
Heimatluft. Altheimische Stätten und Menschen - gebrauchtes Buch
1919, ISBN: bb1bc4186d3fbbd269987400be3be623
Verlag v. Dr. Otto Böckel, Michendorf (Mark) 1910, VIII, 262 Seiten, in zwei Teilen: Die alte, stille Stadt + Auf der Scholle, OLwd mit Titelillustr., geblumtesr Vor- u. Nachsatz, grüner … Mehr…
Verlag v. Dr. Otto Böckel, Michendorf (Mark) 1910, VIII, 262 Seiten, in zwei Teilen: Die alte, stille Stadt + Auf der Scholle, OLwd mit Titelillustr., geblumtesr Vor- u. Nachsatz, grüner Kopfschnitt, übriger Schnitt etwas fleckig, Ecken u. Kanten berieben, Rücken mit kleinen Läsuren, innen sonst ordentlich// Böckel wurde 1859 als Sohn eines Bauunternehmers in Frankfurt am Main geboren. Er studierte von 1878 bis 1882 Rechtswissenschaften und Nationalökonomie in Gießen und Heidelberg, danach neuere Sprachen in Marburg und Gießen. Er promovierte in Marburg und nahm eine Stelle an der Universitätsbibliothek an. Böckel widmete sich fortan volkskundlichen Studien, insbesondere der Volksliedforschung und der bäuerlichen Alltagskultur in Hessen. Seine von Agrarromantik und Antisemitismus durchzogene Verklärung des kleinbäuerlichen Lebens war stark an Wilhelm Heinrich Riehl angelehnt, trug aber auch antikonservative und antiautoritäre Züge. Seine judenfeindlichen Verschwörungstheorien entnahm Böckel wahrscheinlich den Werken der französischen Antisemiten Alphonse de Toussenel und Édouard Drumont. Otto Böckel sah sich zeitlebens als Kämpfer für die von der Agrarkrise bedrohte kleinbäuerliche Lebenswelt seiner kurhessischen Heimat. Allerdings erblickte er die Gründe für den Niedergang des Bauerntums nicht in Strukturproblemen der Landwirtschaft im heraufziehenden Industriezeitalter (so u.a. Preisverfall durch die Globalisierung der Agrarmärkte, veraltete Produktionsmethoden, Zersplitterung des Besitzes, Arbeitskräftemangel durch Landflucht), sondern sah die Schuldigen in jüdischen Viehhändlern und Kreditgebern, welche die Bauern angeblich durch Wuchergeschäfte schädigten, ihren Besitz zwangsversteigerten ("Güterschlächterei"), um mit ihm Bodenspekulation zu betreiben. Die Berechtigung dieser seit dem Mittelalter kursierenden Vorwürfe ist extrem zweifelhaft. Sie wurden damals aber von vielen Zeitgenossen bereitwillig akzeptiert, da sie von der ökonomischen Inkompetenz der verschuldeten Bauern und von überindividuellen Strukturveränderungen in der Landwirtschaft ablenkten. Ein spektakuläres Gerichtsverfahren gegen Conrad Hedderich, der seine jüdischen Gläubiger ermordet hatte (- allerdings mangels Beweisen freigesprochen wurde -), motivierte Böckel, politisch tätig zu werden. Fortan zog Böckel mit einigen Gesinnungsgenossen als antisemitischer Agitator über die hessischen Dörfer und fand unter den Kleinbauern, ländlichen und kleinstädtischen Unterschichten und unter den Marburger Studenten begeisterte Anhänger, die ihn als "hessischen Bauernkönig" feierten. 1886 hielt er auch eine Rede in der Berliner Bockbrauerei, die die antisemitische Bewegung mitfinanzierte. Kern seiner Agitation war u.a. die Parole "Deutschland den Deutschen", die 1919 zur Losung des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes wurde.[1] Unterstützt wurde seine Agitation durch die Zeitungen Wucherpille, Reichsgeldmonopol und Reichsherold, die Böckel herausgab oder für die er schrieb (z.T. unter dem Pseudonym Dr. Capistrano - Ein mittelalterlicher Inquisitor, der sich auf Judenverfolgung spezialisiert hatte). Der "hessische Bauernkönig" zählte sich selbst nicht zum "rechten" politischen Spektrum. Mit seiner Parole "gegen Junker und Juden" verknüpfte er antikonservatives und antisemitisches Gedankengut. 1887 wurde er für den Wahlkreis Marburg-Kirchhain als erster unabhängiger Antisemit in den Reichstag gewählt. Böckel betrieb einen Selbsthilfe-Antisemitismus, der die Bauern unabhängig vom jüdischen Kapital machen sollte. Er gründete den Kurhessischen Bauernbund, der sich unter seinem Vorsitzenden Alfred Winkler aber nicht der antisemitischen Bewegung anschloss. Daraufhin rief Böckel 1890 den Mitteldeutschen Bauernverein ins Leben. Er förderte landwirtschaftliche Kooperativen, Rechtsberatung für verschuldete Bauern und veranstaltete "judenfreie" Viehmärkte. 1890 gründete Böckel die Antisemitische Volkspartei, die sich 1893 in Deutsche Reformpartei umbenannte. Sein eigentlic, DE, [SC: 2.90], gewerbliches Angebot, Banküberweisung, Expédition internationale<
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1919, ISBN: bb1bc4186d3fbbd269987400be3be623
gewerbliches Angebot, [SC: 12.00], DE, Verlag v. Dr. Otto Böckel, Michendorf (Mark) 1910, VIII, 262 Seiten, in zwei Teilen: Die alte, stille Stadt + Auf der Scholle, OLwd mit Titelillustr… Mehr…
gewerbliches Angebot, [SC: 12.00], DE, Verlag v. Dr. Otto Böckel, Michendorf (Mark) 1910, VIII, 262 Seiten, in zwei Teilen: Die alte, stille Stadt + Auf der Scholle, OLwd mit Titelillustr., geblumtesr Vor- u. Nachsatz, grüner Kopfschnitt, übriger Schnitt etwas fleckig, Ecken u. Kanten berieben, Rücken mit kleinen Läsuren, innen sonst ordentlich// Böckel wurde 1859 als Sohn eines Bauunternehmers in Frankfurt am Main geboren. Er studierte von 1878 bis 1882 Rechtswissenschaften und Nationalökonomie in Gießen und Heidelberg, danach neuere Sprachen in Marburg und Gießen. Er promovierte in Marburg und nahm eine Stelle an der Universitätsbibliothek an. Böckel widmete sich fortan volkskundlichen Studien, insbesondere der Volksliedforschung und der bäuerlichen Alltagskultur in Hessen. Seine von Agrarromantik und Antisemitismus durchzogene Verklärung des kleinbäuerlichen Lebens war stark an Wilhelm Heinrich Riehl angelehnt, trug aber auch antikonservative und antiautoritäre Züge. Seine judenfeindlichen Verschwörungstheorien entnahm Böckel wahrscheinlich den Werken der französischen Antisemiten Alphonse de Toussenel und Édouard Drumont. Otto Böckel sah sich zeitlebens als Kämpfer für die von der Agrarkrise bedrohte kleinbäuerliche Lebenswelt seiner kurhessischen Heimat. Allerdings erblickte er die Gründe für den Niedergang des Bauerntums nicht in Strukturproblemen der Landwirtschaft im heraufziehenden Industriezeitalter (so u.a. Preisverfall durch die Globalisierung der Agrarmärkte, veraltete Produktionsmethoden, Zersplitterung des Besitzes, Arbeitskräftemangel durch Landflucht), sondern sah die Schuldigen in jüdischen Viehhändlern und Kreditgebern, welche die Bauern angeblich durch Wuchergeschäfte schädigten, ihren Besitz zwangsversteigerten ("Güterschlächterei"), um mit ihm Bodenspekulation zu betreiben. Die Berechtigung dieser seit dem Mittelalter kursierenden Vorwürfe ist extrem zweifelhaft. Sie wurden damals aber von vielen Zeitgenossen bereitwillig akzeptiert, da sie von der ökonomischen Inkompetenz der verschuldeten Bauern und von überindividuellen Strukturveränderungen in der Landwirtschaft ablenkten. Ein spektakuläres Gerichtsverfahren gegen Conrad Hedderich, der seine jüdischen Gläubiger ermordet hatte (- allerdings mangels Beweisen freigesprochen wurde -), motivierte Böckel, politisch tätig zu werden. Fortan zog Böckel mit einigen Gesinnungsgenossen als antisemitischer Agitator über die hessischen Dörfer und fand unter den Kleinbauern, ländlichen und kleinstädtischen Unterschichten und unter den Marburger Studenten begeisterte Anhänger, die ihn als "hessischen Bauernkönig" feierten. 1886 hielt er auch eine Rede in der Berliner Bockbrauerei, die die antisemitische Bewegung mitfinanzierte. Kern seiner Agitation war u.a. die Parole "Deutschland den Deutschen", die 1919 zur Losung des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes wurde.[1] Unterstützt wurde seine Agitation durch die Zeitungen Wucherpille, Reichsgeldmonopol und Reichsherold, die Böckel herausgab oder für die er schrieb (z.T. unter dem Pseudonym Dr. Capistrano - Ein mittelalterlicher Inquisitor, der sich auf Judenverfolgung spezialisiert hatte). Der "hessische Bauernkönig" zählte sich selbst nicht zum "rechten" politischen Spektrum. Mit seiner Parole "gegen Junker und Juden" verknüpfte er antikonservatives und antisemitisches Gedankengut. 1887 wurde er für den Wahlkreis Marburg-Kirchhain als erster unabhängiger Antisemit in den Reichstag gewählt. Böckel betrieb einen Selbsthilfe-Antisemitismus, der die Bauern unabhängig vom jüdischen Kapital machen sollte. Er gründete den Kurhessischen Bauernbund, der sich unter seinem Vorsitzenden Alfred Winkler aber nicht der antisemitischen Bewegung anschloss. Daraufhin rief Böckel 1890 den Mitteldeutschen Bauernverein ins Leben. Er förderte landwirtschaftliche Kooperativen, Rechtsberatung für verschuldete Bauern und veranstaltete "judenfreie" Viehmärkte. 1890 gründete Böckel die Antisemitische Volkspartei, die sich 1893 in Deutsche Reformpartei umbenannte. Sein eigentlic, Banküberweisung, Internationaler Versand<
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gewerbliches Angebot, [SC: 2.90], DE, Verlag v. Dr. Otto Böckel, Michendorf (Mark) 1910, VIII, 262 Seiten, in zwei Teilen: Die alte, stille Stadt + Auf der Scholle, OLwd mit Titelillustr., geblumtesr Vor- u. Nachsatz, grüner Kopfschnitt, übriger Schnitt etwas fleckig, Ecken u. Kanten berieben, Rücken mit kleinen Läsuren, innen sonst ordentlich// Böckel wurde 1859 als Sohn eines Bauunternehmers in Frankfurt am Main geboren. Er studierte von 1878 bis 1882 Rechtswissenschaften und Nationalökonomie in Gießen und Heidelberg, danach neuere Sprachen in Marburg und Gießen. Er promovierte in Marburg und nahm eine Stelle an der Universitätsbibliothek an. Böckel widmete sich fortan volkskundlichen Studien, insbesondere der Volksliedforschung und der bäuerlichen Alltagskultur in Hessen. Seine von Agrarromantik und Antisemitismus durchzogene Verklärung des kleinbäuerlichen Lebens war stark an Wilhelm Heinrich Riehl angelehnt, trug aber auch antikonservative und antiautoritäre Züge. Seine judenfeindlichen Verschwörungstheorien entnahm Böckel wahrscheinlich den Werken der französischen Antisemiten Alphonse de Toussenel und Édouard Drumont. Otto Böckel sah sich zeitlebens als Kämpfer für die von der Agrarkrise bedrohte kleinbäuerliche Lebenswelt seiner kurhessischen Heimat. Allerdings erblickte er die Gründe für den Niedergang des Bauerntums nicht in Strukturproblemen der Landwirtschaft im heraufziehenden Industriezeitalter (so u.a. Preisverfall durch die Globalisierung der Agrarmärkte, veraltete Produktionsmethoden, Zersplitterung des Besitzes, Arbeitskräftemangel durch Landflucht), sondern sah die Schuldigen in jüdischen Viehhändlern und Kreditgebern, welche die Bauern angeblich durch Wuchergeschäfte schädigten, ihren Besitz zwangsversteigerten ("Güterschlächterei"), um mit ihm Bodenspekulation zu betreiben. Die Berechtigung dieser seit dem Mittelalter kursierenden Vorwürfe ist extrem zweifelhaft. Sie wurden damals aber von vielen Zeitgenossen bereitwillig akzeptiert, da sie von der ökonomischen Inkompetenz der verschuldeten Bauern und von überindividuellen Strukturveränderungen in der Landwirtschaft ablenkten. Ein spektakuläres Gerichtsverfahren gegen Conrad Hedderich, der seine jüdischen Gläubiger ermordet hatte (- allerdings mangels Beweisen freigesprochen wurde -), motivierte Böckel, politisch tätig zu werden. Fortan zog Böckel mit einigen Gesinnungsgenossen als antisemitischer Agitator über die hessischen Dörfer und fand unter den Kleinbauern, ländlichen und kleinstädtischen Unterschichten und unter den Marburger Studenten begeisterte Anhänger, die ihn als "hessischen Bauernkönig" feierten. 1886 hielt er auch eine Rede in der Berliner Bockbrauerei, die die antisemitische Bewegung mitfinanzierte. Kern seiner Agitation war u.a. die Parole "Deutschland den Deutschen", die 1919 zur Losung des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes wurde.[1] Unterstützt wurde seine Agitation durch die Zeitungen Wucherpille, Reichsgeldmonopol und Reichsherold, die Böckel herausgab oder für die er schrieb (z.T. unter dem Pseudonym Dr. Capistrano - Ein mittelalterlicher Inquisitor, der sich auf Judenverfolgung spezialisiert hatte). Der "hessische Bauernkönig" zählte sich selbst nicht zum "rechten" politischen Spektrum. Mit seiner Parole "gegen Junker und Juden" verknüpfte er antikonservatives und antisemitisches Gedankengut. 1887 wurde er für den Wahlkreis Marburg-Kirchhain als erster unabhängiger Antisemit in den Reichstag gewählt. Böckel betrieb einen Selbsthilfe-Antisemitismus, der die Bauern unabhängig vom jüdischen Kapital machen sollte. Er gründete den Kurhessischen Bauernbund, der sich unter seinem Vorsitzenden Alfred Winkler aber nicht der antisemitischen Bewegung anschloss. Daraufhin rief Böckel 1890 den Mitteldeutschen Bauernverein ins Leben. Er förderte landwirtschaftliche Kooperativen, Rechtsberatung für verschuldete Bauern und veranstaltete "judenfreie" Viehmärkte. 1890 gründete Böckel die Antisemitische Volkspartei, die sich 1893 in Deutsche Reformpartei umbenannte. Sein eigentlic, Banküberweisung, Internationaler Versand<
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[SC: 9.95], Verlag v. Dr. Otto Böckel, Michendorf (Mark) 1910, VIII, 262 Seiten, in zwei Teilen: Die alte, stille Stadt + Auf der Scholle, OLwd mit Titelillustr., geblumtesr Vor- u. Nachs… Mehr…
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Heimatluft. Altheimische Stätten und Menschen - gebrauchtes Buch1919, ISBN: bb1bc4186d3fbbd269987400be3be623
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1919
ISBN: bb1bc4186d3fbbd269987400be3be623
gewerbliches Angebot, [SC: 2.90], DE, Verlag v. Dr. Otto Böckel, Michendorf (Mark) 1910, VIII, 262 Seiten, in zwei Teilen: Die alte, stille Stadt + Auf der Scholle, OLwd mit Titelillustr.… Mehr…
gewerbliches Angebot, [SC: 2.90], DE, Verlag v. Dr. Otto Böckel, Michendorf (Mark) 1910, VIII, 262 Seiten, in zwei Teilen: Die alte, stille Stadt + Auf der Scholle, OLwd mit Titelillustr., geblumtesr Vor- u. Nachsatz, grüner Kopfschnitt, übriger Schnitt etwas fleckig, Ecken u. Kanten berieben, Rücken mit kleinen Läsuren, innen sonst ordentlich// Böckel wurde 1859 als Sohn eines Bauunternehmers in Frankfurt am Main geboren. Er studierte von 1878 bis 1882 Rechtswissenschaften und Nationalökonomie in Gießen und Heidelberg, danach neuere Sprachen in Marburg und Gießen. Er promovierte in Marburg und nahm eine Stelle an der Universitätsbibliothek an. Böckel widmete sich fortan volkskundlichen Studien, insbesondere der Volksliedforschung und der bäuerlichen Alltagskultur in Hessen. Seine von Agrarromantik und Antisemitismus durchzogene Verklärung des kleinbäuerlichen Lebens war stark an Wilhelm Heinrich Riehl angelehnt, trug aber auch antikonservative und antiautoritäre Züge. Seine judenfeindlichen Verschwörungstheorien entnahm Böckel wahrscheinlich den Werken der französischen Antisemiten Alphonse de Toussenel und Édouard Drumont. Otto Böckel sah sich zeitlebens als Kämpfer für die von der Agrarkrise bedrohte kleinbäuerliche Lebenswelt seiner kurhessischen Heimat. Allerdings erblickte er die Gründe für den Niedergang des Bauerntums nicht in Strukturproblemen der Landwirtschaft im heraufziehenden Industriezeitalter (so u.a. Preisverfall durch die Globalisierung der Agrarmärkte, veraltete Produktionsmethoden, Zersplitterung des Besitzes, Arbeitskräftemangel durch Landflucht), sondern sah die Schuldigen in jüdischen Viehhändlern und Kreditgebern, welche die Bauern angeblich durch Wuchergeschäfte schädigten, ihren Besitz zwangsversteigerten ("Güterschlächterei"), um mit ihm Bodenspekulation zu betreiben. Die Berechtigung dieser seit dem Mittelalter kursierenden Vorwürfe ist extrem zweifelhaft. Sie wurden damals aber von vielen Zeitgenossen bereitwillig akzeptiert, da sie von der ökonomischen Inkompetenz der verschuldeten Bauern und von überindividuellen Strukturveränderungen in der Landwirtschaft ablenkten. Ein spektakuläres Gerichtsverfahren gegen Conrad Hedderich, der seine jüdischen Gläubiger ermordet hatte (- allerdings mangels Beweisen freigesprochen wurde -), motivierte Böckel, politisch tätig zu werden. Fortan zog Böckel mit einigen Gesinnungsgenossen als antisemitischer Agitator über die hessischen Dörfer und fand unter den Kleinbauern, ländlichen und kleinstädtischen Unterschichten und unter den Marburger Studenten begeisterte Anhänger, die ihn als "hessischen Bauernkönig" feierten. 1886 hielt er auch eine Rede in der Berliner Bockbrauerei, die die antisemitische Bewegung mitfinanzierte. Kern seiner Agitation war u.a. die Parole "Deutschland den Deutschen", die 1919 zur Losung des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes wurde.[1] Unterstützt wurde seine Agitation durch die Zeitungen Wucherpille, Reichsgeldmonopol und Reichsherold, die Böckel herausgab oder für die er schrieb (z.T. unter dem Pseudonym Dr. Capistrano - Ein mittelalterlicher Inquisitor, der sich auf Judenverfolgung spezialisiert hatte). Der "hessische Bauernkönig" zählte sich selbst nicht zum "rechten" politischen Spektrum. Mit seiner Parole "gegen Junker und Juden" verknüpfte er antikonservatives und antisemitisches Gedankengut. 1887 wurde er für den Wahlkreis Marburg-Kirchhain als erster unabhängiger Antisemit in den Reichstag gewählt. Böckel betrieb einen Selbsthilfe-Antisemitismus, der die Bauern unabhängig vom jüdischen Kapital machen sollte. Er gründete den Kurhessischen Bauernbund, der sich unter seinem Vorsitzenden Alfred Winkler aber nicht der antisemitischen Bewegung anschloss. Daraufhin rief Böckel 1890 den Mitteldeutschen Bauernverein ins Leben. Er förderte landwirtschaftliche Kooperativen, Rechtsberatung für verschuldete Bauern und veranstaltete "judenfreie" Viehmärkte. 1890 gründete Böckel die Antisemitische Volkspartei, die sich 1893 in Deutsche Reformpartei umbenannte. Sein eigentlic, Banküberweisung, Internationaler Versand<
Heimatluft. Altheimische Stätten und Menschen - gebrauchtes Buch
1919, ISBN: bb1bc4186d3fbbd269987400be3be623
Verlag v. Dr. Otto Böckel, Michendorf (Mark) 1910, VIII, 262 Seiten, in zwei Teilen: Die alte, stille Stadt + Auf der Scholle, OLwd mit Titelillustr., geblumtesr Vor- u. Nachsatz, grüner … Mehr…
Verlag v. Dr. Otto Böckel, Michendorf (Mark) 1910, VIII, 262 Seiten, in zwei Teilen: Die alte, stille Stadt + Auf der Scholle, OLwd mit Titelillustr., geblumtesr Vor- u. Nachsatz, grüner Kopfschnitt, übriger Schnitt etwas fleckig, Ecken u. Kanten berieben, Rücken mit kleinen Läsuren, innen sonst ordentlich// Böckel wurde 1859 als Sohn eines Bauunternehmers in Frankfurt am Main geboren. Er studierte von 1878 bis 1882 Rechtswissenschaften und Nationalökonomie in Gießen und Heidelberg, danach neuere Sprachen in Marburg und Gießen. Er promovierte in Marburg und nahm eine Stelle an der Universitätsbibliothek an. Böckel widmete sich fortan volkskundlichen Studien, insbesondere der Volksliedforschung und der bäuerlichen Alltagskultur in Hessen. Seine von Agrarromantik und Antisemitismus durchzogene Verklärung des kleinbäuerlichen Lebens war stark an Wilhelm Heinrich Riehl angelehnt, trug aber auch antikonservative und antiautoritäre Züge. Seine judenfeindlichen Verschwörungstheorien entnahm Böckel wahrscheinlich den Werken der französischen Antisemiten Alphonse de Toussenel und Édouard Drumont. Otto Böckel sah sich zeitlebens als Kämpfer für die von der Agrarkrise bedrohte kleinbäuerliche Lebenswelt seiner kurhessischen Heimat. Allerdings erblickte er die Gründe für den Niedergang des Bauerntums nicht in Strukturproblemen der Landwirtschaft im heraufziehenden Industriezeitalter (so u.a. Preisverfall durch die Globalisierung der Agrarmärkte, veraltete Produktionsmethoden, Zersplitterung des Besitzes, Arbeitskräftemangel durch Landflucht), sondern sah die Schuldigen in jüdischen Viehhändlern und Kreditgebern, welche die Bauern angeblich durch Wuchergeschäfte schädigten, ihren Besitz zwangsversteigerten ("Güterschlächterei"), um mit ihm Bodenspekulation zu betreiben. Die Berechtigung dieser seit dem Mittelalter kursierenden Vorwürfe ist extrem zweifelhaft. Sie wurden damals aber von vielen Zeitgenossen bereitwillig akzeptiert, da sie von der ökonomischen Inkompetenz der verschuldeten Bauern und von überindividuellen Strukturveränderungen in der Landwirtschaft ablenkten. Ein spektakuläres Gerichtsverfahren gegen Conrad Hedderich, der seine jüdischen Gläubiger ermordet hatte (- allerdings mangels Beweisen freigesprochen wurde -), motivierte Böckel, politisch tätig zu werden. Fortan zog Böckel mit einigen Gesinnungsgenossen als antisemitischer Agitator über die hessischen Dörfer und fand unter den Kleinbauern, ländlichen und kleinstädtischen Unterschichten und unter den Marburger Studenten begeisterte Anhänger, die ihn als "hessischen Bauernkönig" feierten. 1886 hielt er auch eine Rede in der Berliner Bockbrauerei, die die antisemitische Bewegung mitfinanzierte. Kern seiner Agitation war u.a. die Parole "Deutschland den Deutschen", die 1919 zur Losung des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes wurde.[1] Unterstützt wurde seine Agitation durch die Zeitungen Wucherpille, Reichsgeldmonopol und Reichsherold, die Böckel herausgab oder für die er schrieb (z.T. unter dem Pseudonym Dr. Capistrano - Ein mittelalterlicher Inquisitor, der sich auf Judenverfolgung spezialisiert hatte). Der "hessische Bauernkönig" zählte sich selbst nicht zum "rechten" politischen Spektrum. Mit seiner Parole "gegen Junker und Juden" verknüpfte er antikonservatives und antisemitisches Gedankengut. 1887 wurde er für den Wahlkreis Marburg-Kirchhain als erster unabhängiger Antisemit in den Reichstag gewählt. Böckel betrieb einen Selbsthilfe-Antisemitismus, der die Bauern unabhängig vom jüdischen Kapital machen sollte. Er gründete den Kurhessischen Bauernbund, der sich unter seinem Vorsitzenden Alfred Winkler aber nicht der antisemitischen Bewegung anschloss. Daraufhin rief Böckel 1890 den Mitteldeutschen Bauernverein ins Leben. Er förderte landwirtschaftliche Kooperativen, Rechtsberatung für verschuldete Bauern und veranstaltete "judenfreie" Viehmärkte. 1890 gründete Böckel die Antisemitische Volkspartei, die sich 1893 in Deutsche Reformpartei umbenannte. Sein eigentlic Versand D: 2,90 EUR<
Heimatluft. Altheimische Stätten und Menschen - gebrauchtes Buch
1919, ISBN: bb1bc4186d3fbbd269987400be3be623
[SC: 9.95], Verlag v. Dr. Otto Böckel, Michendorf (Mark) 1910, VIII, 262 Seiten, in zwei Teilen: Die alte, stille Stadt + Auf der Scholle, OLwd mit Titelillustr., geblumtesr Vor- u. Nachs… Mehr…
[SC: 9.95], Verlag v. Dr. Otto Böckel, Michendorf (Mark) 1910, VIII, 262 Seiten, in zwei Teilen: Die alte, stille Stadt + Auf der Scholle, OLwd mit Titelillustr., geblumtesr Vor- u. Nachsatz, grüner Kopfschnitt, übriger Schnitt etwas fleckig, Ecken u. Kanten berieben, Rücken mit kleinen Läsuren, innen sonst ordentlich// Böckel wurde 1859 als Sohn eines Bauunternehmers in Frankfurt am Main geboren. Er studierte von 1878 bis 1882 Rechtswissenschaften und Nationalökonomie in Gießen und Heidelberg, danach neuere Sprachen in Marburg und Gießen. Er promovierte in Marburg und nahm eine Stelle an der Universitätsbibliothek an. Böckel widmete sich fortan volkskundlichen Studien, insbesondere der Volksliedforschung und der bäuerlichen Alltagskultur in Hessen. Seine von Agrarromantik und Antisemitismus durchzogene Verklärung des kleinbäuerlichen Lebens war stark an Wilhelm Heinrich Riehl angelehnt, trug aber auch antikonservative und antiautoritäre Züge. Seine judenfeindlichen Verschwörungstheorien entnahm Böckel wahrscheinlich den Werken der französischen Antisemiten Alphonse de Toussenel und Édouard Drumont. Otto Böckel sah sich zeitlebens als Kämpfer für die von der Agrarkrise bedrohte kleinbäuerliche Lebenswelt seiner kurhessischen Heimat. Allerdings erblickte er die Gründe für den Niedergang des Bauerntums nicht in Strukturproblemen der Landwirtschaft im heraufziehenden Industriezeitalter (so u.a. Preisverfall durch die Globalisierung der Agrarmärkte, veraltete Produktionsmethoden, Zersplitterung des Besitzes, Arbeitskräftemangel durch Landflucht), sondern sah die Schuldigen in jüdischen Viehhändlern und Kreditgebern, welche die Bauern angeblich durch Wuchergeschäfte schädigten, ihren Besitz zwangsversteigerten ("Güterschlächterei"), um mit ihm Bodenspekulation zu betreiben. Die Berechtigung dieser seit dem Mittelalter kursierenden Vorwürfe ist extrem zweifelhaft. Sie wurden damals aber von vielen Zeitgenossen bereitwillig akzeptiert, da sie von der ökonomischen Inkompetenz der verschuldeten Bauern und von überindividuellen Strukturveränderungen in der Landwirtschaft ablenkten. Ein spektakuläres Gerichtsverfahren gegen Conrad Hedderich, der seine jüdischen Gläubiger ermordet hatte (- allerdings mangels Beweisen freigesprochen wurde -), motivierte Böckel, politisch tätig zu werden. Fortan zog Böckel mit einigen Gesinnungsgenossen als antisemitischer Agitator über die hessischen Dörfer und fand unter den Kleinbauern, ländlichen und kleinstädtischen Unterschichten und unter den Marburger Studenten begeisterte Anhänger, die ihn als "hessischen Bauernkönig" feierten. 1886 hielt er auch eine Rede in der Berliner Bockbrauerei, die die antisemitische Bewegung mitfinanzierte. Kern seiner Agitation war u.a. die Parole "Deutschland den Deutschen", die 1919 zur Losung des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes wurde.[1] Unterstützt wurde seine Agitation durch die Zeitungen Wucherpille, Reichsgeldmonopol und Reichsherold, die Böckel herausgab oder für die er schrieb (z.T. unter dem Pseudonym Dr. Capistrano - Ein mittelalterlicher Inquisitor, der sich auf Judenverfolgung spezialisiert hatte). Der "hessische Bauernkönig" zählte sich selbst nicht zum "rechten" politischen Spektrum. Mit seiner Parole "gegen Junker und Juden" verknüpfte er antikonservatives und antisemitisches Gedankengut. 1887 wurde er für den Wahlkreis Marburg-Kirchhain als erster unabhängiger Antisemit in den Reichstag gewählt. Böckel betrieb einen Selbsthilfe-Antisemitismus, der die Bauern unabhängig vom jüdischen Kapital machen sollte. Er gründete den Kurhessischen Bauernbund, der sich unter seinem Vorsitzenden Alfred Winkler aber nicht der antisemitischen Bewegung anschloss. Daraufhin rief Böckel 1890 den Mitteldeutschen Bauernverein ins Leben. Er förderte landwirtschaftliche Kooperativen, Rechtsberatung für verschuldete Bauern und veranstaltete "judenfreie" Viehmärkte. 1890 gründete Böckel die Antisemitische Volkspartei, die sich 1893 in Deutsche Reformpartei umbenannte. Sein eigentlic<
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Bibliographische Daten des bestpassenden Buches
Detailangaben zum Buch - Heimatluft. Altheimische Stätten und Menschen
Gebundene Ausgabe
Erscheinungsjahr: 1919
Herausgeber: Verlag von Otto Böckel, Michendorf
Buch in der Datenbank seit 2013-12-12T02:43:42+01:00 (Berlin)
Buch zuletzt gefunden am 2026-01-05T11:00:00+01:00 (Berlin)
Alternative Schreibweisen und verwandte Suchbegriffe:
Autor des Buches: böckel otto, bockel, otto boeckel
Titel des Buches: volkssage volkslied volksdichtung, altheim, heimatluft altheimische stätten und menschen

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