiment. Sowohl im ¿Gewinnfall¿, als auch im ¿Verlustfall¿ verhält sich die Mehrheit der Experimentteilnehmer risikoavers und zeigt so ein konsistentes Verhalten. Die höhere persönliche Betroffenheit führt also zur Anwendung eines analytischen und kontrollierten Vorgehens. Ähnliches zeigen auch die Ergebnisse von Fagley / Miller 1987. Sie ließen Experimentteilnehmer das Experiment zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981 durchlaufen, nachdem sie ein mathematisches Training erhielten. Dabei stellten sie Risikoaversion für den ¿Gewinnfall¿ fest, jedoch keine Risikofreude für den ¿Verlustfall¿. Gleichzeitig stellten sie fest, dass viele Studenten angaben zwischen den Entscheidungsmöglichkeiten indifferent zu sein. Verändert man also den Frame einer Aufgabe hinsichtlich Motivation und Wissen der Experimentteilnehmer, verändert dies auch die Handlungsergebnisse. Behavioral Risk Management: Inhaltsangabe:Einleitung: Wir leben in einer komplexen Welt und werden jeden Tag von einer unglaublichen Anzahl von Informationen überflutet. Die rationale Entscheidungstheorie nimmt an, dass Menschen all diese Informationen verarbeiten und auf ihrer Basis objektiv Entscheidungen treffen können. Die menschliche Fähigkeit zur Informationsverarbeitung ist jedoch quantitativ beschränkt und die notwendigen Vereinfachungen um das Leben effizienter zu meistern, können in Abweichungen von der Rationaltheorie oder ihren Annahmen resultieren. Diese Abweichungen können bei allen Urteilen und Entscheidungen des täglichen Lebens geschehen, besonders relevant sind sie jedoch in risikobehafteten Urteils- und Entscheidungssituationen. Die allgemeine Erkenntnis der Irrationalitäten des menschlichen Entscheidungsverhaltens basiert auf einer Vielzahl anekdotischer, experimenteller und psychologischer Erkenntnisse, sowie abstrahierenden Entscheidungsmodellen. Diese Erkenntnisse sind bisher mit Hinsicht auf das Risiko Management jedoch kaum systematisch betrachtet und eingeordnet worden. Zentrales Ziel dieser Diplomarbeit ist es daher, die für das Risiko Management aus dem individuellen, irrational, Diplomica Verlag

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2003, ISBN: 9783836616638

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Inhaltsangabe:Einleitung: Wir leben in einer komplexen Welt und werden jeden Tag von einer unglaublichen Anzahl von Informationen überflutet. Die rationale Entscheidungstheorie nimmt an, dass Menschen all diese Informationen verarbeiten und auf ihrer Basis objektiv Entscheidungen treffen können. Die menschliche Fähigkeit zur Informationsverarbeitung ist jedoch quantitativ beschränkt und die notwendigen Vereinfachungen um das Leben effizienter zu meistern, können in Abweichungen von der Rationaltheorie oder ihren Annahmen resultieren. Diese Abweichungen können bei allen Urteilen und Entscheidungen des täglichen Lebens geschehen, besonders relevant sind sie jedoch in risikobehafteten Urteils- und Entscheidungssituationen. Die allgemeine Erkenntnis der Irrationalitäten des menschlichen Entscheidungsverhaltens basiert auf einer Vielzahl anekdotischer, experimenteller und psychologischer Erkenntnisse, sowie abstrahierenden Entscheidungsmodellen. Diese Erkenntnisse sind bisher mit Hinsicht auf das Risiko Management jedoch kaum systematisch betrachtet und eingeordnet worden. Zentrales Ziel dieser Diplomarbeit ist es daher, die für das Risiko Management aus dem individuellen, irrationalen Urteils- und Entscheidungsverhalten erwachsenden relevanten Erklärungsansätze und Theorien zu identifizieren, diese im menschlichen Urteils- und Entscheidungsprozess einzuordnen und so ein fundiertes, theoretisches Gerüst zu schaffen. Eine umfassende Darstellung des theoretischen Gerüsts, wie sie als Grundlage weiterer Forschung und zur wertgenerierenden Anwendung der Erkenntnisse im individuellen und unternehmerischen Risiko Management benötigt wird, liegt bislang nicht vor. Ein Einblick in die Implikationen des dargestellten Theoriengerüsts wird am Ende dieser Diplomarbeit zur Erklärung des Verhaltens auf Versicherungsmärkten genutzt. Da der Einfluss verhaltenswissenschaftlicher Theorien für Versicherungsmärkte in einem weitaus höheren Maße erforscht ist, als für das unternehmerische Risiko Management, wird für Unternehmen betrachtet, durch welche Vorgehensweisen sie Risiken aus Urteils- und Entscheidungsfehlern erkennen und minimieren können. Die Betrachtung beginnt mit der Beschreibung der Grundzüge des Risiko Managements (Kapitel 2) und der rationalen Entscheidungstheorie (Kapitel 3). Anschließend wird die Basis jeder Entscheidungsfindung, nämlich die Wahrnehmung und Beurteilung von Informationen, in Kapitel 4 betrachtet. Kapitel 5 beschreibt die menschliche Vorgehensweise bei der Entscheidungsfindung und dabei den Einfluss psychologischer Bedürfnisse. Aus den im Schwerpunkt dieser Arbeit stehenden Erkenntnissen zur Informationswahrnehmung, -bewertung und Entscheidungsfindung werden anschließend Implikationen für den Versicherungsmarkt (Kapitel 6) und für das Risiko Management von Unternehmen (Kapitel 7), welches durch das Urteils- und Entscheidungsverhalten der ausführenden Personen bestimmt wird, abgeleitet. Kapitel 8 fasst die Ergebnisse dieser Diplomarbeit zusammen.Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 1.EINLEITUNG5 2.RISIKOBEGRIFF UND RISIKO MANAGEMENT7 2.1Risikobegriff und Risikoarten7 2.1.1Risikobegriff7 2.1.2Risikoarten7 2.2Risiko Management8 3.GRUNDZÜGE DER RATIONAL-BASIERTEN ENTSCHEIDUNGSTHEORIE10 3.1Rationalität als Grundannahme10 3.2Klassische Entscheidungstheorien12 3.2.1Erwartungswert12 3.2.2Erwartungsnutzen12 3.3Axiomatik der Erwartungsnutzentheorie15 4.WAHRNEHMUNG VON RISIKOINFORMATIONEN18 4.1Urteilsheuristik - Definition und Begriffsabgrenzung18 4.2Verfügbarkeitsheuristik20 4.2.1Definition20 4.2.2Erfahrungsbedingte Verfügbarkeit20 4.2.3Gedächtnisbedingte Verfügbarkeit21 4.2.4Vorstellungskraftbedingte Verfügbarkeit22 4.2.5Scheinkorrelationen23 4.3Repräsentativitätsheuristik24 4.3.1Definition24 4.3.2Vernachlässigung der Basisrate24 4.3.3Mangelnde Berücksichtigung der Stichprobengröße25 4.3.4Fehlwahrnehmung von Zufälligkeiten25 4.3.5Fehlbewertung verknüpfter Ereignisse27 4.3.6Vernachlässigung der Aussagekraft von Informationen28 4.3.7Vernachlässigung der Regression zum Mittelwert29 4.3.8Beurteilung der persönlichen Repräsentativität30 4.4Ankerheuristik31 4.4.1Definition31 4.4.2Mangelhafte Anpassung des expliziten Ankerwerts32 4.4.3Mangelhafte Anpassung des impliziten Ankers33 4.4.4Überschätzung der Wahrscheinlichkeit verknüpfter Ereignisse34 4.4.5Übersteigerte Urteilssicherheit / Overconfidence35 4.4.6Ankereffekte in Gruppen37 4.5Mentale Buchführung38 4.6Vermeidung kognitiver Dissonanz39 4.7Zusammenfassung und Einordnung41 5.RISIKOBEWERTUNG UND PSYCHOLOGISCHE BEDÜRFNISSE BEI DER ENTSCHEIDUNGSFINDUNG44 5.1(Experimentelle) Hintergründe der Prospect Theory44 5.1.1Gewissheitseffekt44 5.1.2Spiegelungseffekt45 5.1.3Wahrscheinlichkeitsbedingte Versicherung46 5.1.4Isolierungseffekt47 5.2Prospect Theory48 5.2.1Bearbeitung und Evaluation von Informationen48 5.2.2Wertfunktion v49 5.2.3Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion51 5.2.4Cumulative Prospect Theory53 5.3Nachweis der Prospect Theory im Entscheidungsverhalten55 5.3.1Einführung55 5.3.2Eigenkapitalprämie55 5.3.3Dispositionseffekt55 5.3.4Status Quo Bias, Verlustaversion und Besitztumseffekt56 5.3.5End-Of-The-Day Effekt58 5.3.6Sunk Cost Effekt59 5.4Framing: Der Einfluss des Handlungsrahmens60 5.4.1Definition60 5.4.2Kontextbezogenes Framing60 5.4.3Aufgabenbezogenes Framing64 5.4.4Hedonic Editing65 5.5Vermeidung von Ambiguität66 5.6Enttäuschung, Reue und Angst68 5.6.1Disappointment Theory68 5.6.2Regret Theory71 5.6.3Risiko als Emotion, insbesondere Angst73 5.7Selbst-Kontrolle77 5.8Herdenverhalten und Informationskaskaden78 5.9Zusammenfassung und Einordnung81 6.VERSICHERUNGSMÄRKTE IM LICHTE BEHAVIORALISTISCHER THEORIEN84 6.1Einführung84 6.2Urteilsfehler und -verzerrungen bei der Risikoeinschätzung84 6.3Übersteigerte Urteilssicherheit bei Versicherungsnehmern87 6.4Ambiguität in Versicherungsunternehmen91 6.4.1Ambiguität hinsichtlich Verlustwahrscheinlichkeiten91 6.4.2Ambiguität hinsichtlich Verlustwahrscheinlichkeiten und -höhen94 6.5Ausgestaltung von Versicherungsverträgen96 7.UNTERNEHMERISCHES RISIKO MANAGEMENT IM LICHTE BEHAVIORALISTISCHER THEORIEN99 7.1Einordnung von Risiko Management99 7.1.1Überblick99 7.1.2Urteilsverzerrungen: Das Beispiel von Sony100 7.1.3Verhalten von Finanzanalysten102 7.2Handlungsmöglichkeiten und -empfehlungen103 7.2.1Aufbau und Relevanz eines Behavioral Risk Management Systems103 7.2.2Empfehlungen für die Entwicklung von Entscheidungsregeln107 8.ZUSAMMENFASSUNG111 LITERATURVERZEICHNIS114 EHRENWÖRTLICHE VERSICHERUNG124Textprobe:Textprobe: Kapitel 5.4.2.2, Wahrscheinlichkeiten: Das Framing von Wahrscheinlichkeiten lässt sich an dem bereits für die Illustration des Isolierungseffekts, der als ein Grundbaustein der Prospect Theory dient, genutzten Beispiels veranschaulichen. Jedes der beiden Beispiele wird einer anderen Gruppe von Experimentteilnehmern zur Entscheidung vorgelegt. Die Experimentteilnehmer der ersten Gruppe nehmen an einem zweistufigen Spiel teil. In der ersten Stufe endet das Spiel mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% ohne Gewinn, mit 25prozentiger Wahrscheinlichkeit geht das Spiel in eine zweite Runde. In der zweiten Runde haben die Experimentteilnehmer die Wahl zwischen einer Lotterie A mit sicherem Gewinn von 30 USD und Lotterie B, die mit 80prozentiger Wahrscheinlichkeit 45 USD auszahlt. Die Experimentteilnehmer mussten jedoch bereits vor der ersten Runde festlegen, welche Lotterie sie spielen würden, wenn sie die zweite Runde erreichten. 74% der Experimentteilnehmer der ersten Gruppe wählten Lotterie A. Die Experimentteilnehmer der zweiten Gruppe konnten zwischen Lotterie C, welche mit 25prozentiger Wahrscheinlichkeit 30 USD ausschüttet und Lotterie D, die mit 20prozentiger Wahrscheinlichkeit 45 USD ausschüttet, wählen. 58% der Experimentteilnehmer entscheiden sich für Lotterie D. Die Formulierung der Wahrscheinlichkeiten verändert also auf Grund unterschiedlicher Bewertung von Wahrscheinlichkeiten über die Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion die Entscheidung. Tversky / Kahneman 1981 konnten in weiteren Experimenten betrachten, dass die Höhe der Wahrscheinlichkeiten auf der ersten Stufe eines Spiels das Ergebnis dennoch stark beeinflussen kann, wenn die Wahrscheinlichkeit nur klein genug ist. Beträgt die Wahrscheinlichkeit in der ersten Stufe des Spiels in die zweite Stufe zu kommen beispielsweise nur 10 Prozent oder weniger, wird die erste Stufe der Lotterie stark berücksichtigt. Dieser Effekt, der auch Subcertainy Effect genannt wird, konnte beispielsweise durch Tversky / Kahneman 1981 in einem Experiment zu Heilungsoptionen für Krankheiten feststellen. Handlungsergebnisse Die Formulierung der Ergebnisse identischer Handlungen einerseits als Gewinne, und andererseits als Verluste beeinflussen, wie Tversky / Kahneman 1981 zeigen, die Entscheidungsfindung. Sie stellen eine Gruppe von Experimentteilnehmer vor das folgende Entscheidungsproblem: Die USA bereiten sich auf eine Seuche vor, die 600 Menschen töten wird. Zur Bekämpfung der Seuche wurden zwei Bekämpfungsprogramme entwickelt zwischen denen sich die Experimentteilnehmer entscheiden sollen. Wird Programm A durchgeführt werden sicher 200 Menschen gerettet. Bei der Durchführung von Programm B besteht eine Wahrscheinlichkeit von 33,3%, dass 600 Menschen geheilt werden, und von 66,6%, dass niemand geheilt wird. In diesem Setting entscheiden sich 72% für die Durchführung von Programm A. Tversky / Kahneman 1981 formulieren das Setting für eine zweite Gruppe um: Die USA bereiten sich auf eine Seuche vor, die 600 Menschen töten wird. Zur Bekämpfung der Seuche wurden zwei Bekämpfungsprogramme entwickelt zwischen denen sich die Experimentteilnehmer entscheiden sollen. Wird Programm C durchgeführt sterben mit Sicherheit 400 Menschen. Bei Durchführung von Programm D besteht eine Wahrscheinlichkeit von 33,3%, dass niemand stirbt. Mit Wahrscheinlichkeit 66,6% sterben 600 Menschen. Die Mehrzahl der Experimentteilnehmer (78%) entscheidet sich für Programm D. Im zweiten Setting nehmen die Experimentteilnehmer die Entscheidungssituation als Verlustsituation wahr, in der sie zur Risikofreude in der Hoffnung, dass weniger Menschen sterben müssen, tendieren. ¿The certain dead of 400 people is less acceptable than the two-in-three chance that 600 will die¿. Im Gegensatz dazu steht das erste Setting. Hier ist es für den Menschen unakzeptabel die sichere Möglichkeit, 200 Leben zu retten, für die Chance mit 33,3% 600 Menschen zu retten, aufzugeben. Die positive Formulierung der Entscheidungssituation führt gemäß Fagley / Miller 1987 zu Risikoaversion, während eine negative Formulierung zur Risikofreude führt. Aufgabenbezogenes Framing: Laut Stanovich / West 2000 können Menschen auf zwei Arten Informationen verarbeiten. In Abhängigkeit von ihren persönlichen Fähigkeiten nehmen sie Informationen entweder automatisch und holistisch oder kontrolliert und analytisch auf. Automatisch und holistisch handelnde Menschen sind dabei in ihren Entscheidungen besonders durch den Kontext der Entscheidung beeinflussbar. McElroy / Seta 2003 untersuchten die Vermutung, dass sich durch Veränderungen der persönlichen Relevanz eines Entscheidungsproblem, auch das Vorgehen der Menschen verändert. Dazu benutzen sie das zuvor beschriebene Experiment zur Auswahl von Programmen zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981. McElroy / Seta 2003 führen das Experiment mit Studenten durch und erklären den Studenten, dass dieses Experiment durchgeführt wird, um ihre Entscheidungsfähigkeiten zu überprüfen. Hintergrund der Überprüfung der Entscheidungsfähigkeit ist eine Überlegung der Universität, ob es notwendig ist einen zusätzlichen, verpflichteten Entscheidungstheorie-Kurs ab dem nächsten Jahr (Gruppe 1) bzw. beginnend in zehn Jahren (Gruppe 2) einzuführen. Bei der Durchführung des Experiments zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981 besitzen die Informationen zum geplanten Verhalten der Universität für die Experimentteilnehmer der Gruppe 2 keine persönliche Relevanz. Sie handeln auf Basis automatischer und holistischer Methoden. Experimentteilnehmer entscheiden sich im ¿Gewinnfall¿ für Risikoaversion und im ¿Verlustfall¿ für Risikofreude. Die persönliche Betroffenheit durch einen verpflichtenden Entscheidungstheorie-Kurs, wenn die Ergebnisse des Experiments die Leitung der Universität nicht überzeugen, ist in der zweiten Gruppe nur gering. Die höhere Betroffenheit der Gruppe 1 verändert auch die Entscheidung im Experiment. Sowohl im ¿Gewinnfall¿, als auch im ¿Verlustfall¿ verhält sich die Mehrheit der Experimentteilnehmer risikoavers und zeigt so ein konsistentes Verhalten. Die höhere persönliche Betroffenheit führt also zur Anwendung eines analytischen und kontrollierten Vorgehens. Ähnliches zeigen auch die Ergebnisse von Fagley / Miller 1987. Sie ließen Experimentteilnehmer das Experiment zur Seuchenbekämpfung von Tversky / Kahneman 1981 durchlaufen, nachdem sie ein mathematisches Training erhielten. Dabei stellten sie Risikoaversion für den ¿Gewinnfall¿ fest, jedoch keine Risikofreude für den ¿Verlustfall¿. Gleichzeitig stellten sie fest, dass viele Studenten angaben zwischen den Entscheidungsmöglichkeiten indifferent zu sein. Verändert man also den Frame einer Aufgabe hinsichtlich Motivation und Wissen der Experimentteilnehmer, verändert dies auch die Handlungsergebnisse. Behavioral Risk Management: Inhaltsangabe:Einleitung: Wir leben in einer komplexen Welt und werden jeden Tag von einer unglaublichen Anzahl von Informationen überflutet. Die rationale Entscheidungstheorie nimmt an, dass Menschen all diese Informationen verarbeiten und auf ihrer Basis objektiv Entscheidungen treffen können. Die menschliche Fähigkeit zur Informationsverarbeitung ist jedoch quantitativ beschränkt und die notwendigen Vereinfachungen um das Leben effizienter zu meistern, können in Abweichungen von der Rationaltheorie oder ihren Annahmen resultieren. Diese Abweichungen können bei allen Urteilen und Entscheidungen des täglichen Lebens geschehen, besonders relevant sind sie jedoch in risikobehafteten Urteils- und Entscheidungssituationen. Die allgemeine Erkenntnis der Irrationalitäten des menschlichen Entscheidungsverhaltens basiert auf einer Vielzahl anekdotischer, experimenteller und psychologischer Erkenntnisse, sowie abstrahierenden Entscheidungsmodellen. Diese Erkenntnisse sind bisher mit Hinsicht auf das Risiko Management jedoch kaum systematisch betrachtet und eingeordnet worden. Zentrales Ziel dieser Diplomarbeit ist es daher, die für das Risiko Management aus dem individuellen, irrationa, Diplomica Verlag

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