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Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern. - Schleiermacher, Friedrich Otto, Rudolf (Hrsg. u. Einf.)
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Schleiermacher, Friedrich Otto, Rudolf (Hrsg. u. Einf.):
Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern. - Erstausgabe

1926, ISBN: 37ae2362f44d5e239fe4b9de42cb9bb2

Gebundene Ausgabe

[ED: Broschur], [PU: Vandenhoeck und Ruprecht], Umschlag etwas berieben sowie mit leichten Knickspuren und sachtem Lichtrand, überstehende Kanten des Umschlages gedrückt und mit leichten Randläsuren, Schnitt und Seiten altersbedingt etwas nachgedunkelt, Namenszug und Datum auf der Titelseite, ansonsten keine Anstreichungen oder Notizen, alles in allem ordentliches Exemplar. Aus dem Inhalt: - Zur Einführung. Über die Religion. - I. Apologie. - II. Über das Wesen der Religion. - III. Über die Bildung zur Religion. - IV. Über das Gesellige in der Religion, oder über Kirche und Priesterthum. - V. Über die Religionen. Hinweis: Text in Frakturschrift. Über den Verfasser: SCHLEIERMACHER, Friedrich Daniel Ernst, Evang. Theologe, Pädagoge, Philosoph. * 21.11. 1768 in Breslau, 12.2. 1834 in Berlin. S. wuchs in Breslau, Pleß und Anholt auf, sein Vater war reformierter preußischer Feldprediger. 1783-85 besucht er das Pädagogicum der Brüderunität in Niesky, 1785-87 das Theologische Seminar der Brüderunität in Barby. 1787-90 studiert er in Halle Theologie. Nach dem Examen 1790 in Berlin nimmt S. von 1790-93 eine Hauslehrerstelle in Schlobitten (Ostpreuss.) beim Grafen Dohna an. Danach folgt eine Lehrtätigkeit am Gedikeschen Seminar in Berlin und 1794-96 wird er Hilfsprediger in Landsberg/Warthe. 1796 nimmt er die Predigerstelle an der Charité in Berlin an und kommt hier in Beziehungen zum romantischen Kreis, vor allem zu Fr. Schlegel und Henriette Herz. 1799 erscheinen seine Reden über die Religion, 1800 die Monologen sowie die Vertrauten Briefe über Lucinde. 1802-04 wird S. Hofprediger in Stolp und schreibt in dieser Zeit seine Grundlinien einer Kritik der bisherigen Sittenlehre. 1804 wird er ao. Professor der Theologie in Halle, wo er sich mit dem Naturphilosophen Henrik Steffens anfreundet. 1805 beginnt er mit seiner Platon-Übersetzung, deren letzter Band erst 1828 erscheinen wird. Nach der Schließung der Universität in Halle durch Napoleon begibt er sich 1807 nach Berlin und wird hier 1809 Pfarrer an der Dreifaltigkeitskirche. In das gleiche Jahr fällt die Hochzeit mit Henriette von Willich. 1810 ist S. Mitglied der Gründungskommission der Berliner Universität und wird Professor und erster Dekan an der Theologischen Fakultät. Die Kurze Darstellung des theologischen Studiums erscheint. 1814 wird er zum Sekretär der Berliner Akademie der Wissenschaften ernannt. 1815 übernimmt er das Rektorat der Universität. 1817 ist er auf Seiten der Befürworter der Union in der preußischen Landeskirche. Im folgenden Jahrzehnt kommt es zu einer Reihe von kirchenpolitischen Auseinandersetzungen, auch mit Friedrich Wilhelm III. Es geht dabei um die Frage, ob der Landesherr die Einführung einer Agende fordern dürfe bzw. um die von S. vertretene Selbständigkeit der Kirche im Rahmen einer synodalen Verfassung. 1821 erscheint die 1. Auflage von Der christliche Glaube. 1828 unternimmt S. eine Reise nach England. 1829 stirbt sein Sohn Nathanael. 1830/31 erscheint in Überarbeitung die 2. Auflage von Der christliche Glaube. S. ist jetzt auf dem Höhepunkt seiner akademischen Lehrtätigkeit. 1833 reist er nach Schweden, Norwegen und Dänemark. 1834 stirbt S. an einer Lungenentzündung. An seiner Beerdigung waren 20.000-30.000 Menschen zugegen. S.s Denken läßt sich systematisch im Ausgang von seiner Wissenschaftslehre, der Dialektik darstellen. Hier ist S. auf der Suche nach einem höchsten Wissen als dem transzendenten Grund, der als Bedingung der Möglichkeit einer Einheit von Denken und Sein fungieren soll. Der transzendente Grund soll einerseits gewährleisten, daß sich das Denken überhaupt auf das Sein beziehen kann und andererseits sollen inhaltlich differente Vorstellungen im Denken aufgrund der ursprünglichen Einheit von Denken und Sein berichtigt und ergänzt werden können. S. bezieht sich hier auf das Gefühl als unmittelbares Selbstbewußtsein und versteht dies als Analogie zum gesuchten transzendenten Grund. In einem zweiten, formalen Teil wird sodann gefragt, welche Kunstregeln nötig sind, um das differente Denken auf die Einheit des Wissens hin approximativ zu überwinden. Anhand einer Theorie der Konstruktion sowie Kombination entwickelt er hierzu Verknüpfungsregeln, aus denen er ein System der Wissenschaften ableitet: Ethik, Physik, Geschichtskunde und Naturkunde. - S. selbst hat die Ethik weiter ausgearbeitet, in der er die Prinzipien und Strukturen des immer schon angefangenen Handelns der Vernunft auf die Natur aufdecken will. S. will dabei nicht beim Individuum und dessen Vermögen stehenbleiben, sondern auch die festen Formen des sittlichen Prozesses in ihren Strukturen erfassen. So kommt er zu einer Einteilung der Ethik in Güter-, Tugend- und Pflichtenlehre. Während die Güterlehre die vom Subjekt abgelösten Objektivationen der Vernunft betrachtet, hat die Tugendlehre die dem individuellen Handeln zugrunde liegende Kraft und die Pflichtenlehre die daraus resultierende individuelle Handlungsweise zum Gegenstand. Jedes Einssein von Vernunft und Natur versteht S. als Gut, die Mannigfaltigkeit der Güter läßt sich formal aufteilen auf vier Bereiche: Staat, gesellige Gemeinschaft, Schule/Akademie/Universität, Kirche. Erst die Gemeinschaft aller vier Sphären zusammen bildet schließlich das höchste Gut, welches es wiederum als approximativen Endpunkt des sittlichen Prozesses anzustreben gilt. - Mit der Kirche als einem der vier Güter ist auch der formale Rahmen für S.s Theologie aufgezeigt. Die Frömmigkeit hat also ihren natürlichen Platz in der Entwicklung des menschlichen Geistes. Dies zu verdeutlichen war bereits das Anliegen der Reden über die Religion. In der Glaubenslehre setzt S. wiederum bei der Frömmigkeit als allg. menschliches Phänomen ein und definiert das Wesen der Frömmigkeit als schlechthinniges Abhängigkeitsgefühl. Gott ist dann das Von-Woher dieses Gefühls. Da die frommen Erregungen nun aber sehr verschieden sein können, treffen sie doch jeweils auf ein unterschiedliches sinnliches Bewußtsein, so sind die Schranken der eigenen Persönlichkeit durch gegenseitige Mitteilung zu durchbrechen. Durch diese Mitteilungen entsteht zugleich ein Gattungsbewußtsein, welches zur Basis einer Gemeinschaft werden kann. Die Kirche wird dann als eine solche Gemeinschaft bestimmt, in der es innerhalb bestimmter Grenzen zu einem sich stets erneuernden Umlauf des frommen Selbstbewußtseins kommt und eine geordnete und gegliederte Fortpflanzung der frommen Erregungen möglich ist. Aufgabe der Religionsphilosophie ist es dann, die individuellen Differenzen der einzelnen Kirchen, und damit der jeweiligen Religion, herauszuarbeiten. Das Christentum wird dabei von S. als eine dem Monotheismus angehörige teleologische Richtung der Frömmigkeit verstanden. Teleologisch meint in diesem Zusammenhang, daß im Christentum die Beziehung auf die sittliche Aufgabe in der Idee vom Reich Gottes vorherrscht. Alle Gestaltungen christlicher Frömmigkeit sind dabei bezogen auf den von Christus, dem Stifter, ausgegangenen Impuls als Urtatsache, jeweils verbunden mit der weiteren geschichtlichen Entwicklung. Die Theologie als Wissenschaft, deren systematischen Zusammenhang S. vorbildlich in der Kurzen Darstellung des theologischen Studiums entwickelt hat, dient dann zur Lösung einer praktischen Aufgabe. Sie soll die Differenzen zwischen den Kirchen und innerhalb einer Kirche zur Darstellung bringen. So ist es in diesem kirchlichen Rahmen Aufgabe der Philosophischen Theologie, das Wesen des Christentums nach außen (Apologetik) wie nach innen (Polemik) zu verdeutlichen. Die Historische Theologie, wozu S. die Exegese, die Kirchengeschichte, die Dogmatik sowie die Kirchliche Statistik zählt, soll eine Kenntnis von dem geschichtlichen Werden der Gemeinschaft bis zur Gegenwart vermitteln. Die Praktische Theologie schließlich hat zur Aufgabe, Methoden für eine besonnene Einwirkung auf die Gemeinschaft auszuarbeiten. - S. entwickelte damit ein Verständnis von Theologie und Religion, welches auf die neuzeitlichen Bedingungen der Subjektivität rekurriert und sie konstruktiv in die Theologie aufzunehmen versucht. Darin wurde er mit seinem theologischen Werk epochemachend. Inwieweit im Ausgang von S. der Gefahr einer bloß positionellen Theologie (Dietrich Rössler) entgangen werden kann, bleibt offen. - Auch für seine Pädagogik ist der Ausgangspunkt die Ethik, an die die Theorie der Erziehung formal anschließt. Ausssagen über Erziehung sind demnach immer nur innerhalb eines konkreten geschichtlichen Zusammenhangs, im Hinblick auf eine bestimmte kulturelle Entwicklung möglich. Als Ziel der Erziehung setzt S. die Entwicklung der Menschheit im Wechsel der Generationen. Das Erreichte soll durch erzieherische Tätigkeit fortbestehen und gesteigert werden. Leitend soll dabei die jeweils herrschende Idee des Guten sein. Allerdings wird dies nicht erst durch die Theorie bewirkt, sondern die Theorie durchleuchtet und vervollkommnet nur die bestehende Praxis, so daß die Theorie also der Praxis nachgeordnet ist. Aufgrund der Unentschiedenheit der anthropologischen Voraussetzungen beim einzelnen soll die Erziehung zwar alles anzuregen versuchen, kann aber letztlich nur fördern, was in Erscheinung tritt. Methodisch kennt S. die Verhütung, die Gegenwirkung und eben vor allem die Unterstützung des einzelnen. Grundlegend in S.'s Erziehungstheorie ist dabei, daß er dem einzelnen stets sowohl in seiner individuellen Entwicklung als auch in seiner Eingebundenheit in ein größeres Ganzes gerecht werden will. Beides gehört zusammen, ist aber stets neu zueinander zu bestimmen. - S.'s pädagogische Ideen wurden im Zuge der geisteswissenschaftlichen Pädagogik zu Beginn des 20. Jahrhunderts (Hermann Nohl, Wilhelm Flitner, Erich Weniger) und dann innerhalb eines kritisch-emanzipatorischen Ansatzes in den sechziger und siebziger Jahren (Wolfgang Klafki, Klaus Mollenhauer) aufgenommen. Dies nicht zuletzt deshalb, weil S. im Grunde genommen in allen seinen Schriften versucht hat, dem neuzeitlichen Prinzip der Subjektivität gerecht zu werden. Während er in der Geschichte der Philosophie bisher nur eine eher marginale Bedeutung hat, so gilt er doch innerhalb von Theologie und Pädagogik zu Recht in vielem als der Wegbereiter einer sich den Bedingungen der Moderne aussetzenden Theorie. Quelle: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (www.bautz.de) Über den Herausgeber: OTTO, Rudolf, ev. Syst. Theologe und Religionswissenschaftler, * 25.9. 1869 in Peine, 7.3. 1937 in Marburg. - Vor allem von Albrecht Ritschl beeinflußt, habilitierte sich O. 1897 in Göttingen, wurde dort 1904 a.o. Prof., erhielt 1914 einen Ruf als Ordinarius nach Breslau und wechselte 1917 nach Marburg, wo er 1929 emeritiert wurde. Seine wissenschaftliche Arbeit galt vor allem der Frage, wie Wesen und Wahrheit der Religion wissenschaftlich und begrifflich erfaßt werden können. Dabei wurde ihm die Frage nach dem Wesen des religiösen Erlebnisses wichtig: Von Kants Erkenntnistheorie aus suchte er die Grenzen zum Ding an sich zu überschreiten. Auf Luther verweisend, behauptete er mit Hilfe von Jakob Friedrich Fries, Wilhelm Martin Leberecht De Wette und Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, daß das religiöse Erlebnis ein ganz spezifisches und selbständiges sei und nicht von anderen Erlebnisgebieten abgeleitet werden könne. Dabei knüpfte er vor allem an den Begriff der Ahndung in der Religionsphilosophie von Fries an, der die Gewißheit der objektiven Wirklichkeit des geahnten Objekts mit einschließt. In der Ahnung der frommen Seele haben wir echte Erkenntnis der Wirklichkeit Gottes, der sich als das Irrationale und Numinose kundtut, dem der Mensch einerseits zitternd im Kreaturgefühl gegenübersteht (tremendum), andererseits in Liebe verbunden ist (fascinans). Überall, wo Menschen mit einem solchen Ahnungsvermögen sind, manifestiert sich der Gegenstand des religiösen Gefühls. Von hier aus erklärt sich auch O.s religionswissenschaftliches Interesse z. B. an der Indischen Mystik (Vgl. auch O.s Religionskundliche Sammlung im Marburger Schloß). O. versucht, von dieser allgemeinen Charakteristik des Religiösen aus das christliche Verständnis des göttlichen Heilshandelns festzuhalten die religionsgeschichtliche Behandlung der Begriffe Reich Gottes und Menschensohn zeugt von O.s persönlichem Interesse an der Erforschung der Wahrheit des christlichen Glaubens. Diese Intention O.s konnte sich - auch angesichts der Verurteilung von Religion durch die Dialektische Theologie - nicht durchsetzen. Versuche z.B. von Peter Brunner, O.s Religionsphilosophie für die Interpretation lutherischer Abendmahlslehre fruchtbar zu machen, wurden kaum beachtet, ebenso wenig O.s liturgische Bemühungen. Quelle: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (www.bautz.de), DE, [SC: 1.70], deutliche Gebrauchsspuren, gewerbliches Angebot, XLIV, 191, [GW: 249g], [PU: Göttingen], 5., durchgesehene Auflage, Banküberweisung, Internationaler Versand

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Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern. - Schleiermacher, Friedrich Otto, Rudolf (Hrsg. u. Einf.)
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Schleiermacher, Friedrich Otto, Rudolf (Hrsg. u. Einf.):
Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern. - gebrauchtes Buch

1906, ISBN: 37ae2362f44d5e239fe4b9de42cb9bb2

[ED: Leinen], [PU: Vandenhoeck & Ruprecht], Früheres Bibliotheksexemplar, Original-Leineneinbad stellenweise ein wenig berieben, Buchrücken unten ein wenig gedrückt, Signaturschild am Buchrücken unten (überlappend auf die Buchdeckel), Schnitt und Seiten leicht nachgedunkelt, Seite VII/VIII mit geringfügiger Läsur am oberen Rand, Bibliotheksstempel, Signaturvermerk und Namenszug auf der Titelseite, Bleistiftanstreichungen in - summa summarum - eher geringem Umfang, Bleistiftnotizen in sehr geringem Umfang, alles in allem ordentliches Exemplar. Aus dem Inhalt: - Zur Einführung. Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern. - I. Apologie. - II. Über das Wesen der Religion. - III. Über die Bildung zur Religion. - IV. Über das Gesellige in der Religion, oder über Kirche und Priesterthum. - V. Über die Religionen. Diese Ausgabe erschien "zum Hundertjahr-Gedächtnis ihres ersten Erscheinens in ihrer ursprünglichen Gestalt neu herausgegeben im Jahre 1899, in zweiter Auflage 1906 mit neuer Einleitung". Hinweis: Text in Frakturschrift. Wikipedia über den Verfasser: Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (* 21. November 1768 in Breslau, Schlesien 12. Februar 1834 in Berlin) war protestantischer Theologe, Altphilologe, Philosoph, Publizist, Staatstheoretiker, Kirchenpolitiker und Pädagoge. In mehreren dieser Wirkfelder wird er zu den wichtigsten Autoren seiner Zeit, in einigen auch zu den Klassikern der Disziplin überhaupt gerechnet, ähnliches gilt etwa für die Soziologie. Er übersetzte die Werke Platons ins Deutsche und gilt als Begründer der modernen Hermeneutik. Die Aufklärung hatte über das 18. Jahrhundert die christliche Religion in Bedrängnis gebracht. Die Geschichtlichkeit war anrüchig geworden, die amtskirchliche Nähe zum Staat galt als Zeichen der Abhängigkeit. Und auch die Reste der Religiosität gerieten zwischen zwei Fronten: Auf der einen Seite stand der Rationalismus, vertreten vornehmlich durch die Schule des Christian Wolff, der das Denken wie das Handeln aus einem System allgemeingültiger Wahrheiten deduzierte. Auf der anderen Seite führte die Kritik Immanuel Kants zu einer Moralphilosophie, die allein vom Menschen abhing, ihn in den Mittelpunkt stellte und damit auch den im Namen der Menschlichkeit angerichteten Grausamkeiten zu spotten schien. Mit dem Ende des 18. Jahrhunderts schien aber auch der (Spät-)Rationalismus seinen Zenit überschritten zu haben. Die christliche Gegenbewegung fand nun im Supranaturalismus ihren Ausgangspunkt. Der nie verschwundene Pietismus entfaltete erneut seine Wirkung. Die in das konfessionelle Neuluthertum mündende Erweckungsbewegung gewann allmählich an Profil. In dieser Zeit bezog Schleiermacher Stellung, versuchte die Positionen von Rationalismus und Supranaturalismus, von im weiteren Sinne Kultur und Religion überhaupt zu vermitteln und darin über sie hinauszukommen. Sein theologischer Entwurf machte ihn zum Kirchenvater des 19. Jahrhunderts, der an die Spitze einer Theologie der neuesten Zeit gehört [] und keiner neben ihn (Barth), in ihm kam die Antithese der romantischen gegen die aufklärerische Bildung zur vollen Geltung (R. Haym), er wurde für viele die Geburtsstunde [] [ihres] höheren Lebens (Claus Harms). Man sprach andererseits in abschätzigem Sinne von Vermittlungstheologie, Gefühlstheologie und Kulturprotestantismus. Schleiermachers erster Ansatz zu einer derartigen Theologie fand sich 1799 in Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern. (Nach Wilhelm Dilthey stammten die ersten Ansätze aus Gesprächen mit Henriette Herz, die schon im Frühjahr 1798 stattgefunden hatten. Im Februar 1799 war die zweite Rede vollendet). Das anonym veröffentlichte Werk sollte Apologie und Kampfschrift zugleich sein. In ihm wollte Schleiermacher die Notwendigkeit religiöser Besinnung aus der Situation des Gebildeten heraus aufzeigen: Dem vernünftig Denkenden sollte gerade in seiner Vernunft die zentrale Bedeutung des Christentums nachgewiesen werden. Zu einer der grundlegenden Behauptungen Schleiermachers wurde daher, dass die Religiosität genauso zum Menschen gehöre, wie das (deduktive) Denken und das (moralische) Handeln und somit beide als gleichwertig zu betrachten seien. Die Subjekt-Objekt-Spaltung zwischen Wahrnehmendem und Wahrgenommenem der Religion sollte nach Schleiermacher gerade durch die Religion überwunden werden, in der Überwindung sollte die Religion sich erst als solche sichtbar machen (und als tertium belegen). Denn die Religion, die für Schleiermacher Sinn und Geschmack für das Unendliche war, überwand in der Wahrnehmung, die er als Verschmelzung von Subjekt (dem religiösen Menschen) und Objekt (der göttlichen Unendlichkeit) begriff, diese Spaltung. Das Charakteristische ist also ein Doppeltes, wie Martin Kähler später formulierte: Es ist ein Einswerden mit unseren Gegenständen in unserem Inneren [] und ferner: Es bezieht sich auf die Gegenstände als Träger der Wirkung des Universums. (Geschichte der protestantischen Dogmatik, 55). Die Schleiermachersche Frömmigkeit als der subjektive Ausdruck der Religion, die später von vielen Theologen brüsk abgelehnt wurde, hat ihre Vorläufer in J. J. Hess mit seinem Werk Vom Reich Gottes. Ein Versuch über den Plan der göttlichen Anstalten und Offenbarungen (2. Auflage 1781) und Johann Albrecht Bengel und wurzelt in der deutschen Romantik und ihrem Menschenbild, wie es sich bei Johann Gottfried von Herder, Johann Georg Hamann, schließlich Schelling, Jakob Friedrich Fries, Wilhelm Martin Leberecht de Wette fand. So ist, wenn Religion als Privatsache ausgegeben wird, hier auch nicht egozentrische Überheblichkeit oder schales Privatisieren, sondern der in der Romantik geprägte Individualismus angesprochen, der sich gegen ein funktionell verstandenes Menschenbild der Spätaufklärung abgrenzte und gerade in der Wiederentdeckung der Gefühlswelt mechanistischen Menschenbildern, wie sie sich bei Descartes fanden, entgegenstand. In der Religion sollen nach Schleiermacher dann aber Anschauung und Gefühl, rezeptiver und spontaner Bewusstseinsakt, das Affizierende und das Affizierte wieder zusammenfallen. Beide Pole werden in der Religion überwunden, denn [] Anschauung ohne Gefühl ist nichts und kann weder den rechten Ursprung noch die rechte Kraft haben, Gefühl ohne Anschauung ist auch nichts: beide sind nur dann und deswegen etwas, wenn und weil sie ursprünglich Eins und ungetrennt sind. (Reden, 73)., DE, [SC: 1.70], deutliche Gebrauchsspuren, gewerbliches Angebot, circa 14 cm x 21 cm, XLV 191, [GW: 372g], [PU: Göttingen], 2. Auflage (dieser Ausgabe), Banküberweisung, Internationaler Versand

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Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern. - Schleiermacher, Friedrich
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Schleiermacher, Friedrich:
Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern. - gebrauchtes Buch

1931, ISBN: 37ae2362f44d5e239fe4b9de42cb9bb2

[PU: Leipzig, Kröner o.J. [1931].], Einl. v. Hans Leisegang. M. Porträt als Frontispiz. Kl.-8. XXXII, 228, (22 Werbe-) S. flex. OLwd. (= Kröners Taschenausgabe Bd. 34). M. 2 beiligenden Werbebeilagen. Papierbedingt leicht gebräunt, im Schnitt etw. vergilbt eine Beilage am Rand m. Spuren v. Insektenfraß sonst gutes sauberes Expl., DE, [SC: 1.80], gewerbliches Angebot, [GW: 400g], Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), Internationaler Versand

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Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern. - Schleiermacher, F.D.E.
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Schleiermacher, F.D.E.:
Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern. - gebrauchtes Buch

1920, ISBN: 37ae2362f44d5e239fe4b9de42cb9bb2

ID: 16018294222

[PU: Felix Meiner o.J. (1920), Leipzig], REDEN ÜBER DIE RELIGION, 193 S. Sonderdruck aus Schleiermachers Werke, Auswahl in vier Bänden, herausgeg. von Otto Braun. Unveränderter Abdruck der zweiten Aufl. von 1911. Bd. IV, S. 211-399. Letzte Seite mit Wasserschaden, sonst lichtrandig.

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Über die Religion, Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern - Schleiermacher, Friedrich
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Schleiermacher, Friedrich:
Über die Religion, Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern - gebrauchtes Buch

1925, ISBN: 37ae2362f44d5e239fe4b9de42cb9bb2

ID: OR35999233 (23243)

Berlin, Deutsche Bibliothek, kl.8°, 226 Seiten, O. Leinen, OU, Kopffarbschnitt Philosophie 1925

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Details zum Buch
Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern.

1890 Original-Ganzleinen-Einband 271 S. 3. Ausgabe. Braunes Leinen, zeittypische Schwarzprägung auf Deckel, Goldprägung auf Rücken, Frakturtexte, Portrait vorne. Bibliothek der Gesamt-Litteratur 346-348. Text nachgebräunt, sonst gut.

Detailangaben zum Buch - Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern.


Gebundene Ausgabe
Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 1940
Herausgeber: Leipzig, Meiner,

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